# taz.de -- Spielfilm
       
 (DIR) Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“: Am Außenposten der Zivilisation
       
       Im Science-Fiction-Film „Das Ende der Sterne“ zeigt Regisseur Ridley Scott,
       wie sich Überlebende in der Postapokalypse einrichten. Das hat einigen
       Charme.
       
 (DIR) Filmdebüt „Strange River“: Hölderlin auf dem Gepäckträger
       
       Jaume Claret Muxart verwandelt in seinem Spielfilmdebüt eine
       Familienradtour in eine traumwandlerische Coming-of-Age-Erzählung über
       einen queeren 16-Jährigen.
       
 (DIR) Erster Spielfilm von Brezel Göring: Männer sind ein Problem
       
       Brezel Görings Spielfilm „Für immer 16“ ist ein Super-8-Spektakel. Bunt,
       frei, bekloppt. Er beruht auf dem Roman „Lebenslänglich vierzehn“ von
       Françoise Cactus.
       
 (DIR) Regisseurin Jane Schoenbrun: „Diese Filme kosten Gewalt aus“
       
       Jane Schoenbrun hat die Horror-Slasher-Liebes-Komödie „Teenage Sex and
       Death at Camp Miasma“ gedreht. Ein Gespräch über Gilian Anderson und
       Transfeindlichkeit im Horrorgenre.
       
 (DIR) Film „The Lights, They Fall“: Sie fliehen vor Gefühlen
       
       Regisseur Saša Vajda zeigt im Spielfilm „The Lights, They Fall“ zwei
       Menschen in einem Übergangsraum. Er inspiriert zu einer neuen Art des
       Zuschauens.
       
 (DIR) Film „Sunny Dancer“: Obacht, jetzt wird’s berührend!
       
       Der Film „Sunny Dancer“ von George Jaques spielt in einem Sommercamp für
       krebskranke Jugendliche. Witz gehört zum Ernst des Themas für ihn auch
       dazu.
       
 (DIR) Film „Funeral Casino Blues“: Geister, die durch Bangkok driften
       
       Im Spielfilm „Funeral Casino Blues“ wählt der Regisseur Roderick Warich
       einen formbewussten, offenen Ansatz. Assoziationen gehen bei ihm vor
       Action.
       
 (DIR) Horrorfilm „Nightborn“: Mütterliche Liebe kennt keine Grenzen
       
       Das Neugeborene entwickelt ein bemerkenswertes Eigenleben. Regisseurin
       Hanna Bergholm dreht in ihrer schwarzen Komödie alle Horrorregler auf
       Anschlag.
       
 (DIR) Gus Van Sants „Dead Man’s Wire“: Na immerhin
       
       Statt im Kino kann man Gus Van Sant Thriller „Dead Man’s Wire“ jetzt
       wenigstens on Demand sehen. Und das trotz einer eindrucksvollen Nebenrolle
       Al Pacinos.
       
 (DIR) Film „Everytime“: Sie kann nicht mehr weinen
       
       In ihrem Spielfilm „Everytime“ erzählt Sandra Wollner von Verlust. Dabei
       arbeitet sie formal präzise mit vielen Auslassungen, Leerstellen und
       Überraschungen.
       
 (DIR) Olivia Wilde's Kinofilm „The Invite“: Die Sehnsüchte des anderen
       
       Ein Beziehungsfilm, der im besten Sinne aufrüttelt. Mit Witz und Wärme
       erzählt Olivia Wilde in „The Invite“ von Paaren, Intimität, Sex und Risiko.
       
 (DIR) Film „Spider-Man: Brand New Day“: Das Zeug spritzt ihm unkontrolliert aus den Gelenken
       
       Omnipotenz und Adoleszenz: Der Superheldenfilm „Spider-Man: Brand New Day“
       schickt seinen Protagonisten in die Selbsthilfegruppe.
       
