# taz.de -- Entlastungspaket der Bundesregierung: „Fossile Antworten auf fossile Krise“
       
       > Der geplante Tankrabatt stößt nicht auf Begeisterung bei Umweltverbänden.
       > Auch Industrievertreter:innen sind enttäuscht – nur die IG Metall
       > nicht.
       
 (IMG) Bild: Die pauschale Senkung der Energiesteuer für Sprit ist teuer, sozial ungerecht und begünstigt große Spritschlucker
       
       Umweltverbände sind entsetzt über den zweimonatigen Tankrabatt, den die
       Bundesregierung zur Dämpfung der Spritpreise einführen will. „Die Regierung
       von Friedrich Merz begegnet einer fossilen Krise mit fossilen Antworten“,
       kritisiert Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser. Die pauschale Senkung der
       Energiesteuer für Sprit sei teuer, sozial ungerecht und begünstige große
       Spritschlucker, statt Alternativen wie Bus, Bahn und Elektroautos zu
       stärken.
       
       Das sieht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ähnlich. „Eine niedrigere Steuer
       auf Benzin und Diesel subventioniert das Schaufahren gegen den Klimaschutz
       mit spritdurstigen Fahrzeugen noch weiter – und spart keinen einzigen Liter
       Sprit“, sagt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Die Bundesregierung solle
       den Preis für das Deutschlandticket für mindestens 12 Monate auf 29 Euro
       senken.
       
       Damit weniger Sprit verbraucht wird, fordert die DUH zudem ein
       [1][Tempolimit von 100 Stundenkilometern auf Autobahnen,] 80 auf
       Landstraßen und 30 innerhalb von Orten. Das würde laut DUH jährlich 4,7
       Milliarden Liter Sprit einsparen.
       
       Union und SPD wollen [2][für zwei Monate die Energiesteuern auf Diesel und
       Benzin um 17 Cent pro Liter reduzieren]. Einen ähnlichen Tankrabatt hatte
       die Ampelregierung 2022 als Reaktion auf die steigenden Energiepreise nach
       dem russischen Angriff auf die Ukraine eingeführt – damals allerdings
       kombiniert mit dem Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr.
       Zuschüsse für Busse und Bahnen sind diesmal nicht vorgesehen. Die
       Bundesregierung will außerdem das Verbrenner-Aus aufweichen.
       
       ## Der Tankrabatt der Ampel war verpufft
       
       Viele zweifeln, ob der Tankrabatt diesmal bei den Bürger:innen ankommt.
       Der ADAC, der ökologische Verkehrsclub VCD und
       Verbraucherschützer:innen erinnern daran, dass die Mineralölkonzerne
       2022 die Steuersenkung nicht vollständig weitergaben. „Wenn die
       Energiesteuer gesenkt wird, muss hart kontrolliert werden, dass die
       Entlastung vollständig weitergegeben wird“, fordert die Chefin des
       Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Ramona Pop.
       
       Auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) zeigt sich enttäuscht
       über die Ergebnisse des Koalitionsausschusses. „Die befristete Senkung der
       Mineralölsteuer kann zwar Unternehmen in der akuten Krise etwas entlasten,
       löst aber nicht die viel größeren Probleme der Energie- und
       Rohstoffversorgung, die sich angesichts des Iran-Konflikts ergeben“, sagt
       BDI- Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner.
       
       ## IG Metall zufrieden
       
       Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist skeptisch. Zwar sei der
       Tankrabatt ein erster richtiger Schritt zur Entlastung der Bürger:innen,
       sagt Verdi-Chef Frank Wernecke. Aber die Pläne der Koalition blieben
       deutlich hinter dem Notwendigen zurück. „Weder bringt die Koalition den Mut
       auf, die Gewinnmargen auf Kraftstoffe zu begrenzen, [3][wie das unter
       anderem in Luxemburg und Belgien] erfolgreich durchgeführt wird, noch gibt
       es konkrete Pläne dazu, die Übergewinne der Konzerne gesondert zu
       besteuern“, kritisiert er.
       
       Weitgehend zufrieden mit den Koaltionsbeschlüssen ist dagegen die IG
       Metall, die Beschäftigte aus der Autoindustrie vertritt. Sie hatte ein
       Aufweichen des Verbrenner-Aus gefordert. „Die pragmatische Sicht der IG
       Metall auf den Weg zu einer klimaneutralen Automobilindustrie ist
       angekommen, das begrüßen wir“, heißt es in einer Erklärung der
       IG-Metall-Spitze.
       
       13 Apr 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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