# taz.de -- Vetternwirtschaft bei der AfD: Mein Sohn braucht einen Job …
       
       > Die AfD schimpft gerne über die „Selbstbedienungsmentalität der
       > Altparteien“. Jetzt hat sie selbst einen Skandal an der Backe. Der
       > Versuch eines Überblicks.
       
 (IMG) Bild: Im Bundestag ist es verboten, eigene Verwandte anzustellen
       
       Die Schlammschlacht in der AfD Sachsen-Anhalt um Vetternwirtschaft hat
       mittlerweile die gesamte Partei, die Basis und das politische Vorfeld
       erfasst. Verfeindete Parteifreunde öffnen ihre Giftschränke, und zum
       Vorschein kommen zahlreiche dubiose Beschäftigungsverhältnisse von
       Familienangehörigen. Der extrem rechte Vordenker Götz Kubitschek spricht
       von „Verhausschweinung“ und fordert, dass „aufgeräumt“ werden muss. Björn
       Höcke warnt, „wachsam“ zu sein, und Parteichef Tino Chrupalla sprach von
       einem „Geschmäckle“ – blöd nur, dass sich danach [1][herausstellte], dass
       er selbst die Frau eines Parteifreundes beschäftigt.
       
       Die AfD Sachsen-Anhalt würde angesichts der Landtagswahl im Herbst jetzt
       gerne wieder zur Tagesordnung übergehen. Das Problem dabei ist nur:
       Spitzenkandidat Ulrich Siegmund – Typ Shopping-TV-Moderator, aber in
       rechtsextrem – steckt mittendrin. Siegmunds Vater ist im Bundestagsbüro
       seines Parteifreundes Thomas Korrel angestellt und soll dort bis zu 7.725
       Euro verdient haben.
       
       Dabei war Siegmund selbst einst angetreten [2][„gegen eingefahrenen
       Politikfilz, Mauscheleien und Steuerverschwender“]. Gleich drei Geschwister
       des parlamentarischen Geschäftsführers in Sachsen-Anhalt, Tobias Rausch,
       arbeiten im Bundestagsbüro der Parteifreundin Claudia Weiss. Deren Tochter
       wiederum arbeitet für die AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt, gemeinsam
       mit Rauschs Partnerin, die dort 6.000 Euro kassieren soll. Kurzum: Es ist
       kompliziert.
       
       ## Eine Kommission
       
       Der Landesvorstand versucht nun mit einem der taz vorliegenden
       Mitgliederschreiben die Sache einzufangen, in dem er von „niederträchtigen“
       Angriffen auf verdiente Familien spricht und Vetternwirtschaft zurückweist.
       Dennoch wolle man die Vorwürfe in einer Kommission aufarbeiten.
       
       An der AfD-Basis rumort es angesichts der Doppelstandards: Denn tatsächlich
       scheinen Bereicherungsnetzwerke wie in Sachsen-Anhalt kein Einzelfall in
       der Partei zu sein. Allein im Europaparlament wurden diese Woche drei
       ähnliche Fälle bekannt. Ebenfalls gibt es offenbar ein geschlossenes
       Einflussnetzwerk im Landesverband Niedersachsen, das sich Posten
       zuschustern und Intrigen spinnen soll.
       
       Wer sich in der Partei umhört, erfährt, dass die Praxis auch in der
       Bundestagsfraktion häufig vorkommen soll. Interne Schätzungen reichen von
       „wenigen Einzelfällen“ bis zur Hälfte der rund der 151
       AfD-Bundestagsabgeordneten.
       
       2013 gab es in der CSU eine Verwandtenaffäre. In der Folge des Skandals
       wurden sogenannte „Über-Kreuz-Anstellungen“ im bayerischen Landtag
       untersagt. Im Bundestag ist es verboten, eigene Verwandte anzustellen.
       „Über-Kreuz-Anstellungen“ aber sind im Bundesparlament noch nicht explizit
       verboten.
       
       14 Feb 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101124318/vetternwirtschaft-in-der-afd-affaere-erreicht-bundestag.html
 (DIR) [2] https://www.az-online.de/altmark/tangermuende/berufspolitiker-gegen-politikfilz-6934208.html
       
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 (DIR) Gareth Joswig
       
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