# taz.de -- Kulturkolumnen
(DIR) Nach US-Schlag gegen Venezuela: Warum Trump Mexiko (noch) nicht angegriffen hat
Mit seinen Drohungen will US-Präsident Trump Lateinamerika zum Hinterhof
degradieren. Würde er seine Antidrogenpolitik ernst meinen, müsste er
anders vorgehen.
(DIR) Beruf und schöne Dinge des Lebens: Was statt Schnotten aus der Nase kommt
Sportgucken ist bekanntlich genauso gesund wie Sportmachen. Oder sollte man
vielleicht doch lieber sportlich Deleuze lesen?
(DIR) ICE-Opfer Renée Nicole Good: Störung der Totenruhe mit KI
Das Internet wird geflutet mit Szenen der von einem ICE-Agenten
erschossenen Renée Nicole Good. Bilder, die Raum für Trauer ließen, gingen
dabei unter.
(DIR) Geteilte Musik und geteilte Getränke: Antidote für den Winter
In der neuen Nationalgalerie kann man mit Moor Mother mitimprovisieren und
im Neuköllner Bajszel vorzüglich trinken – sogar mit Polizeischutz.
(DIR) Als Stalin Finnland schlucken wollte: Bereitschaft zum Widerstand unterschätzt
Zu Putins Propagandamythen gehört, dass Russland alle Kriege gewinnt. Doch
schon der sowjetisch-finnische Krieg 1939/40 zeigt: Das stimmt gar nicht.
(DIR) Wie Putin die Russen indoktriniert: Perfide Narrative
Irgendwann begann Putin den Menschen weiszumachen, im Westen würde es vor
queeren Russen-Hassern nur so wimmeln. Leider ist seine Propaganda
wirkungsvoll.
(DIR) Sozialleben im Dezember: Unsichtbarer Geisterhund
Glimmer im Kopf beim Abendessen, Galeriespinnweben und Nina Hagens Gesicht
auf einem Ei: Am Jahresende wiegt das Soziale so schwer wie die Dunkelheit.
(DIR) Musikgeschäft der KIs: Lasst sie doch einfach machen
Seit sich mit Musik Kohle machen lässt, ist – mit Verlaub – Scheißmusik die
Norm. Ketzerisch gefragt: Warum überlassen wir die nicht einfach der KI?
(DIR) Mexikos ermordete Journalisten: Wer aufdeckt, lebt gefährlich
In der „Jahresbilanz der Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen hält
Mexiko den zweiten Platz an getöteten Journalist*innen – hinter einem
Kriegsgebiet.
(DIR) Folk-Fiction durch KI: Kevin allein im Prompt
Künstliche Intelligenz erfindet Geschichten, die täuschend echt wirken.
Jüngstes Beispiel ist ein Video vom Filmset von „Kevin allein in New York“.
(DIR) Nach der Oper direkt zur Beatles-Party: Schluppenblusen-Rubber-Soul
Gastgeber freuen sich über hungrige Gäste und das richtige Outfit. Aber
was, wenn das Neonlicht zu sehr blendet?
(DIR) Schiller auf dem Klo: Sturm und Drang gegen Dunkelheit und Kälte
Wenn man sich darauf einlässt, ist Berlin noch für eine künstlerische
Überraschung gut. Nach drei Stunden Theater schmerzen die Glieder aber doch
etwas.
(DIR) Rapper Doku auf Netflix: Mit Haftbefehl wird es nicht langweilig
Die vermeintliche Authentizität und die Inszenierung seines Absturzes
lassen viele Fragen zu der Dokumentation über den Rapper Haftbefehl
aufkommen.
(DIR) Veränderter Führungsstil in der Politik: Jede Zeit braucht ihre Heldenfiguren
Früher bewunderte man Regierungschefs als Vaterfiguren, heute herrschen
Meister der Obszönität vor. Gefragt sind aber Helden des Pragmatischen.
(DIR) Sommernacht-Konzepte: Klanggewordener Winterschlaf
Es hat durchaus Vorteile, wenn der Abend früh und unerwartet losgeht: So
kann man beizeiten ins Bett.
(DIR) Ein Museumsrundgang in der Südukraine: Auf Mykolajiw!
Eine Stadtführung landet in einem Museum in der südlichen Ukraine. "Wir
haben die Exponate gut vor Luftangriffen versteckt", sagt die Angestellte.
