# taz.de -- Kolonialismus
       
 (DIR) Bremen erinnert an den Genozid: „Gedenken braucht Wissen“
       
       Bremen erinnert an den Völkermord an Nama und Herero vor 120 Jahren. Silke
       Seybold erklärt, wie das Übersee-Museum mit seinem Erbe aus der
       Kolonialzeit umgeht.
       
 (DIR) Tanzperformances im Wiener Burgtheater: Störe meine Kreise nicht
       
       ImPulsTanz Wien: Das Tao Dance Theater begeistert mit „feinster Mathematik“
       der Körper und die Choreografin Eun-Me Ahn narrt westliche Blicke.
       
 (DIR) Internationales Fototreffen in Arles: Hydrofeminismus und KI
       
       Bei den diesjährigen Rencontres de la photographie in Arles geht es in über
       40 Ausstellungen viel um Erinnerung. Nicht immer darf man ihr trauen.
       
 (DIR) Künstlerische Recherche: Welche Früchte der Baum trägt
       
       Im Gutshaus Steglitz erzählen Antje Majewski und Jen Tiger anhand des
       Osage-Baums Geschichten von Migration, Kolonialismus und ökologischer
       Transformation.
       
 (DIR) Koloniale und NS-belastete Straßennamen: Erinnerungspolitischer Straßenkampf
       
       Im Hamburger Bezirk Harburg blockieren CDU, AfD, FDP und fraktionslose
       SPDler die Umbenennung von Straßennamen – obwohl Studien Verstrickungen
       belegen.
       
 (DIR) Soziologe über Nationalismus: „Viele wollen Teil von etwas sein, ohne selber etwas dafür zu tun“
       
       Bei der WM projizieren Menschen ihren Nationalstolz auf die Mannschaften.
       Doch Nationalismus kann seine Versprechen nie halten, sagt Thorsten Mense.
       
 (DIR) Vanessa E. Thompson über Antifaschismus: „In einem formal liberalen Staat kann es Faschismus geben“
       
       Antifaschistische Strukturen in Deutschland haben strukturelle Defizite,
       sagt Soziologin Vanessa E. Thompson. Doch es geht auch anders.
       
 (DIR) Flucht in die Unabhängigkeit: Sie tarnten sich als fromme Touristen
       
       Müßig und im Geheimen floh 1961 eine Gruppe afrikanische Studierende vor
       Salazars Portugal. Sie sollten bedeutende Unabhängigkeitskämpfer werden.
       
 (DIR) Folgen des deutschen Kolonialismus: „Es wäre nicht das Gleiche, wenn wir weiß wären“
       
       Ein Behördenentscheid hat die Liebls zu Staatenlosen gemacht. Es geht um
       Kolonialismus, eine Ehe aus dem Jahr 1908 – und für die Familie um alles.
       
 (DIR) Kuratorin über koloniale Fotos: „In Peru ist das Interesse an Wiederaneignung groß“
       
       Hamburgs ethnologisches Museum MARKK sucht in der Schau „Bilderechos aus
       Peru“ auf Fotos auch nach Hinweisen auf vorkoloniale queere Praktiken.
       
 (DIR) Niederländische Kolonial-Vergangenheit: Entschuldigung nach 75 Jahren
       
       Ein Denkmal für die molukkische Minderheit thematisiert das verdrängte
       Schicksal der einstigen niederländischen Kolonialsoldaten in Indonesien.
       
 (DIR) Soziologe über Chancen einer Fußball-WM: „Das zeugt noch von einem kolonialen Denken“
       
       Beim Fußball kommen politisch und wertemäßig Unterschiedliche zusammen wie
       sonst nirgends, sagt der Soziologe und Fußballfan Aladin El-Mafaalani.
       
 (DIR) Deutschland gegen Côte d’Ivoire: Das Recht auf den eigenen Namen
       
       Côte d’Ivoire heißt das Land, aus dem der nächste Gegner des DFB-Teams
       kommt. Doch immer noch wird der Kolonialbegriff Elfenbeinküste verwendet.
       
 (DIR) Kap Verde: Kicken, um endlich gesehen zu werden
       
       Zum ersten Mal nimmt Kap Verde an einer Fußball-WM teil. Der afrikanische
       Inselstaat will mehr Tourismus, mehr Investitionen und ein besseres Image.
       
 (DIR) Landkonflikte in Brasilien: Die Rückeroberung
       
       Das Volk der Pataxó kämpft um die Rückgabe ihrer Gebiete. Auf Regierung und
       Justiz können sie sich nicht verlassen – also besetzen sie Farmland.
       
 (DIR) Neue Ethik bei Foto-Triennale Hamburg: Als die Haarlocke der Mumie in der Elbe versank
       
       Hamburgs 9. Triennale der Photographie macht in 11 Ausstellungen das Foto
       zum Medium kultureller Wiedergutmachung – und fordert eine neue Ethik des
       Altruismus.
       
 (DIR) Film „I Only Rest in the Storm“: Er soll bloß einen Bericht schreiben
       
       Regisseur Pedro Pinho schickt in „I Only Rest In The Storm“ einen Ingenieur
       nach Guinea-Bissau. Im Film dominieren Zwischentöne und Mehrdeutigkeit.
       
