# taz.de -- Roman
(DIR) Deutsch-dänisches Roman-Debüt: Die Gegenwart ist ein Archiv
Marie-Louise Monrad Møllers neuer Roman „Viel wichtiger ist jetzt die
Gegenwart“ erzählt eindrucksvoll nüchtern vom Sterben im Norden. Und vom
Erinnern.
(DIR) Roman „Michaela Kohlhaas“: Unmerklicher Umstieg auf ein paralleles Leben
Heike Geißler erfindet Kleist neu: Unbeirrbar schreitet in ihrem Roman die
Aussätzige „Michaela Kohlhaas“ dem eigenen Ende entgegen.
(DIR) Neuer Roman von Asako Yuzuki: Wie der Nilbarsch so der Mensch
Eine etwas zu enge Beziehung: Im neuen Roman der Bestsellerautorin Asako
Yuzuki geht es um Freundschaft und die Rolle der Frau in der japanischen
Gesellschaft.
(DIR) Neuer Roman von Ben Lerner: Transatlantisches Elysium
Ben Lerners neuer Roman gilt hierzulande bereits als Meisterwerk. Vor allem
ist er jedoch eine Versicherung, dass man Amerika nicht aufgeben darf.
(DIR) Booker Prize an Autorin Yang Shuang-zi: „Unsere Zwei“ gehen leer aus
Mit Yang Shuang-zi und „Taiwan Travelogue“ geht der Booker Prize 2026
erstmals an einen auf Mandarin verfassten Roman. Nominiert waren auch zwei
deutsche Autor:innen.
(DIR) Roman von Johann Reißer: In einem schönen Schwarzwaldtal
Wo heute Rheinmetall Kanonen fertigt: Johann Reißer nimmt in „Pulver“ auf
mitreißende Weise die Anfänge der deutschen Rüstungsindustrie in den Blick.
(DIR) Roman aus Japan „Die Fabrik“: Den Waldgeist bitte ignorieren
Hiroko Oyamada beschreibt Arbeit als totalen Zustand in „Die Fabrik“. Was
genau dort produziert wird, bleibt ebenso unklar wie der Sinn der
Tätigkeiten.
(DIR) Lara Rüter schreibt über „Affenliebe“: Die zwei Cousinen Rührung und Berührung
Eine Dichterin unter Affen: Lara Rüters poetische Annäherung an Primaten
vor und hinter Käfigstäben, „Affenliebe“.
(DIR) Neuer Roman von Birgit Birnbacher: Mutter und Sohn sind im Spielen nicht gut
Birgit Birnbacher schaut auch in ihrem neuen Roman dahin, wo zwischen
Mensch und sozialen Strukturen Reibung entsteht: „Sie wollen uns erzählen“.
(DIR) Roman von Sharon Dodua Otoo: Worte allein werden nicht helfen
In „So, in etwa, ist es geschehen“ erdrosselt die Protagonistin ihren Chef
mit einem Schal von FC Bayern München. Es ist ein Roman wie ein Geständnis.
(DIR) Roman von Yavuz Ekinci: Die Gewalt in Frage stellen
Der kurdisch-türkische Schriftsteller Yavuz Ekinci widmet sich in seinem
neuen Roman dem Leid, das der Krieg zwischen PKK und türkischer Armee
verursacht.
(DIR) Roman „Nelka“ von Svenja Leiber: Es kostet zu viel
Spätes Wiedersehen: Eine polnisch-jüdische Zwangsarbeiterin trifft in
Svenja Leibers Roman auf ihren einstigen Vorgesetzten und Vergewaltiger.
(DIR) Roman „Real Americans“: Aus dem Leben echter Amerikaner
Ein Generationenroman, der so langatmig wie didaktisch daherkommt: Rachel
Khongs „Real Americans“ erscheint mit viel Marketingtamtam.
(DIR) Debütroman von Saba Sams zu Mutterschaft: Eine Art Geschenk
Saba Sams begleitet in ihrem Debütroman „Wir sind das Leben“ zwei Frauen
auf dem Weg zur Geburt. Wie entsteht Familie ohne klassische romantische
Liebe?
(DIR) Neuer Roman von Elias Hirschl: Die schweigende Sekte vor deiner Haustür
Die Verschriftlichung der Verschriftlichung der Verschriftlichung: Elias
Hirschls Roman „Schleifen“ ist eine humorvolle Tour de Force durch die
Sprachphilosophie.
(DIR) Neuer Roman von Christoph Peters: Bildnis des Künstlers als Alkoholiker
„Entzug“ von Christoph Peters: Nicht nur von der Flasche muss sich der
Ich-Erzähler entziehen, auch von überholten Vorstellungen vom
Schriftstellerdasein.
