# taz.de -- Wahlausgang in Sachsen-Anhalt: AfD verbieten oder verlieren
       
       > Sachsen-Anhalt zeigt, dass man Demokratiefeinden mit Debatten nicht
       > beikommt. Nur ein Verbot der Partei könnte die offene Gesellschaft
       > retten.
       
 (IMG) Bild: Besser ohne als mit Nazis, AfD-Wahlplakat in Magdeburg
       
       Es ist höchste Zeit. Allerhöchste Zeit für ein AfD-Verbot. Das hat [1][der
       Wahlausgang in Sachsen-Anhalt] deutlich gezeigt. Anders ist der Aufstieg
       des [2][Rechtsextremismus] nicht mehr aufzuhalten.
       
       Jahrelang haben die Parteien links der AfD versucht, die Rechtsextremen
       inhaltlich zu stellen. Sie haben das schärfste Schwert der demokratischen
       Debatte ins Feld geführt: das Argument. Weil man glaubte, dass Vernunft
       einfach siegen muss. Es wurden Brandmauern errichtet, um dem Feuer des
       Faschismus Einhalt zu gebieten. Es wurde zum Marsch der Demokrat:innen
       in die Wahllokale mobilisiert.
       
       Doch das Ergebnis ist fatal: Die AfD wächst und wächst und wächst. Weil die
       ausgewiesenen Verfassungsfeinde sich jedes Mal ins Fäustchen lachen können,
       wenn wieder jemand über die von ihnen hingehaltenen Stöckchen springt – und
       sie nochmals laut prustend erklären zu dürfen, wofür sie stehen:
       [3][Demokratieverachtung].
       
       Aufklärung hilft da schon lange nicht mehr. Es ist ja nicht so, dass die
       Massen nicht wüssten, wen sie da wählen. Sie wollen genau das: die
       Demokratie mithilfe der Demokratie aushebeln. Wenn sie sagen, dass sich
       endlich etwas ändern müsse, dann ist das genau so gemeint.
       
       Das ist offenbar so unglaublich attraktiv, dass sie nun an die Urnen
       strömen. Nie war die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt höher als an diesem
       Sonntag. Weil auch bisherige Demokratieabstinenzler unbedingt die AfD
       wählen wollten. Sie wollen liberal denkenden Menschen die Räume nehmen. Sie
       wollen alle, die nicht urdeutsch sind, aus dem Land vertreiben. Sie wollen
       die offene Gesellschaft schließen.
       
       Um da noch einen Fuß in die Tür zu bekommen, bleibt nichts anderes als ein
       Verbot – bei dem es nicht mal in erster Linie darum ginge, die
       Faschismusfans in die Schranken zu weisen. Sondern darum, den
       Demokrat:innen wieder Luft zu verschaffen – für eine inhaltliche
       Debatte ohne den ständigen Fokus auf die AfD.
       
       Es ist höchste Zeit für ein AfD-Verbot. Ohne Wenn und Aber. Und sofort. Nur
       eins liegt noch klarer auf der Hand. Dass das Verbot nicht kommen wird,
       weil die Mehrheit der Demokrat:innen es für undemokratisch hält, die
       Demokratie zu schützen. Die AfD aber wird nicht zögern und die ihr von der
       Demokratie gebotene Chance nutzen, alles Liberale zu verbieten.
       
       7 Sep 2026
       
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