 (DIR) Videospiele im Kino: Zusammen Kolonialismus aufarbeiten
       
       Ein Kino in Moabit bringt Videospiele auf die Leinwand. Dieses Mal ging es
       um das Spiel „Relooted“, bei dem afrikanische Raubkunst zurückgeholt wird.
       
 (DIR) Schwarze Autorin über die Nachkriegszeit: „Ich wurde regelmäßig auf der Straße beschimpft“
       
       Marion Kraft wuchs als Schwarzes Kind im rassistischen
       Nachkriegsdeutschland auf. Jetzt liegt ihr biografisch inspiriertes
       Romandebüt vor.
       
 (DIR) Widerständiges Frauenfimlfestival: Erzählungen über Kolonialismus und Allmende
       
       Das Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln widmet sich noch mal indigenem
       Widerstand gegen koloniale Ausbeutung. Der solidarische Austausch passte
       perfekt.
       
 (DIR) Völkerrecht in der Krise: Das Recht der Gleichen
       
       Das Völkerrecht ist nicht tot, aber stark reformbedürftig. Europa sollte
       sich für mehr Gleichheit einsetzen – und die ehemals Blockfreien umwerben.
       
 (DIR) Buch über russischen Kolonialismus: Das Ende des russischen Imperiums
       
       Maksym Eristavi erforschte die lange Tradition des russischen
       Kolonialismus. Queer und ukrainisch zu sein gilt in Russland gleichermaßen
       als kriminell.
       
 (DIR) Forscher über museale Erwerbspraktiken: „Die Kolonisierten wurden eingeschüchtert“
       
       Erpressung war gang und gäbe: Provenienzforscher Aziz Sandja ergründet, wie
       in der Kolonialzeit rituelle Objekte in europäische Museen kamen.
       
 (DIR) Landnahme in Brasilien: Die Agrobarone und die Quilombolas
       
       Reisbauern zerstören die Lebensräume indigener Gemeinschaften in Brasilien.
       Die Regierung verpflichtet sich zum Schutz, hilft aber nur halbherzig.
       
 (DIR) Kolonialisierung in „Anno 1800“: Staatlich geförderter Rassismus
       
       Indigene ohne Strom, aber Öl für die „Alte Welt“: Wie „Anno 1800“ koloniale
       Ausbeutung verharmlost – und dafür auch noch Fördergelder kassiert.
       
 (DIR) Kommunalwahl auf Martinique: „Wir sind Französ:innen, aber …“
       
       Auch auf einer 7.000 Kilometer von Paris entfernten Karibikinsel finden die
       französischen Kommunalwahlen statt. Was halten die Menschen von Europa?
       
 (DIR) Rechte für Indigene in Kanada: „Eine einzige offene Tür kann alles verändern“
       
       Jocelyn Formsma ist prominente Aktivistin für die Rechte indigener Gruppen.
       Die Kanadierin kämpft für Erinnerung und Innovation.
       
 (DIR) Roman „Acht Jahreszeiten“: Zu tief sitzen die Vorurteile
       
       Eindrucksvoll und wütend: Mit ihrem Roman „Acht Jahreszeiten“ gibt Kathrine
       Nedrejord der Minderheit der Sámi in Norwegen eine Stimme.
       
 (DIR) Künstlerinnen über Kolonialismus: „Dass Kunst keine große Wirkung hat, ist der größte Quatsch“
       
       Der Hamburger Erinnerung an die Kolonialvergangenheit wollen Gifty Lartey
       und Isabel Hagen mit ihrem Projekt „Performing Denkmal“ auf die Sprünge
       helfen.
       
 (DIR) Mit den Erben über NS-Raubgut geeinigt: Georg Kolbes Tänzerinnenbrunnen wird restituiert
       
       Nach Kritik wegen des Umgangs mit seiner Objektgeschichte gibt Berlins
       Georg Kolbe Museum dessen Tänzerinnenbrunnen jetzt an die Erben zurück.
       
 (DIR) China-Ausstellung in Hamburg: Wider das Klischee des rückständigen „ewigen China“
       
       Hamburgs ethnologisches Museum zeigt erstmals seine chinesischen
       Offsetdrucke aus den 1920ern. Sie galten als zu „modern“ und blieben lange
       unbeachtet.
       
 (DIR) Verteidigung der Erinnerungskultur: Aufarbeitung von unten
       
       Zwischen herausgerissenen Stolpersteinen einerseits und
       Vereinnahmungstendenzen andererseits: Warum es ein Weiter-so in der
       Erinnerungskultur braucht.
       
 (DIR) Mord an Patrice Lumumba: Der letzte Beschuldigte
       
       Vor 65 Jahren wurde Kongos Freiheitsheld Lumumba ermordet. Nun entscheidet
       Belgien, ob der ehemalige Diplomat Étienne Davignon dafür vor Gericht
       kommt.
       
