# taz.de -- Feministische Brennpunkte: Feminist*innen aller Länder, hier braucht es euch
> Argentinien, USA, Russland – nahezu überall auf der Welt werden Frauen
> und Queers entrechtet. Wo Solidarität jetzt besonders notwendig ist.
(IMG) Bild: Frauen demonstrieren in der Türkei für Frauenrechte, gegen Femizide und Geschlechterdiskriminierung
Iran
Die Lage: Der Kampf um Gleichberechtigung in Iran geht weit über
geschlechtsspezifische Fragen hinaus; er ist zu einem nationalen,
zukunftsbestimmenden Thema geworden. Im Kern steht die tiefgreifende
Forderung, das Verhältnis zwischen Staat und Bürger neu zu definieren.
Dabei steht eine Gesellschaft, die auf Freiheit und Gleichheit zusteuert,
einer rechtlich-politischen Struktur gegenüber, die auf
institutionalisierter Diskriminierung und Paternalismus beruht: der
Islamischen Republik.
Sie ist viel mehr als eine Ansammlung vereinzelter diskriminierender
Bestimmungen; sie ist ein Modell sozialer Ingenieurskunst, das Frauen als
Bürgerinnen zweiter Klasse definiert und ihr Leben an Bedingungen knüpft.
Wirtschaft, Bildung, der Arbeitsmarkt und sogar das soziale Kapital des
Landes leiden unter diesem System. Eine Gesellschaft, die die Hälfte ihres
menschlichen Potenzials an den Rand drängt, schränkt effektiv ihre eigene
Fähigkeit zu Entwicklung, Kreativität und Wachstum ein.
Das braucht’s: Die Menschen in Iran haben in den letzten fünfzig Jahren
erlebt, dass Freiheit und Gleichheit nicht durch offizielle Verhandlungen,
Wahlgänge oder friedliche Proteste erreicht werden. Der Freiheitskampf ist
so zur alltäglichen Praxis geworden und wird spätestens seit der „[1][Frau,
Leben, Freiheit]“-Bewegung von Frauen und Männern Seite an Seite
ausgetragen.
Angesichts fortwährender brutaler Repressionen durch das Mullah-Regime –
mitermöglicht zumindest teilweise auch von der EU, die sich immer wieder
auf Deals mit der Islamischen Republik einließ – scheint das iranische Volk
nun gezwungen, den [2][Preis eines Krieges] zu zahlen, um die grundlegenden
Rechte zurückzuerlangen, die ihm geraubt wurden. Dabei kann es jede Art
feministischer Solidarität brauchen: mediale Aufmerksamkeit,
Solidaritätsaktionen, und Widerstand gegen an alle Hinterzimmer-Deals, die
kurzfristige geopolitische Stabilität über die Wünsche der Iranerinnen und
Iraner stellen. (mqu)
Argentinien
Die Lage: Argentiniens Präsident Javier Milei geht mit der Kettensäge gegen
die Rechte von Frauen, queeren und trans Menschen vor. Seit seinem
Regierungsantritt 2023 hat er das Ministerium für Frauen, Gender und
Diversität geschlossen, Programme für Geschlechtergerechtigkeit,
Gewaltprävention und Inklusion gestrichen und Hass verbreitet. Eine
Auswertung des Haushaltsentwurfs für 2026 zeigt, dass die Einsparungen der
Regierung in den Bereichen Gleichstellung, Bekämpfung
geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewährleistung sexueller und
reproduktiver Rechte dreimal so hoch sind wie die im restlichen Haushalt.
Ein Prozent der Stellen in den Behörden war bislang für [3][trans Personen
reserviert]. Die Aufhebung dieser Quote drängt viele von ihnen in die
Prekarität. Die Zahl an Hassverbrechen gegen LGBTIQ ist gestiegen. Die
Kürzung des Programms Acompañar für Opfer von geschlechtsspezifischer
Gewalt erschwert den Zugang zu rechtlicher und psychosozialer Hilfe. Auch
Programme für Sexualkunde und zur Prävention ungewollter Schwangerschaften
bei Jugendlichen wurden zusammengestrichen.
