# taz.de -- Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt und MV: Die lebendigste Zivilgesellschaft der Republik
       
       > Viele Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern versuchen,
       > der AfD die Landtagswahlen zu vermiesen. 19 von ihnen verraten ihre
       > Strategien
       
 (IMG) Bild: Längst nicht so allein wie dieser Luftballon während des CSDs in Neubrandenburg: die demokratische Zivilgesellschaft
       
       Woran denken Sie als Erstes, wenn Sie Sachsen-Anhalt hören? Vielleicht
       denken Sie an plattes Land, Martin Luther oder Tokio Hotel. Und was fällt
       Ihnen zu Mecklenburg-Vorpommern ein? Die Ostsee, die Seenplatte, Timmy,
       Hansa Rostock? Vielleicht denken Sie auch an 35 Prozent und 42 Prozent –
       daran, wie viele Menschen die rechtsextreme AfD aktuellen Umfragen zufolge
       in beiden Ländern wählen könnten? Woran Sie vielleicht nicht denken: an die
       lebendigste Zivilgesellschaft in ganz Deutschland. 
       
       Was bei den Landtagswahlen im Herbst in beiden Bundesländern droht, ist
       allen klar, die es wissen wollen. Erstmals seit 1945 könnte wieder [1][eine
       rechtsextreme Partei] in einem Bundesland eine Regierungsmehrheit erreichen
       – und im Kleinen ihre völkische Politik durchsetzen. Die Frage ist: Wie
       gehen wir damit um? Und vor allem: Wie gehen die Menschen in Sachsen-Anhalt
       und Mecklenburg-Vorpommern damit um? 
       
       Wer in den beiden Bundesländern den Blick einmal weg von der AfD wendet,
       stellt fest: Dort gibt es eine starke Bürger*innenschaft, die für die
       Demokratie einsteht. Die gerade jetzt kämpft und im Privatleben
       zurücksteckt, an ganz vielen Orten. Diese Menschen leiten die Jugendzentren
       der Region, sind einer freiwilligen Feuerwehr beigetreten, in der Kirche
       organisiert oder in Gewerkschaften. Sie bieten auf Social Media Paroli,
       stellen Festivals auf die Beine oder bringen das Hinterland zum Leuchten. 
       
       Und sie vernetzen sich. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich als „Zusammen
       bewegen“ über 1.000 Initiativen, Vereine, Gruppen und Einzelpersonen
       zusammengeschlossen. Hunderte sind es im Bündnis „Sachsen-Anhalt.
       Weltoffen!“. Und unter dem Motto „Kultur ist Vielfalt und Heimat“ zieht
       dort die komplette Kulturszene an einem Strang. 
       
       All das beweist: In beiden Ländern ist gerade die lebendigste
       Zivilgesellschaft der Republik aktiv! Wir stellen sie den ganzen Sommer
       über vor. Den Auftakt machen 19 Aktive, die in Sachsen-Anhalt und
       Mecklenburg-Vorpommern die Wahlen noch nicht verloren geben – und die
       Strategien aufzeigen, wie die Demokratie jetzt verteidigt werden kann. 
       
       Schafft eine positive Erzählung!
       
       Ende Juni atmete die Kulturszene in Sachsen-Anhalt kurz auf. Der Landtag
       hatte einen Antrag der AfD abgelehnt, der alle Kultureinrichtungen und
       -projekte im Land betroffen hätte. Sie sollten nur noch Geld bekommen, wenn
       sie vorher ein „Bekenntnis zu Staat, Demokratie und deutscher Kultur“
       abgeben.
       
       Sollte die AfD im Herbst gewinnen, ist die Idee wieder auf dem Tisch. Die
       rechtsextreme Partei will Kultur nur fördern, wenn sie „einen Beitrag zu
       deutscher Identitätsfindung leistet“. Dabei liegt die ganze Kraft von
       Kultur darin, keinen Zweck erfüllen zu müssen, keine Grenzen zu kennen oder
       diese gezielt zu überschreiten. Oder, wie Annegret Laabs es sagt: „Wir
       können nicht deutsch denken, weil es keine deutsche Kultur gibt.“
       
       Laabs ist Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg und Sprecherin einer
       Initiative namens Kultur ist Vielfalt und Heimat. Das Netzwerk formierte
       sich, als die kulturpolitischen Pläne der AfD für Sachsen-Anhalt in diesem
       Frühjahr bekannt wurden. Mittlerweile sind fast alle Kulturinstitutionen
       des Landes dabei – große wie das Bauhaus Dessau, kleinere wie das
       Schachmuseum Halberstadt – und ganze Netzwerke wie die Kulturfördervereine
       in Sachsen-Anhalt.
       
       „Heimat ist dort, wo Vielfalt gelebt und Kunstfreiheit verteidigt wird“,
       steht im Statement der Initiative. Das funktioniere, weil es ein positiver
       Aufruf sei, sagt Laabs: „Es geht um kulturelle Vielfalt, die erhalten
       bleiben soll an dem Ort, an dem die Menschen leben.“
       
       Laabs wurde im sachsen-anhaltinischen Eisleben geboren, studierte in
       Bamberg und Marburg, arbeitete dann in den Staatlichen Kunstsammlungen
       Dresden und ist nun bereits seit 25 Jahren Museumsdirektorin in Magdeburg.
       
       Bis vor Kurzem beeindruckte sie ihre Besucher*innen dort mit einem
       riesigen, weißen Nashorn. Itamar Gov erinnert mit diesem Kunstwerk an „Die
       Nashörner“ von Eugène Ionesco, ein Theaterstück, in dem eine ganze Stadt
       sich nach und nach in ebensolche verwandelt, zum autoritären Kollektiv
       wird. „In der Kultur sind zum Glück keine Nashörner unterwegs“, sagt Laabs.
       Zur Mahnung zieht dieses eine aus Magdeburg nun weiter nach Halle (Saale),
       Salzwedel und Dessau-Roßlau.
       
       Unterstützt Betroffene!
       
       Manchmal übersetzt Saaeid Saaeid einfach nur einen Brief. Manchmal
       begleitet er Menschen auf Behörden. Und manchmal organisiert er
       Kulturangebote oder Informationsveranstaltungen. Auf diese Weise engagiert
       sich der 26-jährige Student in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg
       quasi täglich für Integration und Teilhabe.
       
       „Als ich selbst aus Syrien nach Deutschland gekommen bin, habe ich gemerkt,
       wie schwer es sein kann, wenn man die Sprache nicht kennt oder nicht weiß,
       wie man mit den Behörden richtig umgeht“, sagt er. 2018 war das. Er habe
       gesehen, dass es anderen genauso geht, und sich entschieden, sie zu
       unterstützen. „Ich wollte nicht nur zuschauen, wie Menschen wegen kleiner
       Hürden große Probleme bekommen.“
       
       Inzwischen ist Saaeid Vorstandsvorsitzender des Syrisch-Deutschen
       Kulturvereins in Magdeburg, Mitglied in Magdeburgs Integrationsbeirat und
       hauptamtlich Sprecher des Flüchtlingsrats von Sachsen-Anhalt. In dieser
       Rolle war Saaeid Ende Juni auch bei der Linksfraktion im Landtag zu Besuch.
       
