# taz.de -- Kultur
(DIR) Kinosterben: Aus dem Stadtzentrum verdrängt
Was fehlt, wenn Kinos schließen, merkt man oft erst im Nachhinein. Jetzt
droht sogar einem der größten, dem Mathäser-Filmpalast in München der
Abriss.
(DIR) Verteidigung der Erinnerungskultur: Aufarbeitung von unten
Zwischen herausgerissenen Stolpersteinen einerseits und
Vereinnahmungstendenzen andererseits: Warum es ein Weiter-so in der
Erinnerungskultur braucht.
(DIR) Erpenbeck am Deutschen Theater Berlin: Zugriff aus der Halbdistanz
Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ ist nicht nur beliebter Abiturstoff,
auch auf die Bühne drängt er. Am DT versucht sich Alexander Eisenach daran.
(DIR) Britische Poesie: Von der Pflicht, untröstlich zu bleiben
Lyrikerin Fran Lock hat einen Hybrid aus Essay und Poesie geschrieben.
„Manifest für eine Arbeiter:innenklassenpoetik“ knüpft an widerständige
Traditionen an.
(DIR) Festival Modaperf in Kamerun: Raum für soziale Bewegung
In Kamerun, wo seit Jahren ein kaum beachteter Bürgerkrieg stattfindet,
organisiert der international gefeierte Performer Zora Snake das Festival
Modaperf.
(DIR) Roman über Belarus: Die EU-Kommission bekundet tiefe Besorgnis
Das neue Buch von Viktor Martinowitsch trägt den polemischen Titel „Das
Gute siegt“. Ein großes Werk über das bleierne Belarus.
(DIR) Ukrainische Autorinnen über ihren Alltag: Den Winter überstehen
Russland hat weite Teile der ukrainischen Energie-Infrastruktur zerstört.
Zwei Autorinnen schildern, wie sie bei Minusgraden leben und arbeiten.
(DIR) Neues Soloalbum von Michaela Melián: Am schönsten dröhnt es in der Geisterbahn
Vom Lerchenfeld nach Tübingen: „Music for a While“, das neue Soloalbum der
Münchner Künstlerin Michaela Melián, verortet Kammerpop mit
Gothic-Coverversionen.
(DIR) Der Spion als kulturelle Figur: Mythos und Realität der Spionage
Wir bewundern Agent:innen in Literatur, Film und Popkultur. Dabei
verdrängen wir aber zugleich die banale Wirklichkeit heutiger Überwachung.
(DIR) DDR-Fotografie von Thomas Hoepker: Aufbruch und Verdämmern
Der westdeutsche Fotograf Thomas Hoepker dokumentierte Leben in der DDR in
Farbe. Eine Ausstellung in Berlin zeigt Fotografien von 1972 bis 1990.
(DIR) Debütalbum von US-Jazzer Thomas Morgan: Den Wald codieren
Jazzbassist Thomas Morgan veröffentlicht sein Debütalbum „Around You Is A
Forest“. Analoges trifft hier auf Klänge eines programmierten
Streichinstrumentes.
(DIR) Alltag in der Ukraine: Literaturkreis im Luftschutzkeller
Der Comic „Eine kurze Geschichte eines langen Kriegs“ erklärt deutschen
Leser*innen den jahrhundertealten Konflikt Russlands mit der Ukraine.
(DIR) Kunstpreis für Meredith Monk: Die Poesie der Sinne
Die Sängerin, Komponistin und Performancekünstlerin Meredith Monk erhält
den Großen Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste.
(DIR) Debütroman von Jegana Dschabbarowa: Eine perfekte Feindin
Jegana Dschabbarowa blickt in ihrem Debütroman auf konservative
aserbaidschanische Gemeinschaften in Russland. Sie lebt in Deutschland im
Exil.
(DIR) Diskurstheater am TD Berlin: Bloß keinen Speck ansetzen
Malte Schlösser ist Traumatherapeut und Theatermacher. Sein Stück „Wer
nicht gegen sich selbst denkt, denkt überhaupt nicht“ läuft im TD Berlin.
(DIR) Nominierungen von Film „Blood & Sinners“: Vampir-Südstaatendrama stellt Oscar-Rekord auf
Die 98. Oscars stehen an – und „Blood & Sinners“ bekommt gleich 16
Nominierungen. Die deutschen Chancen sind diesmal dagegen minimal.