(DIR) Roman von Kae Tempest: Vom Glück, ein Mann zu sein
„Ein Leben lang gesucht“ erzählt von einer dysfunktionalen Familie, einer
großen Liebe – und dem Gefängnis, das der Körper sein kann.
(DIR) Neuer Roman von Navid Kermani: Alles mit allem verzahnt
In seinem neuen Roman „Sommer 24“ schreibt Navid Kermani über das Jahr
2024. Das Psychogramm offenbart einen Alltag voller Instabilität.
(DIR) Kinder- und Jugendbücher im Frühjahr: Lakikak heißt Ziegenmist
Ein Kind lernt skaten, ein Hund lesen und Mirza eine neue Sprache.
Neuerscheinungen von Julie Flett, Enne Koens, Andreas Greve und Lena
Winkel.
(DIR) Leipziger Buchmesse: Belletristik-Preis geht an Katerina Poladjan
Odessa, ein bulgarischer Schwarzmeerort, eine Couch in Rom: Katerina
Poladjan rauscht durch Europa – und gewinnt dafür den Preis der Leipziger
Buchmesse.
(DIR) Debütroman „Fische im Trüben“: Ohne Lippenstift auf Deutschland warten
Elli Unruh schreibt vom kargen Leben der Russlanddeutschen in der
kasachischen Steppe. Damit ist sie für den Preis der Leipziger Buchmesse
nominiert.
(DIR) Len Deighton gestorben: Aus der Arbeiterklasse, gegen das Establishment
Sein Geheimagent Harry Palmer war mehr schrulliger Rebell als gelackter
Superheld. Der britische Autor Len Deighton erfand die Spionagewelt neben
James Bond neu.
(DIR) Roman „Toxibaby“ von Dana von Suffrin: Sie spielt mit dem Klischee, dass es eine Freude ist
Herzchen und Toxibaby lieben und hassen sich: Der dritte Roman der
Schriftstellerin Dana von Suffrin verschränkt amourösen und politischen
Wahnwitz miteinander.
(DIR) Ken Keseys Roman „Seemannslied“: Nach den Sonnenstürmen
Aus der amerikanischen Gegenkultur der 1960er ans Ufer der Gegenwart: Ken
Keseys prophetischer Roman über die 2020er Jahre erscheint in deutscher
Übersetzung.
(DIR) Shortlist Leipzger Buchmesse: Der Vergangenheit zugewandt
Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse stehen fest. Deutlich
erkennbar ist eine Hinwendung zum Geschichtlichen.
(DIR) Alfred-Kerr-Preis an Dietmar Dath: Viel Schreib, viel Ehr
Der Schriftsteller und „FAZ“-Redakteur Dietmar Dath erhält den
Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.
(DIR) Neuer Roman von Abbas Khider: Papier auf der Flucht
Ein Junge, seine Familie und die Mudschaheddin, die das Kalifat ausrufen.
Khiders Roman „Der letzte Sommer der Tauben“ funktioniert wie eine
Flaschenpost.
(DIR) Bühnenfassung von „Auf allen vieren“: Die Frau an der Klippe
Ein vierköpfiges Frauenkollektiv hat Miranda Julys Roman „Auf allen vieren“
in den Sophiensaelen in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen: Fritzi
Haberlandt und Meike Droste.
(DIR) Neue Romance von Colleen Hoover: Männer in Uniform
Colleen Hoover schreibt wieder einen Bestseller: Was schätzen Millionen
Leser:innen an der Lovestory von einer Autorin und einem Kleinstadtcop?
(DIR) Neuer Roman von Leïla Slimani: Das Leben der anderen
Drei Generationen: Mit „Trag das Feuer weiter“ beendet Leïla Slimani ihre
Romantrilogie über eine marokkanische Familie mit französischer Großmutter.
(DIR) Erpenbeck am Deutschen Theater Berlin: Zugriff aus der Halbdistanz
Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ ist nicht nur beliebter Abiturstoff,
auch auf die Bühne drängt er. Am DT versucht sich Alexander Eisenach daran.
(DIR) Horrorroman „Verbrenn das Negativ“: Die Todesfälle häufen sich
Josh Winnings neuer Roman ist gelungener selbstreflexiver Horror. Der Plot
ist so plausibel, wie ein Slasherplot eben sein muss.
(DIR) Michael Moorcocks Roman „Mutter London“: „Wenn ich durch London laufe, sehe ich Geschichte“
Michael Moorcock kennt man hierzulande als Fantasy-Autor der „Elric“-Saga.
Sein Meisterwerk „Mutter London“ zeigt ihn als britischen
Gesellschaftsromancier.
(DIR) Roman „Frau Fünf“ von Juliane Baldy: Ausgeträumte Zweisamkeit
Juliane Baldy erzählt in ihrem Roman „Frau Fünf“ die Geschichte einer
verlassenen Frau, die versucht klarzukommen – und scheitert.