       Er wolle auf die Herausforderungen aufmerksam machen, vor denen
       zugewanderte Menschen stehen. Aktuell seien diese größer denn je. „Viele
       sind erschöpft, haben Angst, Fehler zu machen. Besonders, wenn es eine neue
       Rechtslage gibt, zum Beispiel bei der Verlängerung des Aufenthaltstitels.“
       
       Erfolg spüre er, wenn jemand verstehe, was in einem Brief steht, sagt er.
       „Wenn eine Familie weniger Angst hat, weil Informationen geklärt wurden.
       Oder wenn Menschen zu einer Veranstaltung kommen und merken: Ja, wir
       gehören dazu.“
       
       Geht in die Dörfer!
       
       Alicja Orlows Devise lautet: „Erst mal zuhören – und dann anpacken.“ Die
       38-Jährige ist auf Usedom aufgewachsen, ging für Studium und Arbeit nach
       Bremen, Hamburg, Berlin, bis nach Benin und Krakau, wirkte dort in
       Demokratie- und Kulturprojekten. Vor fünf Jahren kehrte sie zurück, in ein
       600-Einwohner*innen-Dorf zwischen Greifswald und Usedom.
       
       Sie fühle sich sehr wohl dort, sagt Orlow. Anfangs wirkten die Menschen
       vielleicht distanziert – begegne man ihnen offen, seien sie es aber auch.
       Orlow engagiert sich mit einnehmender Art und immer einem Lächeln für die
       Demokratie als stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins RAA –
       Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern und in anderen Projekten vor
       Ort.
       
       Dabei setzt sich Orlow erst mal zu den Menschen, findet raus, was sie
       umtreibt – und erarbeitet dann mit ihnen, was es braucht, um [2][den
       demokratischen Zusammenhalt zu stärken]. Ein Fest, ein Sportevent, ein
       Vernetzungstreffen für ehrenamtlich Engagierte? „Wenn die Menschen sehen,
       dass das Projekt ihrem Dorf weiterhilft, packen sie immer mit an.“ Ohnehin
       würden sich viele ehrenamtlich engagieren, ohne sich dabei als
       Zivilgesellschaft zu benennen. „Aber genau das ist demokratisches
       Engagement.“
       
       Und Orlow geht auch dahin, wo es vermeintlich ungemütlich wird. In ihrem
       Dorf trat sie vor gut einem Jahr in die Feuerwehr ein. Weil sie sich vor
       Ort einbringen wollte, weil die Feuerwehr eine wichtige Instanz sei. Am
       Ende sei sie selbst wohl am skeptischsten gewesen, doch „sehr nett“
       aufgenommen worden, sagt sie. „Das war auch mal ein guter Anlass, zu
       reflektieren, wo wir selbst Vorurteile mitbringen.“
       
       Es sind auch solche Erfahrungen, die Alicja Orlow Hoffnung machen, dass die
       Demokratie längst nicht verloren ist, auch nicht bei der Wahl im September.
       Die Mehrheit der Menschen im Land sei nicht rechtsextrem, ist sie
       überzeugt. Und: „Ich bin Optimistin, immer schon.“
       
       Schafft Begegnungsräume!
       
       Katja Thiede nennt sich „Pingpongaktivistin“, ihre Demokratiearbeit findet
       an der Tischtennisplatte statt. Im September 2024 hat sie mit Freunden
       einen ehemaligen Friseursalon in Neustrelitz angemietet und zwei
       Tischtennisplatten reingestellt. Mehrmals in der Woche sind dort Eintritt
       und Mitspielen kostenlos. An den Platten träfen sich Leute, die sich sonst
       wohl nie begegnen würden, sagt Thiede. „Egal, ob sie jung oder alt sind,
       arm oder reich oder wo sie politisch stehen: Wichtig ist, dass sie sich
       wohlwollend den Raum teilen.“ Thiede hofft, so gesellschaftliche Blasen
       aufzubrechen, damit fange für sie Demokratie und Frieden an.
       
       Den Tischtennissalon labelt sie bewusst nicht als linken Ort, das würde
       viele abschrecken, denkt sie. Die Regenbogenflagge flattert nicht vor dem
       Salon, sie steckt drinnen in einer Blumenvase. Trotz der Offenheit gibt es
       rote Linien: Wer Menschen beleidigt oder diskriminiert, sei es durch
       Kleidung oder Symbole, muss gehen. Vorgekommen sei das aber noch nie, sagt
       Thiede.
       
       Im Gegenteil, das Tischtennisprojekt wächst. Im Sommer organisieren sie und
       ihr Verein ein jährliches Tischtennisfestival in Neustrelitz, das „Ping
       Pong Palooza“. Gerade haben sie außerdem einen zweiten Salon in einem
       ehemaligen Schuhgeschäft eröffnet. Dort steht die „Pixelplatte“, eine
       Tischtennisplatte mit integrierter Computertechnik für Kinder und
       Jugendliche.
       
       Katja Thiede ist in Mirow bei Neustrelitz geboren und aufgewachsen, nach
       der Schule aber erst mal weg – Australien, Neuseeland, Berlin. 2019 zog es
       sie und ihre Familie zurück.
       
       Die erste öffentliche Tischtennisplatte hat sie mit Freunden zu Beginn des
       Kriegs in der Ukraine aufgestellt, um Spenden für das Land zu sammeln. Bis
       heute schultern Thiede und ihr kleines Team das Projekt ehrenamtlich. Die
       Möbel der Sitzecken sind gebraucht, die Tischtennisplatten teilweise
       ebenfalls. Das Projekt wird punktuell von Stiftungen gefördert und hat
       kürzlich den Deutschen Nachbarschaftspreis der nebenan.de Stiftung
       gewonnen. Damit zahlt Katja Thiede die Miete für die beiden Salons. Neues
       Equipment schafft sie über Spendengelder an.
       
       Bringt euch ein vor Ort!
       
       Das Dorf Dornburg liegt idyllisch an der Elbe, eine gute halbe Stunde von
       Magdeburg entfernt. Überregional bekannt wurde es durch die örtliche
       Fußballmannschaft: einen Verein, in dem militante Neonazis spielten. Der
       Verfassungsschutz hat ihn beobachtet, Schiedsrichter weigerten sich, seine
       Spiele zu pfeifen, schließlich wurde er verboten. Unweit des ehemaligen
       Sportplatzes veranstaltet Marcel Böge mit seiner Crew seit zwei Jahren ein
       Festival, das „Contrasts in Symbiosis“, kurz CoSy.
       
       Einmal im Jahr bringt das CoSy als Non-Profit-Veranstaltung Kunst und
       elektronische Musik in das historische Barockschloss Dornburg. Damit geriet
       es schnell in den Blick der AfD. Die stellte die Finanzierung infrage sowie
       Anfragen im Kommunalparlament und Landtag. Doch Böge und sein Team halten
       durch.
       