Das braucht’s: Gegen all diese Angriffe gibt es kontinuierlichen
Widerstand. Raquel Vivanco, Gründerin der feministischen Organisation
[4][Ahora que si nos ven], hofft dabei auf internationale Soliaktionen,
damit ihr Kampf „die ganze Welt erreicht“, sagt sie. Auch finanzielle
Unterstützung würde den feministischen Gruppen ermöglichen, „ihre Arbeit
fortzusetzen, Gewalt sichtbar zu machen und Betroffenen zu helfen“. (sbo)
China
Die Lage: Offiziell will die kommunistische Parteiführung die
Gleichstellung von Frauen. Tatsächlich erlitt der Feminismus in China in
den letzten Jahren aber herbe Rückschläge. Die Politik propagiert wieder
verstärkt patriarchale Rollenbilder, in gesellschaftlichen
Führungspositionen sind Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert.
Angesichts einer demografischen Krise will die Parteiführung die
Geburtenrate im Land erhöhen. LGBTQ- sowie feministische Gruppen, die sich
gegen patriarchale Zwänge einsetzen, nimmt sie als direkte Bedrohung wahr
und geht besonders vehement gegen sie vor.
Feministische Studentenklubs mussten zuletzt schließen. Zudem hat die
Zensur feministischer Inhalte in den sozialen Medien zugenommen. Und
regelmäßig werden Frauenrechtlerinnen kriminalisiert, besonders seit im
März 2015 die sogenannten [5][Feminist Five] in Peking verhaftet wurden.
Sie wollten im Vorfeld des internationalen Frauentags Flyer zu sexuellem
Missbrauch verteilen. Bei den historischen „Weißpapier“-Protesten gegen die
rigide Null-Covid-Politik Ende 2022 in Peking verhaftete die
Sicherheitspolizei dann gezielt Frauen. Sie vermutete, dass die
Rädelsführer der Demos aus dem feministischen Umfeld stammten.
Das braucht’s: Spendengelder oder Beziehungen ins Ausland werden
Aktivistinnen in strafrechtlichen Prozessen erschwerend zur Last gelegt.
Nicht immun ist die kommunistische Parteiführung gegen internationalen
öffentlichen Druck durch Berichterstattung und Solidaritätsaktionen. (kret)
Europäische Union
Die Lage: Die EU bleibt noch an vielen Stellen hinter dem Eigenanspruch
einer „Union der Gleichstellung“ zurück. Besondere Gefahren drohen Frauen
und queeren Menschen auf der Flucht. Und [6][die jüngste Reform der
EU-Grenzpolitik] dürfte diese Lage bald noch verschärfen. Die darin
vorgesehenen Schnellverfahren zur Beurteilung von Asylgründen für Menschen
aus bestimmten Ländern sollen in Quasi-Haftlagern nahe der Grenzen
stattfinden. Menschenrechtler*innen fürchten Zustände, wie einst im
Elendslager Moria auf Lesbos.
Pro Asyl sagt: „Damit Frauen etwa erlittene geschlechtsspezifische Gewalt
offenbaren können, braucht es Zeit, Sensibilität und eine unterstützende
Umgebung.“ Nichts davon dürfte in den Lagern zu finden sein. Queere
Geflüchtete dürfte es ähnlich treffen. Zudem müssen sie queerfeindliche
Gewalt durch andere Geflüchtete fürchten. Dementsprechend sind Haftlager
besonders schlecht geeignet, um solche Gewalt den Behörden gegenüber als
Fluchtgrund geltend zu machen.
Das braucht’s: Gerade angesichts der europaweiten Wahlerfolge rechter
Parteien ist Solidarität mit Geflüchteten nötig, etwa durch
öffentlichkeitswirksame Aktionen oder auch durch Spenden. Organisationen
wie zum Beispiel [7][Action for Women] oder [8][Odyssea] kümmern sich in
Griechenland um weibliche Geflüchtete. Das [9][Diotima Zentrum] hilft
queeren Menschen auf der Flucht. In Deutschland engagiert sich der Verband
Queere Vielfalt (LSVD) mit dem Projekt Queer Refugees Deutschland.(fre)
DR Kongo
Die Lage: In der Demokratischen Republik Kongo werden Frauen immer wieder
Opfer sexualisierter Gewalt. Sie arbeiten oft mit ihren Kindern auf den
Feldern und sind dort oder auf dem Weg zwischen Haus und Feld schutzlos
Angriffen von Bewaffneten ausgesetzt, die Lebensmittel plündern oder eine
als feindlich angesehene Bevölkerung einschüchtern wollen.
