# taz.de -- Kulturkolumnen
       
 (DIR) Alte Bücher als KI-Futter: Der Pontifex gegen Silicon Valley
       
       KI-Konzerne kaufen in großem Stil antiquarische Bücher, um die Inhalte
       scannen zu lassen. Gegen diese Instrumentalisierung von Wissen interveniert
       jetzt der Papst.
       
 (DIR) Niemand kann einfach so verschwinden: Feeling all the feels
       
       Bei einer Geburtstagsfeier im Freien gibt es viele Umarmungen. Unter das
       Lachen mischen sich auch Tränen.
       
 (DIR) Das langsame Sterben der Indie-Szene: Weimer kloppt die Popkultur in den Eimer
       
       Links ist die Popszene schon lange nicht mehr, sondern Teil der „Creative
       Industries“. Die kleinen Clubs und alternativen Festivals sterben langsam.
       
 (DIR) Repressives Gesetz in Russland: Die neuen Rechtlosen
       
       In der Sowjetunion hießen sie „Lischenzy“, Menschen ohne Bürgerrechte.
       Heute entzieht Russland unliebsamen Personen wie politischen Emigranten
       wieder die Rechte.
       
 (DIR) Zwischen Späti und Nudelladen: Steine, Schwitzen, Schlusspunkte
       
       Wenn der Handwerker verschwindet, die Nudeln unerreichbar bleiben und sich
       der Berliner Sommertag am Ende im Kreis schließt.
       
 (DIR) Marine Le Pens Kampagne für Klimaanlagen: Autoritär heißt heute, keine Regulierung zu akzeptieren
       
       Marine Le Pen stellt ihren „Großen Klimatisierungsplan“ vor. Die Initiative
       geht einher mit einem symptomatischen Vorwurf gegen die französischen
       Grünen.
       
 (DIR) Netflix-Show „Kaulitz & Kaulitz“: Als Tom Kaulitz gegen Rechtsradikale demonstrieren ging
       
       Das Kaulitz-Universum von Tom und Bill besteht inzwischen aus einem
       fröhlichen, ausschweifenden kalifornischen Lifestylepaket mit Realityshow
       und Podcast.
       
 (DIR) An der Grenze zu Rumänien und Moldau: Bessarabische Miniaturen
       
       Über viele Schlaglöcher poltert der Minibus durch Budschak, dem
       ukrainischen Teil der historischen Provinz Bessarabien. An die Sowjetunion
       erinnert nur noch ein goldener Lenin.
       
 (DIR) Mexiko und die Fußball-WM: Wenig Grund zum Feiern
       
       Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum beging das Ende der
       Fußball-WM an Donald Trumps Seite. Allein während der WM wurden in ihrem
       Land drei Journalist*innen ermordet.
       
 (DIR) Geschichtspolitik in Moskau: Wie in Putins Russland an den 22. Juni 1941 erinnert wird
       
       Zynische Instrumentalisierung des Gedenkens an Hitlers Überfall auf die
       UdSSR: Wo an den Gulag erinnert wurde, inszeniert der Kreml einen neuen
       Kriegskult.
       
 (DIR) Kunst und Technologie: Warum Pat Metheny KI in der Musik eher positiv sieht
       
       Bleibt für Musik mit einem künstlerischen Anliegen nur noch die
       Besenkammer? Durchhörbarkeit war schon in den 80ern ein Thema, nicht erst
       heute mit KI.
       
 (DIR) Fête de la Musique in Berlin: Fast wie am 1. Mai
       
       Verstrahltes Partyvolk, systemkritischer Punk und Späti-Bier: Kreuzberg
       feiert die Fête de la Musique – bis die Polizei alle schlafen schickt.
       
 (DIR) Wie über Migration gesprochen wird: Revue der Fremd-Wörter
       
       Das aktuelle Vokabular für den Umgang mit Migration zeigt vor allem eines:
       Sie richtet sich allgemein gegen ein „zu viel an Anderen“.
       
 (DIR) Fußball-WM treibt Opposition an: Schafft mehr Groß-Events in Mexiko!
       
       Schon mehrmals wurden in Mexiko Großevents wie die Fußball-WM ausgetragen.
       Immer begleitet von Krisen – und von der Entstehung oppositioneller Kräfte.
       
 (DIR) KI remythologisiert Geschichte: Weil die Bilder im Gewand des Dokuments auftreten
       
       Ein Klischee wiederholt ein vertrautes Muster; die KI verdichtet es. So
       sehr, dass uns irgendwann das Original zu banal vorkommt, um wahr zu sein.
       
 (DIR) Effekte des Klimawandels: Alles ist vergeben
       
       In kühlender Schwimmbadumgebung werden heißlaufende Männchen zum
       Kunstgegenstand. Und im Straßenrandbaum sitzt ungeahnt Exotisches auf dem
       Geäst.
       