       Marcel Böge lebt in Magdeburg und ist Teil der Love Foundation, eines
       Kollektivs aus Künstlern und Musikern, das Kulturveranstaltungen
       organisiert. Das Schloss Dornburg, sagt er, sei ein großes Glück. Die
       historische Kulisse locke DJs und Künstler aus aller Welt. Die Bevölkerung
       des Orts sei am Anfang skeptisch gewesen. Dem ist das Team mit der
       Strategie der Umarmung begegnet. Die CoSy-Leute bringen sich ein: Schon vor
       dem Festival sammeln sie Müll auf, besuchen das traditionelle
       Maibaumrichten. Die Kartoffeln für die Festivalverpflegung pflanzen sie bei
       lokalen Bauern, die Bewohner:innen Dornburgs haben am ersten
       Festivaltag freien Eintritt.
       
       Und das funktioniert. Von 280 Bewohner:innen kämen mittlerweile 100 auf
       das Festival und schätzen das bunte Angebot, sagt Böge. Auch in diesem Jahr
       steigt das CoSy wieder, vom 7. bis zum 10. August.
       
       Organisiert politische Feste!
       
       Christopher Street Days sind in letzter Zeit Hauptangriffsziele von
       Rechtsextremen geworden. Rachel Hanf schreckt das nicht ab – im Gegenteil.
       Sie hat genau dort einen CSD ins Leben gerufen, wo die Rechten besonders
       stark sind: in der mecklenburgischen Kleinstadt Grevesmühlen. „Stadtfeste,
       auf denen sich Leute besaufen, gibt es hier schon genug“, sagt Rachel Hanf.
       „Viel dringender brauchen wir ein buntes, tolles, politisches Fest.“
       
       Hanf stammt aus der Nähe von Grevesmühlen. Die 20-Jährige engagiert sich
       seit fünf Jahren politisch, war Anne-Frank-Botschafterin für die Region,
       hat Demos gegen Rechtsextremismus veranstaltet. In Wismar hat sie 2024 zum
       ersten Mal einen CSD mitorganisiert, im Herbst 2025 dann den ersten in
       Grevesmühlen. Der sei eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Hanf,
       weil es seit den 90er Jahren hier eine gefestigte Neonaziszene gebe. Das
       Team um Hanf wurde angefeindet und bedroht, Hanf von Rechtsextremen zu
       Hause aufgesucht. Sie bekam Polizeischutz für die Zeit vor und während des
       CSDs. Schön war das nicht, aber sie sei abgehärtet, sagt sie nun.
       
       Der erste CSD in Grevesmühlen wurde ein Erfolg: Mehr als 1.000
       Teilnehmer*innen kamen, ließen sich nicht einschüchtern von den 350
       Neonazis, die die Parade zu verhindern suchten. In diesem Jahr pausiert der
       CSD in Grevesmühlen, dafür wird es wieder einen in Wismar geben, den Rachel
       Hanf ebenfalls mitorganisiert. Er findet am 12. September statt, zehn Tage
       vor der Landtagswahl.
       
       Geht auf die Straße!
       
       Kurz nach der Correctiv-Recherche zum Geheimtreffen der AfD findet im
       Februar 2024 die erste große Demo in Magdeburg statt. Kurz darauf gründet
       sich das Bündnis „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“. Mittlerweile sind 264
       Organisationen sowie 168 Einzelpersonen darin vertreten, darunter lokale
       Demokratieinitiativen, Wohlfahrts- und Umweltverbände, die Kirchen,
       Gewerkschaften, Theater. Katrin Skirlo ist eine der Vertreterinnen des
       Bündnisses und Landesleiterin des DGB in Sachsen-Anhalt.
       
       Zur Landtagswahl hat das Bündnis eine Kampagne gestartet: „Vielfältig.
       Demokratisch. Solidarisch. – Wir haben die Wahl.“ Seit April finden unter
       diesem Motto im ganzen Bundesland Veranstaltungen statt. Das große Finale
       soll am 5. September in Magdeburg stattfinden – eine große Demo, die
       mittags durch die Innenstadt führt und ab 15 Uhr in eine bunte Versammlung
       auf dem Domplatz mündet. Skirlo rechnet mit mehreren Tausend
       Demonstrierenden.
       
       „Wir rufen dazu auf, an diesem Tag nach Magdeburg zu kommen, um mit uns
       gemeinsam zu demonstrieren und ein Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und
       Demokratie zu setzen“, sagt sie. Prominente Gäste werden Reden halten,
       darunter die Publizistin Carolin Emcke, die Holocaustüberlebende Henriette
       Kretz und der Social-Media-Aktivist „Maximal Demokratisch“. Musik kommt vom
       Hamburger Popstar Berq und der schwäbischen Indieband Provinz.
       
       „Uns ist wichtig, einen Tag vor der Wahl die Zivilgesellschaft noch einmal
       richtig sichtbar zu machen“, sagt Skirlo. Mit der Veranstaltung wolle man
       zeigen, dass es viele seien, die sich in Sachsen-Anhalt für die Demokratie
       einsetzten. Es soll ein Tag werden, der allen Mut macht – für die Wahl,
       aber auch darüber hinaus.
       
       Engagiert euch in Kommunalparlamenten!
       
       Als Cathleen Hoffmann 2024 mit ihrem Bündnis lebenswertes Land in den
       Stadtrat von Salzwedel gewählt wird, ist sie eine Besonderheit. Der
       Frauenanteil in deutschen Kommunalparlamenten beträgt nur 30,5 Prozent, nur
       9 Prozent aller Kommunen werden von einer Frau geführt. In Cathleen
       Hoffmanns Bündnis sind nur Frauen. Sie sitzt in den Ausschüssen für Bau,
       Verkehr, Ökologie, Stadtmarketing und Standortentwicklung.
       
       Die 46-Jährige war erst Mitglied der Grünen, empfand dies im Gespräch mit
       den Menschen vor Ort aber als Hemmnis. In die Politik gegangen ist sie, um
       ihre Perspektive einzubringen: die einer alleinerziehenden Frau. Um ihr
       Kind großzuziehen, kehrte sie aus Berlin in ihre Geburtsstadt Salzwedel
       zurück.
       
       Hoffmann arbeitet beim Miteinander e. V. als Bildungsreferentin. In dieser
       Rolle wollte sie in Salzwedel ein Demokratieprojekt für Schüler*innen
       umsetzen. Das Geld aus dem [3][Fördertopf „Demokratie leben!“] war schon
       bewilligt, es fehlte nur noch der kommunale Eigenanteil von gerade einmal
       4.500 Euro im Jahr. Der Stadtrat stimmte mithilfe der CDU dagegen.
       
       Aktuell hält sich die CDU vor Ort eher bedeckt. Alle anderen demokratischen
       Akteur*innen seien so aktiv wie nie, sagt Hoffmann. „Das gibt mir
       Hoffnung.“ Sie fürchtet allerdings, dass es um sie herum einsamer werden
       würde, sollte die AfD im September gewinnen. „Damit Frauen bleiben, braucht
       es ein progressives Klima, mehr Jobs und Sensibilisierung derjenigen, die
       aktiv sind. Wenn eine Frau sich im Ortschaftsrat engagieren will, dann darf
       sie nicht nur als Protokollantin herhalten.“ Dass sich Engagement lohne,
       davon ist Hoffmann überzeugt. „Man bewegt immer was, kann Impulse setzen“,
       sagt sie. „Man muss sich an den Tisch der Männer setzen.“
       
       Stört die Rechtsextremen!
       