Die gezielte [10][Vergewaltigung von Frauen als Instrument zur gewaltsamen
Festigung von Herrschaft] über andere Bevölkerungsgruppen hat sich im Land
in den Kriegen der vergangenen 30 Jahre fest etabliert. Ein
Kriegsverbrechen, das Warlords und Generäle als Belohnung für sich und ihre
Kämpfer sehen. Der kongolesische Frauenarzt [11][Denis Mukwege mahnte im
Februar 2026 im taz-Interview], Vergewaltigungen nähmen im aktuellen Krieg
im Osten Kongos wieder stark zu.
Das braucht’s: Denis Mukwege gründete 1999 im ostkongolesischen Bukavu das
Panzi-Krankenhaus zur Heilung und Betreuung von Vergewaltigungsopfern. Für
seine Arbeit erhielt er 2018 den Friedensnobelpreis. Unzählige Frauen
verdanken dem Panzi-Krankenhaus und ähnlichen Strukturen ihr Leben – etwa
auch dem Krankenhaus [12][Heal Africa] in Goma. Beide Kliniken sind, wie
lokale Frauennetzwerke auch, auf finanzielle Unterstützung aus dem Ausland
angewiesen. Kongos Regierung hat zwar einen Fonds zur Unterstützung von
Opfern sexualisierter Kriegsverbrechen gegründet, dessen Gelder sind aber
in großem Umfang veruntreut worden.(dj)
Gazastreifen
Die Lage: Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist weiter katastrophal.
Nur auf etwa der Hälfte des Gebiets dürfen sich die palästinensischen
Zivilistinnen und Zivilisten noch aufhalten. Dort stehen sie unter der
Kontrolle der Hamas, die gegen Dissens brutal vorgeht. Hinzu kommt, dass
der Großteil der Wohngebäude zerstört oder schwer beschädigt ist. Müll- und
Abwasserbeseitigung funktionieren kaum. Sanitäranlagen werden meist von
sehr vielen Menschen benutzt. Die Märkte sind zwar wieder gefüllt, die
Güter kosten aber viel Geld. Und nach zwei Jahren Krieg ist ein großer Teil
der Bevölkerung ohne Arbeit. Von der humanitären Lage sind Frauen und
Kinder besonders betroffen. Hilfsorganisationen warnen etwa vor der
Verbreitung von Durchfallkrankheiten, vor allem unter Kindern. Auch
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind unter diesen Umständen äußerst
kräftezehrend.
Die vorhandenen Daten zeigen eine Übersterblichkeit bei Männern im
Gazastreifen. Teils, weil die Kämpfer der Hamas im Normalfall männlich
sind. Und weil Männer exponierter sind, etwa wenn sie versuchen, Hilfsgüter
zu ergattern oder Verwundeten nach Angriffen zu helfen. Zurück bleiben oft
alleinerziehende Frauen und Kinder, die – wie fast überall –
armutsgefährdeter sind. Außerdem gibt es Berichte, [13][etwa von der UN],
über sexuelle Gewalt seitens israelischer Soldaten gegenüber Frauen. Auch
erreichten die taz wiederholt Berichte zu Übergriffen durch Hamas-Kämpfer.
Unabhängig bestätigen lassen sie sich nicht.
Das braucht’s: Soll sich die Situation für Frauen und Kinder im
Gazastreifen ändern, muss der zugrundeliegende Konflikt gelöst werden.
