# taz.de -- EU nach Ceuta: Zur Freude der Antieuropäer
       
       > Die Europäische Union ist nach den Ereignissen in Ceuta auf dem besten
       > Weg, sich selbst zu schreddern. Europas rechter Rand reibt sich die
       > Hände.
       
 (IMG) Bild: Santiago Abascal, Vorsitzender der rechten Partei Vox, am 2. August in Ceuta
       
       Was für ein hämisches Geschenk für Antidemokrat:innen und
       EU-Verächter:innen mitten im Sommer, wenn der EU-Betrieb auf Sparflamme
       läuft: [1][Tausende Migrant:innen gelangten in die spanische Exklave
       Ceuta], unter lebensgefährlichen Bedingungen. Die EU besteht den Test der
       Solidarität nicht und übt sich derzeit erfolgreich im Schreddern ihres
       gemeinsamen Bündnisses.
       
       Ihre Freude krönten die Europafeind:innen auch gleich mit einem Besuch
       vor Ort. Das Who's who der europäischen Rechtspopulist:innen
       versammelte sich noch am Wochenende in Ceuta. Auch wenn die Bevölkerung vor
       Ort sie nicht willkommen hieß, die Bilder und ihre menschenverachtenden
       Statements sind in der Welt. Und die dramatische Lage der vergangenen Tage
       ist schon jetzt ein gefundenes Fressen für die Rechtsextremen in Europas
       Superwahljahr 2027. Dann, wenn sie in Frankreich, Polen, Italien und auch
       in Spanien an die Macht wollen. Angst vor denjenigen schüren, die angeblich
       den anderen die Jobs und den Wohlstand wegnehmen wollen, ist eine
       gefährliche Botschaft der Rechten.
       
       Anstatt das zerbrechliche Gefüge der Europäischen Union zu schützen und
       sich solidarisch mit Spanien und dessen [2][Regierungschef Sánchez zu
       zeigen], folgten Brandbriefe und sogar Forderungen, Spanien aus dem
       Schengen-Abkommen auszuschließen. Kaum ein Wort über die vielen Toten oder
       gar die Gründe, warum Menschen solchen Aufrufen folgen. Allenfalls ein
       schales „jeder Tote ist einer zu viel“ pressten EU-Politiker:innen dieser
       Tage heraus.
       
       Noch vor der Sommerpause versuchte sich die EU mühsam in Zusammenhalt, etwa
       als es um die Unterstützung für die Ukraine ging – oder als Gegengewicht
       zum erratischen Verhalten Trumps. Nun also der Rückzug auf nationale
       Interessen und wohl auch Rache an Sánchez, der der Marschrichtung von EU
       [3][oder Nato] nicht immer folgte. Und jetzt? Europas Glaubwürdigkeit hängt
       auch an seiner Einheit und an seinen Werten. Um beides ist es schlecht
       bestellt.
       
       3 Aug 2026
       
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 (DIR) Tanja Tricarico
       
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