# taz.de -- Kolumne Szene
(DIR) Auf den Drahtseilen meines Gewissens: Das, was nicht sterben darf
Woraus ist unser Bewusstsein, ist unser Rückgrat gemacht? Treffen sich vier
und erkunden das eigene Gewissen.
(DIR) Begegnung am Wahlwerbestand: Die Wut muss raus
Wer demokratisch gewählt wurde, kommt als Kooperationspartner infrage?
Darüber gehen die Meinungen auseinander am Stand vom BSW.
(DIR) Wahlkampf mit allen Mitteln: Berliner Zähne
In Mariendorf und Tempelhof-Ost steht das Thema Verkehrspolitik hoch im
Kurs. Chaos gibt es dort auf den Straßen genug.
(DIR) Und dann war die Frau weg: Schwalbenkarma
Die letzten Schwalben am Berliner Himmel können ganz wehmütig stimmen –
trotz Vogelmist. Wann sie wohl dieses Jahr verschwinden?
(DIR) Fisch essen in Hamburg: Zwischen Schlager und Scholle
Wenn sich nichts verändert hat, kann man schon mal nostalgisch werden.
Vielleicht liegt’s aber auch an Andrea Berg.
(DIR) Brazilian Waxing: Landing Strip
Auf einer Liege, nackt, unter kaltem Neonlicht und Schmerzen antizipierend,
kann einem schon mal ein bisschen schwitzig werden.
(DIR) Dank der Ernte: Zentnerweise Äpfel und die Sache mit dem Schlüssel
Eine reiche Apfelernte stellt einen auch vor zahlreiche logistische
Schwierigkeiten. Oma und Opa aber manövrieren erfolgreich um die
Hindernisse.
(DIR) Morgendliche Runden: An sich selbst vorbeilaufen
Bin ich eigentlich noch ganz? Gedanken eines Morgens, an dem man seinem
Konterfei auf der Straße begegnet.
(DIR) Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Unter der Regenbogenflagge
Noch bevor die AfD in Sachsen-Anhalt haushoch gewinnt, steht in Berlin eine
Gruppe von Männern unter einer Flagge. Mit grimmigen Gesichtern holen sie
tief Luft.
(DIR) Das Leben der Bundesligamaskottchen: Rote Linien
Es gibt Dinge, über die man besser keine Witze macht. Zum Beispiel über den
Berliner Fußball und mögliche zarte Bande zwischen Braunbär und Ritter.
(DIR) Prekäres Leben mit gebrochener Hand: Angst im Kopf
Überforderung, Hitze: Eine sinnlose und verlorene Auseinandersetzung mit
einem Sessel führt zu künstlerischer Unproduktivität und einem Finanzloch.
(DIR) Begegnungen mit Fremden: Wenn die Kinder aus dem Haus sind
Was tun, wenn die Stille im leeren Haus drückt? Wie findet man neue Hobbys,
Freunde oder Kollegen? Vielleicht im öffentlichen Nahverkehr
(DIR) E-Mobilität verplant: Zählerstand null
An der Berliner Schönstraße werden Straßenlaternen zu E-Ladesäulen. Aber
eine von ihnen nutzt niemand.
(DIR) In der Berliner Arminiusmarkthalle: Ruhig, fast ausgestorben
Kurz Teil eines Stücks sein: Wie auf einer Theaterbühne von Christoph
Marthaler fühlt es sich beim zünftigen Mittagessen in der Markthalle in
Moabit an.
(DIR) In der Amerika-Gedenkbibliothek: Heinrich Böll trägt selten Bommelmütze
Mitten in Berlin steht die freundlichste Umerziehungsmaßnahme der Welt.
Wären alle Menschen dort regelmäßig Gast, wäre sie eine bessere.
(DIR) Kreuzberger Nachbarschaft: Rapunzel
Nichts und niemand kann Rapunzel aufhalten, sich die Haare zu kämmen. Ein
Privatschauspiel im Innenhof.
(DIR) Geschmack wie in El Salvador: Unser Platz
Nicht mehr nur trockenes Buschwerk: Wie verwandelt wirkt der Zickenplatz in
Berlin-Kreuzberg, als Laura dort ihren Geburtstag feiert.