Feministische Solidarität bedeutet hier also, die Zweistaatenlösung
einzufordern und medial sowie auf der Straße für Frieden und
Gleichberechtigung einzutreten. Bis das erreicht ist, braucht es
finanzielle Unterstützung für Organisationen, die daran arbeiten, das
unmittelbare Leid der Menschen zu lindern. [14][Cadus] etwa. (lks)
Russland
Die Lage: Russlands Gesellschaft erlebt seit einigen Jahren einen
beispiellosen Wandel, geprägt von zunehmender staatlicher Reglementierung.
Frauen stehen dabei besonders im Fokus. Seit den 1950er Jahren wurden ihre
reproduktiven Rechte, insbesondere der Zugang zu sicheren
Schwangerschaftsabbrüchen, nicht derart eingeschränkt wie jetzt, sagt die
Feministin und Juristin Julia Ostrowskaja. Privatklinken weigern sich unter
dem Druck des Staates immer häufiger, Abbrüche durchzuführen. Staatliche
Gesundheitseinrichtungen verzögern die Verfahren übermäßig lange. Das macht
Abtreibungen für außerhalb großer Metropolen lebende Frauen zum Privileg.
Seit 2024 gilt zudem ein gesetzliches Verbot für „kinderfreie Propaganda“.
Ostrowskaja sagt, diese Maßnahmen seien durch den [15][Geburtenrückgang und
Bevölkerungsschwund im Land motiviert]. Extrem verschärft hat sich die Lage
für queere Menschen. 2023 stufte das oberste Gericht die
[16][LGBTIQ-Bewegung als extremistisch] ein. Wer sich outet und verdächtigt
wird, sich in einer Gruppe zu organisieren, riskiert ein Strafverfahren.
Das braucht’s: Um sich vor staatlicher Verfolgung zu schützen, sind viele
feministische und queere Menschen gezwungen, Russland zu verlassen. Im
Ausland brauchen sie Unterstützung zum Erwerb eines Aufenthaltstitels. In
Deutschland leisten Vereine wie [17][Quarteera] Hilfe. Für in Russland
verbliebene Strukturen sei es wichtig, dass der Kontakt zu ihnen gepflegt
werde, sagt Ostrowskaja. Außerdem brauche es eine solidarische Haltung
internationaler Organisationen gegenüber russischen Feministinnen. (vbn)
USA
Die Lage: Kurz nachdem Donald Trump 2025 erneut als US-Präsident vereidigt
war, begann er, die [18][frauen- und LGBTIQ-feindliche Agenda der
MAGA-Bewegung] in Staatspolitik zu übersetzen. Er unterzeichnete einen
Erlass, der inter und trans Personen den dritten Geschlechtseintrag im
Reisepass verunmöglichen sollte. Und einen weiteren, um ihnen den Zugang zu
geschlechtsspezifischen öffentlichen Räumen wie Toiletten oder
Sportumkleidekabinen zu erschweren. Flankiert von einer beispiellosen
medialen Hetzkampagne gegen die „Gender Ideology“ – die immer wieder in
Gewalt mündet – folgten weitere politische Angriffe: Versuche, trans
Personen aus dem Militär auszuschließen, sowie ihnen den Zugang zu
Geschlechtsangleichungen oder Hormonbehandlungen zu verbauen.
Zeitgleich geht die US-Regierung unter dem Druck der an MAGA maßgeblich
beteiligten evangelikalen Christen immer neue Wege, [19][um die
reproduktiven Rechte von Frauen einzuschränken]. Die Abtreibungspille
„Mifepriston“ ist in vielen Bundesstaaten heute schwerer zu erhalten, als
noch unter Trumps Vorgänger. Zudem diskutiert die US-Regierung, das
Abtreibungsgesetz zur Bundessache zu machen und restriktiv einzuschränken.
Tech-Konzerne wie Meta und Google unterbinden derweil den freien Zugang zu
Informationen über Abtreibungen mittels Zensur oder KI-generierter
Falschinformation.