       Torsten Franz erfuhr schon in den 90er Jahren in Quedlinburg, was
       rechtsextreme Gewalt bedeutet. Als Teil der autonomen Szene in der Stadt
       erlebte er wiederholte Angriffe von Neonazis auf linke Hausprojekte vor Ort
       und in der Umgebung, auch mit Steinen und Brandsätzen. Fast jedes
       Wochenende musste man „zum Schutz“ ausrücken, hatte eine Telefonkette für
       Notrufe, erinnert sich Franz. „Es war eine Zeit voller Gewalt, aber auch
       des antifaschistischen Zusammenhalts.“ Zugleich unterstützten Franz und
       andere Autonome auch soziale Kämpfe wie die Besetzung des Kaliwerks in
       Bischofferode durch 500 Kumpel im Jahr 1993.
       
       Nach einer Zeit in Berlin lebt Torsten Franz seit mehreren Jahren wieder in
       Quedlinburg, arbeitet dort als Anwalt und engagiert sich weiter
       antifaschistisch. Franz ist vor Ort in einem Antifa-Bündnis aktiv, das etwa
       Aktionen des Gedenkens an NS-Verbrechen organisiert – und immer wieder auch
       gegen die AfD protestiert.
       
       Damit ist er in Sachsen-Anhalt nicht allein. Auch dort gibt es
       Antifa-Gruppen in mehreren Städten, autonome Zentren in Salzwedel oder in
       Halle. Das widersetzen-Bündnis, das gerade in Erfurt gegen den
       AfD-Bundesparteitag protestierte, hat Ortsgruppen in Magdeburg und Halle.
       Und wenn die AfD im Bundesland zu Wahlkampfaktionen lädt, werden diese auch
       dort immer wieder von antifaschistischen Protesten begleitet.
       
       Torsten Franz hält diese Proteste für unverzichtbar. „Wir dürfen diese
       Partei nicht normalisieren. Sie ist und bleibt rechtsextrem und
       gefährlich.“ Gegen die rechtsextreme Raumnahme seien alle Mittel
       gerechtfertigt, sagt Franz. Wenn es nicht anders gehe, auch Militanz.
       „Einfach zuschauen, wie sich Menschenfeindlichkeit ausbreitet und
       Betroffene konkret bedroht werden, kann keine Option sein.“ Wolle man aber
       wieder in die Offensive kommen, müssten alle progressiven Kräfte
       zusammenhalten und ein eigenes Gesellschaftsbild vorleben, ist Franz
       überzeugt.
       
       Selbst wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regieren sollte, werde er bleiben.
       „Dann braucht es ja umso mehr Leute, die sich den Rechtsextremen
       entgegenstellen.“
       
       Geht in die Fußballstadien!
       
       Anne Geisler wird gerufen, wenn es in Jugendgruppen brenzlig wird. Wenn
       Kinder in Sportvereinen rechte Parolen rufen, wenn Lehrerinnen nicht mehr
       gegen Diskriminierung ankommen, wenn in Jugendclubs rechtsextreme Symbole
       auftauchen. Geisler leitet das Projekt Lernort Ostseestadion. Sie macht
       klassische Jugendbildungsarbeit – aber im Fußballstadion von Hansa Rostock.
       „Der Verein strahlt ins ganze Bundesland“, sagt sie. „Wenn wir die Kinder
       und Jugendlichen dort treffen, dann bricht das Eis sofort.“
       
       Geisler und ihre Kolleg:innen vermitteln Demokratiethemen über den
       Fußball: Fairplay im Klassenraum oder auch Deeskalation bei Gewalt auf dem
       Schulhof. Gleichzeitig komme auch Heikles im Stadion schneller hoch,
       „Themen und Dynamiken aus der Fußball- und Fankultur. Manche davon stehen
       dem gegenüber, was wir in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
       bearbeiten und vermitteln möchten.“ Damit professionell umzugehen, sei
       nicht immer leicht, sagt sie. Geisler spricht mit den Kindern also über die
       Sätze auf den Transparenten in der Fankurve oder über sexistische
       Fangesänge.
       
       Dabei beobachten Geisler und ihre Kolleg:innen eine zunehmende
       Radikalisierung: Kinder, die mit rechten Sprüchen provozieren, die sich
       offen rassistisch äußern und Fake News verbreiten. Das Team um Geisler
       lässt sich fortlaufend dazu schulen, wie es in solchen Situationen
       reagieren kann. Manchmal helfe nur noch, die Klassen zu treffen, um jene
       Kinder zu schützen, die unter der Diskriminierung leiden.
       
       Was Geisler dabei gelernt hat: Leute nicht zu schnell aufzugeben.
       „Natürlich grenzen wir uns ab von rassistischen Aussagen. Aber wir grenzen
       nicht aus. Unsere Aufgabe ist es, Jugendliche davor zu bewahren, Täter zu
       werden.“ Dafür helfe es, ihnen zuzuhören, ihre Aussagen zu hinterfragen,
       dranzubleiben. Das habe sich für sie auch im Umgang mit Erwachsenen
       bewährt.
       
       Was Geisler momentan Sorgen mache, sei die langfristige Finanzierung des
       Lernorts Ostseestadion, sagt sie. Das Projekt wird unter anderem von der
       Bundesliga Stiftung sowie durch kommunale und Landesmittel gefördert.
       Gerade plane Geisler daher vor allem bis zu den Landtagswahlen im Herbst.
       Wie es danach für das Projekt weitergeht, hängt auch davon ab, wie stark
       die AfD wird.
       
       Findet überraschende Formate!
       
       Der ländliche Raum, heißt es, sei besonders abgehängt. Deswegen bepacken
       Mel Neu und ihre Mitstreiter*innen Ende August für neun Tage ihre
       Fahrräder und radeln durch die Region im äußersten Norden Sachsen-Anhalts,
       die Altmark. Auf ihrem Weg besuchen sie demokratische Vereine und
       Initiativen in Dörfern und Kleinstädten, bauen dort ihre kleine Küche und
       eine solarbetriebene Bühne auf und machen sich gegenseitig Mut – mit
       Theater, Zirkus, Musik, Lesungen, Diskussionen, Kundgebungen und Küfa.
       
       „Wir hören hier immer wieder, dass Leute sich nicht mehr trauen, offen im
       Kollegenkreis, in der Familie oder in ihrem Verein gegen den rechten
       Mainstream zu sein“, sagt Neu. Für sie alle sei ihre Demokratiekarawane
       gedacht. Am 21. August starten sie und ihre Mitstreiter*innen in
       Arendsee. In zehn Tagen wollen sie an zehn Orten Station machen, darunter
       Bismark, Kalbe, Klötze, Gardelegen und am 23. August Stendal. Im dortigen
       Kulturzentrum Kunstplatte werden sie ein Kinderfest feiern. Eingeladen sind
       auch die Menschen aus der nahe gelegenen Geflüchtetenunterkunft. Dort sind
       besonders vulnerable Personen untergebracht, teils mit besonderem
       Schutzbedarf. Mel Neu organisiert gerade einen Shuttleservice für sie.
       
