# taz.de -- Kulturkolumnen
       
 (DIR) Malerei und Kunst: Die tröstendste aller Metropolen
       
       Ein Film von Elia Kazan, eine Folge „Atlanta“ und Malereien von Fedele
       Spadafora: Der März steht für unsere Autorin im Zeichen des Wiedersehens.
       
 (DIR) Fußball-WM und mexikanische Mafia: Das Kartell kickt mit
       
       Auch Mexikos Jalisco-Kartell will an der Fußball-WM verdienen. Trotz der
       Jagd auf die Chefs bleibt das kriminelle Unternehmen aktiv.
       
 (DIR) Alles geht kaputt: Blaue Flecken am Herzen
       
       Terror, Drama, Knacks: Menschen krümmen sich in der Bahn, Kathrin Angerer
       quetscht ihre Stimme, und selbst Weichteilchirurgen sehen nur Löcher im
       Gewebe.
       
 (DIR) Timothée Chalamet in „Marty Supreme“: Ständig schreit jemand
       
       Endlich Frühling, endlich warm genug, sich draußen aufzuhalten. Tagsüber
       zumindest. Abends geht's ins Kino, wo sich Timothée Chalamet für den Oscar
       bewirbt.
       
 (DIR) Die Tradition, Menschen zu vergiften: Gift vom Kreml
       
       Die Sowjetunion betrieb geheime Labors, die Experimente an Häftlingen
       durchführten. Das toxikologische Wissen in Russland ist hoch, bis heute.
       
 (DIR) Was die jüngsten Epstein-Files zeigen: Eine enorme Produktion von Schein
       
       Das System Epstein bestand aus zwei Netzwerken: Es ging immer auch um die
       bestmöglichen Beziehungen. Die begehrten Kontakte sind nun toxisch
       geworden.
       
 (DIR) Grand Tour durch Berliner Kunsträume: Ergreifend, aber der Hund darf nicht mit rein
       
       Am Wochenende gab es Kunstfilme voll Randale und Tränen. Außerdem:
       geschmolzenen Schnee und kalifornische Sehnsucht trotz bellenden
       Gasthundes.
       
 (DIR) Veröffentlichung der Epstein-Files: Wir werden zu Wölfen gemacht
       
       Daten als Rohmaterial für die Reaktionsmaschinerie der sozialen Medien: Die
       Epstein Files lösen die Grenze zwischen Aufklärung und Ragebait auf.
       
 (DIR) Kunst in Krisen- und Kriegszeiten: Die Kultur bleibt wehrhaft
       
       Autoritäre, prorussische Regime schränken Kultur zunehmend ein. Wie die
       Kunst sich dagegen wehren kann, damit beschäftigte sich ein Symposium in
       München.
       
 (DIR) Sowjetische Nostalgie: Lenin – ewig lebendig
       
       In der Perestroika schien es, als wäre Russland bereit für einen Abschied
       vom Lenin-Kult. Doch Putin nutzt ihn wieder für seine Erinnerungspolitik.
       
 (DIR) Unterwegs zwischen Torte und Theater: Unser entspanntes Lifestyle-Leben
       
       Auch früh endende Abende verhindern nicht zu wenig Schlaf. Dagegen hilft
       nur: Schlaf. Und der Februar beginnt mit gleich mehreren Zirkelschlüssen.
       
 (DIR) Neue Spaltungen bei links und rechts: Die Politik des Schibboleths
       
       Die Allianzen von früher zwischen verschiedenen politischen Gruppen gelten
       nicht mehr. Quer durch die Lager verlaufen heute die Trennlinien.
       
 (DIR) Nach US-Schlag gegen Venezuela: Warum Trump Mexiko (noch) nicht angegriffen hat
       
       Mit seinen Drohungen will US-Präsident Trump Lateinamerika zum Hinterhof
       degradieren. Würde er seine Antidrogenpolitik ernst meinen, müsste er
       anders vorgehen.
       
 (DIR) Beruf und schöne Dinge des Lebens: Was statt Schnotten aus der Nase kommt
       
       Sportgucken ist bekanntlich genauso gesund wie Sportmachen. Oder sollte man
       vielleicht doch lieber sportlich Deleuze lesen?
       
 (DIR) ICE-Opfer Renée Nicole Good: Störung der Totenruhe mit KI
       
       Das Internet wird geflutet mit Szenen der von einem ICE-Agenten
       erschossenen Renée Nicole Good. Bilder, die Raum für Trauer ließen, gingen
       dabei unter.
       
 (DIR) Geteilte Musik und geteilte Getränke: Antidote für den Winter
       
       In der neuen Nationalgalerie kann man mit Moor Mother mitimprovisieren und
       im Neuköllner Bajszel vorzüglich trinken – sogar mit Polizeischutz.
       