 (DIR) Spielfilm „Bitteres Fest“: Von sich selbst in der dritten Person sprechen
       
       Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar spielt mit seinem neuen Film
       „Bitteres Fest“ das Regisseur-erzählt-von-Regisseur-Modell auf drei Ebenen
       durch.
       
 (DIR) Film „H wie Habicht“: Der Trost liegt in der Natur
       
       „H wie Habicht“ nach dem Bestseller von Helen Macdonald ist erneut eine
       Adaption, in der Frauen Verluste jenseits menschlicher Beziehungen
       verarbeiten.
       
 (DIR) Beziehungsdrama „Dreams“: Die schönen Räume wirken entleert
       
       Der Regisseur Michel Franco erzählt im Beziehungsdrama „Dreams“ in kühlen,
       analytischen Bildern von einem ungleichen Paar. Gesprochen wird wenig.
       
 (DIR) Debatte um „Die Odyssee“: Nolan auf Irrfahrt im besetzten Land
       
       Christopher Nolans neuer Film wurde zum Teil in der besetzten Westsahara
       gedreht. Das scheint den genialen Filmemacher wenig zu interessieren.
       
 (DIR) „Die Odyssee“ von Christopher Nolan: Der Krieg hat ihn gebrochen
       
       Der Regisseur Christopher Nolan schickt in „Die Odyssee“ den Star Matt
       Damon auf große Irrfahrt. Es ist ein schwerfälliges Epos.
       
 (DIR) Film „Etwas ganz Besonderes“: Die unmittelbare Gegenwart in der ostdeutschen Provinz
       
       In „Etwas ganz Besonderes“ erzählt Eva Trobisch von einer Familie aus
       Greiz. Ihr gelingt eine Vieldimensionalität, die im deutschen Film selten
       ist.
       
 (DIR) Tunesischer Film „Mit leiser Stimme“: Heimkehr in die Fremde
       
       Eine junge Frau kehrt aus Frankreich nach Tunis zurück und findet den Mut,
       zu sich selbst zu stehen. Ein eindringliches Drama über Selbstbehauptung.
       
 (DIR) Anime-Film „Scarlet“ auf DVD: Vergebung statt Rache
       
       Der Anime-Film „Scarlet“ von Mamoru Hosoda erzählt eine Hamlet-Geschichte
       mit weiblicher Heldin. Seine Bilder sind nicht von dieser Welt.
       
 (DIR) Film-Thriller „The Piano Tuner“: Macht bloß keinen Lärm!
       
       In „The Piano Tuner“ von Daniel Roher muss die Hauptfigur nicht nur
       Klaviere stimmen, sondern auch Safes knacken. Seinen Mentor spielt Dustin
       Hoffman.
       
 (DIR) Rechter Film „Citizen Vigilante“: Er besitzt so ein schönes Waffenlager
       
       Regisseur Uwe Boll schickt den Protagonisten seines Films „Citizen
       Vigilante“ auf Killermission gegen Migranten. Die FSK gab ihn nicht frei.
       
 (DIR) Regisseur über seinen Film „Dry Leaf“: „Mich interessiert bei Bildern das, was verborgen bleibt“
       
       In Alexandre Koberidzes Spielfilm „Dry Leaf“ spielen verlassene Bolzplätze
       eine große Rolle. Er spricht über alte Handys als Kameras und Georgiens
       Politik.
       
 (DIR) Horrorfilm „Obsession“: In die Leere staunen
       
       Ein verhängnisvoller Wunsch nach Liebe setzt in „Obsession“ eine
       Gewaltspirale in Gang. Der echte Diskussionsstoff liegt im Hype um den
       Indie-Horror-Film.
       
 (DIR) Film „Das Sommerbuch“: Der Sommerhut hängt noch am Haken
       
       Im Film „Das Sommerbuch“ nach dem Roman von Tove Jansson brilliert Glenn
       Close als Großmutter. Statt Witz und Leichtigkeit herrscht aber
       Melancholie.
       
