# taz.de -- Feridun Zaimoglu übers Schreiben: „Authentizität ist für'n Arsch“
> Für den Autor Feridun Zaimoglu ist Schreiben ein radikaler Bruch mit der
> Wirklichkeit, jedes Buch ein Neuanfang. Auf Identität gibt der Kieler
> nichts.
(IMG) Bild: Wenn ihm danach ist, belohnt sich Zaimoglu mit Büchern aus dem Antiquariat: „Hauptsache, weit weg von der eigenen Geschichte“
Feridun Zaimoglu bietet an einem kalten Vormittag in seiner Kieler Wohnung
Kaffee, Wasser und warme Socken an. Und Weingläser, die er aussortiert hat,
weil er keinen Alkohol mehr trinkt. Zaimoglu lebt alleine, an jede Wand hat
er Bücherregale montiert. Wir setzen uns in sein Arbeitszimmer, auf dem
Schreibtisch steht eine Schreibmaschine mit einem Text, der noch nicht
fertig ist. Zaimoglu hat im vergangenen Jahr den Roman „Sohn ohne Vater“
veröffentlicht, in dem der Ich-Erzähler den Tod des Vaters verarbeitet. Ich
frage ihn, wie viel Zeit er für das Interview hat. „Wir reden, bis wir
fertig sind“, sagt er. Es werden vier Stunden.
taz: Herr Zaimoglu, haben wir verlernt zu trauern?
Feridun Zaimoglu: Ach, in der deutschen Gesellschaft haben wir schon ein
sehr gesundes Verständnis von Trauer. In Deutschland zeigt man sich selbst
und anderen, dass man am Leben hängt. Man ist so tapfer, dass man mit
seiner Trauer die Menschen nicht belästigen möchte. Das ist eine besondere
Form der Tapferkeit, finde ich.
taz: In Ihrem Buch „Sohn ohne Vater“ geht es um einen Mann aus Kiel, der
nach dem Tod seines Vaters in die Türkei reist, um an dessen Grab zu beten.
Der Protagonist sagt, Trauer mache ihn türkisch. Was ist damit gemeint?
Zaimoglu: Oft beginne ich das Schreiben mit einzelnen Sätzen, die mir so in
den Sinn kommen. Dieser Satz war einer davon. Der Ich-Erzähler will den Tod
seines Vaters nicht wahrhaben. Er ist ein Mensch, der von emotionalen
Anwandlungen nichts wissen möchte. Doch jetzt trauert er und diese Trauer
macht ihn türkisch: Er wird dramatisch, muss schluchzen, verliert jede
Orientierung. Es ist vorbei mit der Stabilität. Er wird herauskatapultiert
aus dem eigenen Leben. Aber er möchte wieder untürkisch werden. Das
Südländische ist ihm nicht ganz geheuer. Oft genug aber auch aus Unkenntnis
der tatsächlichen Verhältnisse in dem südländischen Land, in dem er sich
dann aufhält.
taz: Die Reise in die Türkei ist eine Reise ins Ausland für ihn, oder?
Zaimoglu: Genau. Es ist das Land seiner Eltern. In dieser Hinsicht ist mir
der Ich-Erzähler sehr ähnlich, weil er diese Reise nicht missversteht als
die Suche nach den eigenen Wurzeln. Bäume haben Wurzeln, Menschen nicht.
Ich gebe gar nichts auf Identität. Das halte ich wirklich für sehr
langweiligen Kram. Für Zeitvergeudung.
taz: Anlass des Romans war der tatsächliche Tod Ihres Vaters vor
dreieinhalb Jahren. Wie haben Sie damals getrauert?
Zaimoglu: So eine Trauer ist anstrengend, es brennt in einem ein kaltes
Feuer. Ich kam mir vor wie eine Kunstfigur. Die Trauer wollte und wollte
nicht verklingen. Und das war nicht gut. Ich hatte das Gefühl, mir fällt
vom vielen Heulen das Gesicht ab, es fällt mir vor die Füße und zerspringt.