(DIR) Antizyklisch unterwegs: Der nächste Winter kommt bestimmt
In Berlin-Schöneberg ist ein kleiner Superman im Einsatz und geht einer
seltsamen Begebenheit auf den Grund.
(DIR) Im Hospiz: Jetzt schon?
Nach dem Umzug ins Wenckebachkrankenhaus fragt sich unser Autor, was er
noch machen möchte. Freunde noch einmal sehen oder Texte schreiben zum
Beispiel.
(DIR) Kollateralschaden des Komforts: Neue Sitzordnung
Die strengen Regeln am Flughafen und beim Billigflieger sind keine
Schikanen, sondern nur ein ungünstiger Nebeneffekt. Das behauptet zumindest
die KI.
(DIR) Was Autos so schnell macht: Im Wüstensand so flink wie nix
Ganz schön viel Tier steckt in so einem Auto, nicht nur Pferdestärken,
sondern auch Kamelhaar. Das lernt unser Autor in der Straßenbahn.
(DIR) Plötzlich unbeweglich: Wie ein Reh im Handylicht
Oft schon ist unser Autor beim Einkaufen versehentlich in andere Menschen
hineingerannt, weil sie ohne Vorwarnung vor ihm stehengeblieben sind.
(DIR) Gemischtes Fitnessstudio: Sie sind keine Muskelprotze
Der Wechsel ins gemischte Fitnessstudio ist ein Gewinn und alle Vorurteile
erweisen sich als haltlos. Beim Zuschauen kann man sogar etwas lernen.
(DIR) Klimakterium in der S-Bahn: Der Name ist Programm
Wenn Wechseljahre und Hitzetage aufeinander fallen, braucht es ein
vorbereitendes Programm für innen und außen.
(DIR) Fahrräder im Regionalexpress: Eine Nacht im Schloss
Mit Rädern in den Regio zu kommen, ist ein vergebliches Unterfangen. Auch
die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich für unsere Autorin
schwierig.
(DIR) Tempelhofer Feld in Berlin: Ein Applaus für die Sonne
Kommen jetzt die Zombies? Erst fühlt es sich dystopisch an, dann folgt die
Euphorie: Alle wollten in Berlin gemeinsam die Sonnenfinsternis beobachten.
(DIR) Nachtzüge durch Europa: Eingehüllt in fremdes Bettzeug
Wenn man den Nachtzug inmitten der Dunkelheit wechseln muss, wird das
Fremde plötzlich hautnah.
(DIR) Lauschig auf der Roten Insel: Was für ein schöner Abend
Allen geht es gut: Ein Radfahrer verliert seinen Pullover nicht, ein
Jugendlicher feiert seinen Geburtstag, Wein trägt zu noch tieferer
Entspannung bei.
(DIR) Berliner Zootiere: Symbiose
Ist jede Symbiose nur eine Täuschung? Gedanken übers Vertrauen und Trauen,
die Tiere und die Menschen an sich.
(DIR) Per Fahrrad an die Ostsee: Mit Quallen schwimmen
Zwischen Fernweh und Strandfreuden: Ganz basale Erlebnisse im Nahverkehr
und bei einem Fahrradausflug von Berlin über Wolgast bis nach Usedom.
(DIR) Urlaub mit Kindern: Dalmatische Elegie
Auch auf der kroatischen Insel Brač ist es heiß, der Sohn hat schlechte
Laune und die Mountainbikes plätten einfach nicht den Berg.
(DIR) Anfang August, 13 Jahre später: Post aus der Vergangenheit
Plötzlich sind sie wieder da, dank eines Briefs mit extralanger
Zustellzeit: die Spaghettireste, die Schlittenfahrten, die besonderen
Momente aus der Zeit mit kleinen Kindern.
(DIR) Poesie des Aufschubs: Gleich geht’s los. Gleich geht’s los. Gleich geht’s los
Die Freibadwiese ist längst eine Wüste, die Kioskschlange endlos. Während
am Beckenrand ein Kind ausharrt und auf den perfekten Moment wartet.