 (DIR) Sci-Fi-Film „Resurrection“: China sehen … und sterben?
       
       Mit „Resurrection“ ist Regisseur Bi Gan ein Meisterstück gelungen, das das
       Kino selbst aufs Podest hebt. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt.
       
 (DIR) Film „The Love That Remains“: Die Ereignislosigkeit ist das Ereignis
       
       Regisseur Hlynur Pálmason zeigt im langsam geschnittenen Spielfilm „The
       Love That Remains“ den Alltag eines getrennten Paars. Streit gibt es kaum –
       und keine Moral.
       
 (DIR) Film „The Death of Robin Hood“: Die tragen ja gar keine Strumpfhosen
       
       Michael Sarnoski zeichnet in „The Death of Robin Hood“ den Helden als
       geläuterten Schwerkriminellen. Leider versinkt sein Film in Gewalt und
       Pathos.
       
 (DIR) Film „Mein Leben, mein Ding“: Anekdoten einer Unangepassten
       
       In Sophie Fillières’ Film „Mein Leben, mein Ding“ mäandert die
       Protagonistin orientierungslos und wunderlich durchs Leben, mit einem
       Funken Hoffnung.
       
 (DIR) Debütfilm „Truly Naked“: Sex und Unbehagen
       
       Für „Truly Naked“ inszeniert Muriel d’Ansembourg eine
       Coming-of-Age-Geschichte in der Pornobranche – und stellt dabei auch
       beunruhigende Fragen.
       
 (DIR) „Disclosure Day“ von Steven Spielberg: Präzise Beobachtung der Gegenwart
       
       In seinem neuen Film „Disclosure Day“ stellt Steven Spielberg einer Welt
       der Angst eine universenumspannende Zuversicht entgegen.
       
 (DIR) Spielfilm „Meine Frau weint“: Bilder, die sich befreien
       
       Zauber und Loslassen: In Angela Schanelecs Spielfilm „Meine Frau weint“
       bleibt noch die Muttersprache etwas Fremdes, aber die Dunkelheit flirrt.
       
 (DIR) Fantasyfilm „Dust Bunny“: Ängste lassen sich nicht erschießen
       
       Dieses Monsterkarnickel ist allzu real: Bryan Fuller inszeniert den
       Fantasyfilm „Dust Bunny“ als hinreißenden Albtraum.
       
 (DIR) Nacktszene mit minderjähriger Kinski: Regisseur Wim Wenders zieht Film „Falsche Bewegung“ zurück
       
       Schauspielerin Nastassja Kinski bat lange, dass Regisseur Wim Wenders eine
       Nacktszene von ihr als 13-Jährige aus dem Film „Falsche Bewegung“ entfernt.
       Nun entschuldigt er sich.
       
 (DIR) Satirethriller „Good Boy“: Der gute Junge und die schlechte Aufmerksamkeit
       
       Können Menschen sich ändern? Jan Komasas Satirethriller „Good Boy“
       interessiert sich vor allem dafür, welche Form von Aufmerksamkeit sie dazu
       brauchen.
       
 (DIR) Film „I Only Rest in the Storm“: Er soll bloß einen Bericht schreiben
       
       Regisseur Pedro Pinho schickt in „I Only Rest In The Storm“ einen Ingenieur
       nach Guinea-Bissau. Im Film dominieren Zwischentöne und Mehrdeutigkeit.
       
 (DIR) Spielfilm „Verflucht normal“: Ein Held, der schimpfend um sich schlägt
       
       Das Biopic „Verflucht normal“ erzählt die Geschichte des Aktivisten John
       Davidson. Darin erfährt man mehr übers Tourette-Syndrom, als man je gefragt
       hätte.
       
 (DIR) Spielfilm „The North“: Roadmovie mit Wanderstöcken
       
       Regisseur Bart Schrijver schickt im Film „The North“ zwei alte Freunde auf
       Wanderung durch die Highlands. Sie finden dabei Kalenderweisheiten.
       