Alles war mir verleidet. Ich dachte: Was ist, wenn mein Vater nicht mehr da
ist? Ich bete jeden Tag für seine Seele, weil ich gläubig bin. Ich bin
linksradikal und Moslem. Ich frage mich selbst, wie das zusammenpasst. Es
ist seltsam.
taz: Sie betonen in Interviews, dass das Schreiben des Buches keine
Trauerbewältigung war. Gleichzeitig haben Sie ja sehr real um Ihren Vater
getrauert.
Zaimoglu: Es ist mir unmöglich zu schreiben, wenn ich traurig werde. Ich
bin dann rausgegangen, bin durch die Straßen geirrt und habe mich mit
Büchern belohnt. Es gibt hier in Kiel so einige Antiquariate. Hauptsache,
weit weg von der eigenen Geschichte. Gefühle sind beim Schreiben
kontraproduktiv, sie sind schlimm.
taz: Machen Gefühle Texte nicht authentisch?
Zaimoglu: Authentizität ist für’n Arsch. Die Wirklichkeit ist wirklich öde.
Ich brauche neben dem wirklichen Leben ein zweites: das Schreiben. Im
Grunde genommen ist es das, was mich erlöst, was mich befreit. Ich kann
niemals, niemals nur über mich schreiben. Diese ganze sogenannte
Selbstverwirklichung ist mir ein Gräuel. Eine Wurst verwirklicht sich und
wird zu Wurst. Aber ich, ich will mich nicht selbst verwirklichen, ich muss
weg von mir, so weit weg wie möglich. Realität verengt die Räume.
taz: Sie kann auch inspirieren.
Zaimoglu: Die deutsche Gegenwartsliteratur leidet so in der Gegenwart.
Schriftsteller, die ihre Wirklichkeit zu Papier bringen wollen: Wen
interessiert das? Ich lese das und denke: Junge, echt Scheiße. Wirklich
langweilig. Sprache stimmt nicht, Rhythmus stimmt nicht, kein Klang, kein
Gefühl. Gar nichts stimmt. Aber du wolltest unbedingt irgendwie deine
Geschichte erzählen. Für mich ist das Schreiben ein radikaler Bruch mit der
Wirklichkeit. Das Schreiben bringt die Dekadenz, bringt den Schmutz mit.
taz: Das klingt anstrengend.
Zaimoglu: Schreiben ist ein tagtäglicher Kampf. Ich muss alles vergessen.
Jedes Buch ist ein Neuanfang. Ich muss eine neue Sprache erfinden, sonst
drehe ich durch.
taz: In Ihrem ersten Buch, [1][„Kanak Sprak“] haben Sie eine Kunstsprache
erfunden. Das Buch ist eine Sammlung von Interviews mit migrantischen
jungen Männern. Sie betonen im Vorwort, dass vieles davon fiktiv ist und
Sie nicht den Anspruch haben, die Realität wiederzugeben. Trotzdem wurde
das Buch als Zeugnis migrantischer Wirklichkeit gelesen.
Zaimoglu: Lustig, oder? Und das nicht nur von Literaturkritikerinnen und
-kritikern. Sondern auch von Türkisch- und Kurdischstämmigen, die sagten:
Ja, stimmt, so sind wir.
taz: „Kanak Sprak“ wurde 1995, vor über 30 Jahren, veröffentlicht. Damals
wurde es nicht nur gefeiert, sondern auch massiv kritisiert.
Zaimoglu: Man war mir böse, weil ich die zweite oder dritte Generation
kritisierte, die türkischen und kurdischstämmigen Identitären, die auf die
Herkunft gesetzt haben und sich als Diasporatürken oder Diasporakurden
begriffen haben. Obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sind. Das Label
„Kanak“ bedeutet eben nicht mehr Türke oder Kurde. Es bedeutet eine
großstädtische Ausprägung. Doch man warf mir fehlende Authentizität vor.
taz: Und – wie authentisch sind Sie?
