# taz.de -- Theater
       
 (DIR) Alles geht kaputt: Blaue Flecken am Herzen
       
       Terror, Drama, Knacks: Menschen krümmen sich in der Bahn, Kathrin Angerer
       quetscht ihre Stimme, und selbst Weichteilchirurgen sehen nur Löcher im
       Gewebe.
       
 (DIR) Groteske über Familienerbe: Eiskalte Psychoschlammschlacht
       
       Oma als Ursünde: Lars Werners „Gewalt erben“ am Deutschen Theater Göttingen
       ist eine bittere Groteske über ein dunkles Erbe und tiefe
       Familienkonflikte.
       
 (DIR) Klassenkampf auf der Theaterbühne: Nicht nur die Sessel sind rot
       
       Olivier David ist in armen Verhältnissen groß geworden und hat darüber ein
       Buch geschrieben. Jetzt bringt er „Keine Aufstiegsgeschichte“ auf die
       Bühne.
       
 (DIR) Feministischer Schauspielunterricht: Eine bessere Welt spielen
       
       An der Londoner BRIT School werden junge Schauspielschülerinnen gegen
       Diskriminierung gerüstet. Der Abschlussjahrgang zeigt „[BLANK]“ von Alice
       Birch.
       
 (DIR) Maschinenhamlet in Hannover: Abschied von den letzten Menschen
       
       Mit Robo-Hund und lebenden Sexpuppen transponiert „De Warme Winkel“ Hamlet
       in Hannover in die Zeit nach der KI-Revolution. Die erweist sich als
       misogyn.
       
 (DIR) Premiere „Böses Glück“ in der Volksbühne: Die Kindfrau sitzt schweigend da
       
       In „Böses Glück/Cult of the Daughter“ fällt Regisseur Benny Claessens zu
       den Werken von Tove Ditlevsen und Olga Ravn bloß unemanzipativer Klamauk
       ein.
       
 (DIR) Schauspieler Thomas Schmauser: Der mit den Preisen tanzt
       
       Dem Schauspieler Thomas Schmauser liegt derzeit die Theaterwelt zu Füßen.
       Auf „Mephisto“ folgt seine Premiere in den Münchner Kammerspielen.
       
 (DIR) Stück zum Ukraine-Krieg am Berliner HAU: Das Menschsein nicht einbüßen
       
       In „She stands in the Middle of the Battlefield“ lässt Magda Szpecht ihre
       Freundin zu Wort kommen. Die kämpft als Soldatin an der ukrainischen Front.
       
 (DIR) „Kinder der Sonne“ im Berliner Ensemble: Klassenfragen über den Körper verhandeln
       
       Laura Linnenbaum inszeniert „Kinder der Sonne“ von Jakob Nolte nach Maxim
       Gorki am Berliner Ensemble. Heraus kommt eine dichte Milieustudie auf
       schwarzem Asphalt.
       
 (DIR) VR-Theater in München: Willkommen in der Realität
       
       Ist das noch Theater? Das Münchener Residenztheater versucht sich erstmals
       in einer immersiven Inszenierung, die Schauspiel und Virtual Reality
       zusammenbringt.
       
 (DIR) Hamburger Horror-Theater auf Festival: Mit Lovecraft nach London
       
       Das kleine Hamburger Miskatonic Theater schien wie vom Pech verfolgt. Nun
       gastierte es beim London Lovecraft Festival in der britischen Hauptstadt.
       
 (DIR) Sci-Fi-Theater zur Klimakrise: Das Aufnahmegerät spricht
       
       Plötzlich ist da ein Loch. Ariane Kareev lässt am Staatstheater Nürnberg in
       „Drill Baby Drill“ nach einer Energiequelle fürs postfossile Zeitalter
       suchen.
       
 (DIR) Neues Stück von Philippe Quesne: Ob das Leben eine Sichtweise hat
       
       Die Kunst, sie raucht und schäumt. Erstmals in Deutschland präsentierte
       Philippe Quesne „Le Paradoxe de John“ am Freitag im Berliner Hebbel am
       Ufer.
       
 (DIR) Theatermacherin über Barrierefreiheit: „Erinnerungskultur wird geformt von denen, auf die gehört wird“
       
       Die Behindertenrechtsaktivistin Fia Neises über Erinnerungskultur,
       Behinderungen und ihr neuestes Stück BIOFUCK am Berliner Ballhaus Ost.
       
 (DIR) Aki Kaurismäki in Karlsruhe: Am Förderband des Lebens
       
       Adran Figueroa adaptiert Kaurismäkis „Das Mädchen aus der
       Streichholzfabrik“. Und bringt ein düsteres Drama über die kapitalistische
       Moderne auf die Bühne.
       
 (DIR) Theaterstück über Frauen in der Kunst: Wenn die Muse rebelliert
       
       Abwechslungsreich inszeniert: Im Ballhaus Prinzenallee hinterfragt Elli
       Treptow in „Ich liebe dich nicht“ die Rolle der Frau als bloße
       Inspirationsquelle.
       