 (DIR) Repression gegen russische Forscher: Putins Ideologen im Kampf gegen Aristoteles
       
       In Russland bedrängt der Geheimdienst FSB akademische Philosophen. An ihnen
       will man ein politisches Exempel statuieren.
       
 (DIR) Fluxusfragen: Hat Ben Patterson die Welt verändert?
       
       Die Kunst der Avantgarden. Wer die Welt wirklich zum Besseren beeinflussen
       möchte, verweigert sich Propaganda und autoritären Bildsprachen.
       
 (DIR) Liebling der Massen: Bäcker wie früher
       
       Am Wochenende stehen die Edelkiezmenschen für klobige Vintage-Brote an.
       Doch riechen die hippen Schöneberger Laibe wirklich echt oder nach Chemie?
       
 (DIR) Fast vergessene Musiker: Bring me the Head of Ernst Litfaß
       
       Ist Mireille Mathieu schon tot? Zwischen Messen für Nischen-Interessen und
       Tribute-Band-Plakaten lassen sich irritierende Beobachtung machen.
       
 (DIR) Die Fälle Pelicot und Fernandes: Die Rückkehr der Ur-Horde
       
       Auch Perversionen ändern sich. Etwa, auf welche Art Frauen heute zum
       totalen Objekt erklärt werden kann. Die Fälle Pelicot und Fernandes nach
       Freud.
       
 (DIR) Lost in Salzwasser und Räucherstäbchen: Das Leben passiert gerade woanders
       
       Nach einer Nacht im Club wächst das Bedürfnis nach Ruhe und
       Schwerelosigkeit. Diese in Berlin zu finden, ist jedoch komplizierter als
       gedacht.
       
 (DIR) 9. Mai in Russland: Keine Siegesparade
       
       Russlands Präsident Putin inszeniert den Angriff auf die Ukraine als die
       Fortsetzung des Großen Vaterländischen Kriegs. Nach fünf Jahren Kriegsdauer
       wird dies immer fragwürdiger.
       
 (DIR) Alles ein Bild: Durchfahrene Leben in Pastell
       
       Die Haut spannt und überall knirscht es, Menschen wirken wie in einem
       3D-Programm multipliziert. Am ersten Maiwochenende schmiegen sich die
       Paralleluniversen aneinander.
       
 (DIR) Putinismus im Film „Der Magier im Kreml“: Eine postmoderne Diktatur
       
       Der Spielfilm „Der Magier im Kreml“ inszeniert das Russland des Putinismus
       als Ort, an dem man seine Wut ausleben kann. Macht funktioniert über Chaos.
       
 (DIR) Krieg in der Ukraine: War-Life-Balance – der Alltag in Lwiw
       
       Humor hilft, auch mit der grausamsten Realität zurechtzukommen. In der
       Ukraine hat sich der Begriff War-Life-Balance eingebürgert.
       
 (DIR) Coachella-Festival 2026: Auf YouTube mit Justin Bieber
       
       Justin Bieber brach 2022 seine Tournee ab und trat kürzlich beim
       kalifornischen Coachella-Festival zum ersten Mal wieder auf – für viel
       Geld, mit wenig Show.
       
 (DIR) Antisemitismus in Mexiko: Von Kolleg*innen kommt keine Unterstützung
       
       Der Künstler Amir Fattal wird in Mexiko-Stadt von propalästinensischen
       Aktivist*innen boykottiert. Bloß, weil er Israeli ist.
       
 (DIR) Neuer A24-Film „The Drama“: Der gefährlichste Gedanke ist nie passiert
       
       Der neue Kinofilm „The Drama“ mit Starbesetzung löst über die sozialen
       Medien hinaus eine Debatte aus. Denn die vermeintliche Rom Com ist so gar
       nicht romantisch.
       
 (DIR) Der E.T. der Gen Z: Eine Träne für Rocky
       
       Ryan Goslings Weltraumbuddy Rocky stiehlt das Herz, der Fernsehturm die
       Aufmerksamkeit und der Running Club die Luft. Alles klebt, nichts steht.
       
 (DIR) Polnische Diaspora in Berlin: Hip, Hip-Hop und Indiepop
       
       Die polnische Diaspora hält sich bei einer Magazinparty am Matcha fest,
       sonst aber zurück. Politischer wird es beim Konzert von Betterov in
       Neukölln.
       
 (DIR) Intervention und Völkerrecht: Kosovo liebt die Nato
       
       1999 griffen Nato-Streitkräfte in den Kosovokrieg ein. Im Kosovo ist man
       bis heute dankbar dafür und empfindet große Solidarität mit der Ukraine.
       
 (DIR) Intervention in Iran: Kampf der reinen Macht
       
       Die militärische Intervention der USA und Israels in Iran lässt sich nicht
       in moralischen Kategorien denken. Dass das Regime dadurch beseitigt wird,
       ist zweifelhaft.
       
