# taz.de -- Schwerpunkt Nationalsozialismus
       
 (DIR) US-Archiv und Nazivergangenheit: Wir spielen nicht mit bei eurem Gedächtnistheater
       
       Die digitale Öffnung des US-Nationalarchivs lässt viele Deutsche nach der
       NS-Geschichte ihrer Vorfahren suchen: ein Spektakel zur Gegenwartsflucht.
       
 (DIR) NS-Zeitzeuginnen: Gegen das Schweigen
       
       Bei einer Veranstaltung der Omas gegen Rechts berichten vier Zeitzeuginnen
       aus ihrer Kindheit in der NS-Zeit. Sie geben Einblicke in die deutsche
       Gesellschaft vor und nach 45.
       
 (DIR) Digitalisierte NSDAP-Akten: Die Suche nach dem Nazi-Opa führt über Washington
       
       Die National Archives der USA haben die Mitgliedsdatei der NSDAP online
       gestellt. Die Nutzung stößt an Grenzen und beweiskräftig ist sie auch nicht
       immer.
       
 (DIR) NS-Gedenken in Osnabrück: Aus der Mottenkiste hervorgeholt
       
       Um den richtigen Namen für den Lernort in der ehemaligen
       NSDAP-Parteizentrale in Osnabrück gab es jahrelang Streit. Fängt jetzt
       alles von vorne an?
       
 (DIR) Max Liebermann in Potsdam und Berlin: Dem Nationalismus trotzen
       
       Zwei Ausstellungen in Berlin und Potsdam stellen Max Liebermann als
       Strategen vor, der für Internationalität und ästhetischen Mut in der Kunst
       eintrat.
       
 (DIR) Razzien gegen rechtsextremen Verlag: Ein Schelm, der Böses denkt
       
       Der Verlag Der Schelm vertreibt seit mindestens zehn Jahren
       nationalsozialistische und antisemitsche Hetzschriften. Nun kam es zu
       internationalen Razzien.
       
 (DIR) Simson-Nachfahre über AfD-Propaganda: „Bizarr, was mit diesem Motorrad passiert“
       
       Die AfD will das Simson-Moped vereinnahmen. Dagegen wehrt sich ein
       Nachfahre der jüdischen Familie Simson. Und meldet sich aus New York zu
       Wort.
       
 (DIR) Zeichner zum Comic über Bunker Valentin: „Ein Comic funktioniert wie ein Abkühlbecken“
       
       Jens Genehr hat einen Comic über den U-Boot-Bunker Valentin in Bremen
       gemacht. Darüber spricht er in der Ausstellung „Das Unvorstellbare zeigen“.
       
 (DIR) Initiative für NS-Gedenken in Grunewald: Ein kleines Haus für die Erinnerung
       
       Architekt Wolfgang Göschel will am S-Bahnhof Grunewald ein Haus zu einem
       Lernort neben der Gedenkstätte für die Deportation der Berliner Juden
       machen.
       
 (DIR) Buch über Nazigegner im Prager Exil: Das Exil nebenan
       
       Hitler-Gegner wie Gabriele Tergit oder Alfred Kerr emigrierten in die
       Tschechoslowakei. In „Vertraute Fremde“ begibt sich Peter Lange auf ihre
       Spur.
       
 (DIR) Kult-Moped Simson gegen die AfD: Ein Fall von kultureller Aneignung
       
       Die Simson war in der DDR beliebt und ist heute Kult – vor allem unter
       Rechten. Jetzt wehrt sich die jüdische Simson-Familie gegen die
       Vereinnahmung.
       
 (DIR) Fotos von Deportationen: Wie die Lörracher bei Deportationen gafften
       
       Eine Tagung widmete sich dem Umgang mit Shoah-Überlebenden nach der
       Befreiuung. Über Traumata, die vererbt werden, und Fotos, die unbequeme
       Fragen stellen.
       
