# taz.de -- Spielfilm
(DIR) Actionkomödie „Sacrifice“: Ein Schwoof auf dem Vulkan
In „Sacrifice“ lässt Romain Gavras eine Klimasekte auf die
Weltrettungselite los. Trotz Starbesetzung verspielt er die Chance auf eine
bissige Satire.
(DIR) Romanverfilmung „Sinn und Sinnlichkeit“: Hier scheint die Sonne eher selten
Regisseurin Georgia Oakley inszeniert Jane Austens Roman „Sinn und
Sinnlichkeit“ betont naturalistisch. Dabei fehlt die charakteristische
ironische Distanz.
(DIR) Ukrainischer Film „Camouflage“: Sein Sakko gleitet wie ein schwarzer Vogel durch die Luft
In seinem Debütfilm „Camouflage“ zeigt der ukrainische Regisseur Mykyta
Gibalenko die Ambivalenzen der Zugehörigkeit – sozialrealistisch und
poetisch.
(DIR) Film „The Social Reckoning“: Wir bringen Menschen auseinander
Regisseur Aaron Sorkin kommt in seinem neuen Thriller „The Social
Reckoning“ auf das Thema Facebook zurück. Wie erzählt er die Geschichte um
Whistleblowerin Frances Haugen?
(DIR) Film „Alte Liebe“ von Andreas Dresen: Sich gemeinsam erinnern bringt mehr als bloß Zwietracht
Andreas Dresen besetzt in seiner Romanverfilmung „Alte Liebe“ Dagmar Manzel
und Joachim Król als betagtes Paar. Seine Kunst liegt im präzisen
Inszenieren.
(DIR) Film „Nachbeben“: Das zweite Opfer ist sie selbst
Das dänische Krankenhausdrama „Nachbeben“ erzählt vom enormen Druck, unter
dem das Personal arbeitet. Im Mittelpunkt steht eine der Ärztinnen.
(DIR) Film „Digger“ mit Tom Cruise: Was gibt's da noch zu sehen?
Tom Cruise spielt im Film „Digger einen Ölmagnaten, der eine Katastrophe
auslöst. Regisseur Alejandro González Iñárritu macht daraus eine Satire der
besonderen Art.
(DIR) Regisseur Visar Morina im Gespräch: „Wir sollten mehr über Geld und Geldpolitik sprechen“
In „Von Scham und Geld“ zeigt Regisseur Visar Morina eine Familie im
sozialen Abstieg. Er spricht über Wirtschaft und Kosovo als
gesellschaftliches Labor.
(DIR) Film „Das geträumte Abenteuer“: Das trübe Gewässer ihrer Heimatstadt
In Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“ wandert die Protagonistin
durch eine Welt aus Kriminalität und Frauenhass. Gefahr lauert überall.
(DIR) Marie Kreutzer über „Gentle Monster“: „Das ist noch hundert Jahre nicht auserzählt“
Eine Ehefrau, deren Mann wegen Pädophilie verhaftet wird, und eine
Polizistin mit übergriffigem Vater: Marie Kreutzer über Macht und Wegsehen
in ihrem Film „Gentle Monster“.
(DIR) Spielfilm „Practical Magic 2“: Midnight Margarita und Magie
Echtes Hexenwerk: Der 90er-Jahre-Klassiker „Practical Magic“ floppte an den
Kinokassen, wurde später aber zum Kult. Ähnlich könnte es Teil 2 ergehen.
(DIR) Spielfilm „LifeHack“: Gut gehackt ist halb gestohlen
Vier junge Hacker, ein Tech-Milliardär und dessen Krypto-Vermögen:
„LifeHack“ macht aus dem Daueronline-Leben einen rasanten und
beunruhigenden Thriller.
(DIR) Venedig-Eröffnungsfilm „Ink“: Männer, die große Räder drehen wollen
Die Filmfestspiele eröffnen mit Danny Boyles Boulevardpressedrama „Ink“.
Jurypräsidentin Maggie Gyllenhaal beklagt den Mangel an Frauen im
Wettbewerb.
(DIR) Film „Ghost School“: Dschinns statt Staatsdiener
„Ghost School“, das Spielfilmdebüt von Regisseurin Seemab Gul prangert die
Korruption in Pakistan an. Der Kinderfilm nutzt dafür dokumentarische
Aspekte.
(DIR) Paweł Pawlikowski über „Vaterland“: „In dieser Reglosigkeit steckt viel Leben“
Regisseur Paweł Pawlikowski lässt Thomas und Erika Mann 1949 nach
Deutschland reisen. Er spricht über Weglassen als Methode und Algorithmen
als Gefahr.
(DIR) Spielfilmdebüt „Der Heimatlose“: Manche Rolle spielt man unter Zwang
Kai Stänickes Spielfilm „Der Heimatlose“ erzählt von einer Rückkehr in die
Fremde. Sein Regiedebüt ist ästhetisch erstaunlich konsequent gestaltet.
