# taz.de -- CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: „Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD“
> Bundeskanzler Merz räumt ein, dass sein Regierungskurs schlecht für die
> Wahl war, will aber daran festhalten. Spitzenkandidat Schulze zieht erste
> Konsequenzen.
(IMG) Bild: Merz und Schulze nach der Pressekonferenz an diesem Montag: Es sei klar, dass die CDU „nicht zur Tagesordnung übergehen“ könne
afp/dpa/rtr | CDU-Chef und [1][Kanzler Friedrich Merz] hat Konsequenzen aus
der Niederlage seiner Partei bei der [2][Wahl in Sachsen-Anhalt]
angekündigt. Er und die CDU seien „zutiefst schockiert“ über den hohen
Wahlsieg der AfD, sagte Merz am Montag in Berlin. „Das ist die schwerste
Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten auch eingefahren
hat.“ Es sei klar, dass die CDU „nicht zur Tagesordnung übergehen“ könne.
Merz bekräftigte aber die Notwendigkeit grundlegender Reformen in
Deutschland. Es gehe „um nicht mehr als die Zukunft unseres Landes und die
Chancen unserer Kinder und Enkelkinder“. Dies „dürfen wir nicht
verspielen“, betonte der CDU-Vorsitzende. „Deswegen ist meine
Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen.“
Die Reformen müssten dabei aber den Menschen besser erklärt werden, sagte
Merz. Er wisse, dass dies ein „Standardsatz“ sei, der häufig in der Politik
verwendet werde. Er reiche aber nicht mehr. „Wir müssen versuchen, ich
selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu
erreichen“, betonte der Kanzler. „Wir wissen, dass viele Menschen Angst
haben um ihre eigene Zukunft, um das wirtschaftliche Fundament, um ihre
soziale Absicherung.“
Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag deutlich vor
der regierenden CDU gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verpasst. Die vom
Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte
Partei konnte ihr Ergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen mehr als
verdoppeln. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze kamen
nur noch auf 17,2 Prozent. Ihr Wert wurde damit halbiert.
## „Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition“
Schulze hat bereits Konsequenzen angekündigt. „Ich bin dort als
Spitzenkandidat angetreten und werde daraus natürlich auch entsprechende
Konsequenzen ziehen“, sagte Schulze nach Sitzungen der Spitzengremien
seiner Partei in Berlin. Er kündigte an, dem CDU-Landesvorstand am Abend
einen Vorschlag für das weitere Verfahren zu unterbreiten. „Wir haben
[3][als CDU keinen Regierungsauftrag mehr], wir sind Opposition. Der
Regierungsauftrag liegt jetzt [4][bei der AfD]“, so Schulze.
Er wolle nun „alle Anstrengungen darauf richten, in der Koalition zusammen
mit der SPD eine neue, bessere, (…) Erzählung, einen besseren Überbau zu
ermöglichen, warum wir diese Reformen für notwendig und für richtig
halten“, sagte Merz. Seine Partei werde darüber auch in den nächsten Tagen
nochmals „intensiv“ diskutieren.
7 Sep 2026
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