# taz.de -- Sprache
       
 (DIR) Ukrainischer Autor Andrej Kurkow: „Wir dürfen nicht die sowjetische Methode wiederholen“
       
       Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow im Gespräch über sein neues
       Kriegstagebuch, seine Familiengeschichte und Boule für Veteranen.
       
 (DIR) Die Wahrheit: Wer ist Iwer?
       
       Die Zahl der täglich gesprochenen Wörter ist in den letzten Jahren stark
       zurückgegangen. Der Zenit der sprachlichen Evolution ist überwunden.
       
 (DIR) Beschimpft in Hochkultur: Réservé aux piétons
       
       Die Berliner Umgangssprache hat viele Lehnwörter aus dem Französischen. Im
       Original klingen sie alle eleganter, sogar wenn sie schimpfend gebraucht
       werden.
       
 (DIR) Sprachwissenschaftler über Fußball: „Die Fußballsprache ist genauso alt wie der Fußball selbst“
       
       Der Linguist Simon Meier-Vieracker analysiert Fußballsprache und -phrasen.
       Ein Gespräch über Militärmetaphern, Traditionspflege und Veränderungen.
       
 (DIR) Ingeborg Bachmann und die Politik: Dichtung und Wahrheit
       
       Ingeborg Bachmann nahm in ihrem Schreiben stets die Gewalt in der Sprache
       in den Blick. Wo stand die Dichterin politisch?
       
 (DIR) Wie über Migration gesprochen wird: Revue der Fremd-Wörter
       
       Das aktuelle Vokabular für den Umgang mit Migration zeigt vor allem eines:
       Sie richtet sich allgemein gegen ein „zu viel an Anderen“.
       
 (DIR) Städtische Jugendhilfe in Hamburg: Stadt nutzte Flüchtlinge als günstige Betreuer
       
       Hamburg setzte in der Betreuung von Flüchtlingskindern jahrelang angelernte
       Sprach- und Kulturmittler ein. Nun werden sie vor die Tür gesetzt.
       
 (DIR) Grünen-Chef koffert Kanzler an: Banaszak erzählt, dass Merz „einen Scheiß“ erzählt
       
       Mit deftigen Worten rechnet Grünen-Chef mit dem Kanzler ab. Friedrich Merz
       müsse nicht an seiner Kommunikation arbeiten, sondern an seiner Haltung.
       
 (DIR) So wird man ja wohl noch reden dürfen: Crash! Boomer! Bang!
       
       Nach „Sportsfreund“ (2024) und „Baujahr“ (2025) wählt das Internet wieder
       das Boomerwort des Jahres. Und bitte: …
       
 (DIR) Die Wahrheit: Hochgestochene Minikalifen des Humors
       
       Als Freund italienischer Motorräder braucht es für lautes Gelächter
       unbedingt ein Übersetzungsprogramm aus dem wundervollen Stiefelianischen.
       
 (DIR) Künstlerbuch von Adib Fricke: Denken in Grundfarben
       
       Die Produktion von Sinn in der Kunst beruht oft auf Worten. Der Künstler
       Adib Fricke findet in seinem Buch dazu kritische Sprach- und Schriftbilder.
       
 (DIR) Historikerin über Zusammenhalt: „Diese Rhetorik ist maximal gefühlig“
       
       Als Gegenbegriff zur Polarisierung wird gesellschaftlicher Zusammenhalt
       beschworen. Ein Gespräch mit Anna Pollmann über Grenzen politischer
       Begriffe.
       
 (DIR) Russische Buchmesse in Berlin: Mit Literatur gegen die „Schizo-Realität“
       
       Die zweite Exil-Buchmesse für russischsprachige Literatur in Berlin war
       größer und bunter als die erste Ausgabe. Es wurde kontrovers diskutiert.
       
 (DIR) Englischsprechende Expats: Aufgeschlossen und weltoffen? My ass
       
       Wenn Expats in Kneipen nur Englisch sprechen, wirken sie lässig. Bei
       Geflüchteten gilt dasselbe als verweigerte Integration. Das ist nicht fair.
       
 (DIR) Bedrohte Minderheitssprache: Neuer Lehramts-Studiengang soll Sorbisch an Schulen fördern
       
       Im brandenburgischen Senftenberg startet ein neuer Lehramts-Studiengang für
       das Fach Sorbisch/Wendisch. Das Land spricht auch von einem Experiment.
       
 (DIR) Wolf in Hamburg: Wer das Tier stört
       
       Die Begegnung zwischen Wolf und Mensch in Hamburg wird als Angriff
       dargestellt. Das ist falsch – und verdeckt, was aus dem Vorfall zu lernen
       ist.
       