(DIR) Ridley Scotts „Das Ende der Sterne“: Am Außenposten der Zivilisation
Im Science-Fiction-Film „Das Ende der Sterne“ zeigt Regisseur Ridley Scott,
wie sich Überlebende in der Postapokalypse einrichten. Das hat einigen
Charme.
(DIR) Filmdebüt „Strange River“: Hölderlin auf dem Gepäckträger
Jaume Claret Muxart verwandelt in seinem Spielfilmdebüt eine
Familienradtour in eine traumwandlerische Coming-of-Age-Erzählung über
einen queeren 16-Jährigen.
(DIR) Erster Spielfilm von Brezel Göring: Männer sind ein Problem
Brezel Görings Spielfilm „Für immer 16“ ist ein Super-8-Spektakel. Bunt,
frei, bekloppt. Er beruht auf dem Roman „Lebenslänglich vierzehn“ von
Françoise Cactus.
(DIR) Regisseurin Jane Schoenbrun: „Diese Filme kosten Gewalt aus“
Jane Schoenbrun hat die Horror-Slasher-Liebes-Komödie „Teenage Sex and
Death at Camp Miasma“ gedreht. Ein Gespräch über Gilian Anderson und
Transfeindlichkeit im Horrorgenre.
(DIR) Film „The Lights, They Fall“: Sie fliehen vor Gefühlen
Regisseur Saša Vajda zeigt im Spielfilm „The Lights, They Fall“ zwei
Menschen in einem Übergangsraum. Er inspiriert zu einer neuen Art des
Zuschauens.
(DIR) Film „Sunny Dancer“: Obacht, jetzt wird’s berührend!
Der Film „Sunny Dancer“ von George Jaques spielt in einem Sommercamp für
krebskranke Jugendliche. Witz gehört zum Ernst des Themas für ihn auch
dazu.
(DIR) Film „Funeral Casino Blues“: Geister, die durch Bangkok driften
Im Spielfilm „Funeral Casino Blues“ wählt der Regisseur Roderick Warich
einen formbewussten, offenen Ansatz. Assoziationen gehen bei ihm vor
Action.
(DIR) Horrorfilm „Nightborn“: Mütterliche Liebe kennt keine Grenzen
Das Neugeborene entwickelt ein bemerkenswertes Eigenleben. Regisseurin
Hanna Bergholm dreht in ihrer schwarzen Komödie alle Horrorregler auf
Anschlag.
(DIR) Gus Van Sants „Dead Man’s Wire“: Na immerhin
Statt im Kino kann man Gus Van Sant Thriller „Dead Man’s Wire“ jetzt
wenigstens on Demand sehen. Und das trotz einer eindrucksvollen Nebenrolle
Al Pacinos.
(DIR) Film „Everytime“: Sie kann nicht mehr weinen
In ihrem Spielfilm „Everytime“ erzählt Sandra Wollner von Verlust. Dabei
arbeitet sie formal präzise mit vielen Auslassungen, Leerstellen und
Überraschungen.
(DIR) Olivia Wilde's Kinofilm „The Invite“: Die Sehnsüchte des anderen
Ein Beziehungsfilm, der im besten Sinne aufrüttelt. Mit Witz und Wärme
erzählt Olivia Wilde in „The Invite“ von Paaren, Intimität, Sex und Risiko.
(DIR) Film „Spider-Man: Brand New Day“: Das Zeug spritzt ihm unkontrolliert aus den Gelenken
Omnipotenz und Adoleszenz: Der Superheldenfilm „Spider-Man: Brand New Day“
schickt seinen Protagonisten in die Selbsthilfegruppe.
(DIR) Spielfilm „Bitteres Fest“: Von sich selbst in der dritten Person sprechen
Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar spielt mit seinem neuen Film
„Bitteres Fest“ das Regisseur-erzählt-von-Regisseur-Modell auf drei Ebenen
durch.
(DIR) Film „H wie Habicht“: Der Trost liegt in der Natur
„H wie Habicht“ nach dem Bestseller von Helen Macdonald ist erneut eine
Adaption, in der Frauen Verluste jenseits menschlicher Beziehungen
verarbeiten.
(DIR) Beziehungsdrama „Dreams“: Die schönen Räume wirken entleert
Der Regisseur Michel Franco erzählt im Beziehungsdrama „Dreams“ in kühlen,
analytischen Bildern von einem ungleichen Paar. Gesprochen wird wenig.
(DIR) Debatte um „Die Odyssee“: Nolan auf Irrfahrt im besetzten Land
Christopher Nolans neuer Film wurde zum Teil in der besetzten Westsahara
gedreht. Das scheint den genialen Filmemacher wenig zu interessieren.
(DIR) „Die Odyssee“ von Christopher Nolan: Der Krieg hat ihn gebrochen
Der Regisseur Christopher Nolan schickt in „Die Odyssee“ den Star Matt
Damon auf große Irrfahrt. Es ist ein schwerfälliges Epos.