       Neu hat in Salzwedel die Omas gegen Rechts mitgegründet und hatte mit ihnen
       die Idee zur Demokratiekarawane. „Wir arbeiten uns so stark an dem ab, was
       wir nicht wollen: gegen die AfD, gegen Rassismus. Mit der Karawane wollen
       wir zeigen, dass wir vor allem für etwas sind, nämlich für eine offene
       Gesellschaft“, sagt sie.
       
       Mittlerweile haben sich auch andere der Initiative angeschlossen,
       Studierende aus Halle, Unterstützer*innen aus dem Wendland. Für einige
       Etappen reisen auch die Omas gegen Rechts aus Potsdam an. Neu schätzt, dass
       sie mit 20 bis 50 Personen durch die Altmark ziehen und pro Tag etwa 25
       Kilometer zurücklegen werden. Am 29. August, acht Tage vor der Wahl, wollen
       sie wieder in Salzwedel ankommen und dort den Abschluss mit verschiedenen
       Bands feiern.
       
       Klärt auf, dass die AfD wirtschaftlich schadet!
       
       Wenn Manfred Keiper daran denkt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen eine
       AfD-Landesregierung hätte, dann befürchtet er Schlimmstes – gerade für die
       Kultur. „Da ist mit einem beträchtlichen Kahlschlag zu rechnen.“ Keiper ist
       Inhaber der „anderen Buchhandlung“ im Zentrum Rostocks. 1990 gründete seine
       verstorbene Frau den Laden, seit 31 Jahren führt er ihn.
       
       Dass Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in diesem Jahr [4][drei linke
       Buchläden vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschließen ließ], sei für
       Keiper ein Warnschuss gewesen. Er hat ein wütendes Statement gegen diese
       Entscheidung veröffentlicht. 2021 hatte er den Preis selbst erhalten. Die
       linke Ausrichtung seiner Buchhandlung sei kein Geheimnis gewesen, schreibt
       Keiper in dem Statement. Im Gegenteil, die Jury habe das außerordentliche
       kulturelle Engagement seiner Buchhandlung ausdrücklich gewürdigt.
       
       Sein Laden bietet Literatur jenseits großer Konzernverlage, Veranstaltungen
       der Lese- und Bildungsförderung und Raum für gesellschaftspolitische
       Veranstaltungen. Der Buchhandel ist für Keiper seit jeher politisches
       Terrain. „Meine Frau hatte den Grundsatz: Bücher verkaufen, um Kultur zu
       fördern.“ Ein Grundsatz, den er bis heute verfolgt.
       
       Manfred Keiper ist seit fast zehn Jahren Teil der Vollversammlung der
       Industrie und Handelskammer (IHK) in Mecklenburg-Vorpommern.Bei einer
       möglichen AfD-Regierung fürchtet er nicht nur Auswirkungen für die Kultur,
       sondern auch, dass ausländische Fachkräfte das Land verlassen würden oder
       müssten. „Das setzt unsere Gesellschaft zurück und gefährdet den
       Wohlstand“, sagt Keiper. Außerdem befürchtet er: „Der Ruf der Region wird
       beschädigt. Im Handel und Tourismus werden wir ebenfalls verlieren.“
       
       Aus der Literatur zieht Keiper viel, vor allem Schlussfolgerungen für die
       Zukunft. Schon die antiken Dramen hätten die Folgen von Ausgrenzung und
       Diktatur in der Politik thematisiert. „Literatur ist auch dazu da,
       Erfahrungen zu vermitteln, die man lieber nicht erleben möchte“, sagt
       Keiper. Eine AfD-Landesregierung gehöre für ihn dazu.
       
       Haltet auf Social Media dagegen!
       
       Bei seiner ersten Wahl, in seiner Heimatstadt Gommern in Sachsen-Anhalt,
       machte Hannes Kreschel sein Kreuz noch bei der AfD. 16 Jahre alt war er da,
       die Stimme sei ein Protest „gegen die da oben“ gewesen, sein Vater habe ihm
       das damals eingeredet, erzählt er. Dann aber sei er Teil einer linken Band
       geworden und habe gemerkt, dass der Frust soziale Gründe habe und
       komplexere Antworten verlange.
       
       Seit einem Jahr ist Hannes Kreschel, der inzwischen in Halle wohnt, nun für
       etwas anderes bekannt: seine Social-Media-Videos. Die dokumentieren, wie er
       auf AfD-Veranstaltungen und anderen Rechts-außen-Events Teilnehmende
       interviewt und mit seinen hartnäckigen Fragen ihre Widersprüche und platten
       Parolen offenlegt. „Die eingefleischten AfD-Leute werde ich damit nicht vom
       Weg abbringen. Aber vielleicht kommen andere, die zu der Partei neigen, ins
       Grübeln“, sagt Kreschel. Der 23-Jährige hat inzwischen eine üppige
       Reichweite: mehr als 75.000 Menschen folgen ihm allein auf Instagram.
       
       Kreschel kontert mit seinen Videos auch eine AfD-Strategie. Seit Jahren
       setzt die Partei massiv auf Social-Media-Inhalte und hat dort große
       Reichweiten. „Die demokratischen Parteien haben das verpennt“, kritisiert
       Kreschel, der auch SPD-Mitglied ist. Umso aktiver ist er nun selbst auf
       Social Media. „Man muss die Leute da abholen und überzeugen, wo sie sind“,
       sagt er.
       
       Für seine Arbeit zahlt Kreschel einen Preis. Auf Drehs wird er bedroht. Mit
       seinem Vater, der ihn für die Videos beschimpfte, hat er gebrochen. Aber
       Kreschel macht weiter. Und er ärgert sich, dass viele die Wahl im September
       schon an die AfD verloren geben. „Wahlen werden immer erst in den letzten
       zwei, drei Wochen entschieden. Noch kann man die Leute von einer anderen
       Sache überzeugen.“ Auch in Sachsen-Anhalt sei die AfD schlagbar.
       
       In seiner Heimatstadt Gommern kam der AfD-Kandidat bei der letzten
       Bürgermeisterwahl auf gerade einmal 12 Prozent, auf der AfD-Party zur
       Landratswahl im Saalekreis sei nur eine Handvoll Leute gewesen. „Auch wenn
       die AfD das anders inszeniert: Sie ist hier nicht allmächtig. Alles ist
       noch möglich.“
       
       Haltet die Kirchen stabil!
       
       Bettina Schlauraff macht kein Geheimnis daraus, wo sie ihre Kirche
       verortet. In einem Video auf Instagram posiert sie in einem T-Shirt mit der
       Aufschrift „Antifaschistische Kirche“, in einem anderen plädiert sie gegen
       das Sachsen-Anhalt-Bashing. „Wir leben nämlich gerne hier“, schreibt sie
       dazu.
       
       Schlauraff ist Regionalbischöfin von Magdeburg, zuständig für das Gebiet
       zwischen Halberstadt, Salzwedel und Stendal. Sie hat ein Buch geschrieben
       mit Empfehlungen dazu, wie sich Gemeinden dem Rechtsextremismus
       entgegenstellen können. Sie ist Ansprechpartnerin für queere Menschen in
       der Kirche. Und sie predigt im Gottesdienst zum CSD von Wernigerode.
       Schlauraff steht damit für alles, was die AfD ablehnt.
       
