# taz.de -- Theater
(DIR) Georgische Theaterszene: Widerstand als eine Art des Glücks betrachten
Die Theaterszene in Tbilissi ist Teil der unermüdlichen Proteste gegen die
georgische Regierung. Eines ihrer Stücke ist ab Freitag in Berlin zu sehen.
(DIR) „Dschinns“ am Hamburger Thalia Theater: Leben und Tod am Esstisch
Nach Vaters Beerdigung beginnt das Aufarbeiten: Hakan Savas’ Bühnenfassung
des Romans „Dschinns“ gerät am Hamburger Thalia Theater etwas zu
pädagogisch.
(DIR) „Haus zur Sonne“ am Theater Hannover: Ambitioniert herumliegende Teile
Thomas Melles „Haus zur Sonne“ handelt von perfider Erfüllung letzter
Wünsche. Adrian Figueroas Inszenierung lebt von Hauptdarsteller Jan Meeno
Jürgens.
(DIR) Brandenburger Wandertheater: Kongenial mit Geräuschen untermalt
Das Wandertheater Ton und Kirschen aus Werder (Havel) erzählt in
„Pulcinella!“ mit mal poetischen und mal recht derben Mitteln die
Geschichte des gleichnamigen Disziplinverweigerers.
(DIR) Saisoneröffnung Berliner Schaubühne: Bad Rumours from Kurfürstendamned
Thomas Ostermeier inszeniert mit „Stereophonic“ ein erfolgreiches
Broadway-Theaterstück. Die Softrockmusik ist ja ganz gut, aber reicht das?
(DIR) Theaterstück über Simson-Mopeds: Metall bebt, Druck wird Bewegung
In „Freiheit:Simson“ von Aron Boks und Janek Liebetruth geht es um die
Geschichte der Firma Simson. Die spiegelt das zerrupfte deutsch-deutsche
20. Jahrhundert.
(DIR) „Propadanga“-Theater in Hannover: Trügerisch unterhaltsamer Generationenzwist
Nils Zapfes „Propadanga“ spielt dem Publikum nicht nur etwas über die
Mechanismen von Desinformation und Demagogie vor – es erfährt sie am
eigenen Leib.
(DIR) „Fremde Sonne“ in Hamburg: Abgesang auf die Zukunft
Großartige Bilder, emotionale Wucht und eine umwerfende Lina Beckmann: Die
mehrteilige Antiken-Auffrischung „Fremde Sonne“ am Deutschen Schauspielhaus
in Hamburg.
(DIR) Autorin über vererbte Bauernhöfe: „Da gibt es großes Konfliktpotenzial“
Miriam V. Lesch hat ein Theaterstück über den Umgang mit einem geerbten
Bauernhof geschrieben. Am Samstag wird es in Oldenburg uraufgeführt.
(DIR) Doku-Drama zu Sprengstoffanschlag: Der Wille zum Bombenerfolg
Mit „Die Thomaskatastrophe“ reitet das Stadttheater Bremerhaven die
True-Crime-Welle. Gegenstand ist der erste Bombenanschlag der Welt mit
Zeitzünder.
(DIR) „Deutscher Herbst“ in Bochum: Deutschland suhlt sich in Melancholie und Angst
Mehr Meditation als Analyse: Christopher Rüping inszeniert einen „Deutschen
Herbst“ in der Jahrhunderthalle Bochum.
(DIR) Spielzeiteröffnung Komische Oper Berlin: Nur wenige überleben
Die Komische Oper Berlin eröffnet die Saison 2026/27 mit dem
brutalstmöglichen aller Stoffe: Aribert Reimanns „Lear“ im Hangar des
Flughafens Tempelhof.
(DIR) Han Kang im Hamburger Thalia Theater: Metamorphosen und unruhige Träume
Regisseurin Lilja Rupprecht inszeniert „Die Vegetarierin“ von
Literaturpreisträgerin Han Kang. Die besondere Welt des Buches
nachzuempfinden, gelingt ihr nur selten.
(DIR) Theaterpremiere in Oldenburg: Digitale Bildungsbürgerlichkeit als erzbiederer Boulevard
Im Oldenburgischen Staatstheater versagt Łukasz Ławicki an Moritz Rinkes
„Sophia oder das Ende der Humanisten“ mit Debattenhülsen und Kalauern an
der künstlichen Intelligenz.
(DIR) Premiere am Wiener Volkstheater: Der Endgegner in Stratford
Das Wiener Volkstheater folgt einem von Rieke Süßkow inszenierten „Macbeth“
bis in die Spielkonsole. Was bleibt außer Hauen und Stechen?
(DIR) Theaterstück von Sophia Süßmilch: Sehr viel Nacktheit und doch zu wenig Wut
Am Samstag feierte die Künstlerin Sophia Süßmilch mit ihrem ersten
abendfüllenden Stück am Berliner HAU eine gelungene Premiere. Irgendwas
fehlte trotzdem.
