# taz.de -- Gesetzentwurf zu digitaler Gewalt: Männer erziehen statt einknasten
> Das neue Gesetz von Justizministerin Stefanie Hubig wird das Problem der
> digitalen sexualisierten Gewalt nicht lösen. Was statt Strafe sinnvoll
> wäre.
(IMG) Bild: Eine Seltenheit: Bundesregierung reagiert auf Demos wie diese in Hamburg
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will sexuelle und andere
Deepfakes unter Strafe stellen. Dafür hat sie [1][am Freitag ein Gesetz
gegen digitale Gewalt vorgestellt]. Gut daran ist unter anderem, dass Hubig
digitale Gewalt genauso ernst zu nehmen scheint wie körperliche. In der
Realität geht oft beides miteinander einher, das zeigen [2][nicht nur die
Vorwürfe von Fernandes an ihren Ex-Mann Ulmen, sondern auch Erfahrungen
unzähliger anderer Menschen, in der absoluten Mehrheit Frauen.]
Laut dem neu formulierten Paragraf 184k des Strafgesetzbuches kann es für
Deepfakes Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Gefängnis geben. Das könnte
abschreckend wirken – auf manche Männer. Auf andere, zum Beispiel
sexistische Gewalttäter, bei denen eine psychische Störung,
gesellschaftliche Macht oder Vermögen hinzukommen, wird es keine Wirkung
haben. Die einen handeln jenseits rationaler Erwägungen, die anderen haben
genug Kohle für einen guten Anwalt. Sie werden weiterhin gewalttätig sein.
Mit und ohne KI.
Damit sich daran etwas ändert, müsste so unglaublich viel passieren. Was
genau, haben Feministinnen schon so unglaublich oft aufgeschrieben, dass es
unglaublich nervt, [3][es andauernd wiederholen zu müssen]. Es lässt sich
ganz einfach [4][in der taz] und anderswo nachlesen, wenn es eine*n
interessiert.
Würde die Bundesregierung sich für Frauen interessieren und sexistische
Gewalt als das begreifen, was sie ist – ein gesamtgesellschaftliches
Problem –, würde sie vielleicht auch andere Ressorts stärker mit dem Thema
betrauen: das Innenministerium, das Frauen-, Familien- und
Bildungsministerium, das Gesundheitsministerium und so weiter. Strafrecht
allein löst das Problem jedenfalls nicht.
Wenn schon Strafrecht, dann wäre eine andere Rechtsfolge als Knast oder
Kohlezahlen sinnvoll: zum Beispiel verpflichtende anti-sexistische
Trainings – deren Trägerorganisationen der Staat ordentlich finanzieren
müsste, genauso wie [5][Psychotherapie] und Bildungsprojekte – Stichwort
[6][Demokratie Leben], das diese Regierung aber lieber zusammenkürzt.
Für die anderen Politikfelder und das Gesamtversagen der Bundesregierung
kann Hubig natürlich nichts. An ihrem Entwurf ist allerdings fragwürdig,
weshalb [7][die vielen Kritikpunkte, die daran bereits laut geworden sind,]
keinen Eingang in ihren Text gefunden haben. Aber man muss ja aktuell schon
froh sein, wenn die Politik auf Protest aus der Bevölkerung reagiert, bei
dem es nicht um Benzin oder einen Wal geht.
17 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lotte Laloire
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