# taz.de -- Neuer Proteste von Fridays for Future: Danke, Katherina Reiche
> Die Klimabewegung hat bisher nicht an ihre Erfolge von 2019 anknüpfen
> können. Sie könnte aber vom jetzigen Momentum der Spritpreiskrise
> profitieren.
(IMG) Bild: Wird Katherina Reiche jetzt Ehrenmitglied der Klimabewegung?
Während Benzin, Diesel, Öl und Gas infolge des Irankriegs immer teurer
werden, will die Bundesregierung bei E-Mobilität und Ausbau der
erneuerbaren Energien auf die Bremse treten. Diese hanebüchene Politik
nimmt sich die Klimabewegung zum Anlass, wieder auf die Straßen zu gehen:
Am Samstag [1][will ein breites Bündnis] „Zehntausende“ auf Demonstrationen
in Berlin, Hamburg, Köln und München mobilisieren. Es ist ihre beste Chance
seit Langem, wieder zu der Macht zu werden, die sie vor der Coronapandemie
war.
Denn die fossile Ideologie von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und
Kanzler Merz wird dieser Tage genauso deutlich wie der Unwille oder das
Unvermögen der SPD-Spitze, sich dagegen zu wehren. Es ist nicht
vermittelbar, warum die Koalition die Antriebswende hin zum E-Auto
ausbremsen will, während alle Verbrenner-Fahrer*innen derzeit unter den
hohen Spritpreisen leiden.
Das versteht selbst im autoversessenen Deutschland kaum jemand: Um das zu
sehen, reicht ein Blick auf die unterirdischen Beliebtheitswerte Reiches,
die Galionsfigur der Fossilfanatiker*innen in der Bundesregierung.
Dazu kommt: Die Energiewende [2][verläuft zwar nicht schnell genug, um
Deutschlands Klimaziele zu erreichen], aber zunehmend profitieren Menschen
von ihr: Handwerker*innen mit langen Wartelisten, die Wärmepumpen
einbauen und Solaranlagen anschließen. Hausbesitzer*innen, die mit eben
diesen Anlagen Strom für den Eigenbedarf erzeugen.
Hunderttausende, die für Unternehmen in der Erneuerbarenbranche,
Kreislaufwirtschaft oder Nachhaltigkeitsforschung arbeiten. Die
Energiewende hat in Deutschland inzwischen eine vielfältige Lobby.
Die Klimabewegung kann sich für die Mobilisierung auf gefestigte Strukturen
verlassen – immerhin war sie maßgeblich daran beteiligt, im Januar 2024 die
größten Demonstrationen der bundesdeutschen Geschichte gegen die AfD zu
organisieren.
Bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung bereit ist, dem berechtigten
Druck der demokratischen Zivilgesellschaft nachzugeben.
15 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Klimapolitik-der-Bundesregierung/!6166182
(DIR) [2] /Klimaschutzprogramm-der-Bundesregierung-Ein-Plan-gegen-die-eigene-Politik/!6165698
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Katherina Reiche
(DIR) Energiewende
(DIR) Klimabewegung
(DIR) Verbrenner
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) GNS
(DIR) Schwerpunkt Klimaproteste
(DIR) Bundesregierung
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) SPD CDU Koalition
(DIR) Energie
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Entlastungsprämie: Arbeitgeber dämpfen Erwartungen
Arbeitgeber können ihren Beschäftigten 2026 eine steuerfreie Prämie von
1.000 Euro zahlen. Der Arbeitgeberverband übt Kritik und sagt: Es werden
deutlich weniger sein.
(DIR) Bundesregierung zu EU-Plänen: Beim Klimaschutz „einen Gang runterschalten“
Die Bundesregierung hat die Aufweichung von Verbrenner-Aus und
Flottengrenzwerten besiegelt. Die deutsche Umwelthilfe spricht von einem
„klimapolitischen Desaster“.
(DIR) Steuerfreie 1.000-Euro-Prämie: Wen Schwarz-Rot entlasten will – und wer leer ausgeht
Die Bundesregierung will Unternehmen ermöglichen, Beschäftigten steuerfrei
eine Prämie auszuzahlen. Zahlreiche Menschen werden davon nichts haben.
(DIR) Entlastungspaket der Bundesregierung: „Fossile Antworten auf fossile Krise“
Der geplante Tankrabatt stößt nicht auf Begeisterung bei Umweltverbänden.
Auch Industrievertreter:innen sind enttäuscht – nur die IG Metall
nicht.