 (DIR) Als Stalin Finnland schlucken wollte: Bereitschaft zum Widerstand unterschätzt
       
       Zu Putins Propagandamythen gehört, dass Russland alle Kriege gewinnt. Doch
       schon der sowjetisch-finnische Krieg 1939/40 zeigt: Das stimmt gar nicht.
       
 (DIR) Wie Putin die Russen indoktriniert: Perfide Narrative
       
       Irgendwann begann Putin den Menschen weiszumachen, im Westen würde es vor
       queeren Russen-Hassern nur so wimmeln. Leider ist seine Propaganda
       wirkungsvoll.
       
 (DIR) Sozialleben im Dezember: Unsichtbarer Geisterhund
       
       Glimmer im Kopf beim Abendessen, Galeriespinnweben und Nina Hagens Gesicht
       auf einem Ei: Am Jahresende wiegt das Soziale so schwer wie die Dunkelheit.
       
 (DIR) Musikgeschäft der KIs: Lasst sie doch einfach machen
       
       Seit sich mit Musik Kohle machen lässt, ist – mit Verlaub – Scheißmusik die
       Norm. Ketzerisch gefragt: Warum überlassen wir die nicht einfach der KI?
       
 (DIR) Mexikos ermordete Journalisten: Wer aufdeckt, lebt gefährlich
       
       In der „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen hält
       Mexiko den zweiten Platz an getöteten Journalist*innen – hinter einem
       Kriegsgebiet.
       
 (DIR) Folk-Fiction durch KI: Kevin allein im Prompt
       
       Künstliche Intelligenz erfindet Geschichten, die täuschend echt wirken.
       Jüngstes Beispiel ist ein Video vom Filmset von „Kevin allein in New York“.
       
 (DIR) Nach der Oper direkt zur Beatles-Party: Schluppenblusen-Rubber-Soul
       
       Gastgeber freuen sich über hungrige Gäste und das richtige Outfit. Aber
       was, wenn das Neonlicht zu sehr blendet?
       
 (DIR) Schiller auf dem Klo: Sturm und Drang gegen Dunkelheit und Kälte
       
       Wenn man sich darauf einlässt, ist Berlin noch für eine künstlerische
       Überraschung gut. Nach drei Stunden Theater schmerzen die Glieder aber doch
       etwas.
       
 (DIR) Rapper Doku auf Netflix: Mit Haftbefehl wird es nicht langweilig
       
       Die vermeintliche Authentizität und die Inszenierung seines Absturzes
       lassen viele Fragen zu der Dokumentation über den Rapper Haftbefehl
       aufkommen.
       
 (DIR) Veränderter Führungsstil in der Politik: Jede Zeit braucht ihre Heldenfiguren
       
       Früher bewunderte man Regierungschefs als Vaterfiguren, heute herrschen
       Meister der Obszönität vor. Gefragt sind aber Helden des Pragmatischen.
       
 (DIR) Sommernacht-Konzepte: Klanggewordener Winterschlaf
       
       Es hat durchaus Vorteile, wenn der Abend früh und unerwartet losgeht: So
       kann man beizeiten ins Bett.
       
 (DIR) Ein Museumsrundgang in der Südukraine: Auf Mykolajiw!
       
       Eine Stadtführung landet in einem Museum in der südlichen Ukraine. "Wir
       haben die Exponate gut vor Luftangriffen versteckt", sagt die Angestellte.
       
 (DIR) Partykultur: Die Verworkshoppung des Feierns
       
       Neuerdings werden vor Partys mitunter Exceltabellen mit dem minutiös
       geplanten Programm herumgeschickt. Pünktlich sein ist Pflicht.
       
 (DIR) Backrooms in der Kunst: Durchs Hinterzimmer in die zweite Dimension
       
       Portale in anderen Dimensionen: Hinterzimmer, verlassene Shoppingmalls und
       dazwischen Malerei, die alles mit Teilen von Onlinebildwelten
       zusammenbringt.
       
 (DIR) Brennende Manuskripte: Wenn das Singen auf der Straße verboten wird …
       
       Zensur hat jahrzehntelang das Leben von Autoren, Lesern und Zuschauer
       vergiftet. Auch unter Putin wird sie zunehmen. Und damit der Widerstand.
       
 (DIR) Detlef Diederichsen Böse Musik: Dämmerung der Majors
       
       Alle hatten große „Künstler“ unter Vertrag und veröffentlichten
       „sensationelle“ Produkte. Im grauen Streaming-Alltag heute fusionieren die
       Majorlabels.
       
 (DIR) Kulturkampf Kino USA: Besser bekifft als bloß Nihilist
       
       „Linke Eliten“ sind alle, die nicht bei drei in den Trump-Gospel
       einstimmen. Wie der neue Anderson Film „One Battle After Another“ für
       Diskussion sorgt.
       