 (DIR) Mit den Erben über NS-Raubgut geeinigt: Georg Kolbes Tänzerinnenbrunnen wird restituiert
       
       Nach Kritik wegen des Umgangs mit seiner Objektgeschichte gibt Berlins
       Georg Kolbe Museum dessen Tänzerinnenbrunnen jetzt an die Erben zurück.
       
 (DIR) Oldenburger Museum erforscht Stifterin: Edith Ruß war „überzeugte Nationalsozialistin“
       
       Das „Haus für Medienkunst“ vollzieht den Bruch mit seiner früheren
       Namenspatronin mit einer Ausstellung. Die Stadt kehrt ihre Fehler unter den
       Teppich.
       
 (DIR) Attentat von Davos 1936: Ein Mord, den Hitler nutzte
       
       1936 erschießt ein jüdischer Medizinstudent den NSDAP-Funktionär Wilhelm
       Gustloff. Ein Attentat, das zeigt, wie früh Widerstand bereits möglich war.
       
 (DIR) Bank Credit Suisse: Hinweise auf Hunderte Konten mit Nazibezug
       
       Im US-Senat findet eine Anhörung zur Nazivergangenheit der Credit Suisse
       statt. Der Vorwurf: Knapp 900 Konten sollen Nazi-Verbindungen aufgewiesen
       haben.
       
 (DIR) Autor über Arisierung jüdischen Besitzes: „Der Holocaust war keine Veranstaltung der Nazis“
       
       Nahezu alle Deutschen waren beteiligt, indem sie profitierten, sagt Armin
       Flesch. Er recherchiert seit über zehn Jahren zur „Arisierung“.
       
 (DIR) Ausstellung in Winsen: Wo Nazikunst fast ohne Kontext gezeigt wird
       
       In einer Ausstellung über regionale Künstler*innen lässt das Winsener
       Museum im Marstall die NS-Verstrickungen fast gänzlich unerwähnt.
       
 (DIR) Berichterstattung über Holocaust: Welchen Horror wir erwarten
       
       Die bekannten Bilder des Holocaust strukturieren unser Erinnern. Doch was
       passiert, wenn Gewalt nur noch dort erkannt wird, wo wir sie erwarten?
       
 (DIR) Nationalsozialismus in Berlin: Eine Mauer aus erhobenen Armen
       
       Bei der „Köpenicker Blutwoche“ 1933 erprobten SS und SA offen den
       nationalsozialistischen Terror. Wichtig wäre Gegenwehr gewesen – doch die
       Zivilgesellschaft versagte.
       
 (DIR) Buch über deutsche Wirtschaftsgeschichte: Helden des nahtlosen Stahlrohrs
       
       Es heißt, 300 Männer könnten das Schicksal einer Nation verändern.
       Konstantin Richter erzählt anhand dieser These von Deutschlands
       wirtschaftlichem Aufstieg.
       
 (DIR) NS-Forscher über Gedenkkultur: „Zwischen Tätern und Opfern besteht ein geschichtliches Vakuum“
       
       Götz Aly kritisiert die Trennung von Täter- und Opfererzählungen. Ihm fehlt
       der Blick auf die Mehrheitsgesellschaft – auf Opportunismus, Feigheit und
       Mitläufertum.
       
 (DIR) Hamburger Appell zum Holocaust-Gedenktag: Gedenken nicht erst am St.-Nimmerleins-Tag
       
       Das Dokumentationszentrum zur Deportation der Sinti und Roma verzögert
       sich, weil ein Investor Steuern sparen will. 44 Aktive formulieren einen
       Appell.
       
 (DIR) Digitalisierung von NS-Opfer-Akten: Erinnerungskultur zum Mitmachen
       
       Zum Holocaust-Gedenktag starten die Arolsen Archives wieder die Aktion
       #everynamecounts. Jede:r kann helfen, Akten von NS-Opfern zugänglich zu
       machen.
       
 (DIR) Susanne Siegerts „Gedenken neu denken“: Uroma war kein Nazi, meinen die Jungen oft
       
       In ihrem Buch schlägt die Journalistin Susanne Siegert einen
       Perspektivwechsel beim Blick auf die Verbrechen während der NS-Zeit vor.
       