(DIR) Film „Etwas ganz Besonderes“: Die unmittelbare Gegenwart in der ostdeutschen Provinz
In „Etwas ganz Besonderes“ erzählt Eva Trobisch von einer Familie aus
Greiz. Ihr gelingt eine Vieldimensionalität, die im deutschen Film selten
ist.
(DIR) Tunesischer Film „Mit leiser Stimme“: Heimkehr in die Fremde
Eine junge Frau kehrt aus Frankreich nach Tunis zurück und findet den Mut,
zu sich selbst zu stehen. Ein eindringliches Drama über Selbstbehauptung.
(DIR) Anime-Film „Scarlet“ auf DVD: Vergebung statt Rache
Der Anime-Film „Scarlet“ von Mamoru Hosoda erzählt eine Hamlet-Geschichte
mit weiblicher Heldin. Seine Bilder sind nicht von dieser Welt.
(DIR) Film-Thriller „The Piano Tuner“: Macht bloß keinen Lärm!
In „The Piano Tuner“ von Daniel Roher muss die Hauptfigur nicht nur
Klaviere stimmen, sondern auch Safes knacken. Seinen Mentor spielt Dustin
Hoffman.
(DIR) Rechter Film „Citizen Vigilante“: Er besitzt so ein schönes Waffenlager
Regisseur Uwe Boll schickt den Protagonisten seines Films „Citizen
Vigilante“ auf Killermission gegen Migranten. Die FSK gab ihn nicht frei.
(DIR) Regisseur über seinen Film „Dry Leaf“: „Mich interessiert bei Bildern das, was verborgen bleibt“
In Alexandre Koberidzes Spielfilm „Dry Leaf“ spielen verlassene Bolzplätze
eine große Rolle. Er spricht über alte Handys als Kameras und Georgiens
Politik.
(DIR) Horrorfilm „Obsession“: In die Leere staunen
Ein verhängnisvoller Wunsch nach Liebe setzt in „Obsession“ eine
Gewaltspirale in Gang. Der echte Diskussionsstoff liegt im Hype um den
Indie-Horror-Film.
(DIR) Film „Das Sommerbuch“: Der Sommerhut hängt noch am Haken
Im Film „Das Sommerbuch“ nach dem Roman von Tove Jansson brilliert Glenn
Close als Großmutter. Statt Witz und Leichtigkeit herrscht aber
Melancholie.
(DIR) Sci-Fi-Film „Resurrection“: China sehen … und sterben?
Mit „Resurrection“ ist Regisseur Bi Gan ein Meisterstück gelungen, das das
Kino selbst aufs Podest hebt. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt.
(DIR) Film „The Love That Remains“: Die Ereignislosigkeit ist das Ereignis
Regisseur Hlynur Pálmason zeigt im langsam geschnittenen Spielfilm „The
Love That Remains“ den Alltag eines getrennten Paars. Streit gibt es kaum –
und keine Moral.
(DIR) Film „The Death of Robin Hood“: Die tragen ja gar keine Strumpfhosen
Michael Sarnoski zeichnet in „The Death of Robin Hood“ den Helden als
geläuterten Schwerkriminellen. Leider versinkt sein Film in Gewalt und
Pathos.
(DIR) Film „Mein Leben, mein Ding“: Anekdoten einer Unangepassten
In Sophie Fillières’ Film „Mein Leben, mein Ding“ mäandert die
Protagonistin orientierungslos und wunderlich durchs Leben, mit einem
Funken Hoffnung.
(DIR) Debütfilm „Truly Naked“: Sex und Unbehagen
Für „Truly Naked“ inszeniert Muriel d’Ansembourg eine
Coming-of-Age-Geschichte in der Pornobranche – und stellt dabei auch
beunruhigende Fragen.
(DIR) „Disclosure Day“ von Steven Spielberg: Präzise Beobachtung der Gegenwart
In seinem neuen Film „Disclosure Day“ stellt Steven Spielberg einer Welt
der Angst eine universenumspannende Zuversicht entgegen.
(DIR) Spielfilm „Meine Frau weint“: Bilder, die sich befreien
Zauber und Loslassen: In Angela Schanelecs Spielfilm „Meine Frau weint“
bleibt noch die Muttersprache etwas Fremdes, aber die Dunkelheit flirrt.
(DIR) Fantasyfilm „Dust Bunny“: Ängste lassen sich nicht erschießen
Dieses Monsterkarnickel ist allzu real: Bryan Fuller inszeniert den
Fantasyfilm „Dust Bunny“ als hinreißenden Albtraum.
(DIR) Nacktszene mit minderjähriger Kinski: Regisseur Wim Wenders zieht Film „Falsche Bewegung“ zurück
Schauspielerin Nastassja Kinski bat lange, dass Regisseur Wim Wenders eine
Nacktszene von ihr als 13-Jährige aus dem Film „Falsche Bewegung“ entfernt.
Nun entschuldigt er sich.