(DIR) Roman von Marbel Sandoval Ordóñez: Rückkehr nach La Vega
Die ehemalige Journalistin Marbel Sandoval Ordóñez erzählt in „An einem
Seitenarm des Río Magdalena“ von einer Mädchenfreundschaft in der
kolumbianischen Provinz.
(DIR) Dänische Schriftstellerin Olga Ravn: Wenn sich Frauen zusammenschließen, macht sie das verdächtig
Olga Ravn ist eine der innovativsten Schriftstellerinnen Dänemarks. Ihr
neuer Roman führt tief hinein in die dunkle Zeit der Hexenverbrennungen.
(DIR) NDR-Hörspielfassung von „Halbinsel“: Der Kollaps der überhöhten Tochter
Kristine Bilkau hat für den NDR ein Hörspiel aus ihrem preisgekrönten Roman
„Halbinsel“ geschaffen. Der gewinnt dadurch an Intensität.
(DIR) Amir Gudarzi-Roman in Wien inszeniert: In einem Meer aus Styropor versinken
Am Schauspielhaus Wien inszeniert Sara Ostertag den Roman „Das Ende ist
nah“. Es geht um sexualisierte Gewalt in Iran, Flucht, Rassismus und
Ankommen.
(DIR) Wiedergefundener Roman über die NS-Zeit: Mopsas unbedingte Schwere
19 Jahre lang hat Dorothea Sternheim an ihrem Roman über die NS-Zeit
gearbeitet. 70 Jahre nach Vollendung ist „Im Zeichen der Spinne“ nun
erschienen.
(DIR) Schriftsteller Altıntaş über Trauer: „Ich bin mit bestimmten Männlichkeitsbildern aufgewachsen“
Der Schriftsteller Fikri Anıl Altıntaş setzt sich in seinem Roman mit dem
Tod seiner Mutter auseinander und wie Trauer patriarchal geprägt ist.
(DIR) Roman-Wiederentdeckung: Zwei Europas stehen sich gegenüber
Ob der Mensch durch und durch ein Deutscher ist, oder ob ihm das nur ab und
zu passiert. Eine Frage, aus einem Roman aus dem Zweiten Weltkrieg.
(DIR) Kriminalroman „Friesendämmerung“: Blut unterm Golfschläger
Sandra Dünschedes „Friesendämmerung“ ist ein Krimi aus dem Golfmilieu. Der
Streit um Windräder und illegale Müllentsorgung werden obendrauf gepackt.
(DIR) „Blinde Geister“ von Lina Schwenk: Doch Sprechen war unmöglich
Über drei Generationen hinweg: Lina Schwenk erzählt in ihrem Debütroman
feinfühlig von den Ängsten, die sich in Frauenkörper einschreiben.
(DIR) Anna Prizkaus Debütroman: Falsche Fährten
Wahr oder falsch, Glück oder Unglück? „Frauen im Sanatorium“ von Anna
Prizkau kreist um die wichtigen Fragen des Lebens in einem klugen Roman.
(DIR) Feministische Folklore aus Katalonien: Frauen, die den Teufel umarmen
Der neue Roman der katalanischen Autorin Irene Solá tanzt durch die
Jahrhunderte – widerspenstig, vulgär und zugleich poetisch.
(DIR) Verlag publiziert Mopsa Sternheim-Roman: Widerstandskämpferin, Lebensretterin, Autorin
„Tochter von“, „Geliebte von“– oft fand Widerstandskämpferin Mopsa
Sternheim (1905-1954) eher als Attribut Anderer Beachtung. Nun endlich als
Autorin.
(DIR) Autorin über Fitnessstudio-Roman „Gym“: „Schmerz spielt beim Training eine Rolle“
Verena Keßler hat ihren Roman „Gym“ in einem Fitnessstudio angesiedelt.
Ihre Protagonistin durchlebt dort die Abgründe der Selbstoptimierung.
(DIR) Roman „Geschichte des Klangs“: Soundtrack aus Wiese
In Ben Shattucks „Geschichte des Klangs“ machen sich zwei Männer Anfang des
20. Jahrhunderts auf, um Folksongs zu sammeln. Die Hauptrolle spielt die
Landschaft.
(DIR) Neue Romane über Mutterschaft: Die Überforderung ist total
Zwei aktuelle Romane beweisen, dass das Thema Mutterschaft noch lange nicht
erschöpft ist: Antonia Baums „Achte Woche“ und Claire Kilroys
„Kinderspiel“.
(DIR) Percival Everetts Roman „Dr. No“: Nichts ist mit Zeit verwandt
Percival Everetts „Dr. No“ ist ein echter Nerdroman. Philosophische
Gedanken und mathematische Exkurse fügen sich in einen Schurken-Plot ein.