 (DIR) Flanieren im Berliner Stadtbild: Über die Spree und es zieht wie Hechtsuppe
       
       In Kreuzberg, Neukölln und im Plänterwald kann man auch übers Stadtbild
       reden, da begegnen einem nämlich Füchse, Waschbären und Die Sterne.
       
 (DIR) „Industrial Witchcraft“ in Berlin: Übrig bleiben
       
       In der eigenen Stadt ist man nie Tourist. Statt süßer Melancholie gibt es
       nur graue Kaputtheit und destruktive Flucht in die Kunst.
       
 (DIR) KI-Videos auf Social Media: Fake it till you make it
       
       In sozialen Medien werden KI-Videos mittlerweile auch von progressiver
       Seite eingesetzt. Bilder haben ohnehin längst ihren Beweischarakter
       verloren.
       
 (DIR) Drohnen über Polen: Katyn, Shakespeare und Putins Drohnen
       
       Die aktuellen Drohnenflüge über Polen erinnern an den Einmarsch
       sowjetischer Truppen in Polen und an die Instrumentalisierung des
       Gedenkens.
       
 (DIR) Serie South Park: Hadern mit dem Realitätsprinzip
       
       Seit 1999 gibt es „South Park“ auf deutschen Bildschirmen. Gerade ist die
       27. Staffel angelaufen und der Zeitgeist ist immer noch dabei.
       
 (DIR) Berlin Art Week: Es schmeckt nach Salz und Algorithmus
       
       Die Stadt ist voller Kunstevents, die Gedanken sind voller Widersprüche und
       das richtige Leben fühlt sich manchmal recht falsch an. Ob Mittagessen
       hilft?
       
 (DIR) Bully Herbigs aktuelle Winnetou-Parodie: Relativ unlustig
       
       Keine Bananenschale kommt unbetreten davon: Der Film „Kanu des Manitu“
       erinnert an Wirtschaftswunderhumor und an wohlfeil-staubige Komödien.
       
 (DIR) Filmfestspiele in Venedig: Stimmen und Schuld
       
       Lidokino 10: Das Filmfestival war weit politischer als sonst. Auch durch
       den Gaza-Film „Voice of Hind Rajab“ der Regisseurin Kaouther Ben Hania.
       
 (DIR) Putsch in der Sowjetunion: Der vergessene August 1991
       
       Drei Tage dauerte 1991 ein Putsch an, der den Untergang des Sowjetimperiums
       verhindern sollte. Heute erinnert der Staatsstreich an verpasste Chancen
       Russlands.
       
 (DIR) Filmfestspiele: Vor Ethikern sei gewarnt
       
       Lidokino 4: Luca Guadagnino zeigt bei den Filmfestspielen die Uni als Sodom
       und Gomorrha. Julia Roberts spielt eine Adorno lesende Philosophin.
       
 (DIR) Antimilitarismus in der Linken: Wehrt man sich nicht, lässt man es zu
       
       Die Menschen in der Ukraine können entweder beim Sterben zusehen oder
       eingreifen, um Leben zu retten. Warum Sofapazifismus ihnen nicht hilft.
       
 (DIR) Bedrohte Kneipe: Wenn das Broschek überlebt
       
       Bier und Kraut-Tech-Punk. Unsere Autorin tauchte in einer Neuköllner Kneipe
       ab – und die ringt um ihre Existenz.
       
 (DIR) Austritt aus der UN-Kulturorganisation: Dem internationalen Konzept droht das gänzliche Scheitern
       
       Die USA verlassen zum dritten Mal die Unesco. Doch es ist nur ein Symptom
       der Zahnlosigkeit der Vereinten Nationen.
       
 (DIR) Deutsch-Amerikanische Freundschaft: Doppelte Standards und eine abgekühlte Liebe
       
       Karl-Heinz „Mickey“ Bohnacker fotografierte das Frankfurt der
       Nachkriegszeit. Die Bilder prägt eine Begeisterung für den American Way of
       Life.
       
 (DIR) Die geklauten Huarache-Sandalen: Adidas betreibt kulturelle Aneignung
       
       Der Sportartikelkonzern Adidas hat sich in Mexiko mit der Sandale „Oaxaca
       Slip On“ unbeliebt gemacht. Die sei „intellektuelles kollektives Eigentum“.
       
 (DIR) Detlef Diederichsen Böse Musik: Die schlimmste Ära der Popkultur?
       
       Altstars gehen regelmäßig auf Tour, so sie noch jemand sehen will und die
       Gesundheit noch mitspielt. Das hat nichts mit Retromania zu tun.
       
 (DIR) Vom Feiern, Reden, Denken: Rosa Würste in der blauen Stunde tauschen
       
       Die Stadt steht still, der Sommer auch und im Kopf ist es manchmal einfach
       zu voll.