Zaimoglu: Gar nicht. Ich bin überhaupt nicht authentisch. Darum geht es ja.
Ich wurde zum Apostel einer harten Wirklichkeit, und das gefiel mir.
taz: Warum gefiel Ihnen das?
Zaimoglu: Weil diese überzuckerte Gastarbeiterliteratur mit dieser
angeblichen Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen eine einzige widerwärtige,
stinkende Lüge war. Und es gefiel mir, dass man mich als Spielverderber
sah. Als hätte ich gewissermaßen einen donnernden Darmwind entlassen: Ich
kritisierte den Multikulturalismus. Multikulturalismus, das ist die
friedliche Koexistenz der Speisekarten. Es steckt nichts dahinter.
taz: Was ist gegen die friedliche Koexistenz von Speisekarten zu sagen?
Zaimoglu: Diese Multikulturalisten, die Zugehörigkeit nach einem
vermeintlichen Kulturkreis erklären, können beim Karneval der Kulturen am
Straßenrand stehen und grinsend Fähnchen schwenken. Der Karneval der
Kulturen, was für eine kitschige Veranstaltung! Aber jeder nach seiner
Fasson. Ich würde eher zum Punkkonzert gehen.
taz: Warum hat Ihre Kritik am Multikulturalismus und an der
Identitätspolitik Menschen so wütend gemacht?
Zaimoglu: Die Konservativen waren sauer, denn was liebt der Konservative?
Er liebt starre Bilder: der Türke, der Kurde, der Russe, der Deutsche. Und
ich wurde den Konservativen zum Albtraum, sowohl den deutschen als auch den
identitären Türken oder Kurden. Weil ich auf Identität pfiff. Man hat mich
beschimpft, meine Bücher haben sich überhaupt nicht verkauft. Meine armen
Verleger sind auf Buchmessen gegangen, aber ich wurde nicht eingeladen.
taz: Das hat sich dann geändert.
Zaimoglu: Ja, irgendwann lud man mich ein ins Fernsehen. Ich war so naiv zu
glauben, ich gehe zu dieser Talkshow und es geht um die Sache. Aber man hat
jedes Mal Kleinholz aus mir gemacht.
taz: Die SPD-Politikerin Heide Simonis hat Ihnen [2][1998 bei „3 nach 9“]
vorgeworfen, Sie würden mit dem Buch der Integration schaden. Wolf Biermann
hat in derselben Talkshow die Befürchtung geäußert, Sie seien gar kein
„echter“ Kanake.
Zaimoglu: Ein Mann, den ich nie überschätzt habe. Ich war fix und fertig
nach jeder Talkshow. Ich habe das viel zu lange mitgemacht. Habe zu spät
begriffen, dass ich im Grunde genommen zum Ethno-Trottel geworden bin. Ich
war lange Zeit der Prügelknabe, eine Klischeefigur. Das war natürlich pure
Berechnung der Talkshows: Man braucht Figuren, auf die man eindrischt.
taz: Wird Ihre Literatur noch immer instrumentalisiert?
Zaimoglu: Hunderte Male hat man mich, einen Moslem, mit meinem Buch
[3][„Evangelio“] in Kirchen, Klöster, Kapellen eingeladen. Das ist eine
schräge Geschichte, die ich mag. Man hat mich dann nach den Lesungen immer
für einen radikalen Evangelisten, für einen radikalen Christen gehalten.
Ich habe da nichts zu gesagt. So sollte es bleiben. Mit dem Hitlerbuch sind
Nazis gekommen, mit „Kanak Sprak“ Kriminelle, die gesagt haben „Bro, so
sind wir“. Ich denke da: Ich bin nicht Hitler, ich bin nicht Luther, ich
bin kein Kanakenkrimineller …
taz: Sie sind auch keine Frau. Trotzdem haben Sie das Buch [4][„Die
Geschichte der Frau“] geschrieben.