       300.000 Christ*innen leben in Sachsen-Anhalt, evangelische und
       katholische zusammengezählt. In jedem Dorf steht eine Kirche. „Wir sind der
       größte Verein neben der Feuerwehr“, sagt Bettina Schlauraff, und damit geht
       für sie Verantwortung einher, nämlich Flagge zu zeigen. Ihre Kirche hat
       Banner drucken lassen für die Gemeinden, für das Miteinander und gegen
       Ausgrenzung. Sie hat Demokratiebündnisse gegründet und engagiert sich in
       einigen. Vor der Wahl informiert die Kirche in Zeitschriften und im
       Internet, dass nur die Demokratie mit den christlichen Werten vereinbar
       sei.
       
       Wichtig ist Schlauraff aber auch, aus ihrer Blase rauszukommen. In ihrem
       Collarhemd, der klassischen Pastorenkleidung, besucht sie die Bürgerdialoge
       der AfD. „Nicht um das Publikum dort zu bekehren, damit habe ich keine
       Chance“, sagt sie. „Aber um zu zeigen: Nicht alle klatschen mit, wenn
       Ulrich Siegmund die Bühne betritt. Nicht alle jubeln, wenn gegen Menschen
       gehetzt wird.“ Es ist ihre Art des gewaltfreien Widerstands.
       
       Mit ihrem so öffentlichen Bekenntnis zur Demokratie erregt Bettina
       Schlauraff auch Widerspruch in der Kirche, sagt sie. Einige ihrer
       Kolleg:innen fürchten, dass es der Kirche Nachteile bringen könnte, wenn
       sie sich jetzt zu stark gegen die AfD positioniere. „Wir werden so oder so
       Nachteile haben, sollte die AfD hier regieren. Dann doch lieber jetzt laut
       sein“, sagt Schlauraff.
       
       Kirche und Politik, das lässt sich für sie nicht voneinander trennen. Sie
       ist zu DDR-Zeiten geboren und in einer Pfarrersfamilie in der Nähe von
       Potsdam aufgewachsen. „Ich bin ein Kind der Friedensbewegung“, sagt
       Schlauraff. „Die Bibel ist politisch, Jesus stellt die Machtfrage. Er sagt,
       an wessen Seite wir stehen sollen: an der der Armen und derer, die für
       Gerechtigkeit streiten.“ Das allein gebe ihr Orientierung. Egal, welche
       Partei regiere.
       
       Schafft Widerstandsorte!
       
       Seit 35 Jahren ist die Zora in Halberstadt in Sachsen-Anhalt ein
       alternativer Freiraum – und seit fast drei Jahren Robert Fietzke
       mittendrin, als Leiter des Soziokulturellen Zentrums. „Einer der
       wundervollsten Orte dieser Welt“ sei die Zora, schwärmt Fietzke.
       Schülercafés, Fahrradwerkstatt, Konzerte, Siebdruck, Probenraum, Barabende,
       Krabbelgruppen finden dort selbst organisiert statt. Und alles mit klarer
       Haltung: für eine offene Gesellschaft, gegen Rechtsextremismus. Und damit
       auch klar gegen die AfD – was die Zora schon heute ins Visier der Partei
       bringt und nach der Wahl im Herbst wohl noch mal mehr bringen wird.
       
       Robert Fietzke aber hält dieses Kontra für alternativlos. „Die Partei macht
       faschistische Politik, und das muss man so benennen.“ Der 40-Jährige selbst
       ist dabei ein Multitasker mit unbändiger Energie. Er organisiert in der
       Zora Programm, Personal und Finanzen. Nebenbei sitzt er für die Linke im
       Stadtrat Magdeburg und lehrt an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er
       gründete Antifa-Bündnisse, arbeitete für den Flüchtlingsrat.
       
       Die AfD überzieht seine Zora immer wieder mit Anfragen, ein Abgeordneter
       tauchte, als Handwerker getarnt, im Zentrum auf und versuchte so, an
       Informationen zu kommen. Auch Neonazis bedrohen das Zentrum immer wieder.
       Für Fietzke ist all das erst recht Grund, dagegenzuhalten. „Gerade jetzt
       braucht es Orte wie die Zora. Wir haben uns immer klar positioniert und
       werden das weiterhin tun.“ Es seien genau solche Orte, die Jugendlichen aus
       der Gegend ein Angebot schafften, nicht wegzuziehen. Auch Fietzke selbst
       wuchs in Halberstadt auf, ging zum Studium der Sozialen Arbeit nach
       Magdeburg – und kehrte dann bewusst in seine Heimatstadt zurück.
       
       Gelder der Stadt oder vom Land erhält die Zora nicht, deshalb wird der
       Betrieb auch nach der Wahl im September weitergehen – sofern das Zentrum
       weiterhin Spenden erhält. Die Wahl im September sieht Fietzke aber noch
       nicht als verloren. Überall rege sich derzeit Widerstand gegen die AfD,
       würden Bündnisse geschmiedet, sagt er. „Da kommt noch ein Feuerwerk des
       antifaschistischen Widerstands.“
       
       Pflegt die Erinnerungen!
       
       Sabine Klemm sorgt dafür, dass die Menschen in Schwerin immer wieder
       stolpern – über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Schicksale
       seiner Opfer. 2006 veranlasste Klemm mit einem Schulprojekt die erste
       Stolperstein-Verlegung, 2011 rief sie die Initiative Stolpersteine in der
       Landeshauptstadt ins Leben.
       
       Seitdem wurden in Schwerin 98 Gedenksteine und eine Stolperschwelle von dem
       Künstler Gunter Demnig verlegt. So wurden mehr als 100 Schicksale sichtbar
       gemacht. Die Stolpersteine erinnern an alle Opfergruppen der NS-Zeit in
       Schwerin. Neben Juden wurden dort auch Hunderte Behinderte und Kranke aus
       der „Heil- und Pflegeanstalt“ am Sachsenberg ermordet. Die Nazis
       bezeichneten das als Euthanasie.
       
       „So etwas muss man wissen, bevor man sich politisch auf eine rechte Partei
       einlässt“, sagt Klemm. „Auch damals begann es mit Ausgrenzung. Demütigung,
       Vertreibung, Ermordung folgten.“
       
       Heute können Stolpernde mit einer App zu jedem Gedenkstein mehr erfahren.
       Auch geführte Rundgänge bieten Klemm und ihre beiden Kollegen an. Ganz
       besondere Momente sind für sie die Verlegungen neuer Stolpersteine.
       Nachkommen von Opfern der NS-Zeit treffen dabei erstmals aufeinander,
       nehmen lange Reisen auf sich, kehren das erste Mal nach Deutschland zurück.
       
       Auch in den Medien ziehen die Geschichten ihre Kreise, und die Nachfahren
       anderer Opfer werden auf die Initiative aufmerksam. „So schläft die
       Erinnerung nicht ein“, sagt sie. Die Ausmaße der NS-Zeit würden durch die
       Stolpersteine vor der eigenen Haustür sichtbar und könnten nicht einfach
       ignoriert werden.
       
