# taz.de -- Retourkutsche aus Spanien: Schlagabtausch zwischen Sánchez und Meloni
       
       > Der Fall Ceuta bringt Rom gegen Madrid auf: Erst sollte Spanien raus aus
       > der Schengen-Zone, jetzt kontert Spanien mit Grenzkontrollen für Italien.
       
 (IMG) Bild: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihr Amtskollege aus Spanien, Pedro Sánchez: Fehde um Fragen der Migration
       
       Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist außer sich. Warum? Spanien
       hat von Samstag an für aus Italien kommende Reisende Grenzkontrollen
       eingeführt, die die Schengen-Regeln außer Kraft setzen. Mangels gemeinsamer
       Landgrenzen trifft die vorerst bis zum 7. September geltende spanische
       Maßnahme nur per Flugzeug oder Schiff Einreisende.
       
       Eine pure „Repressalie“ ohne weitere Rechtfertigung sei das, schimpft
       Melonis Europaminister Tommaso Foti. Er vergisst allerdings hinzuzufügen,
       dass es die in Rom regierende Postfaschistin Giorgia Meloni ist, die das
       jetzt ausgetragene Duell mit Spaniens sozialistischem Ministerpräsident
       Pedro Sánchez eröffnet hat.
       
       Italien hatte unmittelbar nach [1][Ausbruch der Ceuta-Flüchtlingskrise]
       heftige Breitseiten gegen Spanien gefahren wie kein anderer Mitgliedstaat
       der EU. Ohne auch nur ein Wort über eventuelle Verantwortlichkeiten
       Marokkos zu verlieren, setzte Meloni umgehend die spanische Regierung auf
       die Anklagebank und forderte Spaniens „Ausschluss aus der Schengen-Zone“ –
       auch wenn ein solcher Schritt vertraglich nirgends vorgesehen ist.
       
       ## Meloni will sich als Hardlinerin profilieren
       
       Italien ließ es nicht bei Worten bewenden. Am 1. August ordnete Meloni –
       als einzige in Europa – die Aussetzung der Schengen-Regeln gegenüber
       Spanien an. Angeblich sollen die seitdem geltenden Grenzkontrollen für aus
       Spanien kommende Passagiere nicht für EU-Bürger*innen, sondern nur für
       Menschen aus Drittstaaten gelten.
       
       Worin die „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ bestehen soll, die
       abgewehrt werden soll, ist schwer nachzuvollziehen. Ceuta gehört nicht zum
       Schengenraum, und kein einziger der dort [2][vor zehn Tagen eingetroffenen
       Geflüchteten hat es nach Europa geschafft.] Meloni ist das egal, kann sie
       doch so erneut ihren Ruf als harte Bekämpferin der „illegalen Einwanderung“
       aufpolieren. Nicht umsonst enthalten ihre verbalen Attacken gegen Madrid
       immer wieder Hinweise auf die „zu lasche“ Einwanderungspolitik der
       Regierung Sánchez.
       
       Pedro Sánchez hat jetzt Melonis Herausforderung angenommen. Auch die von
       ihm mitten in der Hauptreisezeit angeordneten Grenzkontrollen werden mit
       dem Schutz der nationalen Sicherheit begründet, im Wissen darum, dass diese
       Begründung genauso lächerlich ist wie die von italienischer Seite.
       
       [3][Ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.] Meloni giftet, sie werde
       sich spanischen „Ultimaten“ nicht beugen. Stattdessen rüstet das
       italienische Außenministerium jetzt auf. Es ordnete an, in Reaktion auf die
       spanische „Vergeltungsmaßnahme“ jetzt den „konsularischen Schutz“ für
       italienische Reisende zu verstärken. Was immer das heißen soll.
       
       9 Aug 2026
       
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