 (DIR) Zimmerpflanzen und neue Musik: Schön panaschierte Hörsynapsen
       
       Eine Berliner Frühjahrsrunde führt durch fremde Wohnungen,
       Kellerpflanzenreiche und eine Industriehalle voller Klaviere. Unterwegs
       mischen sich Kaufreue, Sammellust und Staunen.
       
 (DIR) Malerei und Kunst: Die tröstendste aller Metropolen
       
       Ein Film von Elia Kazan, eine Folge „Atlanta“ und Malereien von Fedele
       Spadafora: Der März steht für unsere Autorin im Zeichen des Wiedersehens.
       
 (DIR) Fußball-WM und mexikanische Mafia: Das Kartell kickt mit
       
       Auch Mexikos Jalisco-Kartell will an der Fußball-WM verdienen. Trotz der
       Jagd auf die Chefs bleibt das kriminelle Unternehmen aktiv.
       
 (DIR) Alles geht kaputt: Blaue Flecken am Herzen
       
       Terror, Drama, Knacks: Menschen krümmen sich in der Bahn, Kathrin Angerer
       quetscht ihre Stimme, und selbst Weichteilchirurgen sehen nur Löcher im
       Gewebe.
       
 (DIR) Timothée Chalamet in „Marty Supreme“: Ständig schreit jemand
       
       Endlich Frühling, endlich warm genug, sich draußen aufzuhalten. Tagsüber
       zumindest. Abends geht's ins Kino, wo sich Timothée Chalamet für den Oscar
       bewirbt.
       
 (DIR) Die Tradition, Menschen zu vergiften: Gift vom Kreml
       
       Die Sowjetunion betrieb geheime Labors, die Experimente an Häftlingen
       durchführten. Das toxikologische Wissen in Russland ist hoch, bis heute.
       
 (DIR) Was die jüngsten Epstein-Files zeigen: Eine enorme Produktion von Schein
       
       Das System Epstein bestand aus zwei Netzwerken: Es ging immer auch um die
       bestmöglichen Beziehungen. Die begehrten Kontakte sind nun toxisch
       geworden.
       
 (DIR) Grand Tour durch Berliner Kunsträume: Ergreifend, aber der Hund darf nicht mit rein
       
       Am Wochenende gab es Kunstfilme voll Randale und Tränen. Außerdem:
       geschmolzenen Schnee und kalifornische Sehnsucht trotz bellenden
       Gasthundes.
       
 (DIR) Veröffentlichung der Epstein-Files: Wir werden zu Wölfen gemacht
       
       Daten als Rohmaterial für die Reaktionsmaschinerie der sozialen Medien: Die
       Epstein Files lösen die Grenze zwischen Aufklärung und Ragebait auf.
       
 (DIR) Kunst in Krisen- und Kriegszeiten: Die Kultur bleibt wehrhaft
       
       Autoritäre, prorussische Regime schränken Kultur zunehmend ein. Wie die
       Kunst sich dagegen wehren kann, damit beschäftigte sich ein Symposium in
       München.
       
 (DIR) Sowjetische Nostalgie: Lenin – ewig lebendig
       
       In der Perestroika schien es, als wäre Russland bereit für einen Abschied
       vom Lenin-Kult. Doch Putin nutzt ihn wieder für seine Erinnerungspolitik.
       
 (DIR) Unterwegs zwischen Torte und Theater: Unser entspanntes Lifestyle-Leben
       
       Auch früh endende Abende verhindern nicht zu wenig Schlaf. Dagegen hilft
       nur: Schlaf. Und der Februar beginnt mit gleich mehreren Zirkelschlüssen.
       
 (DIR) Neue Spaltungen bei links und rechts: Die Politik des Schibboleths
       
       Die Allianzen von früher zwischen verschiedenen politischen Gruppen gelten
       nicht mehr. Quer durch die Lager verlaufen heute die Trennlinien.
       
 (DIR) Nach US-Schlag gegen Venezuela: Warum Trump Mexiko (noch) nicht angegriffen hat
       
       Mit seinen Drohungen will US-Präsident Trump Lateinamerika zum Hinterhof
       degradieren. Würde er seine Antidrogenpolitik ernst meinen, müsste er
       anders vorgehen.
       
 (DIR) Beruf und schöne Dinge des Lebens: Was statt Schnotten aus der Nase kommt
       
       Sportgucken ist bekanntlich genauso gesund wie Sportmachen. Oder sollte man
       vielleicht doch lieber sportlich Deleuze lesen?
       
 (DIR) ICE-Opfer Renée Nicole Good: Störung der Totenruhe mit KI
       
       Das Internet wird geflutet mit Szenen der von einem ICE-Agenten
       erschossenen Renée Nicole Good. Bilder, die Raum für Trauer ließen, gingen
       dabei unter.
       
 (DIR) Geteilte Musik und geteilte Getränke: Antidote für den Winter
       
       In der neuen Nationalgalerie kann man mit Moor Mother mitimprovisieren und
       im Neuköllner Bajszel vorzüglich trinken – sogar mit Polizeischutz.