# taz.de -- Spielfilm
       
 (DIR) Liebeskomödie „Is This Thing On?“: Trennung ist hier mehr als Misere
       
       In „Is This Thing On?“ schickt Regisseur Bradley Cooper ein Ehepaar zu
       therapeutischen Zwecken zur Stand-up-Comedy. Improvisiert wird hier
       grandios.
       
 (DIR) „Der Astronaut“ mit Ryan Gosling: Nach allen Regeln des Sci-Fi-Abenteuerfilms
       
       Im Spielfilm „Der Astronaut“ muss Ryan Gosling die Erde vor Sonnenfressern
       retten. Die Robinsonade bedient sich bei Science-Fiction-Klassikern.
       
 (DIR) Film „La Grazia“ von Paolo Sorrentino: Die posthume Eifersucht des Witwers
       
       In „La Grazia“ gleitet der italienische Filmregisseur Paolo Sorrentino
       opulent um einen amtsmüden Präsidenten zwischen Schuld, Gnade und
       Vergebung.
       
 (DIR) Thriller „Der Tod wird kommen“: Sie mischt die machtverliebten Typen auf
       
       Regisseur Christoph Hochhäusler schickt in seinem traditionsbewussten
       Thriller „Der Tod wird kommen“ eine Killerin auf Jagd in einem
       gesichtslosen Brüssel.
       
 (DIR) Film „The Testament of Ann Lee“: Die Vision einer utopischen Kommune
       
       Das Historienmusical „The Testament of Ann Lee“ von Mona Fastvold erzählt
       das Leben einer englischen Sektengründerin als monumentales
       Überwältigungskino.
       
 (DIR) „Nouvelle Vague“ von Richard Linklater: Originalität! Spontaneität! Kreativität!
       
       Er kann einfach kein Drehbuch schreiben: In Richard Linklaters Reenactment
       der Nouvelle Vague rauchen die Köpfe und rollen die Kameras.
       
 (DIR) Film „Viet und Nam“: Im Container geht es über die See
       
       Trương Minh Quýs Spielfilm „Viet und Nam“ erzählt mit Mitteln des Traums
       von einem zerrissenen Land. Poetisches verbindet er mit Politischem.
       
 (DIR) Horrormusical „The Bride“: Die Braut der Botschaft
       
       Zwischen Frankenstein-Mythos und feministischer Programmatik widmet sich
       Maggie Gyllenhaal in „The Bride!“ der Gefährtin von Mary Shelleys Monster.
       
 (DIR) Regisseure des Films „Jeunes mères“: „Viele Kinder und Jugendliche sind auf sich allein gestellt“
       
       „Jeunes mères“ der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne spielt in einem Heim
       für junge Mütter. Ein Gespräch über ihre Verantwortung für die Jugend.
       
 (DIR) „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet: Um Ballsport geht es bloß am Rand
       
       Im rastlos-übermütigen Sportlerdrama „Marty Supreme“ von Josh Safdie
       verkörpert der Star Timothée Chalamet einen Tischtennisprofi mit
       charakterlichem Defizit.
       
 (DIR) Spielfilm „Father Mother Sister Brother“: Familienblues in drei Sätzen
       
       In seinem ersten Film seit sechs Jahren erkundet Jim Jarmusch
       minimalistisch genau die Beziehung von Eltern und ihren Kindern.
       
 (DIR) Goldener Bär für Ilker Çatak: Politisches Kino setzt sich bei der Berlinale durch
       
       Selten wurde bei der Berlinale so heftig darum gerungen, wie politisch das
       Filmfestival sein muss. Das zeigte sich auch bei der Preisverleihung.
       
 (DIR) Film „Staatsschutz“ auf der Berlinale: Gegen die Ohnmacht und den Rechtsruck
       
       Faraz Shariats Film „Staatsschutz“ (Panorama) erzählt von einer lesbischen
       Staatsanwältin. Mit Rechtsextremen hat sie nicht nur vor Gericht zu tun.
       
 (DIR) Debütfilm „Ich verstehe Ihren Unmut“: Sie scheint mit ihrer Arbeitsweste verwachsen
       
       „Ich verstehe Ihren Unmut“ ist sozialrealistische Immersion par excellence,
       die schwer zu ertragen ist. Dies ist als Kompliment zu verstehen.
       
 (DIR) Iranische Spielfilme auf der Berlinale: Godard auf Iranisch
       
       „Roya“ und „Cesarean Weekend“ sind zwei mutige iranische
       Underground-Produktionen. Einmal naturalistisch, einmal surreal gedreht.
       
 (DIR) Film „Allegro Pastell“ auf der Berlinale: Im Zweifel für die Emotion
       
       Der Spielfilm „Allegro Pastell“ von Anna Roller nach dem gleichnamigen
       Roman von Leif Randt erzählt vom Lebensgefühl der Millennials.
       
 (DIR) Film „Safe Exit“ auf Berlinale: Auf den Dächern der Stadt
       
       Arabische Filme auf der Berlinale. „Safe Exit“, ein Kairo-Thriller von
       Mohammed Hammad (Panorama).
       