 (DIR) Spielfilm „Wolves“: Schwarze Banner, lange Schatten
       
       In Jonas Ulrichs Debütfilm „Wolves“ sucht eine Frau Halt in der
       Black-Metal-Subkultur. Dann gerät sie in den Sog rechter Radikalisierung.
       
 (DIR) Film „Enrico Berlinguer“: Er muss auf die Partei Rücksicht nehmen
       
       Im Spielfilm „Enrico Berlinguer – La grande ambizione“ zeigt Regisseur
       Andrea Segre, wie sich Italiens Kommunisten von der Sowjetunion abnabelten.
       
 (DIR) Horrorfilm „Mother Mary“: Die letzte Heilige
       
       In David Lowerys Gothic-Melodram „Mother Mary“ will sich ein Star ein neues
       Outfit zulegen. Der Horrorstreifen zeigt Pop als Maschine zur Herstellung
       von Identitäten.
       
 (DIR) Regisseur László Nemes zu „Andor Hirsch“: „Muss man sich der eigenen Gewalt stellen?“
       
       László Nemes erzählt in seinem neuen Film „Andor Hirsch“ seine eigene
       Familiengeschichte. Er sieht sie stellvertretend für unsere Zivilisation.
       
 (DIR) Familiendrama „Wir glauben euch“: Ihre Augen und Mimik sind wie ein Buch
       
       „Wir glauben euch“ von Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys inszeniert
       einen Sorgerechtsstreit in Echtzeit. Der Film zeigt eine Familie im
       Ausnahmezustand.
       
 (DIR) Spielfilm „Rückkehr nach Ithaka“ auf DVD: Dieser Odysseus ist kein Held
       
       Regisseur Uberto Pasolini konzentriert sich in „Rückkehr nach Ithaka“ auf
       das Ende der Odyssee. Der Film wird intensiv dank Ralph Fiennes und
       Juliette Binoche.
       
 (DIR) Spielfilm „Nürnberg“ im Kino: Im Angesicht des Bösen
       
       Zwischen Hollywood-Pathos und Erkenntnisinteresse widmet sich James
       Vanderbilt in „Nürnberg“ den Prozessen von 1945/46. Er entwickelt eine
       überraschende Wucht.
       
 (DIR) Spielfilm „Gavagai“ von Ulrich Köhler: Eine Medea umgeben von Jetskis
       
       In „Gavagai“ inszeniert Ulrich Köhler einen Film im Film rund um
       Machtverhältnisse und Rassismus. Er spiegelt damit auch eigene Erfahrungen.
       
 (DIR) Film „Rose“ mit Sandra Hüller: Ihres Blickes würdig
       
       Der Film „Rose“ erzählt von einer Frau, die im 17. Jahrhundert als Mann
       lebt. Eine Erzählung über die Tyrannei der Masse und über Unbeugsamkeit.
       
 (DIR) Influencer-Comedy „Babystar“: Das ist schon nice
       
       In seinem satirischen Spielfilm „Babystar“ zeigt Joscha Bongard eine
       Influencer-Familie der Hölle. Den kapitalistischen Oberflächenkult
       inszeniert er konsequent kalt.
       
 (DIR) Comicbiografie „George Lucas“: Das Independentkino schlägt zurück
       
       Der Star-Wars-Regisseur unterwegs zum Großunternehmer: Episode II der
       Graphic Novel „George Lucas“ erzählt mit klarem Strich vom schwierigen
       zweiten Film.
       
 (DIR) Film „Lina Braake“ wieder im Kino: Subversive Widerständigkeit im Privaten
       
       Bernhard Sinkels Debüt „Lina Braake“ von 1975 läuft wieder im Kino. Die
       Komödie um Recht, Unrecht und Rache zeigt die anarchischen Tricks „kleiner
       Leute“.