# taz.de -- Buch
(DIR) NS-Widerstandskämpferin Hilde Coppi: Schnörkellose Sprache, unmittelbare Empathie
Hans Coppi jr. nähert sich in einem Buch mit erhaltenen Briefen dem
Andenken seiner Eltern Hilde und Hans Coppi an. Sie wurden als Mitglieder
der Roten Kapelle von den Nazis ermordet.
(DIR) Essay über digitale Unterwerfung: „Faschist sein, das ist heute Fun“
Das „Cyberpunk“-Manifest von Soziologin Asma Mhalla beklagt wortgewaltig
die Allmacht von Tech-Konzernen und Politik. Und ruft am Ende zur Rebellion
gegen diese auf.
(DIR) Historiker Marģers Vestermanis gestorben: Nichts vergessen, aufschreiben, Zeugnis ablegen
Marģers Vestermanis war der letzte Überlebende von Ghetto, KZ und
Waldbrüderzeit in Lettland. Zugleich war er Historiker des Holocausts. Ein
Nachruf.
(DIR) Roman von Maria Reva: Wenn das Gehäuse links dreht
Drei Frauen entführen dreizehn Männer in einem Wohnmobil voller Schnecken:
Nichts ist zu absurd in Zeiten des Krieges und in Maria Revas brillantem
Ukraine-Roman.
(DIR) Roman über Sudan: Dir soll niemals ein Kind sterben
Zwischen den Fronten: Die Autorin Stella Gaitano macht in „Eddos goldenes
Lächeln“ die Geschichte eines Kriegs erfahrbar, der den Sudan zweiteilen
sollte.
(DIR) Ilko-Sascha Kowalczuk über die AfD: „Glaubt den Lügen der Extremisten nicht“
Mit einem Lächeln die Faschisten stoppen? Ost-Historiker Kowalczuk im
Gespräch über klebrige Ostalgie, AfD und die Ablehnung westlicher
Liberalität.
(DIR) Lebenslange Haft für Hadi Matar: Schuldig wegen Terrorismus
Wegen des Messerangriffs auf den Schriftsteller Salman Rushdie wurde der
Täter Hadi Matar nun auch wegen Terrorvorwürfen verurteilt: Ihm droht
lebenslange Haft.
(DIR) Neue Comics: Mœbius trifft Miyazaki: Mit Kolonialhelm in der Zukunft
„Jäger und Gejagter“ von Mœbius erscheint erstmals auf Deutsch. „Nausicaä
aus dem Tal der Winde“ von Hayao Miyazaki kommt in einer Gesamtausgabe.
(DIR) Debüt von Adèle Yon: Die Angst vor dem wandernden Gen
Warum wurde Urgroßmutter lobotomiert? Die französische Autorin Adèle Yon
begibt sich in ihrem Debüt auf eine literarisch-wissenschaftliche
Spurensuche.
(DIR) Was es heißt, in Gaza aufzuwachsen: Mit väterlicher Skepsis und mütterlicher Rebellion
„Muscheln am Strand von Gaza“: Hamza Abu Howidy hat ein berührendes Buch
über das Leben in Gaza und seinen Weg zum Friedensaktivisten geschrieben.
(DIR) Studie über Gestapo Bremen: „ Die Bereitschaft zur Denunziation war generell groß“
Die Gestapo rekrutierte in Bremen Personal und Zuträger*innen aus der
Mitte der Gesellschaft. Wie sie funktionierte, hat Anna Leinen erforscht.
(DIR) Roman „Lori“ von Anousch Mueller: Wie die anderen Außenseiter zuvor
Anousch Mueller erzählt von einem verunsicherten Aufwachsen in Thüringen.
Das Familienleben im Abseits ist von Verschweigen geprägt. Ein Kind fehlt.
(DIR) Diskussion mit queeren, linken Autoren: Weiterkämpfen gegen Verachtung und Ausgrenzung
Wie lässt sich der Faschismus bekämpfen? In Berlin suchen die Autoren
Éribon, Louis und von Redecker nach linken Antworten.
(DIR) Debütroman von Şeyda Kurt: Schleichende Versumpfung in sieben Tagen
Fiebertraum statt Revolution: Vor dem Hintergrund der Apokalypse macht sich
Şeyda Kurt in ihrem ersten Roman an die Abschaffung bürgerlicher Normen.
(DIR) Neues Buch von Maggie Nelson: Choose your battles
Die Schriftstellerin Maggie Nelson widmet sich in ihrem neuen Buch „The
Slicks“ dem Popstar Taylor Swift und der Dichterin Sylvia Plath. Warum
bloß?