Zaimoglu: Da zum Beispiel war ich ein bisschen verletzt. Es kamen Vorwürfe
von Radikalfeministinnen, dass ich als Mann nicht das Recht einer solchen
kulturellen Aneignung habe. Ich sei ein Wolf im Schafspelz. Wie bescheuert
ist das denn, dass man das auch noch als progressiv verkauft? Die
Selbstbeschränkung! Also ein Türke hat nur über seine türkischen Belange zu
schreiben? Mit den Mitteln der Sprache und der Literatur kann man entweder
gut oder schlecht mit seiner Identität auf dem Papier brechen. Und das ist
nicht nur zulässig, das sind die Gesetze der Literatur. Nur so geht’s.
taz: Sind Sie es nach drei Jahrzehnten nicht irgendwann müde, diese
Debatten zu führen?
Zaimoglu: Niemand zwingt mich, Bücher zu schreiben. Ich könnte auch sagen:
keine Lust, ich verweigere mich dem Gespräch. Aber das will ich nicht. Der
Kampf geht halt weiter. Ich werde bei anderen Sachen müde.
taz: Zum Beispiel?
Zaimoglu: Zum Beispiel, wenn ich als Leser wieder ein identitätspolitisches
Buch aufschlage und eine langweilige Türkengeschichte lese. So brutal
langweilige Geschichten von jungen Menschen, die sich als Rächer und
Rächerinnen der ersten Generation aufführen. Völlig privilegiert, hier
lebend. Ich werde erst müde und dann wütend, wenn sich diese Leute
inszenieren als Supertürken, obwohl sie Deutsche sind. Sie sollen sich
nicht mit fremden Federn schmücken, den Federn der ersten Generation. Denn
wenn diese Supertürken in das Land ihrer Eltern gehen, fallen sie so was
von auf. Da heißen die dann Deutschländer.
taz: Identität wird auch durch die gesellschaftliche Brille konstruiert,
durch die man betrachtet wird. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft macht sie
zu Türken.
Zaimoglu: Für einen Moment, ja. Aber wenn man plötzlich anfängt zu faseln
von der türkischen Identität, obwohl man hier geboren und aufgewachsen ist,
obwohl die Empirie dagegenspricht, ist das eine ideologische Festlegung.
Eine sehr plumpe Selbstinszenierung, ein Schauspiel. Wenn ich sage: „Ich
bin deutsch“, dann rümpfen verschiedene Leute die Nase. Die echten
Deutschen lachen darüber. Nach dem Motto: Du doch nicht. Und ich muss dann
selber auch grinsen. Mit dem Gesicht, mit dem Namen, mit der Biografie?
„Nein, eben wegen dieser Biografie“, sage ich dann. Die Türken sagen: „Du
nennst dich zwar deutsch, aber die echten Deutschen pfeifen auf dich.“ Als
würde ich meine sogenannte Zugehörigkeit vom Urteil anderer Menschen
abhängig machen. Wo kämen wir denn da hin? Mir ist die soziale Kontrolle so
was von scheißegal. Dann würde ich nette Bücher schreiben.
taz: Der Diskurs um Migration und Identität hat sich seit „Kanak Sprak“
verändert. Die Rechten sind stärker geworden.
Zaimoglu: Sie werden immer stärker. Der Diskurs aber ist so, wie er ist,
weil die linken und linksalternativen Linksliberalen so bescheuert sind,
bei jeder Wahl auf die rechte Partei einzudreschen. Statt sich die Frage zu
stellen: Wieso sind uns unsere Wählerinnen und Wähler abhandengekommen?
Ganz klare Antwort: wegen der Scheißakademisierung. Wenn du so redest, wie
du redest, Mädchen oder Junge, dann will kein Angestellter, kein Arbeiter
deinem Geschwafel zuhören. Du fühlst dich zwar mit deinesgleichen, mit
Latte-macchiato-Säufern, aber du lebst in einer Blase. Multikulturalisten
leben in einer Blase, weil die Arbeiterklasse stinkt.
taz: Das klingt abwertend.
