# taz.de -- Gestoppte Integrationskurse: Mitschwimmen im rechtspopulistischen Strom
       
       > Das Bamf zahlt nicht mehr für freiwillige Integrationskurse. Das trifft
       > nicht nur Geflüchtete und Vereine, es geht auch zulasten der
       > Sozialstruktur.
       
 (IMG) Bild: Integrationskurs der Vokshochschule Oberhausen, Mai 2018: Kursleiterin Doris Könnings-Schmidt erklärt die Tücken der deutschen Grammatik
       
       Ohne transparente Kommunikation hat das Bundesamt für Migration und
       Flüchtlinge (Bamf) [1][Integrationskurse für bestimmte Zugewanderte
       gestoppt.] Das betrifft Asylbewerber:innen, Geduldete, Ukrainer:innen,
       Unionsbürger:innen, die nicht verpflichtet sind, einen solchen Kurs zu
       besuchen. Ihre Kurse will das Bamf nicht mehr bezahlen. An der Sprache
       hängen aber Teilhabe an der Gesellschaft, Bleibeperspektive, Mitbestimmung.
       Rund um die Sprachförderung wird von den Trägern oft Sozial- und
       Lernberatung angeboten, die mit den Kürzungen ebenfalls wegfallen. Der
       Hinweis vom Bamf, man könne ja als Selbstzahler:in teilnehmen, ist ob
       der hohen Kosten blanker Hohn.
       
       Die [2][Trägerlandschaft hat durch die Finanzierungsblockade wiederum mit
       Planungschaos, Einnahmeausfällen und struktureller Erosion zu kämpfen].
       Schon wieder. Denn prekäre Arbeitsbedingungen durch ständige Kürzungen und
       gleichzeitig höhere Anforderungen vom Staat sind der Normalfall. Verspätete
       Zahlungen seitens des Bamf mussten Träger schon früher abfedern. Außerdem
       haben sie in der Vergangenheit den besonders hohen Bedarf an Hilfe für
       Menschen aus Syrien oder der Ukraine organisiert. Jetzt können geplante
       Kurse nicht stattfinden, Lehrer:innen werden nicht bezahlt. Das betrifft
       auch andere Zugewanderte, die auf die Teilnahme angewiesen sind.
       
       Während [3][Spanien durch die Legalisierung einer halben Millionen
       Migrant:innen] zeigt, wie progressive und pragmatische
       Zuwanderungspolitik funktioniert, schwimmt Deutschland mit dem
       rechtspopulistischen Strom. Der aktuelle Angriff auf Integrationsstrukturen
       ist ein weiterer Baustein in der menschenfeindlichen Antimigrationspolitik
       von Alexander Dobrindt (CSU). Nicht nur an der Grenze abschrecken, sondern
       es auch vor Ort ungemütlich machen.
       
       What’s next? Die Kürzung im Bereich der Deutschkurse ist auch ein Angriff
       auf soziale Infrastruktur. Viele von ihnen arbeiten seit Jahren am Limit,
       oft projektfinanziert und immer unter Rechtfertigungsdruck. Werden Kurse
       gestrichen, brechen auch Expertise, Vertrauen und zivilgesellschaftliche
       Netzwerke weg.
       
       17 Feb 2026
       
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 (DIR) Leo Lührs
       
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