(DIR) Roman „Eisen“: Monteur der Avantgarde
Gusel Jachina kommt dem Regisseur Sergej Eisenstein in ihrem Roman nahe.
Nebenbei erzählt sie, wie der Osten auf den Westen prallt und beide um
Vorherrschaft ringen.
(DIR) Buch über Russland und Iran: Eine Partnerschaft des Trotzes
Einst Gegner, jetzt vereint gegen gemeinsame Feinde: Nicole Grajewskis Buch
„Russia and Iran“ zeigt die Geschichte der russisch-iranischen Beziehungen.
(DIR) Sammelband „Verleugnete Verfolgte“: Verdrängt, vergessen und verleugnet
Der Sammelband „Verleugnete Verfolgte“ erinnert an NS-Opfer, die als
„asozial“ und „Berufsverbrecher“ diffamiert wurden und bis heute vergessen
werden.
(DIR) Literaturpreis für Graswurzel-Lyrik: Die Poesie des Lieferfahrers
Der chinesische Essenslieferant Wang Jibing erhält für seine Gedichte den
renommierten chinesischen Lu-Xun-Literaturpreis. Das ist ein echtes Novum.
(DIR) Buch über den Spanischen Bürgerkrieg: Idealisten, Zyniker und gekränkte Irre
Zwischen den Fronten: Paul Ingendaay beschreibt den Spanischen Bürgerkrieg
mit überraschenden Volten und einer Vorliebe für literarische Aperçus.
(DIR) Buch über Frauenfreundschaften: Geschichten, die wir uns über Freundschaft erzählen
Was passiert, wenn Freundschaften enden? Die Historikerin Tiffany Watt
Smith schreibt originell über begleitende Scham, Zweifel und
Verletzlichkeit.
(DIR) Neues Buch von Klaus Lederer: Links, queer und geradlinig gegen den rechten Backlash
Klaus Lederer schreibt über „Queerpolitik im Handgemenge“. Sein
autobiografischer Essay skizziert queere, linke Positionen, die
mehrheitsfähig sind.
(DIR) Buch über Louis Althussers Femizid: Antifeminismus in Aktion
Faszination und Vergessen: Das Buch von Francis Dupuis-Déri über den Mord
von Louis Althusser an seiner Frau, der Soziologin Hélène Legotien Rytmann.
(DIR) Öko-Kommunismus: Ein bisschen Planwirtschaft
Der japanische Philosoph Kohei Saito fordert eine „Diktatur der Ökologie“
als Antwort auf den Klimakollaps. Die Rolle des Staats bleibt dabei blass.
(DIR) Deutscher Verlagspreis: Alles nur ein Missverständnis?
Überwachung, Misstrauen, Selbstzensur: In der Debatte über den Deutschen
Verlagspreis geht es um mehr als ein verändertes Auswahlverfahren.
(DIR) Bücher von Johanna Sebauer: Wenn du wirklich ich bist, wirst du all das sehen
Johanna Sebauer im Doppelpack: Die österreichische Autorin erzählt vom
Medienzirkus und vom Sterbenlernen in „Das Gurkerl“ und „Popóm“.
(DIR) Rechte Verlage im Literaturbetrieb: „Es geht um die kulturelle Stabilisierung eines Milieus“
Rechte Verlage und Autoren haben es im Literaturbetrieb schwer – noch.
Literaturwissenschaftlerin Mareike Gronich über die Anschlussfähigkeit
rechter Positionen.
(DIR) Utopische Lyrik: Zwischen Stoppelfeldern und Stotterfehlern
Rettet uns das Tagträumen? Warum es sich lohnt, an das Gute zu glauben,
zeigt eine neue Anthologie zur utopischen Gegenwartsdichtung.
(DIR) Roman „Verlorene Schäfchen“: Gott und der freie Markt
Gelungene US-Komödie: In Madeline Cashs Debütroman lauert hinter jedem Witz
eine Kränkung. Und hinter jeder Kränkung eine Sehnsucht.
(DIR) Historiker über Faschismus auf Mallorca: „Es ging darum, das Patriarchat wiederherzustellen“
Das Buch „Mallorca 1936“ erinnert an die Kämpferinnen im Spanischen
Bürgerkrieg. Sie provozierten Faschisten und Konservative – und tun es bis
heute.
