# taz.de -- Migration nach Ceuta: Madrid erhöht Zahl der Angekommenen auf 72.000
       
       > Fast alle Migranten, die nach Ceuta geschwommen waren, sind wieder in
       > Marokko. Die EU lobt Spaniens schnelle Reaktion, die Zahl der Todesopfer
       > steigt.
       
 (IMG) Bild: Ceuta betreut nach Angaben der Regionalregierung mehr als 800 Kinder und Jugendliche, eigentlich gibt es nur 29 Plätze
       
       dpa | Insgesamt rund 72.000 Migranten sind nach neuen Regierungsangaben aus
       Madrid vergangene Woche irregulär in die Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt.
       Rund 70.000 von ihnen seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt, sagte
       der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska vor Journalisten. Nach
       der Bergung von drei weiteren Leichen sei die Zahl der Todesopfer auf 75
       gestiegen. Bisher lag diese bei 72.
       
       Mit den neuen Zahlen korrigierte die spanische Regierung ihre bisherigen
       Angaben zur Zahl der Menschen, die bei dem beispiellosen Ansturm vor allem
       am Donnerstag nach Ceuta gelangt waren, deutlich nach oben. Bislang war sie
       von rund 50.000 Ankömmlingen ausgegangen. Ceutas Regionalpräsident Juan
       Jesús Vivas hatte die Zahl zuletzt auf bis zu 80.000 geschätzt.
       
       ## Regierung weist Kritik und Vorwürfe zurück
       
       Grande-Marlaska sprach nach der [1][Videokonferenz der EU]-Innenminister
       von einer „absolut konstruktiven“ Sitzung. Die Mitgliedstaaten der Union
       hätten die „umgehende und wirksame Reaktion“ der spanischen Behörden auf
       die Migrationskrise anerkannt. Zudem sei deutlich geworden, dass Ceuta als
       Außengrenze der Europäischen Union besonderen Schutz benötige und deren
       Sicherung eine gemeinsame europäische Aufgabe sei.
       
       Der Innenminister der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez
       hob erneut die Zusammenarbeit mit Marokko hervor. Beide Länder hätten
       bereits vor dem 30. Juli und auch danach eng zusammengearbeitet, um eine
       humanitäre Tragödie zu verhindern sowie die spanische und europäische
       Außengrenze zu schützen. Diese Kooperation habe [2][die rasche Rückkehr der
       meisten Menschen] ermöglicht, die irregulär nach Spanien eingereist seien.
       
       ## Aufnahmesystem für Minderjährige überlastet
       
       Der Migrantenandrang hatte Ende vergangener Woche europaweit eine Debatte
       über den Schutz der EU-Außengrenzen ausgelöst. Madrid war von den
       Regierungen einiger EU-Länder kritisiert und von der Opposition im Land
       scharf attackiert worden. Unter anderem hieß es, die Regierung habe
       Warnungen des Geheimdienstes über einen bevorstehenden Ansturm ignoriert.
       Nach anderen Ministern wies auch Grande-Marlaska diesen Vorwurf zurück.
       
       Besonders angespannt bleibt die Situation bei den in die Exklave gekommenen
       unbegleiteten Minderjährigen. Ceuta betreut seit dem Ansturm nach Angaben
       der Regionalregierung mindestens 862 Kinder und Jugendliche, obwohl regulär
       nur 29 Plätze zur Verfügung stehen. Deshalb werden zusätzliche Unterkünfte
       in umfunktionierten Gebäuden eingerichtet. In Spanien würden die
       Grundrechte von Minderjährigen respektiert, sagte Grande-Marlaska. „Das
       gehört zu unseren wichtigsten Verpflichtungen und Prioritäten.“
       
       4 Aug 2026
       
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