(DIR) Arbeiten im Kulturbereich: Eine brotlose Kunst
Das Statistische Bundesamt berichtet über die Lebenssituation von
Kulturbeschäftigten. Ein Drittel verdient demnach weniger als 1500 Euro pro
Monat.
(DIR) Empörung über KI-generierte Popmusik: Epigonen schulen sich an dem, was es schon gibt
Tipp für 2026: Beauftragen Sie die KI, tausend Songs im Stil von aktuellem
Pop zu produzieren. Laden Sie den Krempel bei den Streaming-Anbietern hoch.
(DIR) Mimi Ọnụọhas Schau „Soft Zeros“ in Wien: Wenn die Technik verdrängt
Können Algorithmen das Vergessen historischer Verbrechen korrigieren? Das
bezweifelt die Künstlerin Mimi Ọnụọha in ihrer Wiener Ausstellung.
(DIR) Neueröffnung Deutsche Kinemathek: Mehr Leinwandzeit wagen
Die Deutsche Kinemathek eröffnet ihren neuen Standort im ehemaligen E-Werk.
Mit der Installation „Screentime“ geht sie neue Wege der Präsentation.
(DIR) Spielfilm zum Gaza-Krieg: Den Gefühlsregler konstant aufdrehen
„Die Stimme von Hind Rajab““ von Kaouther Ben Hania erzählt von einem
wahren Todesfall in Gaza-Stadt. Er will emotionalisieren, wachrütteln und
erschüttern.
(DIR) US-Postrockband Tortoise: „Es geht rasant bergab“
John McEntire und Doug McCombs von der US-Postrockband Tortoise über
Geometrie in ihren Songs und Lerntheorie als Erklärung für die Krise der
USA.
(DIR) Spitzentanz mit Russlandkontakten: Mein lieber Schwan!
Das Royal Classical Ballet tourt durch Deutschland. Ist es im Auftrag
Putins unterwegs? Die Veranstalter bestreiten das vehement.
(DIR) Nachdenken über das Feuilleton: Die Rolle des Verrisses in der Karriereplanung
Jonathan Guggenbergers Text in der taz zeitigt interessante Reaktionen. So
fragt Daniel Stähr, ob Feuilletons überhaupt noch Hypes erzeugen können.
(DIR) US-Thriller „The Long Walk“: Wer strauchelt, wird erschossen
Der Film „The Long Walk“ schildert eine brutale Zukunft, basierend auf
einem Roman von Stephen King. Nun erscheint der Thriller auf DVD.
(DIR) Michal Ajvaz „Die andere Stadt“: Der Hai auf dem Kirchturm
Magisches Prag: In Michal Ajvaz’ „Die andere Stadt“ öffnen sich hinter
urbanen Fassaden suggestive surreale Erzählwelten.
(DIR) Sophokles’ Tragödie als Polit-Barometer: Die unmenschliche Last der Geschichte Antigones
Nach dem Hamburger Schauspielhaus inszeniert nun auch das Berliner Ensemble
Sophokles’ Tragödie. Ruft der Zeitgeist nach alten Heldinnen?
(DIR) Oscar-Kandidat „Hamnet“: Ein bodenlos scheinender Schmerz
Mit großer emotionaler Wucht erzählt Chloé Zhaos „Hamnet“ von Shakespeares
Ehe und der Trauer um ein Kind. Für die Oscars wird der Film hoch
gehandelt.
(DIR) Nach US-Schlag gegen Venezuela: Warum Trump Mexiko (noch) nicht angegriffen hat
Mit seinen Drohungen will US-Präsident Trump Lateinamerika zum Hinterhof
degradieren. Würde er seine Antidrogenpolitik ernst meinen, müsste er
anders vorgehen.
(DIR) Pressekonferenz der Berlinale: Auf in die Schlacht
Die 76. Berlinale zeigt Filme aus 80 Ländern. Internationaler Glanz strahlt
jedoch in diesem Jahr nur vereinzelt.
(DIR) Theaterregisseur über Gorki-Theater: „Ich verliere mein künstlerisches Zuhause“
Nurkan Erpulats letzte Inszenierung am Gorki Theater feiert Samstag
Premiere. Sein postmigrantisches Theater prägte Shermin Langhoffs
Intendanz.