(DIR) Partykultur: Die Verworkshoppung des Feierns
Neuerdings werden vor Partys mitunter Exceltabellen mit dem minutiös
geplanten Programm herumgeschickt. Pünktlich sein ist Pflicht.
(DIR) Backrooms in der Kunst: Durchs Hinterzimmer in die zweite Dimension
Portale in anderen Dimensionen: Hinterzimmer, verlassene Shoppingmalls und
dazwischen Malerei, die alles mit Teilen von Onlinebildwelten
zusammenbringt.
(DIR) Brennende Manuskripte: Wenn das Singen auf der Straße verboten wird …
Zensur hat jahrzehntelang das Leben von Autoren, Lesern und Zuschauer
vergiftet. Auch unter Putin wird sie zunehmen. Und damit der Widerstand.
(DIR) Detlef Diederichsen Böse Musik: Dämmerung der Majors
Alle hatten große „Künstler“ unter Vertrag und veröffentlichten
„sensationelle“ Produkte. Im grauen Streaming-Alltag heute fusionieren die
Majorlabels.
(DIR) Kulturkampf Kino USA: Besser bekifft als bloß Nihilist
„Linke Eliten“ sind alle, die nicht bei drei in den Trump-Gospel
einstimmen. Wie der neue Anderson Film „One Battle After Another“ für
Diskussion sorgt.
(DIR) Flanieren im Berliner Stadtbild: Über die Spree und es zieht wie Hechtsuppe
In Kreuzberg, Neukölln und im Plänterwald kann man auch übers Stadtbild
reden, da begegnen einem nämlich Füchse, Waschbären und Die Sterne.
(DIR) „Industrial Witchcraft“ in Berlin: Übrig bleiben
In der eigenen Stadt ist man nie Tourist. Statt süßer Melancholie gibt es
nur graue Kaputtheit und destruktive Flucht in die Kunst.
(DIR) KI-Videos auf Social Media: Fake it till you make it
In sozialen Medien werden KI-Videos mittlerweile auch von progressiver
Seite eingesetzt. Bilder haben ohnehin längst ihren Beweischarakter
verloren.
(DIR) Drohnen über Polen: Katyn, Shakespeare und Putins Drohnen
Die aktuellen Drohnenflüge über Polen erinnern an den Einmarsch
sowjetischer Truppen in Polen und an die Instrumentalisierung des
Gedenkens.
(DIR) Serie South Park: Hadern mit dem Realitätsprinzip
Seit 1999 gibt es „South Park“ auf deutschen Bildschirmen. Gerade ist die
27. Staffel angelaufen und der Zeitgeist ist immer noch dabei.
(DIR) Berlin Art Week: Es schmeckt nach Salz und Algorithmus
Die Stadt ist voller Kunstevents, die Gedanken sind voller Widersprüche und
das richtige Leben fühlt sich manchmal recht falsch an. Ob Mittagessen
hilft?
(DIR) Bully Herbigs aktuelle Winnetou-Parodie: Relativ unlustig
Keine Bananenschale kommt unbetreten davon: Der Film „Kanu des Manitu“
erinnert an Wirtschaftswunderhumor und an wohlfeil-staubige Komödien.
(DIR) Filmfestspiele in Venedig: Stimmen und Schuld
Lidokino 10: Das Filmfestival war weit politischer als sonst. Auch durch
den Gaza-Film „Voice of Hind Rajab“ der Regisseurin Kaouther Ben Hania.
(DIR) Putsch in der Sowjetunion: Der vergessene August 1991
Drei Tage dauerte 1991 ein Putsch an, der den Untergang des Sowjetimperiums
verhindern sollte. Heute erinnert der Staatsstreich an verpasste Chancen
Russlands.
(DIR) Filmfestspiele: Vor Ethikern sei gewarnt
Lidokino 4: Luca Guadagnino zeigt bei den Filmfestspielen die Uni als Sodom
und Gomorrha. Julia Roberts spielt eine Adorno lesende Philosophin.
(DIR) Antimilitarismus in der Linken: Wehrt man sich nicht, lässt man es zu
Die Menschen in der Ukraine können entweder beim Sterben zusehen oder
eingreifen, um Leben zu retten. Warum Sofapazifismus ihnen nicht hilft.
(DIR) Bedrohte Kneipe: Wenn das Broschek überlebt
Bier und Kraut-Tech-Punk. Unsere Autorin tauchte in einer Neuköllner Kneipe
ab – und die ringt um ihre Existenz.