(DIR) Bühnen in MV werben für Vielfalt: „Demokratie ist kein Zuschauerraum“
Einheit statt Spaltung: Vor den Landtagswahlen und einem möglichen
AfD-Erfolg bitten die Theater in Mecklenburg-Vorpommern zum gemeinsamen
Singen.
(DIR) Festival Kirill & Friends Berlin: Eine selten erlebte ernsthafte Leichtigkeit
Der im Berliner Exil lebende russische Regisseur Kirill Serebrennikov lädt
zum kompakten Showcase. Zu sehen war dort bereits seine Inszenierung
„Legende“.
(DIR) Spielzeiteröffnung am Gorki: Die Zeichen stehen auf Trauer und Verstummen
Das Gorki Theater in Berlin eröffnet mit Installationen im Theaterhaus.
Sarkis' „Fuge“ erinnert auch an den polnischen Theatermacher Tadeusz
Kantor.
(DIR) Abramovićs „Balkan Erotic Epic“: Wie man den Regen bezwingt
Immersives Theater in Duisburg: Bei der Ruhrtriennale verklärt
Performance-Legende Marina Abramović mit einer spektakulären Show
archaische Balkan-Riten.
(DIR) Winnetou-Darsteller über „Indianer“: „Für mich ist es einfach ein Kindheitstraum“
Alexander Klaws spielt den Winnetou bei den Karl-May-Spielen in Bad
Segeberg. Ein Gespräch über komplexe Debatten – und einen sehr
anstrengenden Beruf.
(DIR) Knasttheater aufBruch spielt Lessing: Ein Platzhalter für eigene Gedanken
Das Berliner Gefangenentheater aufBruch spiegelt in einer
Open-Air-Inszenierung von Lessings Ideendrama „Nathan der Weise“ Debatten
der Gegenwart an dem Klassiker.
(DIR) Theaterstück über Buckelwal Timmy: Der Wal und die Wutbürger
Alexander Klessinger machte in Hamburg aus dem Hype um Buckelwal Timmy ein
satirisches Passionsspiel. Dann gab es Hassnachrichten und Morddrohungen.
(DIR) Siegfried-Lenz-Stück in Wilhelmshaven: Ein autoritärer Käptn ist auch keine Lösung
Mit Siegfried Lenz' Erzählung „Das Feuerschiff“ analysiert die Landesbühne
Nord kühl die Möglichkeit von Widerstand. Hinter den Kulissen brennt's.
(DIR) Einfluss der AfD auf die Kultur: Stärkt das die Identität?
Die AfD fordert in Sachsen-Anhalt eine Patriotismusklausel für die Kultur.
Theater fürchten Kürzungen nach der Wahl, wenn die Kulturbudgets neu
verhandelt werden.
(DIR) Theater des Goethe-Medaille-Preisträgers: Was sich durch die Biografien der Lebenden und Toten zieht
Prodromos Tsinikoris inszenierte und performte eindrücklich in Weimar das
Doku-Theater-Stück „96 %“ über Thessaloniki seit der deutschen Besatzung.
(DIR) Podiumsgespräch zur Goethe-Medaille: An Unmögliches glauben
Bei der Veranstaltung „Europa erzählen über Grenzen hinaus“ im Berliner
Humboldt-Forum sprechen die Preisträger:innen der Goethe-Medaille über
ihr Werk.
(DIR) Themenreise durch den Hamburger Hafen: Kohle und Koks
Eine performative Themenreise durch den Hamburger Hafen erzählt von den
beiden beliebtesten Exportgütern Kolumbiens. Und kommt ihnen dabei näher
als erwartet.
(DIR) Jahrmarkttheater Bostelwiebeck: Lieber lachen als abstürzen
Thomas Matschoss’ „Das größte Lachen oder die Mathematik der Komik“ am
Jahrmarkttheater Bostelwiebeck oszilliert zwischen Slapstick und
Galgenhumor.
(DIR) „Theaternatur Festival“ im Harz: Wo Zwerge friedlich streiten
Das Festival „Theaternatur“ im Harz übt, kurz vor der Landtagswahl in
Sachsen-Anhalt, Dialog über Meinungsgrenzen hinweg. Plädoyer für eine
Streitkultur.
(DIR) Auszeichnung für Schauspieler Lagerpusch: Ungewöhnliches Durchhaltevermögen
Der Schauspieler Ole Lagerpusch, dessen Darstellung eines Faschisten in
Bochum für einen Eklat gesorgt hatte, bekommt den
Therese-Giehse-Theaterpreis.
(DIR) Beim Burgtheatersommer Roßlau: Theaterabend mit Bier und Bockwurst
Shakespeares Sturm weht durch Sachsen-Anhalt: Jeden Sommer verwandelt sich
Roßlaus Burg in eine bunte Bühnenlandschaft. Mit Schauspieler:innen von
hier.