(DIR) Beruf und schöne Dinge des Lebens: Was statt Schnotten aus der Nase kommt
Sportgucken ist bekanntlich genauso gesund wie Sportmachen. Oder sollte man
vielleicht doch lieber sportlich Deleuze lesen?
(DIR) Die Bauwende und die Kirchenfrage: Was tun mit obsoleten Sakralbauten?
Das Kunstfestival „Manifesta“ will im Ruhrgebiet verwaiste Kirchen
bespielen. Das könnte ein Schritt in Richtung Bauwende sein.
(DIR) Comic über Jugendliche im Arrest: Wir kennen das Gelaber der Sozialarbeiter
Der Comic „Im Jugendarrest“ gewährt Einblicke in eine selten skizzierte
Welt: die Jugendarrestanstalt. Die Jugendlichen griffen dafür selbst zum
Stift.
(DIR) Horrorroman „Verbrenn das Negativ“: Die Todesfälle häufen sich
Josh Winnings neuer Roman ist gelungener selbstreflexiver Horror. Der Plot
ist so plausibel, wie ein Slasherplot eben sein muss.
(DIR) Green Day beim Superbowl: Die Neunziger haben angerufen
Die US-Punkband Green Day tritt beim diesjährigen Superbowl auf. Ist das
die Nostalgie, jetzt, da die Generation X Geschichte geworden ist?
(DIR) Thomas-Mann-Novelle im Theater Bremen: Demonstration der Ohnmacht
Caroline Kapp lässt „Mario und der Zauberer“ in Bremen nach atmosphärisch
dichtem Beginn ins Mitmachtheater abrutschen. Magisch ist das nicht.
(DIR) Karl-Hofer-Retrospektive in Halle: Wichtig, doch unscharf
Karl Hofer vertrat über die Diktaturen hinweg eine eigenständige, moderne
Malerei. Eine Ausstellung in Halle wird ihm nur teilweise gerecht.
(DIR) Buch über Superdiversität: Weniger Gebildete kommen oft besser mit Diversität klar
Maurice Crul und Frans Lelie schauen pragmatisch auf superdiverse Städte.
Auch migrationskritische Menschen tragen oft zum guten Zusammenleben bei.
(DIR) Comic „Gamma … visions“: Die KI-Apokalypse
Mit „Gamma … visions“ schließt Jens Harder sein vierbändiges Epos über
Mensch und Evolution ab. Er zeichnet düstere Zukunftsvisionen in
Türkisblau.
(DIR) Marthaler inszeniert Mahler in Hamburg: Über die Zimmerlautstärke hinaus
Klangzart und clownesk beschäftigt sich Christoph Marthaler an der
Hamburger Staatsoper mit Gustav Mahler. Dessen Musik ist Antrieb des
Geschehens.
(DIR) Lesung zum Biotop Fitnessstudio: Kraftsport am Wannsee
Im Literarischen Colloquium Berlin standen einen Abend lang Muskeln im
Mittelpunkt. Dabei blieb man beim eigenen Ich – und an der Oberfläche.
(DIR) „Ukrainomania“ am Wiener Volkstheater: Glotzt nicht so neutral
In seiner Revue „Ukrainomania“ am Wiener Volkstheater sucht Jan-Christoph
Gockel nach Joseph Roth. Dabei findet er ungebrochenen Überlebenswillen.
(DIR) Erbe der Preußenmonarchie diskutieren: Schwappt eine royale Welle über die Republik?
Auf dem Potsdamer Symposium „Die Hohenzollernmonarchie als nationales Erbe“
beobachtete man eine schleichende Renaissance „preußischer Tugenden“.
(DIR) Verleihung der Europäischen Filmpreise: Beim Film fällt Zustimmung leichter als in der Politik
„Sentimental Value“ bekam sechs Preise. Jafar Panahi rief zu Solidarität
gegen das iranische Regime auf. Die Bühnenbilder waren aber schauderhaft.
(DIR) Susanne Siegerts „Gedenken neu denken“: Uroma war kein Nazi, meinen die Jungen oft
In ihrem Buch schlägt die Journalistin Susanne Siegert einen
Perspektivwechsel beim Blick auf die Verbrechen während der NS-Zeit vor.
(DIR) Jason Williamson über die Weltlage: „Wir befinden uns längst in der Postapokalypse“
Jason Williamson über Klassismus, Gespräche mit sich selbst und die
Stimmenvielfalt auf dem neuen Album des britischen Elektropunk-Duos
Sleaford Mods.