 (DIR) Erinnerung an NS-Verbrechen: Tötungsanstalt an der Havel
       
       In Brandenburg (Havel) stand eine Vernichtungsanstalt des
       NS-„Euthanasie“-Programms. Heute führen Menschen mit Behinderungen durch
       die Gedenkstätte.
       
 (DIR) Buch über „Hitlers queere Künstlerin“: Wie kann eine Person solche Widersprüche vereinen?
       
       Die Kunstwissenschaftlerin Nina Schedlmayer beleuchtet in einer Studie das
       widersprüchliche Leben der expressionistischen Malerin Stephanie
       Hollenstein.
       
 (DIR) KZ-Relikte in der JVA Lingen: Denkmalschutz schützt vor Verfall nicht
       
       An vier Baracken des einstigen NS-Emslandlagers XI Groß Hesepe nagt der
       Zahn der Zeit. Erhalten wollen sie viele. Geschehen ist wenig.
       
 (DIR) Vergangenheit der Nordwest-Zeitung: Entnazifizierung verbockt
       
       Der Gründer der „Nordwest-Zeitung“, Fritz Bock, war Nationalsozialist. Die
       Zeitung aber stellt ihn bis heute ohne Belege als Judenretter dar.
       
 (DIR) NS-Pläne zur Umgestaltung Berlins: Die ungebaute Stadt
       
       Krieg und Kapitulation verhinderten den Bau von Albert Speers
       Reichshauptstadt Germania, doch die Wunden im Stadtbild blieben. Eine
       Spurensuche.
       
 (DIR) Hermann Esser, eine deutsche Karriere: Hitlers Duzfreund
       
       Er war für Heimatliebe, Naherholung und Tourismus zuständig: Hermann Esser
       (1900 – 1981) – eine Biografie, wie sie bislang in keinem Buche stand.
       
 (DIR) 80 Jahre Wiederaufbau von Warschau: Zwei Gegenspieler für die Idealstadt
       
       Vor 80 Jahren wurde das zerstörte Zentrum Warschaus wiederaufgebaut – als
       sozialistische Musterstadt und rekonstruierte Altstadt, ohne jüdisches
       Leben.
       
 (DIR) Kulturzug zwischen Berlin-Wrocław: Letzte Fahrt der Versöhnung
       
       In einem besonderen Waggon finden Lesungen, Konzerte und Ausstellungen
       statt, die dem deutsch-polnischen Austausch dienen. Jetzt droht dem Projekt
       das Aus.
       
 (DIR) Hildesheim im Zweiten Weltkrieg: „Die Bilder des zerstörten Hildesheim ähneln denen aus Gaza“
       
       „Blüte – Zerstörung – Wiederaufbau“: In einer Ausstellung über Hildesheims
       Zerstörung im Zweiten Weltkrieg lassen sich Parallelen zu heute finden.
       
 (DIR) Diskussion über NS-Straßenname: Varel kommt nicht aus der Kriegsverbrecher-Sackgasse
       
       In der Tradition der NS-Propaganda heißt in Varel bis heute eine Straße
       nach Friedrich Bonte. Die Grünen wollen das ändern, die anderen nicht.
       
 (DIR) Porajmos-Gedenktag in Bremerhaven: „Auch Sinti und Roma wurden erfasst, entrechtet und verfolgt“
       
       Die Aufarbeitung der NS-Verfolgung der Sinti und Roma begann 35 Jahre nach
       Kriegsende. Am 16.12. wird in Bremerhaven der Gedenktag begangen.
       
 (DIR) Anklage wegen Hitlergruß: Unglaublicher Verdacht: Ist der Rechtsextreme ein Nazi?
       
       Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen AfD-Abgeordneten. Er soll im
       Bundestag einen Parteikollegen mit „Hackenschlag“ und „Hitlergruß“ begrüßt
       haben.
       