 (DIR) Auslassungen über einen Modebegriff: Der Komplexitäts-Komplex
       
       Alle möglichen Sachverhalte sind heutzutage wahlweise „komplex“ oder
       „unterkomplex“. Das Wort wird nicht nur inflationär verwendet, sondern
       falsch.
       
 (DIR) Die Wahrheit: English for you
       
       Im DDR-Fernsehen gab es einst eine Sprachschulsendung mit zwei jungen
       Hauptdarstellern namens Dave und Jenny, die weniger Briten als Ostgoten
       waren.
       
 (DIR) Britischer Filmpreis Bafta: Eine Hommage an Manipur
       
       Die indische Filmemacherin Lakshmipriya Devi hat ihren Kinderfilm „Boong“
       in der Minderheitensprache Manipuri gedreht. Dafür wird sie jetzt gefeiert.
       
 (DIR) Deutschkenntnisse bei Schülern: Eine Mutter, viele Sprachen
       
       Mehrsprachigkeit wird oft als Problem statt als Chance betrachtet. Das ist
       schade, denn in Alltag und Wissenschaft sind wir längst weiter.
       
 (DIR) Marlies Krämer ist tot: Der Feminismus verliert eine „Inhaberin“
       
       Mit Marlies Krämer ist eine Verfechterin der Gendergerechtigkeit gestorben.
       Sie hat für weibliche Formulare und männliche Tiefdruckgebiete gekämpft.
       
 (DIR) Faschismus als Kampfbegriff: Goggelmoggels Sprachlektionen
       
       Sprache ist nicht nur ein Mittel zur gegenseitigen Verständigung. Sie wird
       mehr denn je zum Machtinstrument und damit auch zur Waffe.
       
 (DIR) Gestoppte Integrationskurse: Mitschwimmen im rechtspopulistischen Strom
       
       Das Bamf zahlt nicht mehr für freiwillige Integrationskurse. Das trifft
       nicht nur Geflüchtete und Vereine, es geht auch zulasten der
       Sozialstruktur.
       
 (DIR) Flensburgerin über ihre Stadtsprache: „Flütt mal über zu uns“
       
       Wenn Hilke Rudolph dieses Angebot macht, meint sie „Rutsch mal rüber“. Die
       Flensburgerin setzt sich für den Erhalt ihrer Stadtsprache Petuh ein.
       
 (DIR) Synchronsprecherin über das Sprechen: „Die Arbeit vitalisiert mich“
       
       Mit 19 Jahren bekam Luise Lunow ihre erste Rolle als Synchronsprecherin.
       Heute ist sie 93 und arbeitet immer noch, obwohl sie fast erblindet ist.
       
 (DIR) Nachrichtenplattform für Geflüchtete: Ankommen heißt abholen
       
       Lokaljournalismus auf Augenhöhe: „Amal“ gibt Geflüchteten eine Stimme und
       lässt sie in ihre neue Gesellschaft reinhören – in ihrer Muttersprache.
       
 (DIR) Die Wahrheit: Für mich soll’s rote Linien regnen
       
       Vom Verhandlungstisch zur industriellen Verwertung: Die EU will das nächste
       große Ding nach KI nicht verpassen und setzt auf neueste Technologie.
       
 (DIR) Verschwindende Sprachen: Und die Welt hebt an zu singen
       
       Eine Ausstellung im Berliner Humboldt Forum widmet sich der Verdrängung der
       globalen Sprachenvielfalt.
       
 (DIR) Russisch in der Ukraine: Kyjiw legt den Rückwärtsgang beim Sprachgesetz ein
       
       Die Ukraine streicht Russisch doch nicht von der Europaratsliste zum Schutz
       von Minderheitensprachen. Der Schutz ist in der Verfassung festgeschrieben.
       
 (DIR) Ukrainische Theatergruppe aus Lübeck: Der Einkaufswagen als Rednerpult
       
       Das Lübecker Ukrainische Freie Theater bringt Stücke auf Ukrainisch für ein
       deutsches Publikum auf die Bühne – etwa „Fluchtgeschichten der Tiere“.
       
 (DIR) Arbeit und Integration: Krieg und Pizza
       
       Für geflüchtete Ukrainer*innen ist der Weg in den Arbeitsmarkt schwer.
       Svitlana Kaidashs Weg vom Heizkraftwerk in Donezk in die Pizzeria in
       Brandenburg.
       
 (DIR) Erforschung des Niederdeutschen: Moin, Digger!
       
       Die Hamburger Fachstelle Niederdeutsch erforscht Dialekte, Identität und
       Sprachvariation und erstellt ein Mittelniederdeutsches Wörterbuch.
       
 (DIR) Neuer Film „Amrum“ von Fatih Akin: Nuurdfresk as en spriak! (Nordfriesisch ist eine Sprache)
       
       In „Amrum“ wird auch Nordfriesisch gesprochen. Damit rückt der Film eine
       Minderheitensprache ins Zentrum, die in Deutschland gerne überhört wird.
       