 (DIR) Anthropologe über Ethnonationalismus: „Rassismus ist ein modernes Phänomen“
       
       Mihir Sharma forscht zum politischen Leben des Begriffs „white working
       class“ und zeigt, wie die Kategorie „weiß“ konstruiert wird.
       
 (DIR) Verlegerin über grönländische Identität: „Wir spüren eine internationale Solidarität“
       
       Die Grönländerin Laali Lybert hat in der Vulkaneifel den Inuit Verlag
       gegründet. Gleich das erste Buch verknüpft Tradition und Klimawandel.
       
 (DIR) Genozidgedenken in Namibia: Das ewige Warten auf Einsicht aus Deutschland
       
       Bis heute verweigert Deutschland Reparationen für den Völkermord an
       Namibias Herero und Nama während der Kolonialzeit. Die Ungeduld darüber
       nimmt zu.
       
 (DIR) Valkenburg-de-Rooij-Ausstellung Utrecht: Schönheit mit moralischem Abgrund
       
       Mit einer Ausstellung in Utrecht thematisiert Gegenwartskünstler Willem de
       Rooij den Kolonialismus in der Malerei des Alten Meisters Dirk Valkenburg.
       
 (DIR) Spielfilm „Der Fremde“ nach Albert Camus: Nichtstun und Rauchen
       
       François Ozon hat Albert Camus’ Existenzialismus-Klassiker „Der Fremde“
       verfilmt. Er macht die Kälte des Protagonisten trotz sengender Sonne
       greifbar.
       
 (DIR) Mercusor-Abkommen: Neokoloniales Projekt
       
       Das Mercosur-Abkommen könnte trotz heftiger Proteste bald verabschiedet
       werden. Dabei richtet es sich gegen die Umwelt und die indigenen Völker.
       
 (DIR) Was ist die Republik Somaliland?: Ein Staat, der mit der Waffe geboren wurde
       
       Somaliland ist seit 1991 ein eigener Staat. Der Norden Somalias wehrte sich
       einst erfolgreich gegen seine Vernichtung und will seine Freiheit wahren.
       
 (DIR) „Decolonizing Christmas“: Neue Perspektiven aufs Fest
       
       Wie viel Kolonialgeschichte steckt in der Weihnachtsgeschichte? Eine
       Führung beleuchtet die christliche Tradition aus muslimischer Perspektive.
       
 (DIR) Wissenschaftlerin über Jagdtrophäen: „Koloniale Trophäen sind Machtsymbole“
       
       Jagen und der Kult darum bedienen unterschiedliche symbolische Ebenen.
       Silke Förschler erklärt, woher sie kommen und was sie bedeuten.
       
 (DIR) Dekolonisierung botanischer Gärten: „Wir haben hier Pflanzen von überall auf der Welt“
       
       Botanische Gärten sind Anlagen aus dem Geist des Kolonialismus: In
       Deutschland fällt es ihnen schwerer als der Kunst, ihre Geschichte
       aufzuarbeiten.
       
 (DIR) 140 Jahre Berliner Kongokonferenz: Das Ringen um Seelen und Erden
       
       Die Ausstellung „Desacta“ bei Savvy Contemporary schlägt ein neues
       künstlerisches Kapitel zum Umgang mit dem kolonialen Erbe auf.
       
 (DIR) Autorin über Versäumnisse des Gedenkens: „Uns geht es um eine plurale Erinnerungskultur“
       
       Wenn das Gedenken gelungen wäre, wäre die AfD nicht so erfolgreich, sagt
       Hadija Haruna-Oelker. Sie plädiert dafür, alles auf Anfang zu stellen.
       
 (DIR) Festival für Kino aus Frankreich: Blinde Flecken
       
       Koloniale Auslassungen und futuristische Kontrollsysteme: Die 25.
       Französische Filmwoche zeigt in Berlin, wie viel Bedeutung im Übersehenen
       steckt.
       
 (DIR) Suche nach der eigenen Geschichte: „Ich hatte das Grönländisch verlernt“
       
       Maria Nûko Jørgensen kam in Grönland zur Welt, lebte als Kind auf der
       Straße, dann bei einer Pflegefamilie in Dänemark. Mit ihrer Geschichte ist
       sie nicht allein.
       
 (DIR) Besiedlung des Weltraums: Die Zukunft gehört den Sternenfahrern
       
       Der Philosoph Jan Völker sieht den Menschen auf dem Weg zum astronautischen
       Kolonisten. Er verschränkt für sein Essay Kants Gestirnsforschung mit
       Lacan.
       
 (DIR) Umgang mit kolonialem Erbe in Hannover: „Das genügt nicht“
       
       Koloniale Vergangenheit, rassistische Gegenwart: Der Hannoveraner Abayomi
       Oluyombo Bankole ruft zu mehr Widerspruch gegen rassistische Tendenzen auf.
       
 (DIR) Dekolonialisierung von KI: Die Bots sollen indigene Sprachen lernen
       
       Chile hat ein KI-Sprachmodell entwickelt, das lokale Sprachen und Kulturen
       berücksichtigt. Doch Big Tech bedroht die technologische Unabhängigkeit.