# taz.de -- Kabinett beschließt Führerscheinreform: Damit der Lappen bezahlbar bleibt
> Die geplante Führerscheinreform soll die Fahrerlaubnis günstiger machen.
> Gesetzespläne sehen ab 2027 Theoriestunden im Netz und Fahrstunden mit
> den Eltern vor.
(IMG) Bild: Der Führerschein wird immer teurer. Woran hat et jelegen? Das Bundeskabinett muss noch grünes Licht geben
afp/kna | Mit weniger starren Vorgaben für Fahrschulen und die Ausbildung
soll der Führerschein für Fahrschüler günstiger werden. Das ist das
erklärte Ziel eines Gesetzentwurfs, den die Bundesregierung am Mittwoch auf
den Weg gebracht hat. Die Reform sieht unter anderem vor, dass für eine
bessere Vergleichbarkeit Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen künftig
online veröffentlicht werden. Zuvor präsentierte Grundzüge der Reform
reichen von Online-Theoriestunden bis zu Fahrstunden mit
Familienangehörigen. Ein Überblick:
Was in Österreich schon möglich ist, soll es auch in Deutschland geben: die
sogenannte Laienausbildung. Übungsfahrten können dann in Begleitung „einer
nahestehenden Person“ stattfinden, also etwa Eltern oder Großeltern.
Voraussetzung: die bestandene Theorieprüfung und sechs praktische
Fahrstunden. Die Begleitpersonen müssen mindestens seit sieben Jahren einen
Führerschein haben, das Auto muss gekennzeichnet sein. [1][In Österreich
ist es eine blaue Tafel mit weißem L].
Diese Neuerung „wollen wir nicht direkt in den Regelbetrieb überführen“,
[2][sagte Schnieder] jedoch im Februar. Zunächst sollen die Länder die
Möglichkeit bekommen, sie fünf Jahre lang auszuprobieren.
## Theoretische Fahrausbildung
Die Pflicht zum Präsenzunterricht soll abgeschafft werden. Fahrschülerinnen
und Fahrschüler sollen sich das erforderliche Wissen ausschließlich online
aneignen können, etwa über eine App oder eine Lernplattform. Sie können
sich dann vorbereiten, wo immer sie wollen und sich dann – ohne Bestätigung
einer Fahrschule – zur theoretischen Prüfung anmelden. Fahrschulen müssen
keine Schulungsräume mehr bereithalten, auch werden detaillierte
Vorschriften für Lehr- und Lernmittel abgeschafft. Das kann ihre Kosten
senken.
Die Prüfungsfragen – derzeit 1.169 – sollen um knapp ein Drittel auf rund
840 reduziert werden. Das Bewertungssystem wird vereinfacht: Jede Frage
erhält nur noch einen Punkt, sicherheitsrelevante Fragen dürfen aber nicht
falsch beantwortet werden.
Die verpflichtenden Sonderfahrten sollen von bisher zwölf auf drei
reduziert werden: je eine Nacht-, Autobahn- und Überlandfahrt. Wer auch
einen Schaltwagen fahren will, muss statt bislang zehn nur noch sieben
Fahrstunden in einem Auto mit Gangschaltung absolvieren.
Die Fahrprüfung soll 40 Minuten dauern, die Fahrtzeit dabei 25 Minuten.
Derzeit dauert eine Prüfung 55 Minuten mit einer Fahrtzeit von 30 Minuten.
Zweck der Verkürzung auch: mehr Prüfungen pro Tag und damit verkürzte
Wartezeiten auf die Prüfung.
Zudem sollen die Regeln für die Qualifikation der Prüfer in Theorie und
Praxis verändert werden: [3][Die theoretische Prüfung] soll künftig nicht
mehr nur von einem amtlich anerkannten Sachverständigen überwacht werden
müssen. Um als Fahrerlaubnisprüfer anerkannt zu werden, soll zudem künftig
kein Ingenieursstudium mehr nötig sein.
## Mehr Transparenz bei Preisen und bestandenen Fahrprüfungen
Bisher müssen die Fahrschulen ihre Preise nur vor Ort aushängen. Nun sollen
sie die Preise den Eckpunkten zufolge an eine zentrale Datenbank melden –
von dort können Vergleichsportale sie abrufen und aufbereiten, sodass
Verbraucherinnen und Verbraucher die Preise vergleichen können. Ähnliches
soll für die Bestehensquoten gelten: Die technischen Prüfstellen sollen
Angaben zum Erfolg der praktischen Prüfungen melden müssen.
20 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.fahrschulsuche.at/service/l-tafel
(DIR) [2] /Verkehrsminister-zieht-Bilanz/!6176438
(DIR) [3] https://www.adac.de/verkehr/rund-um-den-fuehrerschein/erwerb/theoretische-fuehrerscheinpruefung/
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