 (DIR) Kafka-Abend am Berliner Ensemble: Das Unentrinnbare verdichtet sich
       
       Barrie Koskys „K. Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas ‚Prozess‘“
       verknüpft eindrucksvoll Schumann, jiddisches Liedgut und Kafkas Texte.
       
 (DIR) Zum Tod des Philosophen John Searle: Mit Worten etwas tun
       
       Ihm war an der politischen Dimension von Sprache gelegen: Nachruf auf den
       US-amerikanischen Philosophen John Searle, der die Sprechakte bekannt
       machte.
       
 (DIR) Das Kreuz mit dem Neusprech: Vom Wortmüll zur neuen Perspektive, Digga!
       
       Neue Wörter aus der Jugend-, Management- oder Politsprache nerven. Manche
       sind aber auch ganz brauchbar.
       
 (DIR) Kinder fragen, die taz antwortet: Warum heißt Kissen Kissen und Tisch Tisch?
       
       Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Olivia, 6 Jahre alt.
       
 (DIR) Die Wahrheit: Durchreisende Rentner
       
       Eine einzige treffende Formulierung kann zu einem Anfall von
       Versschmiederitis führen, gegen die es aber ein schnelles Heilmittel gibt.
       Eine Glosse.
       
 (DIR) Sprache in Social Media: Grammatik immer sauber
       
       „fussballinguist“ Simon Meier-Vieracker klärt online humorvoll und mit
       fachlicher Expertise über die Eigenheiten der deutschen Sprache auf.
       
 (DIR) Die Wahrheit: Östrogenesser
       
       Tagebuch einer Frühnackten: Mit einem Fremden Freundschaft zu schließen,
       schließt nicht aus, dass es eine gemeinsame Vergangenheit gibt.
       
 (DIR) Offener Brief: Kulturstaatsminister Weimer spaltet, statt zu verbinden
       
       Die Initiative Queer Media Society hat einen offenen Brief an den
       Kulturstaatsminister geschrieben. Wolfram Weimers Genderverbot sei
       diskriminierend.
       
 (DIR) Ungewohnt verknüpfte Erzählungen: Stell dir vor, dein Körper ist von Fell umhüllt
       
       Autorin Regina Dürig erzählt in ihrem Erzählungsband „Frauen und Steine“
       von Bildhauerinnen und Wissenschaftlerinnen. Selbst Sexpuppen kommen vor.
       
 (DIR) Wolfram Weimers Gender-Verbot: Warum ich mich aus meiner Nationalsprache verabschiede
       
       Kulturstaatsminister und Feuilletonisten laufen Sturm gegen das Gendern und
       erklären die Gemeinheit zur Staatsräson. Unser Autor sagt: Es reicht.
       
 (DIR) Wolfram Weimers Genderverbot: Weg mit dem Wokismus
       
       Kulturstaatssekretär Wolfram Weimer will gendergerechte Sprache in seinem
       Haus verbieten. Damit macht er aus einem Nebenschauplatz einen Kulturkampf.
       
 (DIR) Sprache im Gazakrieg: Das Lexikon der Brutalität
       
       „Humanitäre Zonen“, „freiwillige Migration“, „Kollateralschaden“: Wie
       Euphemismen die Tötung von Zivilisten in Gaza akzeptabel erscheinen lassen.
       
 (DIR) Sprache in Zeiten des Kriegs: Soll man das Wort „kriegstüchtig“ verwenden?
       
       Wer kein Voll-Pazifist ist, sollte semantische Vermeidungsstrategien
       abstellen: „Kriegstüchtig“ sagt, worum es geht: einen Krieg führen zu
       können.
       
 (DIR) Die Wahrheit: Atlas der Tatsachen
       
       Warum gibt es eigentlich nicht längst ein Tatsachenamt? Schließlich
       behauptet das Amtsgericht schriftlich, „Tatsachen eingetragen“ zu haben.
       
 (DIR) Belarusische Autorin Tania Arcimovich: Der Garten im Kopf
       
       Sie fand das „Wir“ in der Pandemie und das Glück im Garten. Die
       belarusische Autorin Tania Arcimovich erzählt von Unterdrückung und dem
       Kampf dagegen.
       
 (DIR) Pfosten im Weinberg: Das härteste K in ganz Franken
       
       Stöcke tragen viele Namen: Prügel, Knüppel, Pflock. In Franken gibt es im
       Weinbau den Stickl, der erstaunlich unfränkisch ausgesprochen wird.
       
 (DIR) Loblied auf den Schatten: Erlösung in der Hitze
       
       Wie dankbar man an den heißen ersten Julitagen für schattige Plätze war!
       Sie waren Lebensräume und Oasen. Die Sprache hat das noch nicht erfasst.