# taz.de -- Koalitionsausschuss von Union und SPD: Weniger Steuern auf Sprit und auf Krisenboni für Arbeitnehmer
> Die Koalition will Spritpreise durch Steuerbegrenzung senken.
> Arbeitnehmer:innen können steuerfrei 1.000 Euro Krisenbonus
> bekommen. Weitere Reformen nur angedacht.
(IMG) Bild: Erleichternd: Die Koalitionspolitiker:innen am Montagmorgen bei der Pressekonferenz
dpa/afp/rtr/epd/taz | Die schwarz-rote Koalition plant angesichts der hohen
Spritpreise eine Entlastung der Autofahrer und der Arbeitnehmer. Dazu soll
die Energiesteuer bei Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro
Liter gesenkt werden, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag
nach zweitägigen Gesprächen der Koalitionspartner am Wochenende. Die
Begrenzung gilt aber nur für zwei Monate.
„Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die
Betriebe im Land verbessern“, sagte Merz. Er fügte hinzu, er erwarte, dass
die Mineralölwirtschaft die Entlastung direkt und ohne Einschränkung an die
Verbraucher weitergebe.
Union und SPD wollen es zudem Arbeitgebern ermöglichen, Krisen-Boni von bis
zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei an ihre Beschäftigten zu zahlen. Zur
Gegenfinanzierung werde die Tabaksteuer schon im Jahr 2026 erhöht, geht aus
einem Beschlusspapier hervor.
Die Instrumente sind Teil eines größeren Pakets, auf das sich die
Regierungskoalition verständigt hat. Dazu gehören auch Reformen der
gesetzlichen Krankenversicherung und eine Steuerreform für untere und
mittlere Einkommen zum 1. Januar 2027.
„Das ist erst der Anfang“, sagte Merz. Es sei der Auftakt zu einer Reihe
von Beratungen mit dem Ziel, den Staat „moderner und gerechter“ zu machen
und die Zuversicht der Menschen in die Funktionsfähigkeit des Landes zu
stärken. Als Ursache für die hohen Energiepreise nannte der Kanzler den
Krieg zwischen den USA und Iran. Die Verhandlungen über einen
Waffenstillstand seien am Vortag vorläufig abgebrochen worden. Der
US-Präsident habe zudem eine Blockade der Straße von Hormus angekündigt,
woraufhin der Ölpreis über Nacht wieder auf über 100 Dollar je Barrel
gestiegen sei.
Die Spitzen des Regierungsbündnisses [1][hatten am Wochenende über
Entlastungen] angesichts der hohen Energiepreise infolge des Irankrieges
und anstehende Sozialreformen gesprochen. [2][Zuvor hatte es tagelang
heftigen Streit gegeben.] Am Montagmorgen luden die Parteien in das
Bundeskanzleramt in Berlin ein. Dort traten die Vorsitzenden Bärbel Bas und
Lars Klingbeil von der SPD, Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU und
Markus Söder von der CSU vor die Vertreterinnen und Vertreter der Medien.
## Noch nichts Konkretes zu Krankenkassen und Steuerreform
Der Bundeskanzler sieht die schwarz-rote Koalition trotz der internen
Debatten auf Reformkurs. Die Koalitionsspitzen hätten bei ihrem Treffen am
Wochenende in einer schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation
konkrete Beschlüsse gefasst, sagte der CDU-Vorsitzende am Montag.
Man habe angesichts der steigenden Energiepreise unmittelbare Hilfen
beschlossen und zugleich zwei große Reformprojekte angepackt, sagte Merz.
So habe man sich mit der gesetzlichen Krankenversicherung und dem Haushalt
für 2027 beschäftigt sowie eine Steuerreform für untere und mittlere
Einkommensgruppen zum 1. Januar 2027 verabredet. An deren Details werde
jetzt intensiv gearbeitet. „Das sind große Reformvorhaben“, sagte Merz.
## Autofahren 6,7 Prozent teurer als vor einem Jahr
Vor allem der Ölpreisschock wegen des Irankriegs hat Autofahren in
Deutschland deutlich verteuert. Aber auch die Preise für Reparaturen,
Inspektion und Versicherungen zogen verglichen mit dem Vorjahresmonat an,
wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. 6,7 Prozent mehr als ein Jahr
zuvor kosteten Waren und Dienstleistungen rund ums Autofahren im März
demnach. Die Verbraucherpreise insgesamt legten im selben Zeitraum um 2,7
Prozent zu.
Teurer wurde es vor allem an der Zapfsäule: Sprit kostete 20 Prozent mehr
als im März 2025. Die Dieselpreise zogen um 29,7 Prozent an, Superbenzin
war 17,3 Prozent teurer. Zudem mussten Autofahrer mehr zum Beispiel für
Reparaturen und Inspektionen (plus 4,1 Prozent) sowie die Kfz-Versicherung
(plus 1,4 Prozent) zahlen.
Anm. der Redaktion: Der Text wurde im Laufe des Tages mehrfach
aktualisiert.
13 Apr 2026
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