# taz.de -- Verkehrsministerkonferenz am Bodensee: Deutschlandticket ist jetzt Mathe
       
       > Der Preis für die beliebte Fahrkarte ist ab 2027 an die Energie- und
       > Personalkosten der Verkehrsbetriebe gekoppelt. Verbände hatten andere
       > Vorschläge.
       
 (IMG) Bild: Das Deutschlandticket könnte teurer werden und das trifft wie immer die den ärmeren Teil der Bevölkerung
       
       Beim Deutschlandticket könne man jetzt einen Haken machen, findet Lydia
       Hüskens, Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur (FDP). Der Preis für
       das Abomodell, deutschlandweit im Nahverkehr gültig, wird ab 2027 nicht
       mehr politisch festgelegt. In der Vergangenheit hatten Bund und Länder oft
       lange gerungen, bis sie sich auf einen Festpreis einigten. In Zukunft
       richtet sich der Ticketpreis nach einer bestimmten Formel, die die Kosten
       der Verkehrsunternehmen für Personal, Energie und Betrieb berücksichtigt.
       
       „Ein vernünftiger Abschluss“, sagte Bayerns CSU-Verkehrsminister Christian
       Bernreiter, als er am Donnerstag zusammen mit Ressortkolleg:innen aus
       anderen Bundesländern [1][die Beschlüsse der halbjährlichen
       Verkehrsministerkonferenz] vorstellte. Die Verkehrsminister:innen der
       Länder und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatten Mittwoch
       und Donnerstag in Lindau am bayerischen Ufer des Bodensees getagt.
       
       Nur: Es sei „eine komplizierte Formel“, gestand Bernreiter, „das ist jetzt
       wirklich Mathematik“. Welcher Preis sich für 2027 ergebe, werde im
       September ausgerechnet. Mit welcher Preisspanne Kund:innen ungefähr
       rechnen können? Das lasse sich jetzt noch nicht sagen. Aber: Das Ticket
       bleibe „attraktiv“, versprach Saarlands Verkehrsministerin Petra Berg
       (SPD), vor allem im Vergleich zu anderen Nahverkehrsabos. Die Zuschüsse von
       Bund und Ländern zum Deutschlandticket sollen stabil bei je 1,5 Milliarden
       Euro pro Jahr bleiben.
       
       Umweltverbände hatten sich zuvor noch für ein billigeres Deutschlandticket
       eingesetzt – besonders vor dem Hintergrund erhöhter Benzin- und
       Dieselpreise. Wenn nun der Ticketpreis an allgemein steigende Preise
       gekoppelt wird, werde der Nahverkehr kontinuierlich teurer, kritisierte der
       ökologische Verkehrsclub VCD. „Dabei treffen die hohen Preise für Busse und
       Bahnen diejenigen am stärksten, die sich kein Auto leisten können“, sagte
       die Bundesvorsitzende Christiane Rohleder. „Gerade jetzt sollte alles getan
       werden, um die Alternativen zum Auto attraktiver zu machen.“
       
       ## Spritpreise dürfen nur noch einmal täglich teurer werden
       
       Seitdem [2][die Regierungen der USA und Israels Krieg gegen das iranische
       Regime führen] und Iran die Straße von Hormus de facto blockiert, ist der
       weltweite Ölpreis stark gestiegen. Auch in Deutschland haben
       Mineralölkonzerne Benzin und Diesel daraufhin deutlich verteuert. „Eine
       Abzocke“, sagte Berg in Lindau. „Die Preissteigerungen waren durch nichts
       zu rechtfertigen.“
       
       Die Bundesregierung reagierte: Tankstellen sollen die Spritpreise nur noch
       einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erhöhen dürfen. Einen entsprechenden
       Gesetzentwurf segnete der Bundestag am Donnerstag mit Stimmen der Koalition
       und der Grünen ab. Die neue Regel soll noch vor Ostern in Kraft treten.
       
       Die Verkehrsminister:innen machen sich jetzt zusätzlich für eine
       Übergewinnsteuer stark, die die Ölkonzerne für ihre [3][Profite aus
       Verkäufen zu überhöhten Preisen zahlen] müssen. Bundesfinanzminister Lars
       Klingbeil (SPD) lässt eine solche Steuer gerade prüfen.
       
       Weitere Themen bei der Verkehrsministerkonferenz waren die Sicherheit in
       Bahnhöfen und Zügen, die Sanierung wichtiger Bahnstrecken und die Reform
       des Führerscheins.
       
       26 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.stmb.bayern.de/med/aktuell/archiv/2026/260326_vmk-lindau/
 (DIR) [2] /Libanon-und-der-Irankrieg/!6165708
 (DIR) [3] /Teuerungen-aufgrund-des-Iran-Kriegs/!6161436
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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