       Angesichts der anstehenden Wahl im Land sagt Klemm: „Die AfD bietet keine
       Lösungen. Nur weil man Leute aus dem Land schmeißt, geht es einem nicht
       besser. Das zeigt auch Trump in den USA.“ Dennoch sieht sie ihren Einsatz
       für die Erinnerungskultur nicht unbedingt als politisches Statement. „Ich
       mach das, um in den Spiegel gucken zu können, nicht um jemanden zu
       bekämpfen.“
       
       Jede und jeder solle für sich herausfinden, wie sie oder er sich erinnern
       möchte. Wer aber den Holocaust leugne und die Verbrechen der Nazis
       relativiere, laufe Gefahr, diese Verbrechen zu wiederholen, sagt Sabine
       Klemm.
       
       Schafft Gegenöffentlichkeit!
       
       Seit Januar kann sich Alex Körner kaum vor Anfragen retten. Er ist
       Programmkoordinator bei Radio Corax in Halle (Saale). In dieser Rolle
       spricht er mit allen Menschen, die gerne etwas zum Programm des freien
       Senders beitragen wollen. „Wir bekommen gerade aus ganz Deutschland
       Vorschläge für Kooperationen, teilweise sogar aus dem Ausland“, sagt Körner
       Mitte Juni am Telefon.
       
       Ausgelöst hatte diese Welle der Solidarität der Entwurf des sogenannten
       Regierungsprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt. Unter der Überschrift „Radio
       Corax den Geldhahn zudrehen“ steht darin als Anklage: „Radio Corax bietet
       allen Spielarten des linken Fanatismus, der perversen Regenbogenideologie
       und des Genderismus eine Plattform.“
       
       Radio Corax wird von der AfD auch als „antideutsche Terrororganisation“
       bezeichnet. Vielleicht, weil das Radio zwischen 2017 und 2020 wichtiger
       Bestandteil des erfolgreichen Protests gegen das Haus der Identitären
       Bewegung in Halle war?
       
       Als Raum für Austausch und Experimente haben freie Radios in Deutschland
       eine lange Geschichte. Sie organisieren sich zumeist als Bürgerradios, die
       es Menschen ermöglichen, Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Es überrascht
       deshalb nicht, dass die AfD laut ihrem Programm freie Radios insgesamt
       überprüfen möchte.
       
       Alex Körner hat seine Dissertation über freie Radios geschrieben. Er
       zeichnet darin ihre Relevanz für kritischen Journalismus nach. Bei Radio
       Corax stieg der Thüringer 2005 über ein Freiwilliges Soziales Jahr ein, war
       dann mal im Vorstand, mal im Beirat, mal Koordinator des Tagesprogramms und
       ist jetzt Teil des geschäftsführenden Gremiums.
       
       Mit Blick auf die Wahlen im Herbst bleibt Körner betont ruhig. „Die
       Relevanz unseres Radios war selten größer als jetzt“, sagt er. Das freie
       Radio könnte zu einem der wenigen medialen Orte werden, wo Verständigung
       stattfinden könne. Bereits jetzt geht es unter dem Motto „Ein Platz der
       Republik“ auf Tour durch Sachsen-Anhalt, um mit Leuten vor Ort über die
       Zukunft zu sprechen.
       
       Seit der Nennung im Wahlprogramm der AfD hat sich die Mitgliederzahl des
       Förder- und Freundeskreises von Radio Corax mehr als verdoppelt, von 220
       auf 450. Sein Ziel sei es jetzt, die Zahl bis zur Wahl noch auf 959 zu
       steigern, damit man auch unter einer AfD-Regierung weitersenden könne – auf
       der Frequenz 95,9.
       
       Transparenzhinweis: Radio Corax ist auch für den taz panterpreis der taz
       panterstiftung nominiert.
       
       Unterstützt einander!
       
       Samer Haj Khamis weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig die ersten
       Monate in einem neuen Land sind. Seit seiner Ankunft in Deutschland 2015
       setzt er sich daher für Menschen mit Migrationshintergrund ein. „Ich wollte
       mich nicht nur integrieren, sondern auch Verantwortung übernehmen“, sagt
       er.
       
       Weil seine syrische Ausbildung zum Arzthelfer nicht anerkannt wurde,
       bildete er sich zum Sozialassistenten weiter. Ehrenamtlich engagierte er
       sich in zahlreichen Initiativen. Seit Anfang 2026 ist er Projektleiter bei
       Migranet-MV in Wismar, einem Verein, der migrantische Organisationen in
       Ostdeutschland miteinander vernetzt und Menschen bei ihrer Ankunft im
       Bundesland unterstützt.
       
       Khamis hilft beim Sprachenlernen und bei Behördengängen oder gibt
       Workshops. Vor den Wahlen informiert sein Verein gezielt über die Politik
       in Deutschland und ermutigt Menschen, ihre Stimme abzugeben. „Viele Leute
       haben gar keine Erfahrung mit Wahlen“, sagt er.
       
       Die Möglichkeit einer AfD-Regierung bereite ihm große Sorgen. „Viele werden
       sich weniger sicher und willkommen fühlen.“ Das könne nicht nur
       gesellschaftlich spalten, sondern auch dazu führen, dass Migrant:innen,
       darunter Fachkräfte, aus Mecklenburg-Vorpommern wegzögen. Auch um die
       Zukunft seines Vereins sorge Khamis sich. Dieser wird staatlich finanziert.
       Und die AfD würde das wohl beenden. Den politischen Richtungswechsel durch
       die jüngste Bundestagswahl hat der Verein bereits zu spüren bekommen – die
       Förderung wurde von fünf auf vier Jahre verkürzt.
       
       Ein gesellschaftliches Problem sieht Khamis darin, dass viele Menschen im
       Land keinen echten Kontakt zu Migrant:innen haben: „Sie bilden sich ihr
       Bild dann daraus, was die Medien über Migranten berichten.“ Dort stünden
       meist Fehlverhalten oder Kriminalität im Fokus, über die Leistungen und
       gesellschaftlichen Beiträge migrantischer Personen würde hingegen weniger
       berichtet.
       
       Um das Problem zu lösen, brauche es mehr Begegnungen zwischen Menschen mit
       und ohne Migrationshintergrund, sagt Khamis. Daher richten sich die
       Veranstaltungen von Migranet auch ausdrücklich an Personen ohne
       Migrationshintergrund. „Wir Migrant:innen brauchen mehr Unterstützung
       von den Menschen, mit denen wir hier gemeinsam leben“, sagt er.
       „Integration ist keine Einbahnstraße. Sie funktioniert, wenn Menschen
       Verantwortung füreinander übernehmen.“
       
       Schmiedet Bündnisse!
       
       Dagmar Freyberg-Schumann wird ihren Berliner Dialekt einfach nicht los.
       Seit 1972 lebt sie in Halle (Saale), kam zum Studieren hierher, arbeitete
       seit 1984 im Waggonbau. Nach der Wende wird ihr Betrieb erst von Bombardier
       übernommen. Als Referatsleiterin in der Personalabteilung muss sie dann
       aber später nach und nach viele Kolleg:innen entlassen, schließlich das
       Werk 2005 ganz schließen. Bis zum Renteneintritt 2020 arbeitet
       Freyberg-Schumann selbstständig.
       
