# taz.de -- Hohe Energiepreise: IWF kritisiert Tankrabatt, weil Reiche besonders profitieren
       
       > Der Internationale Währungsfonds sieht in Tankrabatten „unkluge
       > Maßnahmen“. Er warnt Regierungen davor, Fehler aus der Energiekrise 2022
       > zu wiederholen.
       
 (IMG) Bild: Tankrabatt? Keine gute Idee, sagt (nicht nur) der IWF
       
       dpa | Der [1][Internationale Währungsfonds] (IWF) hält nichts von
       temporären Maßnahmen [2][wie Tankrabatten zur Abfederung hoher
       Energiepreise]. Zwar sei die Versuchung für Regierungen groß, den
       Preisanstieg mittels Obergrenzen oder Senkungen der Kraftstoffsteuer
       einfach zu stoppen. „Dies sind jedoch unkluge Maßnahmen“, heißt es in einem
       Briefing der Organisation zu Europa. Eine nicht zielgerichtete
       Unterstützung komme überproportional einkommensstarken Haushalten zugute,
       weil diese mehr Energie verbrauchten.
       
       Der IWF beruft sich dabei auf Erkenntnisse aus der Energiekrise infolge des
       Beginns des Ukrainekrieges 2022. Nun sollten die europäischen Regierungen
       die „kostspieligen Fehler nicht wiederholen“.
       
       „Umfassende und unbefristete Unterstützungsmaßnahmen lassen sich nur schwer
       wieder rückgängig machen und sollten vermieden werden.“ Der IWF bemängelte
       zudem, dass derartige breit angelegte Maßnahmen den Anreiz für Menschen und
       Unternehmen unterdrücke, ihren Verbrauch zu senken und in Alternativen und
       mehr Effizienz zu investieren.
       
       Den IWF-Angaben zufolge hätten europäische Regierungen damals
       durchschnittlich 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für
       Energiehilfspakete ausgegeben. Die Bilanz: „Mehr als zwei Drittel davon
       waren nicht zielgerichtet.“
       
       ## IWF rät gezielte Entlastung ärmerer Menschen
       
       Eine Analyse der Organisation habe gezeigt, dass lediglich 0,9 Prozent des
       BIP erforderlich gewesen seien, um für die unteren 40 Prozent der Haushalte
       die gesamte Energiekostensteigerung vollständig zu kompensieren. Zwischen
       Juni und Ende August 2022 hatte etwa die Bundesregierung infolge des
       Ukrainekrieges ebenfalls die Steuer auf Kraftstoffe gesenkt.
       
       [3][In Deutschland ist ein Tankrabatt geplant]: Die Koalitionsspitzen von
       CDU, CSU und SPD wollen angesichts des derzeitigen Engpasses die Steuern
       auf Diesel und Benzin zur Abfederung hoher Preise um jeweils rund 17 Cent
       brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate senken. Die reduzierten
       Steuersätze sollten vom 1. Mai bis 30. Juni gelten, heißt es in einem
       Entwurf. Derzeit befasst sich der Bundestag mit dem Entwurf, der Bundesrat
       könnte den Tankrabatt dann endgültig am 24. April beschließen.
       
       17 Apr 2026
       
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