 (DIR) „Der Heimatlose“ auf der Berlinale: Mit wenig Mitteln viel erreichen
       
       Das Spielfilmdebüt „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke eröffnet die Reihe
       Perspectives. Seine Inselallegorie setzt erfolgreich auf Künstlichkeit.
       
 (DIR) Berlinale Wettbewerbsfilm: Das Autoritäre und sein sicherer Applaus
       
       In „Gelbe Briefe“ exerziert İlker Çatak die Logik staatlicher Repression am
       Beispiel eines türkischen Künstlerpaars durch. Drängende Fragen stellt der
       Film zu spät.
       
 (DIR) „No Good Men“ auf der Berlinale: Liebe im Schatten der Taliban
       
       Zum Auftakt blickt die Berlinale zurück nach Kabul. Der Eröffnungsfilm „No
       Good Men“ von Shahrbanoo Sadat erzählt vom Abzug der USA aus Afghanistan.
       
 (DIR) Thriller „The Housemaid“: Ein Dekolleté für den Feminismus
       
       In „The Housemaid“ lockt Paul Feig mit Klischees und erwartbaren erotischen
       Fantasien rund um Sydney Sweeney. Sein Film zelebriert auch weibliche Wut.
       
 (DIR) Film „Mother’s Baby“: Sie fremdelt mit dem unbekannten Wesen
       
       Der Spielfilm „Mother’s Baby“ von Johanna Moder lässt den Kinderwunsch wie
       Horror erscheinen. Und bietet ein Beispiel für neue Mutterfiguren im Kino.
       
 (DIR) Tragikomödie „Song Sung Blue“: Es geht auch ohne Ellenbogen
       
       Der Kino-Film „Song Sung Blue“ basiert auf der wahren Geschichte zweier
       Underdogs, die zueinander finden. Hugh Jackman und Kate Hudson brillieren
       als Paar.
       
 (DIR) Tragikomödie „Rental Family“: Gemietete Nähe, gutes Gewissen
       
       In „Rental Family“ vermittelt eine Agentur in Tokio Schauspieler für
       soziale Anlässe. So auch Brendan Fraser, der im Film mit seiner Wärme
       berührt.
       
 (DIR) Spielfilm „Der Fremde“ nach Albert Camus: Nichtstun und Rauchen
       
       François Ozon hat Albert Camus’ Existenzialismus-Klassiker „Der Fremde“
       verfilmt. Er macht die Kälte des Protagonisten trotz sengender Sonne
       greifbar.
       
 (DIR) Dänische Komödie „Therapie für Wikinger“: Das Trauma im Märchenwald bewältigen
       
       Anders Thomas Jensens tiefschwarze Komödie „Therapie für Wikinger“ erzählt
       von Männern, deren Identität auf Gewalt und zerstörtem Vertrauen fußt.
       
 (DIR) Spielfilm „Die jüngste Tochter“ im Kino: Jung, muslimisch, lesbisch
       
       Regisseurin Hafsia Herzi inszeniert mit „Die jüngste Tochter“ eine
       Coming-of-Age-Geschichte ohne Klischees. Der Film basiert auf einem Roman
       von Fatimas Daas.
       
 (DIR) Spielfilm „Zwei Staatsanwälte“ im Kino: Hier überlebt man nur mit Gehorsam
       
       Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa hat den sowjetischen Roman „Zwei
       Staatsanwälte“ verfilmt. Stalinistischen Terror inszeniert er als kafkaeske
       Parabel.
       
 (DIR) „Avatar: Fire and Ash“: Da schlackern einem die Elfenohren
       
       Bitte tief eintauchen: James Cameron setzt seine Science-Fiction-Reihe mit
       „Avatar: Fire and Ash“ fort. Diesmal geht's durch erleuchtete Gewässer.
       
 (DIR) Taiwanesischer Klassiker „Yi Yi“ im Kino: Ode an die kleinen Freuden
       
       Vor 25 Jahren hinterließ der taiwanesische Regisseur Edward Yang seinen
       letzten großen Fußabdruck im Weltkino. „Yi Yi“ hat an Aktualität nichts
       eingebüßt.
       
 (DIR) Wolfgang Beckers letzter Film im Kino: Geschichte ist, was man dabei fühlt
       
       „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist Wolfgang Beckers letzter, postum
       vollendeter Film. Seine Betrugsklamotte fragt nach dem Umgang mit
       Vergangenheit.
       
 (DIR) Sci-Fi-Film „Zone 3“: Jetzt ist die Demokratie in Gefahr
       
       Der Regisseur Cédric Jimenez stellt in seinem Actionthriller „Zone 3“
       handfeste Fragen zur Rolle von KI für die Politik. Optimistisch wirkt er
       nicht.
       
 (DIR) Spielfilm „Anemone“ mit Daniel Day-Lewis: Wenn die Luft aufklart
       
       „Anemone“ ist das von Licht und Farben durchzogene Regiedebüt von Ronan
       Day-Lewis. Sein Vater Daniel Day-Lewis spielt darin die Hauptrolle.
       