       Geholfen hat der heute 72-Jährigen in dieser ganzen Zeit, nicht alleine zu
       bleiben. Sie habe schon immer einen großen Freundeskreis gehabt, habe sich
       immer vernetzt. Zu DDR-Zeiten war sie sogar im Nationalrat der Nationalen
       Front, einer Dachorganisation der Parteien und Massenorganisationen.
       
       Jetzt ist Freyberg-Schumann bei den Linken, in der IG Metall sowie
       stellvertretende Landesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des
       Naziregimes –Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Und
       seit 2021 ist sie auch Oma gegen Rechts in Halle. Schon ihre eigene Oma
       habe ihr den Schwur von Buchenwald in die Wiege gelegt, erzählt sie: „Der
       Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal“,
       heißt es darin.
       
       Die Omas gegen Rechts in Halle sind legendär, weil sie sich jahrelang mit
       Trillerpfeifen und Blockaden auf dem örtlichen Marktplatz der
       rechtsradikalen Person Marla-Svenja Liebich entgegenstellten. Und weil sie
       das Verfahren wegen Volksverhetzung vorangetrieben haben, durch das Liebich
       schließlich verurteilt wurde. Ohne Unterstützung hätten sie das nicht
       geschafft.
       
       „Man muss immer Bündnisse schaffen, dann ist man stärker“, sagt
       Freyberg-Schumann. Ganz konkret kann das auch bedeuten, dass junge Antifas
       die Omas schützen. „Wir können ja nicht mehr so einfach wegrennen, wenn uns
       jemand angreift. Wenn man zusammensteht, ist man immer stärker.“
       
       Aktuell organisieren die Omas gegen Rechts in Halle Lesungen des Buchs
       „Unsere Töchter, die Nazinen“, oder sie gehen in die Außenstadtbezirke,
       etwa nach Heide-Nord, wo sie die Rechte des Grundgesetzes auf ein Laken
       geschrieben hatten. Passant*innen konnten dann Punkte vergeben für
       alles, was ihnen wichtig ist. „So kommt man ins Gespräch, nur so ein
       Infotisch bringt ja nichts“, sagt sie.
       
       Ein Ausflug nach Bitterfeld oder Köthen ist auch geplant, da kann Dagmar
       Freyberg-Schumann aber nicht mitfahren. Seit sie durch die Pflege ihres
       Manns nicht mehr so mobil sei, übernehme sie eben mehr
       Koordinationsaufgaben vom Sofa aus. „Bei uns gilt: Jeder, soviel er kann.“
       Und das immer im Verbund. Für den 29. August plant das Bündnis Halle gegen
       Rechts eine große Demonstration für Demokratie. Mitten drin: die Omas gegen
       Rechts.
       
       10 Jul 2026
       
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 (DIR) Kultur im Osten: Mehltau des Verdachts
       
       Künstler gelten in Ostdeutschland als Systemlinge, denen nicht zu trauen
       ist. Waren die Ziele partizipativer Kunst zu ambitioniert?
       
 (DIR) Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Die Stadt, aus der ich weggegangen bin
       
       Unsere Autorin Annett Gröschner hat vor 44 Jahren Magdeburg verlassen. Vor
       den Landtagswahlen blickt sie auf die Schätze – und die Zumutungen der AfD.
       
 (DIR) Verein Lamsa in Halle an der Saale: „Migration ist nur die Kirsche auf der Torte“
       
       Wer Integration und Demokratie fördert, würde unter einer AfD-Regierung ins
       Visier geraten. Trotzdem kämpft Waseem Aleed in Halle für mehr Teilhabe.
       
 (DIR) Recht auf Kultur: Das erste Theaterticket im Leben
       
       Nina Gühlstorff ist Regisseurin am Mecklenburgischen Staatstheater. Sie
       will Theater für alle machen und geht dafür ins Schweriner
       Plattenbaugebiet.
       
 (DIR) Der Hausbesuch: Einer, der im Osten bleibt
       
       Viele junge Menschen gehen weg aus dem Osten. Sebastian Hüller nicht. Er
       arbeitet als Admin, organisiert CSDs – und kandidiert für den Schweriner
       Landtag.
       
 (DIR) Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wo sich Protest formiert, ist die AfD schon da
       
       In Sachsen-Anhalt droht der Frust über Politik eine rechtsextreme Regierung
       an die Macht zu bringen. Wie konnte es so weit kommen?
       
 (DIR) OSTEN-Festival in Bitterfeld: „Nicht von der AfD diktieren lassen“
       
       Stärkt Kunst die Demokratie? In Bitterfeld soll sie Raum für Begegnung
       schaffen. Dort ist wieder OSTEN-Festival, diesmal kurz nach den Wahlen.
       
 (DIR) Rechter Kulturkampf: Das Anti-Antifa-Bündnis
       
       Rechte Medien schreiben einen Skandal um das Bündnis „Widersetzen“ herbei.
       Die CDU ist bei den Attacken indirekt behilflich – und schwächt
       antifaschistisches Engagement.
       
 (DIR) Nach den Widersetzen-Protesten in Erfurt: Angriff auf Verfolgte des Naziregimes
       
       Nach einer rechten Medienkampagne: Die Berliner Finanzverwaltung prüft laut
       Medienberichten die Gemeinnützigkeit des Verbands VVN-BdA.
       
 (DIR) Parteiprogramm in Sachsen-Anhalt: Noch kann man die AfD verhindern
       
       Die AfD in Sachsen-Anhalt gibt sich so siegesgewiss wie professionell.
       Teile ihres ideologischen Sofortprogramms sind umsetzbar, andere indes
       nicht.
       
 (DIR) Omas gegen rechts in Berlin: „Manche Jugendliche fangen an zu weinen“
       
       Die Berliner Omas gegen rechts gehen in Schulen, um Erstwähler zum Wählen
       zu animieren. Die Gespräche seien oft emotional, berichten zwei
       Aktivistinnen.
       
 (DIR) Rechtsextreme im Wahlkampf: AfD-Landesparteitag beschließt Machtübernahme im September
       
       Sachsen-Anhalts AfD wählt mitten im Wahlkampf den Vorstand neu und
       verkündet ein 100-Tage-Programm. Es beinhaltet viel Ideologie und nichts
       Soziales.
       
 (DIR) Antifaschismus nach vorne denken: Wir können gewinnen
       
       Die AfD war nie stärker, der Antifaschismus selten so bedrängt. Woran liegt
       das? Wie kann es sich ändern? Und woher Zuversicht nehmen, wenn vieles
       düster scheint?
       
 (DIR) AfD-Niederlagen im Kommunalen: Weiter kein AfD-Landrat in Sachsen-Anhalt
       
       Im Saalekreis wollte die AfD ihren ersten Landrat stellen, doch es gewinnt
       ein CDU-Mann. Nicht die einzige Niederlage für die Partei.
       
 (DIR) Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Der dicke braune Balken
       
       Die AfD wird laut Umfragen stärkste Partei bei der Landtagswahl in
       Sachsen-Anhalt. Selbst eine absolute Mehrheit ist nicht ausgeschlossen.
       Alle Grafiken zur Wahl.