 (DIR) Bühnenfassung von „Auf allen vieren“: Die Frau an der Klippe
       
       Ein vierköpfiges Frauenkollektiv hat Miranda Julys Roman „Auf allen vieren“
       in den Sophiensaelen in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen: Fritzi
       Haberlandt und Meike Droste.
       
 (DIR) Zweimal „Blind“ von Lot Vekemans: Wegen Familie und so
       
       Leonie Rebentisch inszeniert „Blind“ von Lot Vekemans in Hannover, Judith
       Jungk in Osnabrück. Die Ambivalenz des Kammerspiels loten sie
       unterschiedlich aus.
       
 (DIR) Tschechow am Staatstheater Darmstadt: Gefangen in Lethargie und Einsamkeit
       
       Im Staatstheater Darmstadt widmet sich Regisseur Philipp Preuss Tschechows
       „Kirschgarten“. Erst im zweiten Teil nimmt seine Inszenierung Fahrt auf.
       
 (DIR) Solidaritätsveranstaltung mit Iran: Zombies an der Macht
       
       Am Schauspiel Köln wurde diskutiert, wie EU und Bundesrepublik nach dem
       Massaker in Iran handeln müssen. Kann die Opposition im Exil
       zusammenfinden?
       
 (DIR) Regisseur*in über Live-Sex-Theater: „Theater ist immer eine Art von Voyeurismus“
       
       Einst lockte das Salambo mit echtem Sex auf die Große Freiheit in Hamburg.
       Ruby Rawson möchte diesen Ort in einen zeitgenössischen Kontext setzen.
       
 (DIR) Uraufführung von Jelinek-Oper in Hamburg: Nichts klingt so schrill wie Donald Trump
       
       Im Opernlibretto zeichnet Elfriede Jelinek den US-Präsidenten als
       Wiedergänger von König Ubu. Olga Neuwirth hat schön-verstimmte Musik dazu
       komponiert.
       
 (DIR) Uraufführung in der Volksbühne Berlin: Irgendwas fehlt
       
       Sein neues Solo hat Fabian Hinrichs mit seiner Frau Anne Hinrichs
       konzipiert. Es ist eine direkte Kritik an der Wohlstandsgesellschaft.
       
 (DIR) „Die Möwe“ am Schauspielhaus in Hamburg: Ein Schauspieler*innen-Fest
       
       Nicht immer schlüssig, aber sehenswert dank eines funkelnden Ensembles:
       Yana Ross inszeniert in Hamburg Anton Tschechows Drama „Die Möwe.
       
 (DIR) Staatsschauspiel Dresden: Zumindest das Theater kann die Welt noch retten
       
       Volker Lösch führt in Dresden Voltaires einfältigen „Candide“ als Anwalt
       der Apokalypsebewussten vor.
       
 (DIR) „Publikumsbeschimpfung“ in Frankfurt: Von Bratzen und Glotzaugen
       
       In Peter Handkes Stück „Publikumsbeschimpfung“ ist nichts normal. Derart
       furios und geistreich wie am Schauspiel Frankfurt erlebt man Theater
       selten.
       
 (DIR) Erpenbeck am Deutschen Theater Berlin: Zugriff aus der Halbdistanz
       
       Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ ist nicht nur beliebter Abiturstoff,
       auch auf die Bühne drängt er. Am DT versucht sich Alexander Eisenach daran.
       
 (DIR) Diskurstheater am TD Berlin: Bloß keinen Speck ansetzen
       
       Malte Schlösser ist Traumatherapeut und Theatermacher. Sein Stück „Wer
       nicht gegen sich selbst denkt, denkt überhaupt nicht“ läuft im TD Berlin.
       
 (DIR) Sophokles’ Tragödie als Polit-Barometer: Die unmenschliche Last der Geschichte Antigones
       
       Nach dem Hamburger Schauspielhaus inszeniert nun auch das Berliner Ensemble
       Sophokles’ Tragödie. Ruft der Zeitgeist nach alten Heldinnen?
       
 (DIR) Oscar-Kandidat „Hamnet“: Ein bodenlos scheinender Schmerz
       
       Mit großer emotionaler Wucht erzählt Chloé Zhaos „Hamnet“ von Shakespeares
       Ehe und der Trauer um ein Kind. Für die Oscars wird der Film hoch
       gehandelt.
       
 (DIR) Marthaler inszeniert Mahler in Hamburg: Über die Zimmerlautstärke hinaus
       
       Klangzart und clownesk beschäftigt sich Christoph Marthaler an der
       Hamburger Staatsoper mit Gustav Mahler. Dessen Musik ist Antrieb des
       Geschehens.
       
 (DIR) „Ukrainomania“ am Wiener Volkstheater: Glotzt nicht so neutral
       
       In seiner Revue „Ukrainomania“ am Wiener Volkstheater sucht Jan-Christoph
       Gockel nach Joseph Roth. Dabei findet er ungebrochenen Überlebenswillen.
       
 (DIR) Regisseurin über Satire „Holy Meat“: „Mich interessieren Filme, die in die Hose gehen könnten“
       
       Die Satire „Holy Meat“ ist das Spielfilmdebüt der Regisseurin Alison Kuhn.
       Sie spricht über Kirche als System, die Provinz als Brennglas und Humor als
       Türöffner.
       
