# taz.de -- Protest gegen die Rüstungsindustrie: Palästina-Aktivist:innen besetzen Rheinmetall-Fabrik
> Vier Aktivist:innen sind in Berlin-Wedding auf das Dach einer
> Munitionsfabrik geklettert. Auf dem Dach weht eine Palästina-Fahne.
(IMG) Bild: Protestierende schwenken Palästina-Flagge auf dem Dach der Rheinmetall-Fabrik, von der rote Farbe herunterläuft
Palästina-Aktivist:innen haben am Mittwochmorgen die Rheinmetall-Fabrik im
früheren Pierburg-Werk im Berliner Ortsteil Wedding besetzt. Auf Bildern in
den sozialen Medien ist zu sehen, wie rote Farbe die Wand der Fabrik
herunterläuft. Auf dem Dach stehen vier Aktivist:innen und schwenken
Palästina-Fahnen. Sie halten Transparente hoch, auf denen etwa „Genozid in
Palästina mit deutschen Waffen – Nicht mit uns! Leistet Widerstand“ zu
lesen ist.
Eine Polizeisprecherin sagte der taz, die Polizei sei um 6.15 Uhr über den
Notruf von der Aktion informiert worden. Aktuell seien etwa 20
Einsatzkräfte vor Ort. Da sich die Aktivist:innen aber weigerten, vom
Dach herunterzukommen, habe die Polizei spezielle Klettereinheiten
angefordert, um die Protestierenden vom Dach zu holen. Am Nachmittag
erklärte ein Polizeisprecher, die Aktivist:innen seien zur
Identitätsfeststellung zunächst in Gewahrsam genommen worden. Ihnen würde
Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung zur Last gelegt.
Die Bilder von der Aktion verbreitete die Gruppe Peacefully Against
Genocide. In einem Video der Gruppe erklärt eine Aktivistin: „Rheinmetall
produziert das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hier im Wedding in
unserem Kiez wieder Waffen, mit denen Menschen getötet werden, die Tod und
Zerstörung in Palästina und anderswo auf der Welt bringen.“ Ein weiterer
Aktivist sagte: „Wir stehen hier, weil wir alle Verantwortung tragen und
uns weigern, Mittäter zu sein.“
Das Pierburg-Werk wird aktuell von einem Automobilzulieferer in eine
Produktionsstätte für Artilleriemunition umgewidmet. Seit Juli 2025
betreibt die Waffenfirma Rheinmetall das Werk. Palästina-Aktivist:innen
kritisieren seit Jahren, dass deutsche Waffenkonzerne auch weiterhin Waffen
an Israel liefern, [1][obwohl eine UN-Kommission inzwischen das Vorgehen
der israelischen Streitkräfte in Gaza als Völkermord bezeichnet hat.]
Die Gruppe Peacefully Against Genocide hat bereits in der Vergangenheit mit
dem Mittel des zivilen Ungehorsams gegen eine mutmaßliche deutsche
Mitschuld an diesen Verbrechen protestiert. Im November vergangenen Jahres
hat die Gruppe etwa das Kanzleramt mit der Aufschrift „Täter“ in roter
Farbe markiert und das Brandenburger Tor für eine Banneraktion besetzt. Im
September hat die Gruppe Namen von in Gaza getöteter Kinder vor dem Roten
Rathaus auf den Asphalt geschrieben.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde um 15:10 Uhr aktualisiert.
25 Mar 2026
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(DIR) Timm Kühn
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