(DIR) Teil 6 der Reihe zum 100. Geburtstag: Foucault und die Faschisierung
Michel Foucault setzte sich intensiv mit dem Deutschen Herbst auseinander.
Sein Denkweg kann helfen, die aktuelle Faschismusdebatte offener zu führen.
(DIR) Festival zu antifaschistischer Literatur: Auf der Suche nach radikaler Sprache
Was heißt antifaschistische Literatur und was lernen wir aus ihr? Im
Berliner Brecht-Haus wurde eine Woche lang über Literatur und Widerstand
diskutiert.
(DIR) Lesung junger Autor:innen in Berlin: Ein Bienennest summt in der Brust
„Die Zeit heilt alle Hündchen“ lautete der Titel einer Lesung im
Literarischen Colloquium Berlin, auf der junge Autor:innen eigene Texte
vorstellten.
(DIR) Debütroman von früherem Redenschreiber: Eiskalter Wind im Bundeskanzleramt
Autor Jean-Philippe Kindler hat einst für Linken-Politikerin Heidi
Reichinnek gearbeitet. In seinem Debütroman sieht sich eine
Redenschreiberin mit dem drohenden Faschismus konfrontiert.
(DIR) Verbotene Liebesbeziehungen im NS-Staat: Und sie sind doch da
Das Buch „trotzdem da!“ erzählt von Kindern zwischen Deutschen und
ausländischen Zwangsarbeiter:innen. Es ist ein Scheinwerfer der
Erinnerungskultur.
(DIR) Büchner-Preisträgerin Christine Wunnicke: Fröhliche Wissenschaft und heitere Aufklärung
Christine Wunnicke hat den diesjährigen Büchnerpreis verliehen bekommen.
Federleicht verbindet sie mikroskopisch genaue Erkundungen mit Humor.
(DIR) Sachbuch über Hitler: Der Frieden auf dem Weg zum Krieg
In „München 38. Die Welt am Scheideweg“ gehen Christian Goeschel und Daniel
Hedinger der Frage nach, warum Großbritanniens Premier Chamberlain Frieden
mit Hitler machen wollte.
(DIR) Lyrik: Warum so kompliziert, Ann Cotten?
Den Freaks im Weltall Mut zusprechen: Die Lyrikerin Ann Cotten fräst sich
durch die Sprache und leimt die Späne neu zusammen.
(DIR) Büchner-Preis für Christine Wunnicke: Überraschendes zwischen Hollywood und Nagasaki
Die Autorin Christine Wunnicke erhält den renommierten Georg-Büchner-Preis.
Ihr Erzählwerk sei „stets überraschend“, lobt die Jury.
(DIR) Rechtsextreme in französischen Verlagen: Autor*innen unter Druck
Am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung wurde über rechte
Einflussnahme diskutiert. Handlungsempfehlungen gab es keine.
(DIR) Buch über die Umweltbewegung: Alles egal ist auch keine Haltung
Die „Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers“ von Paul Kingsnorth
sind Wutreden eines Gescheiterten, der es sich gedanklich zu leicht macht.
(DIR) Die USA in sechs Romanen: Oh, say can you see?
Die USA werden 250 Jahre alt: Das literarische Amerika ist mehr als Moby
Dick, Walden und Manhattaner Geldadel. Ein kleiner taz-Gegenkanon.
(DIR) „Katechon“ von Volker Weiß: Totalitäre Fantasien, biblisch hochgerüstet
Rechte sind fasziniert vom biblischen „Katechon“, der den Untergang
aufhalten soll. Der Historiker Volker Weiß spürt der Karriere des Begriffs
nach.
(DIR) Comic Hommage: Der heilige Gral der Western-Comics
Hommage-Bände setzen „Blueberry“ sowie Lucky Luke, die großen
Western-Figuren der Comic-Kunst, neu in Szene. Nicht alles ist dabei
restlos gelungen.
(DIR) Tagebuch-Lesung in der Fahimi-Bar Berlin: Hirnwindungen eines Geisteswissenschaftlers
In „Knister“ hat Autor Christoph Narholz aus Jahrzehnten von Notizen ein
Jahr destilliert. Bei einer Berliner Lesung wurde wildes Denken
anschaulich.
(DIR) Dichterin Nora Gomringer im Gespräch: „Ach so, das ist es jetzt, die Literatur“
Nora Gomringer hätte sich in jungen Jahren auch vorstellen können, Nonne zu
werden. Und wurde dann doch Dichterin – so wie ihr Vater Eugen Gomringer.