 (DIR) „Kunstseidenes Mädchen“ mit Puppen: Trügerische Selbstbestimmung
       
       Beladen mit existenzieller Trauer: Irmgard Keuns Großstadtroman „Das
       kunstseidene Mädchen“ wird in Bremen mit Menschen und Puppen inszeniert.
       
 (DIR) Leipziger Theaterhaus beschmiert: Politische Parolen in roter Farbe
       
       Die Graffiti am Leipziger Theaterhaus Schille waren laut Polizei zum Teil
       bis zu zwei Meter groß. Ermittelt werde wegen Sachbeschädigung, hieß es.
       
 (DIR) „Porneia“ in Hamburg: Mit Tradwifes auf Fickmission
       
       Statt ihre Dissertation über Femizide zu schreiben, landet Melli im Olymp:
       Das Stück „Porneia“ überschreibt sehr lose Aristophanes’ „Lysistrata“.
       
 (DIR) unterm strich: Bühnen im Widerstand
       
       In der Theaterlandschaft in Baden-Württemberg wird die Axt an die
       Kulturfinanzierung gelegt. Die Betroffenen protestieren.
       
 (DIR) Theateradaption von „Das Lehrerzimmer“: Paukerdämmerung
       
       Das Nationaltheater Mannheim versucht sich an einer Übertragung des
       Riesenerfolgs von İlker Çataks Film „Das Lehrerzimmer“ auf die Bühne.
       
 (DIR) Schauspiel Dortmund: Urlaub für die Zeitpolizei
       
       Julia Wissert, Intendantin des Schauspiels Dortmund, musste viel Kritik
       einstecken. Nun wagt sie eine Bühnenadaption von Mithu Sanyals
       „Antichristie“.
       
 (DIR) Theater Freiburg mit urbanem Spirit: Der Krüge queerster ist entzwei
       
       Regisseurin Yana Eva Thönnes feiert in Freiburg eine düstere Pyjamaparty
       mit Scherben von Kleist. Ihre Zerbrochene-Krug-Fassung hat Signalcharakter.
       
 (DIR) Blackfacing im Hamburger Schauspielhaus: Eklat beim Theaterjubiläum
       
       Im Hamburger Schauspielhaus wurden Fotos von Blackfaces gezeigt. Es gab
       Kritik, Kritik an der Kritik und eine Entschuldigung.
       
 (DIR) Künstliche Intelligenz am Theater: Revolution? Ohne uns
       
       Mateja Meded hat in Stuttgart Thomas Köcks Dystopie „KI essen seele auf“
       inszeniert. Die Technikskepsis teilt die mit anderen Zukunftsschauspielen.
       
 (DIR) Uraufführung an Münchner Kammerspielen: Fütterung der Affen von der falschen Seite des Käfigs
       
       Zu abgestumpft ist das Gemüt 2025: In München kam „2x241 Titel besser als
       Martin Kippenberger“ des Kollektivs Frankfurter Hauptschule zur Aufführung.
       
 (DIR) Theaterstück zu Mutterschaft: Bis der Bauch sich endlich wölbt
       
       Das Schauspiel Hannover erzählt in „Die Tage der Hyäne“ von einer Frau, die
       um jeden Preis Mutter werden möchte. Autorin Sara Turuunen führt auch
       Regie.
       
 (DIR) Festival für junge Regie: Kein „Leises Servus“ zum Abschied
       
       Wegen Geldmangels soll das Dresdner Fast-Forward-Festival für junge
       europäische Regie nicht fortgeführt werden. Am Sonntag ging die 15. Ausgabe
       zu Ende.
       
 (DIR) Amir Gudarzi-Roman in Wien inszeniert: In einem Meer aus Styropor versinken
       
       Am Schauspielhaus Wien inszeniert Sara Ostertag den Roman „Das Ende ist
       nah“. Es geht um sexualisierte Gewalt in Iran, Flucht, Rassismus und
       Ankommen.
       
 (DIR) Ein Ort auch für Schwarze Menschen: In Rüstung ins Theater
       
       Wer immer wieder Diskriminierung erfährt, schützt sich. Aber was können wir
       tun, um uns Offenheit und gute Erfahrungen zu bewahren?
       
 (DIR) Theaterfestival Monolog: Ein hauchzarter Handlungshorizont
       
       Das Monolog-Festival im Berliner td wartet in angstbesetzten Zeiten mit
       einer Prise skeptischem Optimismus auf.
       
 (DIR) Festival für Objekttheater: Neujustieren in Echtzeit
       
       KI, Roboter und Kleinstelektronik dominieren beim Festival der Dinge. 16
       Objekttheater-Produktionen waren rund um die Berliner Schaubude zu sehen.
       
 (DIR) Münchener Theater über jüdisches Leben: Der Schuh lässt sich nicht ausziehen
       
       Dem jüdischen Leben der Nachkriegszeit widmet sich ein Programm der
       Münchener Kammerspiele – an authentischen Orten und mit manch schwieriger
       Verkettung.