(DIR) Austritt aus der UN-Kulturorganisation: Dem internationalen Konzept droht das gänzliche Scheitern
Die USA verlassen zum dritten Mal die Unesco. Doch es ist nur ein Symptom
der Zahnlosigkeit der Vereinten Nationen.
(DIR) Deutsch-Amerikanische Freundschaft: Doppelte Standards und eine abgekühlte Liebe
Karl-Heinz „Mickey“ Bohnacker fotografierte das Frankfurt der
Nachkriegszeit. Die Bilder prägt eine Begeisterung für den American Way of
Life.
(DIR) Die geklauten Huarache-Sandalen: Adidas betreibt kulturelle Aneignung
Der Sportartikelkonzern Adidas hat sich in Mexiko mit der Sandale „Oaxaca
Slip On“ unbeliebt gemacht. Die sei „intellektuelles kollektives Eigentum“.
(DIR) Detlef Diederichsen Böse Musik: Die schlimmste Ära der Popkultur?
Altstars gehen regelmäßig auf Tour, so sie noch jemand sehen will und die
Gesundheit noch mitspielt. Das hat nichts mit Retromania zu tun.
(DIR) Vom Feiern, Reden, Denken: Rosa Würste in der blauen Stunde tauschen
Die Stadt steht still, der Sommer auch und im Kopf ist es manchmal einfach
zu voll.
(DIR) Reaktionsökonomie: Die neue Lust am Rage
Was ist nur in den sozialen Medien los? Eine neue Zorneswelle schwappt
durchs Netz und reißt nicht nur Plüschtiere mit.
(DIR) Cultural Appreciation: Endlich wieder Fast Food essen können
Der andere Körper als Erkenntnisraum. Was verraten eigentlich
Bodyswitch-Filme über unsere Vorstellungen von Alter, Gender und Status?
(DIR) Feiern in Berlin: Auf dem Dancefloor ist viel Love
Vom Kindergeburtstag in den Erwachsenenclub: Beim Berliner Wochenende voll
wohltemperierter Euphorie ist die Welt mal fast in Ordnung. Oder?
(DIR) Jahrestag von Stalins Säuberungen: Braucht Wladimir Putin einen neuerlichen „Großen Terror“?
Die Logik von 1937 lebt im Schatten des Kreml weiter. Von Stalins
„Säuberungen“ bis zu Putins Repressionen.
(DIR) Der Filmemacher Bernhard Marsch: Apologet des Kinos
Wo der Filmemacher auftauchte, war Kino. Über ein Leben jenseits der
Filmförderung und voll rheinischem Singsang.
(DIR) Reportage über coole Rechte: Eingeweihte unter sich
Die Reportage im „Zeit-Magazin“ liest sich, als habe Gramsci das Drehbuch
geschrieben. Die Rechte strebt nach Hegemonie durch ehemals linke
Praktiken.
(DIR) Schau in Frankfurt: Carte blanche für die Kunst der Stadt
Mit der Schau „And This Is Us“ präsentiert der Frankfurter Kunstverein
junge Künstler*innen mit Themen zu dystopischen Zuständen im Iran bis zu
schwulen Datingportalen.
(DIR) Protest gegen Gentrifizierung in Mexiko: Wenn Starbucks zur Zielscheibe wird
Israel-Bokyott-Aufrufe und „Gringos raus“-Plakate: In Mexiko-Stadt nimmt
der Protest gegen die Gentrifizierung beliebter Viertel bedenkliche Formen
an.
(DIR) Von Spotify zur Waffenschmiede: Missbrauch von Musikgerät
Der Musik-Streamingdienst Spotify ist der Musik selbst nicht zuträglich.
Aber ordentliche Gewinne macht er, die er in fragwürdige Industrien steckt.
(DIR) KI-Fanfiction: Amerikaner, die sich um Hamburger prügeln
Durch KI ist Fanfiction zum Massenphänomen geworden. Und hier geht der
Trend klar zum Antiamerikanismus, mit Hang zu ostasiatischer Popkultur.
(DIR) CSU-Politiker menschelt im Kino: Wenn Söder weint
Wenn Markus Söder im Kino die Tränen laufen, sagt das mehr über ihn aus,
als ihm lieb ist. Was Freud wohl davon halten würde?
(DIR) Mythos und Propaganda: Meisterwerk mit fragwürdiger Botschaft
Im Berliner Babylon-Kino wurde der Film „Alexander Newski“ anlässlich des
„Tags der Befreiung“ gezeigt. Dies blieb nicht ohne Proteste.