Zaimoglu: Die Arbeiterklasse stinkt. Das sage ich als einer, der der
Arbeiterklasse entstammt. Diese schiefen Bilder der Multikulturalisten,
damals kam man mit noch bescheuerteren Wörtern wie „Weltbürger“ und
,„kosmopolitisch“. Hauptsache, nicht in die Ebenen der vielen
Wirklichkeiten begeben, die spannender waren. Das ist die
Lieblingsbeschäftigung der Linksalternativen: auf die Nazikacke, auf die
Rechten eindreschen, um sich nicht mit dem eigenen Blödsinn zu
beschäftigen. Man möchte sich nicht hässlichen Verhältnissen aussetzen.
taz: Sondern?
Zaimoglu: Linksliberale Multikulturalisten erzählen einer Kik-Kassiererin,
wieso sie, wenn sie die rechte Partei wählt, falsch liegt. Und hören sich
nicht die viel interessanteren Worte an. Nämlich die der Kassiererin, die
ihnen erzählen würde, warum sie falsch liegen. Damit wollen sie sich nicht
befassen. Vielfalt statt Einfalt, was ist das denn für eine hohle Scheiße?
Sie gehen immer noch mit diesen völlig abgehalfterten Parolen hausieren und
wundern sich über den Zuwachs von rechten Parteien.
taz: Sie meinen, dass zu wenig über Klasse gesprochen wird?
Zaimoglu: Die Linke hat sich von der Klassenfrage verabschiedet. Also
verabschieden sich die einfachen Menschen auch von der Linken. So einfach
ist es. Beschäftige dich doch mal mit der Mikroökonomie in einem
Türkenviertel. Beschäftige dich doch mit denen, die in Hochhäusern wohnen.
Mit der deutschen Kik-Verkäuferin. Scheiß auf „Kanak Sprak“, das sind doch
die viel spannenderen Geschichten! Diese Leute wählen aus Trotz die rechte
Partei, weil die sich der Klassenfrage stellt.
taz: … und sehr fragwürdige Antworten gibt.
Zaimoglu: So sind die Rechten halt. Lesen Sie doch mal die völlig
hirnrissigen Auslassungen von Uwe Tellkamp. Auf rechte Literatur ist
Verlass. Wenn man so ideologisch festgelegt ist, verliert man das Gefühl
für die Sprache. Aber das sind keine dämlichen Leute. Es ist so eine
stumpfe Angewohnheit, den Rechten Blödheit zu unterstellen, weil man selber
ja so klug ist. Nein, man ist noch dämlicher, weil man sich der
Klassenfrage entzieht. Rechte geben einfache Antworten, ja. Aber wenn man
sich bei den Linken umhört, sind das auch nicht hochkomplexe Sachverhalte.
Das sind auch hohle, einfache Antworten.
taz: Sie kritisieren Intellektualismus und Akademisierung. Das ist gar
nicht so weit weg von rechter Kulturtheorie.
Zaimoglu: Man muss auf die Verhältnisse schauen und den Missstand benennen.
Ich habe nichts gegen Intellektualismus, ich könnte ohne Bücher nicht
leben. Aber ich habe was gegen Leute, die ihren Intellekt ausspielen, die
politische Parolen schmettern. Ich helfe den Armen, obwohl ich nicht zu den
Reichen gehöre. Oft genug stehe ich da und mache mir große Sorgen um den
nächsten Monat. Aber ich muss helfen, denn sonst ist man ein Schwätzer.
taz: Auf Ihrer Website steht: „Die Türkei ist das Heimatland seiner Eltern.
Für ihn, Feridun Zaimoglu, ist es jedoch Deutschland – und seine
Heimatstadt ist Kiel.“ Warum Kiel?
Zaimoglu: In Kiel wird einem nichts geschenkt. Man muss sich selber seine
Utopie erkämpfen. Und das gefällt mir daran. Es gibt schönere Städte. Aber
mir geht es nicht um Schönheit. Hier geht meine Unruhe nicht verloren. Ich
bin ein unruhiger Mensch, und ich möchte nicht zur Ruhe kommen.
12 Apr 2026
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