# taz.de -- Superwahljahr 2026: Wie stabil ist der AfD-Erfolg?
       
       > Die AfD wähnt sich in Sachsen-Anhalt auf dem Weg zur Macht. Doch
       > Vetternwirtschaftsvorwürfe und interne Kämpfe könnten ihr Wahljahr
       > überschatten.
       
       Spätestens seit der letzten Bundestagswahl gehört zum Wahlabend der
       beunruhigte Blick auf den Balken der AfD. 2026 stehen in fünf Bundesländern
       Landtagswahlen an. [1][Die AfD ist selbstbewusst] ins Wahljahr gestartet,
       vor allem mit Blick auf ihre [2][hohen Umfragewerte in Sachsen-Anhalt].
       Dort wähnt sie sich so nah an der Macht wie nie zuvor und möchte nach der
       Wahl im September am liebsten allein regieren.
       
       Was die Partei plant, wenn sie regiert, kann man in ihrem Entwurf für das
       Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt sehen. Da spricht sie von „Remigration“, ein
       Euphemismus für Massenabschiebungen und ein Kampfbegriff der Neuen Rechten.
       Regenbogenflaggen sollen im Bundesland nicht mehr wehen, stattdessen soll
       an Schulen die Deutschlandfahne gehisst werden.
       
       Angekündigt werden im AfD-Entwurf auch tiefe Eingriffe ins Bildungssystem,
       mit weitreichenden Folgen für Schüler:innen, Personal und Lehrpläne. Die
       staatliche Förderung von Vereinen und Kultur soll von „patriotischer
       Gesinnung“ abhängen. Dieser Entwurf liest sich wie das Muster für einen
       Staatsumbau, wie man ihn aus Ländern wie Ungarn unter Viktor Orbán kennt.
       
       Doch jetzt tobt im AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt, der vom
       Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, ein
       Machtkampf. In den vergangenen Tagen häuften sich [3][Vorwürfe über
       Vetternwirtschaft]. Der Vater des AfD-Spitzenkandidaten arbeitet für einen
       AfD-Bundestagsabgeordneten, immer mehr sogenannte Über-Kreuz-Anstellungen
       werden bekannt, Geschwister, Ehepartner und Kinder von AfD-Politiker:innen,
       die bei anderen AfD-Politiker:innen angestellt sind.
       
       Rechtlich geht das, aber es hat ein „Geschmäckle“, wie selbst
       Bundesparteichef Tino Chrupalla in einer Talkshow einräumte.
       Vetternwirtschaft? Ausgerechnet bei der Partei, die anderen Parteien
       regelmäßig Filz vorwirft? Da beschert eine Verwandtenaffäre in den eigenen
       Reihen ein Glaubwürdigkeitsproblem.
       
       Bislang hat noch keiner der zahlreichen Parteiskandale [4][die Wahlerfolge
       der AfD gebremst]. Haben nun die Vetternwirtschaft-Vorwürfe das Potenzial,
       die Aussichten der AfD im Wahljahr trüben? Stößt die Strategie der AfD,
       rechtsextreme Programmatik hinter bürgerlicher Fassade, an ihre Grenzen?
       
       12 Feb 2026
       
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