Das braucht’s: Der Widerstand gegen den antifeministischen Backlash in den
USA ist vielfältig, sagt Margaret Viggiani. Sie ist Teil des Vorstands der
Radical Women US. Mit ihrer Organisation mobilisiert sie regelmäßig für das
Recht auf Abtreibung oder gegen die Entrechtung von LGBTIQ-Personen. Sie
sagt, neben politischer Aufmerksamkeit und Soliaktionen sei die Vernetzung
mit internationalen Feminist*innen besonders wichtig. „Das gibt uns
viel Kraft und zeigt, dass wir nicht allein kämpfen.“ (tba)
Türkei
Die Lage: Unabhängige Frauenplattformen zählen jährlich Hunderte
[20][Femizide in der Türkei], meist durch (Ex-)Partner oder Angehörige.
Aktivistinnen kritisieren, dass Schutzanordnungen oft nicht durchgesetzt
werden und Täter regelmäßig mit Strafmilderungen rechnen können. Der
Austritt der Regierung von Recep Tayyip Erdoğan aus der Istanbul-Konvention
markierte 2021 einen Wendepunkt. Das international bindende Abkommen gegen
Gewalt an Frauen wurde per Präsidialdekret aufgegeben. Der politische
Backlash ist ideologisch flankiert. Bereits 2008 rief Erdoğan Frauen dazu
auf, mindestens drei Kinder zu bekommen, 2014 bezeichnete er Gleichstellung
als „gegen die Natur“. Dieses konservative Narrativ stellt Mutterschaft
über Selbstbestimmung. Kurdische Frauenbewegungen werden zusätzlich
kriminalisiert, Vereine geschlossen, Aktivistinnen inhaftiert.
Queere Lebensweisen werden in der Türkei mittlerweile als Bedrohung
„traditioneller Werte“ gebrandmarkt. Pride-Demonstrationen werden verboten
oder gewaltsam aufgelöst. Homosexualität ist zwar nicht strafbar, doch
umfassender gesetzlicher Diskriminierungsschutz fehlt.
Das braucht’s: Kontinuierliche mediale Aufmerksamkeit, finanzielle
Unterstützung unabhängiger Beratungsstrukturen, Schutzprogramme für
bedrohte Aktivistinnen. Zudem braucht es politischen Druck auf europäische
Institutionen, menschenrechtliche Verpflichtungen einzufordern.
Transnationale Netzwerke können dazu beitragen, die [21][Kämpfe türkischer
und kurdischer Feministinnen] sichtbar zu halten. (dyt)
Sudan
Die Lage: Der Krieg in Sudan hat besonders für Frauen verheerende
Auswirkungen. Vor allem die paramilitärische Miliz RSF, die im April 2023
in den Aufstand gegen die Militärregierung trat, setzt Vergewaltigung als
eines von vielen Mitteln ein, um ganze Bevölkerungsgruppen zu
terrorisieren. Das haben Menschenrechtsorganisationen und die UN
dokumentiert. In Sudans Westregion Darfur hat die RSF fliehende
Zivilist*innen abgefangen, die Männer getötet und die Frauen
vergewaltigt, berichtet Amnesty International über die Eroberung El Fashers
im Oktober 2025. Eine Frau zu sein, erhöhe in Sudan deutlich die
Wahrscheinlichkeit eines gewaltsamen Todes oder an Hunger zu sterben,
berichtete UN Women 2025.
Das braucht’s: Frauen tragen im Wesentlichen, was noch übrig ist von den
Basisorganisationen der Demokratiebewegung, die 2019 Sudans damalige
Militärdiktatur gestürzt hatte, aber kein Ende der Militärherrschaft
herbeiführen konnte. Aus den sogenannten Widerstandskomitees gingen im
Krieg die Emergency Response Rooms hervor, die Gemeinschaftsküchen und
medizinische Selbsthilfe organisieren. 2025 erhielten sie den
[22][Alternativen Nobelpreis]. Solche Strukturen gezielt und direkt zu
unterstützen, ist die kurzfristig effektivste Form der Solidarität mit
Sudans Frauen. Wichtig ist auch Hilfe für Überlebende sexualisierter
Kriegsverbrechen, denen die Flucht aus Sudan gelang. [23][Ihre Erlebnisse
müssen dokumentiert werden], damit später einmal die Täter verfolgt werden
können.(dj)
6 Mar 2026
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