# taz.de -- Vor der Verkehrsministerkonferenz: Tempolimit, Fahrschule und Nahverkehr
       
       > Ab Mittwoch treffen sich die Verkehrsminister:innen aus Bund und
       > Ländern. Was Verbände nun fordern – für mehr Sicherheit und Klimaschutz.
       
 (IMG) Bild: Die Deutsche Umwelthilfe will ehrgeizige 100 Stundenkilometer als Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen
       
       [1][Tempolimit] auf Autobahnen, 80 Stundenkilometer auf Landstraßen und
       Tempo 30 innerorts: Anlässlich der Verkehrsministerkonferenz, die am
       Mittwoch in Lindau am Bodensee beginnt, machen sich Verbände für strengere
       Tempolimits stark. Das Ziel: mehr Verkehrssicherheit, mehr Klimaschutz –
       und weniger Abhängigkeit von Ölimporten.
       
       Die Ressortchef:innen müssten „endlich Maßnahmen für erhöhte
       Verkehrssicherheit beschließen“, fordert das Verbändebündnis, initiiert von
       der Deutschen Umwelthilfe. Flächendeckend niedrigere Tempolimits würden
       „jährlich Hunderte Verkehrstote und Tausende Schwerstverletzte vermeiden“.
       2025 wurden [2][laut dem Statistischen Bundesamt] auf deutschen Straßen
       366.000 Menschen verletzt, 2.814 Menschen starben.
       
       Dem Bündnis haben sich unter anderem die Gewerkschaft der Polizei, das
       parteiübergreifende Netzwerk Klimaschutz im Bundestag und die
       Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland angeschlossen. „Fast 60 Prozent aller
       tödlichen Verkehrsunfälle passieren auf Landstraßen, bei mehr als einem
       Drittel war zu schnelles Fahren die Hauptursache“, sagt Christiane
       Rohleder, Bundesvorsitzende des Verkehrsclubs VCD, der ebenfalls Teil des
       Bündnisses ist.
       
       Arno Wolter, Geschäftsführer der Initiative für sichere Straßen, ergänzt:
       „Erfahrungen zum Beispiel aus Frankreich belegen klar, dass eine Absenkung
       der Höchstgeschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde auf Landstraßen die
       Zahl der Unfälle und Personenschäden signifikant reduzieren kann.“
       
       ## Landstraße soll Pflicht in der Fahrschule bleiben
       
       Der Unfallschwerpunkt Landstraße müsse daher auch in der Fahrausbildung
       Pflicht bleiben, fordert Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der
       Gewerkschaft der Polizei. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU)
       will die Fahrausbildung entschlacken und zum Beispiel einen Großteil der
       Pflichtstunden streichen, das sende „ein völlig falsches Signal“, sagt
       Kopelke. Die Novelle der Fahrschulausbildung steht beim Treffen der
       Verkehrsminister:innen von Bund und Ländern ab Mittwoch auf dem Plan.
       
       [3][Nach Berechnungen der Umwelthilfe] könnten Tempolimits von 100
       Stundenkilometern auf Autobahnen, 80 außerorts und 30 innerorts die
       CO₂-Emissionen im deutschen Straßenverkehr um bis zu 11,7 Millionen Tonnen
       senken. Zum Vergleich: [4][Das Umweltbundesamt (UBA) hat errechnet], dass
       eine Begrenzung auf 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen zwischen 2025
       und 2035 im Durchschnitt 8,3 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen pro
       Jahr einsparen könnte. 2025 hat der deutsche Verkehrssektor seine
       Klimaziele erneut deutlich gerissen, er verursachte [5][laut UBA] 146,3
       Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen – 1,4 Prozent mehr als 2024.
       
       Ein Tempolimit würde außerdem [6][den Geldbeutel der Autofahrer:innen
       schonen]. Infolge des Kriegs der Regierungen Israels und der USA gegen das
       iranische Regime ist der weltweite Ölmarkt ins Wanken geraten, auch
       hierzulande haben Mineralölkonzerne die Spritpreise in die Höhe geschraubt.
       Der Strompreis, wichtig fürs Laden von E-Autos, ist wegen höherer Gaspreise
       leicht gestiegen.
       
       Damit alle Menschen unabhängig von Einkommen oder Wohnort möglichst
       klimafreundlich unterwegs sein können, fordern weitere Verbände aus dem
       Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende eine sogenannte
       Mobilitätsgarantie. „Konkret heißt das: verlässliche Takte, barrierefreie
       Angebote, wohnortnahe Grundversorgung sowie langfristige Finanzierung – nur
       so kann Mobilität für alle gesichert werden“, schreibt das Bündnis aus
       Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbänden und der Evangelischen Kirche
       Deutschland. Besonders in den öffentlichen Nahverkehr sowie in den Rad- und
       Fußverkehr müssten Bund und Länder langfristig genug Geld stecken.
       
       Eine Aufstockung der Regionalisierungsmittel, die die Länder vom Bund für
       den Nahverkehr bekommen, steht für das Treffen der
       Verkehrsminister:innen ebenfalls auf der Tagesordnung. Außerdem
       wollen sie über den Schienenverkehr, [7][mehr Sicherheit in Zügen und
       Bahnhöfen] und einen Preisindex für das Deutschlandticket beraten.
       
       24 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Tempolimit/!t5024108
 (DIR) [2] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_062_46241.html?nn=2110
 (DIR) [3] https://mitmachen.duh.de/tempolimit-jetzt/
 (DIR) [4] https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/176_2024_texte_tempolimit.pdf
 (DIR) [5] https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/376/publikationen/2026-03/Projektionsdaten2026_Ergebnisse%20Kompakt_bf_2026_03_14_v2.pdf
 (DIR) [6] /Teuerungen-aufgrund-des-Iran-Kriegs/!6161436
 (DIR) [7] /Sicherheitsgipfel-Wie-die-Bahn-Zugbegleiter-schuetzen-will/!6154322
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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