 (DIR) Sparkasse untersucht ihre Geschichte: Sparen für Volk und Führer
       
       Die Sparkassen profitierten in der NS-Zeit massiv von der Propaganda des
       Regimes. In Bremen wird das jetzt durch eine Studie nachvollziehbar.
       
 (DIR) Antiziganismus in der Polizei: Eine historische Kontinuität
       
       Sinti und Roma sind weiterhin antiziganistischer Diskriminierung durch die
       Polizei ausgesetzt, so ein neuer Bericht. Gefordert werden mehr
       Aufarbeitung und Beschwerdestellen.
       
 (DIR) Ausstellung über die „verbotenen Kinder“: Einer von ihnen heißt Volkmar „Hannes“ Harwanegg
       
       Im NS-Regime sollten Deutsche keine Beziehungen mit Zwangsarbeitern und
       Kriegsgefangenen eingehen. Doch mindestens 20.000 Kinder kamen zur Welt.
       
 (DIR) Kunsthistoriker über Restitution: „Woher kommt die Anmaßung gegenüber den Nachfahren?“
       
       Die Rückgabe von Raubgut geht manchmal mit der Projektion eigener
       moralischer Probleme auf die Interessen der anderen einher, sagt Gilbert
       Lupfer.
       
 (DIR) Aufgeladene Worte: Das angeblich Natürliche
       
       Eine Ausstellung im Berliner Deutschen Historischen Museum untersucht, wie
       sich der Begriff von Natur mit der deutschen Geschichte wandelte.
       
 (DIR) Auktion von Nazi-Dokumenten: 350 Euro für ein Hinrichtungspapier
       
       Ein Auktionshaus in NRW wollte Nazi-Dokumente über Häftlinge von
       Konzentrationslagern versteigern. Das ist verwerflich und gehört schlicht
       verboten.
       
 (DIR) Autor über Faschismus und Klimakrise: „Diese Familie steht für die Verbrennungskrisen der Welt“
       
       In Tommy Wieringas Roman „Nirwana“ geht es um die Verschränkung von
       Nationalsozialismus und fossiler Energie – am Beispiel einer realen
       Familie.
       
 (DIR) Aufarbeitung von NS-Geschichte: Die Sparkasse, der SA-Mann und die Synagoge
       
       Am 9. November 1938 wurde im hessischen Alsfeld die Synagoge in Brand
       gesteckt. Dann löschte die Feuerwehr – die Sparkasse wollte das Grundstück.
       
 (DIR) Neonazi-Familie Ritter bei Stern TV: Ergötzen am Leid der anderen
       
       Seit 30 Jahren filmt Stern TV das Leben von Familie Ritter. Teil davon:
       Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Hitlergrüße. Auf eine Einordnung lässt RTL
       warten.
       
 (DIR) NS-Aufarbeitung bei der DLRG: Verpasste Chance der Lebensretter
       
       Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft präsentiert eine Studie zu ihrer
       Rolle während der NS-Herrschaft. Eine wichtige Frage bleibt offen.
       
 (DIR) Kungelei um NS-Gutachten: Oldenburg verteilt posthumen Persilschein
       
       Edith Ruß, einstige Namensgeberin des Oldenburger Kulturhauses, war
       NS-Propagandistin. Eine Historikerin mit Nähe zum SPD-Bürgermeister
       ignoriert das.
       
 (DIR) Widerstand im Nationalsozialismus: Der Retter im Gefangenenlager
       
       Die Gedenkstätte Yad Vashem ehrt den Arzt Hans-Georg Früchte posthum als
       „Gerechten unter den Völkern“. Er hatte Juden in der Ukraine vor dem Tod
       bewahrt.
       
 (DIR) AfD verlegt Geschäftsstelle aufs Land: Flucht ins ehemalige NS-Musterdorf
       
       Die niedersächsische AfD hat ihre Zentrale mitten aufs Land in die Gemeinde
       Dötlingen verlegt. Sie hofft, dort den Protesten entkommen zu können.