(DIR) Besuch in der Vergangenheit: Um 90° gedreht
Zurück im Elternhaus: Zwischen aufgetauchten Kindheitserinnerungen,
strengen Alltagsregeln und vertrauten Geräuschen wirkt die Abwesenheit
nach.
(DIR) Hamburger Dom: Hände hoch, wer noch kann
Dreimal im Jahr treffen sich auf dem Hamburger Heiliggeistfeld die
Kirmeswütigen. Warum nur will halb Norddeutschland dort seine Endorphine
verpulvern?
(DIR) Beschimpft in Hochkultur: Réservé aux piétons
Die Berliner Umgangssprache hat viele Lehnwörter aus dem Französischen. Im
Original klingen sie alle eleganter, sogar wenn sie schimpfend gebraucht
werden.
(DIR) Tennis auf Helgoland: Spiel, Satz – und wer siegt?
Bei einem Tennisturnier unter Feriengästen sorgen zwei ungleiche
Spieler:innen auf dem Platz für Aufregung. Eine Erklärung entspannt die
Gemüter.
(DIR) Trauer nach dem Anschlag: Am Sonntag danach
Erst am nächsten Morgen hat unsere Autorin von dem Anschlag auf den
Berliner CSD gehört. Den Tag über suchte sie zu Hause mit ihrer Freundin
Trost.
(DIR) Traurige Bücher: Herta und Gisbert
Gute Geschichten sind oft ein bisschen traurig. Die meisten von ihnen kann
man in der Bibliothek finden, wie die von der Giraffe, die immer kleiner
wird.
(DIR) L'amour, l'amour: Die Stadt der Liebe
Verliebt in Berlin? Ach nee, doch nicht. Viel lieber wäre man zumindest
einmal dort, wo sich alle die ganze Zeit küssen.
(DIR) Kieselsteine sind wie Ringe: Sie watscheln nebeneinander
Im Zoo bemerkt unsere Autorin Ähnlichkeiten zwischen menschlichem und
tierischem Verhalten. Vor allem mit einer Karawane Pinguine kann sie sich
identifizieren.
(DIR) Quer über den Antonplatz in Berlin: Rolling immer, Absteigen nimmer
Um den Ersatzverkehr der Tram zu umgehen, kann man zu Fuß gehen. Oder aber
man bewegt sich per Longboard durch die Stadt, trotz aller Hindernisse.
(DIR) Die Hoffnung ruht auf Specki: Der Hamster
Für zwei Wochen ist die Hamsterdame Specki mit ihrem Terrarium zu Gast im
Co-Working-Space. Obwohl sie sich selten sehen lässt, verwandelt sie alles.
(DIR) Das Wechselgeld von neulich: Immer nur zum Ehrenspäti
Es gibt sie noch, die guten Menschen. Zu finden sind sie zum Beispiel im
Spätkauf an der Berliner Chausseestraße.
(DIR) Klavierspielerin am Wannsee: Kunst kennt keine Grenzen
Sein Instrument ist das menschliche Ego, sein Genre die Macht: Szenen einer
Partnerschaft vor großbürgerlicher Kulisse.
(DIR) In der S-Bahn nach Strausberg: Niemand sagt Danke
Wer mit schierer Willenskraft die Mitreisenden in die richtige Bahn lenkt,
darf sich schon mal ein bisschen Anerkennung wünschen.
(DIR) Im Krankenhaus: Die Uhr zeigt halb acht
Auf der Palliativstation ist alles entspannter und die Pflegekräfte geben
sich besonders viel Mühe. Nur die Zeitzonen scheinen sich zu verschieben.
(DIR) Ungewöhnliche Begegnung der jungen Art: Mäuse und Schwestern
Bei einer Sommerparty im Garten kann man zur blauen Stunde interessante
Berufe kennenlernen.
(DIR) Abkühlung: Ein Hoch auf das Grundwasser
Das altmodische grüne Ding im Wendehammer tut seinen Dienst an heißen
Sommertagen in der Großstadt.
(DIR) Endlos in der Schleife: Perfekter Kundenservice
Horst heißt der smarte KI-Assistent des KFZ-Betriebs. Trainiert scheint er
vor allem darauf zu sein, lästige Kundenanfragen abzufangen.