(DIR) Die Wahrheit: Theater immer auf die Zwölf
Die beiden wichtigsten Geheimnisse der Schauspielkunst offenbaren sich
selbst einem Novizen auf den Brettern, die die Langeweile bedeuten können.
(DIR) Debakel um Theaterintendanz in München: Sprungbrett frei!
München sucht eine neue Intendanz für das erfolgreichste Theater des
Jahres. Wo Kunstverstand und Interesse fehlen, braucht es keine rechte
Kulturagenda.
(DIR) Authentizität: „Performativ“ zu sein, ist kein Verbrechen
Ständig werfen wir uns gegenseitig vor, unsere Handlungen und Haltungen
bloß in Szene setzen zu wollen. Aber wäre das überhaupt so schlimm?
(DIR) Buckelwal „Timmy“: Theater in Hamburg bringt Wal-Drama auf die Bühne
Das Schicksal des Buckelwals, der in der Ostsee verendete, hat viele
Menschen stark bewegt. Nun macht ein Hamburger Theater das Phänomen zum
Thema.
(DIR) Getanzter „Godot“ in Hamburg: Für ein paar Sprünge Lebensfreude
In Hamburg kommt Samuel Beckets „Warten auf Godot“ auf die Ballettbühne.
Die Tänzer:innen sind allesamt aus der Ukraine geflüchtet.
(DIR) Festival Theater der Welt in Chemnitz: Neue Weltläufigkeit
Von der Kulturhauptstadt Europas zur Weltstadt des Theaters: Nach Dresden
1996 gastierte das Theater der Welt wieder in einer ostdeutschen Stadt.
(DIR) „Zwanzig Minuten“ im Theater Thikwa: Die Poesie der Alltagsdinge
Ein Leben wird durch 20-minütige Routinen stabilisiert. Das inklusive
Berliner Theater Thikwa widmet dem ein ganzes Stück, mitsamt Raum zum
Träumen.
(DIR) Weltgrößtes Theaterfestival startet: Die Stadt, der Palast und die Dienstleistung Theater
Was kann Theater heute sein? In der 80. Spielzeit des Festival d’Avignon
knüpft Direktor Tiago Rodrigues mit Fragen an die demokratischen
Gründer-Utopien an.
(DIR) Neues Album des Indiemusikers Enik: Das Gemüt übergibt die Arbeit an den Sound
Enik nimmt seine Fans mit auf eine Klangreise zwischen versponnener Musik
und somnambulen Texten. „Rainbow Planecrashes“ heißt das neue Album.
(DIR) „Debritz“ am Badischen Staatstheater: Die große Versalzung
Kann nur noch Barbarossa unsere Provinz retten? Ein abgehängtes Dorf wird
in Kaleb Erdmanns neuem Stück zum Brennglas der deutschen Gegenwart.
(DIR) Kunst über genderfluides Theater: Auch schwanger spielte sie noch den Romeo
siren eun young jung lotet im Württembergischen Kunstverein mit Videos die
Untiefen der Genderfluidität aus. Ihr Fokus: eine koreanische
Theaterbewegung.
(DIR) Die Wahrheit: Mehr Licht!
Lichte Momente entstehen durch gute Beleuchtung. Funzeln und Kerzen dagegen
bringen Traurigkeit in die Welt. Ein Plädoyer für viel, viel Lux.
(DIR) Theater der Welt in Chemnitz: Am Ende das Messerwetzen
Für Chemnitz wie gemacht: Das Festival Theater der Welt bringt 33
internationale Produktionen in eine Stadt, die Aufmerksamkeit braucht.
(DIR) Szenische Einrichtung neuer Theatertexte: Die Wucht der Wörter
Es geht um Soapstars, den Tod und Kiefern: Am Deutschen Theater Berlin
gingen die Autor*innen-Theatertage mit einer langen Nacht zu Ende.
(DIR) „Fassade“ am Theater Freiburg: Wir baden doch nur am See!
Das Freiburger Theater geht den Spuren der braunen Stadtvergangenheit nach.
„Fassade“ ist eine Mischung aus Audiowalk, Performance und Installation.
(DIR) Performance-Festival „Never Work“: Die destruktive Kraft von Heldenerzählungen
In den Berliner Sophiensaelen läuft das Performance-Festival „Never Work“.
Es illustriert die Suche nach der richtigen Erzählung für das eigene Leben.
(DIR) Theater Lübeck verhandelt Kinderwunsch: Das Drama geliehener Mutterschaft
Ahlers' „Milch & Schuld“ am Theater Lübeck verhandelt Irrungen und
Wirrungen der Leihmutterschaft. Die Inszenierung wirkt dabei ziemlich
grell.
(DIR) Kulturkampf in Frankreich: Ein Bürgermeister streicht ein Stück vom Theaterspielplan
Im südfranzösischen Castres regiert seit März die extreme Rechte. Ihr
Bürgermeister lässt nun ein Stück über die Nöte eines Migranten vom
Theaterspielplan streichen.