# taz.de -- Bündnis für Zivilgesellschaft: Besser koordiniert gegen rechts
       
       > Engagierte Bürger:innen sollen gegen rechtsextreme Bedrohungen
       > geschützt werden. Dafür setzt sich nun ein breites Bündnis an
       > Organisationen ein.
       
 (IMG) Bild: Andre Lehmann (l-r, LSVD+), Karen Taylor, Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen, Holger Wilms, Anthropoi Bundesverband, Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), und Rüdiger Schuch, Diakonie Deutschland,
       
       „Die extreme Rechte versucht systematisch, die Grundfesten unserer
       Gesellschaft zu zerstören“, so Holger Wilms am Donnerstag im
       Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin. Der Vorsitzende des Anthropoi
       Bundesverbands moderierte die Pressekonferenz des Bündnisses „Zusammen für
       Demokratie“, das Bürger:innen unterstützen möchte, die von
       Rechtsextremen bedroht werden. „Das ‚nie wieder‘ ist jetzt“, sagt Wilms.
       
       Von Gewerkschaften über Greenpeace bis zur Diakonie [1][unterstützen über
       80 Organisationen die Solidaritätsvereinbarung]. „Das Eintreten für
       Demokratie ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, erklärte Rüdiger
       Schuch, der Präsident der Diakonie. Außergewöhnlich sei, dass, angesichts
       des politischen Drucks auf die Zivilgesellschaft, so viele unterschiedliche
       Organisationen zusammen arbeiten. Aber genau diese breite Koalition brauche
       es jetzt.
       
       Das Bündnis will diejenigen unterstützen, die sich für die Demokratie
       engagieren und dafür angegriffen werden – online, verbal oder mit
       körperlicher Gewalt. Konkret könne das so aussehen, dass Betroffene oder
       andere auf einen Fall aufmerksam machen oder das Bündnis selbst aktiv wird,
       erklärte Holger Wilms. Danach bewerte ein sogenannter
       Koordinierungsausschuss im Austausch mit den Betroffenen die Lage.
       
       Die Instrumente des Bündnisses seien vielfältig: ein Gesprächsangebot, eine
       Kampagne für mehr Sichtbarkeit, eine Rechtsberatung oder auch eine
       finanzielle Unterstützung. Am Ende seien alle Bündnispartner gefragt, zu
       entscheiden, ob eine Maßnahme umgesetzt wird. Nach der Presskonferenz sagt
       Holger Wilms der taz, das Budget von „Zusammen für die Demokratie“ liege
       für das erste Jahr bei 100.000 Euro. Angebote wie die Rechtsberatung seien
       davon ausgenommen, weil sie von Mitarbeiter:innen der Bündnispartner
       übernommen würden.
       
       ## „Solidaritätsvereinbarung“ notwendig
       
       Was das Bündnis nicht leisten könne, ist für Sicherheit zu sorgen, sagte
       Yasmin Fahimi. Sie ist die Präsidentin des Deutschen Gewerkschaftsbunds
       (DGB) und stellt klar, die öffentliche Sicherheit sei eine
       staatshoheitliche Aufgabe. Sie verwies auf einen geradezu exponentiellen
       Anstieg von [2][rechtsradikalen Straftaten] und Angriffen im Netz. Deswegen
       sei die „Solidaritätsvereinbarung“ notwendig: „Wenn einzelne angegriffen
       werden, dann stehen wir zusammen.“
       
       Andre Lehmann aus dem Vorstand des Verbands Queere Vielfalt sagte: „Vor
       einem Monat und zwei Tagen am 25. Juli hat der Regenbogen einen Riss
       bekommen.“ Der islamistische Anschlag auf den Berliner Christopher Street
       Day reihe sich ein, in eine steigende Zahl an Bedrohungen gegen queere
       Menschen – auch von Rechtsextremen. Gerade für queere Menschen, die
       angegriffen wurden, könne die rechtliche Beratung des Bündnisses eine Hilfe
       sein.
       
       Sophie Lampl ist die geschäftsführende Vorständin von Greenpeace
       Deutschland. Sie sagte, auch Bürger:innen, die sich friedlich für Umwelt
       und Naturschutz einsetzten, seien Anfeindungen ausgesetzt. Deshalb sei es
       für Greenpeace besonders relevant, Teil des Bündnisses „Zusammen für
       Demokratie“ zu sein, um solidarisch mit den Betroffenen zu sein.
       
       „Wenn Schwarze Kinder nicht mehr schwimmen gehen können, weil Erwachsene
       ihnen Gewalt androhen“, sagte Karen Taylor, dann sei nicht das
       Schwimmangebot das Problem, sondern der Rassismus. Taylor ist Vorständin
       der Bundeskonferenz der Migrant:innenorganisationen und
       gleichzeitig Mitglied des Vereins, der den Schwimmtag für Schwarze Kinder
       im Berliner Volksbad organisieren wollte. Der Schwimmtag musste wegen
       [3][rechter Berichterstattung] und der darauf folgenden rassistischen
       Anfeindungen abgesagt werden. Aus Sicht des betroffenen Vereins „Each One
       Teach One“ wünscht sich Taylor, dass künftig Bündnismitglieder sich über
       ihre Social-Media-Kanäle zu solchen Kampagnen äußern würden.
       
       27 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Umbau-von-Demokratie-leben/!6179364
 (DIR) [2] /Jahresbilanz-rechte-Gewalt-2025/!6197853
 (DIR) [3] /Schwimmbecken-vor-der-Volksbuehne-Bild-und-AfD-hetzen-gegen-schwarze-Community/!6203768
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Pascal Maier
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Zivilgesellschaft
 (DIR) Rechtsextremismus
 (DIR) Demokratie
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Berliner Volksbühne
 (DIR) wochentaz
 (DIR) Karin Prien
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kundgebung nach Volksbad-Eklat: Demonstrant*innen fordern Schutz vor Rassismus
       
       Vor dem Berliner Volksbad protestieren Hunderte für sichere Räume von
       schwarzen Personen. Rechte Streamer versuchen, die Demo zu stören.
       
 (DIR) Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt und MV: Die lebendigste Zivilgesellschaft der Republik
       
       Viele Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern versuchen, der
       AfD die Landtagswahlen zu vermiesen. 19 von ihnen verraten ihre Strategien
       
 (DIR) Umbau von „Demokratie leben“: Keine Zeit für Evaluationen
       
       Familienministerin Karin Prien baut „Demokratie leben“ um, obwohl die
       wissenschaftliche Bewertung noch aussteht. Kritik kommt von den Grünen.