 (DIR) Spielfilm „Paternal Leave“: Ciao Sehnsuchtsort
       
       In ihrem Debütfilm „Paternal Leave“ erzählt Alissa Jung von einer Tochter,
       die ihren unbekannten Vater sucht. Annäherung und Rückzug wechseln sich ab.
       
 (DIR) Spielfilm „Lolita lesen in Teheran“: Nafisis Erzählung und Riklis’ Film
       
       Eran Riklis’ Film „Lolita lesen in Teheran“ ist eine Hommage an Literatur
       und weiblichen Widerstand. Überragend: Golshifteh Farahani in der
       Hauptrolle.
       
 (DIR) Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“: Wo verstreute Seelen sich verbünden
       
       Julian Radlmaiers Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“ verbindet leichtfüßig
       Geschichte, Kapitalismuskritik und politische Fragen. Geister gibt’s auch.
       
 (DIR) Satire „Eddington“: Ein Film ohne Helden
       
       Wer verrennt sich wo? In der Filmsatire „Eddington“ seziert Ari Aster die
       extreme gesellschaftliche Polarisierung in den USA während der
       Covidpandemie.
       
 (DIR) Film „Chaos und Stille“: Sie steigt dem Haus aufs Dach
       
       Eine Frau will raus und nach oben: „Chaos und Stille“ ist ein
       kompromissloser Film über Neue Musik – und Darmstadt.
       
 (DIR) Film „Kingdom“ über korsische Mafia: Angst haben sie alle
       
       Der Regisseur Julien Colonna erzählt in seinem Spielfilm „Kingdom“ mit
       Laiendarstellern realistisch vom Leben in der organisierten Kriminalität.
       
 (DIR) Springsteen-Biopic im Kino: Bikerstiefel, Jeans und Lederjacke
       
       Der Film „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ erzählt von den inneren
       Kämpfen des „Boss“. Anfang der Achtzigerjahre steht er vor dem Durchbruch.
       
 (DIR) Film „Kontinental ’25“ von Radu Jude: Schuld und Fußball
       
       In Radu Judes Film „Kontinental ’25“ kämpft eine Gerichtsvollzieherin mit
       moralischen Zweifeln und systemischen Zwängen.
       
 (DIR) Überdrehter Meta-Film: Bilder mit klaren Ansagen
       
       Das Regieduo Cattet und Forzani verzichtet auf erzählerischen Ballast.
       „Reflection in a Dead Diamond“ erinnert an das italienische
       Exploitation-Kino.
       
 (DIR) Isländischer Film über Trauer auf DVD: Wenn die anderen zu Tränen werden
       
       In Rúnar Rúnarssons Film „Wenn das Licht zerbricht“ müssen zwei Frauen mit
       dem Tod ihres Geliebten zurechtkommen. Nur eine der beiden weiß von der
       anderen.
       
 (DIR) Thriller „A House of Dynamite“: Die Zahnpasta ist aus der Tube
       
       Kathryn Bigelow probt im Thriller „A House of Dynamite“ den Ernstfall auf
       globaler Ebene. Die Action verlegt sie in die Hierarchie der US-Regierung.
       
 (DIR) Filmfest Osnabrück: Mit der Gitarre in die Unterwelt
       
       Queere Punks in Malaysia, illegale Ballonkunst in Brasilien und litauische
       Bohème: Ein Schwerpunkt beim Filmfest Osnabrück sind Subkulturen.
       
 (DIR) Filmfest Hamburg: Die Party kann beginnen
       
       Vor allem Filme von Frauen erweisen sich beim Filmfest Hamburg als
       sehenswert. Viele haben einen Realismus, in dem das Fantastische Raum
       bekommt.
       
 (DIR) Film „One Battle After Another“: Trump wird diesen Film hassen
       
       Paul Thomas Andersons Spielfilm „One Battle After Another“ ist virtuos
       inszeniert. Der auf 35-mm gedrehte Film kritisiert den autoritären Umbau
       der USA.
       
 (DIR) Neuer Film von Christian Petzold: Königsberger Klopse für die Schiffbrüchigen des Lebens
       
       In Christian Petzolds elegantem neuem Spielfilm „Miroirs No. 3“ versuchen
       vom Leben gezeichnete Menschen in der Uckermark, sich gegenseitig zu
       helfen.
       
 (DIR) Spielfilm „Ganzer Halber Bruder“: Routiniertes Wohlfühlkino
       
       Hanno Olderdissen erzählt von einem Immobilienbetrüger, der spät erfährt,
       dass er einen Halbbruder mit Down-Syndrom hat. Es mangelt an
       Überraschungen.
       
 (DIR) Argentinischer Film „Kill the Jockey“: Ein eigenwilliger Galopp
       
       Der Regisseur Luis Ortega bürstet im Film „Kill the Jockey“ so einiges
       gegen den Strich. Er bietet Surrealismus, logische Brüche und viel
       Popmusik.