# taz.de -- Kolumne Der Anstoß
(DIR) Verhütung: Als das Kondom zur Massenware wurde
Ein Zigarettenverkäufer erfindet 1912 in Berlin das erste nahtlose Kondom -
und profitiert bei der Verbreitung vom Ersten Weltkrieg.
(DIR) Geschichte des Arbeitskampfs: Als der Mindestlohn in die Welt kam
1890 scheitert ein Streik neuseeländischer Seeleute am Hafen von Auckland.
Doch der Arbeitskampf ebent den Weg zum weltweit ersten Mindestlohn.
(DIR) Medizingeschichte: Als gegen Malaria ein Kraut gewachsen war
Die Chinesin Tu Youyou isolierte als Erstes einen Wirkstoff gegen Malaria.
Die Erkenntnisse erschienen anonym, ihren Nobelpreis erhielt sie
nachträglich.
(DIR) Feministisches Buch im Autoritarismus: Als die Welt auf drei Marias schaute
Portugals Diktatur zerrte 1973 Autorinnen vor Gericht, die über die
patriarchale Unterdrückung schrieben. Es folgte ein globaler feministischer
Protest.
(DIR) Sklaverei in den USA: Truth predigt Wahrheit
Sojourner Truth ist bekannt für ihren Satz „Ain’t I a Woman?“, mit dem sie
zu einer Vordenkerin des intersektionalen Feminismus wurde.
(DIR) Weihnachtsfrieden im 1. Weltkrieg: Als deutsche und britische Soldaten sich die Hand gaben
Es war ein Moment ohne Happy End. Trotzdem erinnert der 24. Dezember 1914
daran, dass auch im unmenschlichen System menschliche Momente möglich sind.
(DIR) Grundgesetz: Als Frauen endlich gleichgestellt wurden
Elisabeth Selbert mobilisierte 1948 Frauen im ganzen Land. Ihre Aktion
brachte die Gleichberechtigung ins Grundgesetz.
(DIR) Kampf um Gleichberechtigung: Als die Isländerinnen ihr Land lahmlegten
1975 legten 90 Prozent der isländischen Frauen die Arbeit für einen Tag
nieder. Damit setzten sie ein feministisches Zeichen, das bis heute wirkt.
(DIR) Queeres Tierreich: Der gefiederte Gegenbeweis
Ein Möwinnenpaar auf einer Pazifikinsel bringt ein Argument ins Wanken, das
jahrhundertelang als Waffe gegen queere Menschen diente.
(DIR) Ethel Smyth: Als Feminismus eine Melodie bekam
Ethel Smyth komponierte die Hymne der britischen Frauen im Kampf ums
Wahlrecht. Doch sie griff auch zu radikaleren Mitteln.
(DIR) Geschichte des Feminismus: Als Lesben zu Lavendel-Bomben griffen
Lange distanzierten sich Feministinnen von Lesben. Doch mit kreativen
Aktionen erkämpften sie sich ihren Platz in der Bewegung.
(DIR) Menstruationsprodukte: Als die Tasse fast den Tampon ersetzt hätte
Leona Chalmers gilt als Mutter der Menstruationstasse, ihre Erfindung
setzte sich vor 90 Jahren aber nicht durch. Heute boomt das Geschäft.
(DIR) Arbeitsschutz und Stil: Ein Modeaccessoire aus der Fabrik
Sir William Crookes erfand versehentlich die Sonnenbrille. Deshalb steckt
hinter jeder eine Geschichte von Glas, Hitze und Industrie.
(DIR) „No Taxation Without Representation“: Als in Nigeria aus Damen Frauen wurden
Funmilayo Ransome-Kuti begründete mit Widerstand gegen koloniale
Steuerpraktiken eine feministische Bewegung in Nigeria. Das wirkt bis heute
nach.
(DIR) Stromversorgung in Uruguay: Als saubere Energie die beste Lösung war
Uruguay hat in nur wenigen Jahren seine Stromversorgung fast vollständig
auf Erneuerbare umgestellt. Der Klimaschutz war dabei zweitrangig.
(DIR) Berlin im frühen 20. Jahrhundert: Wie die Arbeiterschaft sich ins Parlament kämpfte
Wer kein eigenes Haus besaß, hatte Anfang des 20. Jahrhunderts nur ein
eingeschränktes passives Wahlrecht. Ein Verleger umging das Gesetz mit
einem Trick.
(DIR) Frauen in der Medizin: Als aus Ärzten Ärzt*innen wurden
Frauen hatten in der Medizin lange nichts zu sagen. Damit brach Franziska
Tiburtius, als sie 1877 eine Praxis von Frauen für Frauen eröffnete.
(DIR) Verhütungsmethode vor Comeback?: Mit einem heißen Hodenbad verhüten
In den 80ern hat eine kleine Gruppe von Männern angefangen, durch
Hodenbaden zu verhüten. Jetzt könnte die Methode ein Comeback erleben.
(DIR) Black Panther Party: Wenn der Staatsfeind das bessere Frühstück serviert
Kinder sollten nicht hungrig zur Schule müssen. Wie das Frühstücksprogramm
der Black Panther Party die US-Regierung zwang, ihr eigenes auszubauen.
(DIR) Schizophrenie: Die Mutter ist nicht schuld
In der Psychoanalyse war man lange sicher, dass Schizophrenie an der Mutter
liegt. Wie ein Anruf diese These ins Wanken brachte.