# taz.de -- Geheimnisvolle Formel für Preisindex: Kann das Deutschlandticket denn auch mal billiger werden?
       
       > Der neue Deutschlandticketpreis ist „wirklich kompliziert“: Worauf sich
       > die Verkehrsminister:innen geeinigt haben, können sie nicht richtig
       > sagen.
       
 (IMG) Bild: Regionalbahn in voller Fahrt, nur leider wird das Deutschlandticket immer teurer
       
       Der Preis für das Deutschlandticket soll nicht mehr willkürlich steigen,
       sondern geregelt. Darauf haben sich die Verkehrsminister von Bund und
       Ländern [1][bei ihrem Treffen am Donnerstag in München geeinigt]. Grundlage
       der Preisveränderung soll ab 2027 ein Kostenindex sein. Doch worauf sich
       die Verkehrsministerkonferenz genau geeinigt hat, bleibt vorläufig ein
       Geheimnis.
       
       Die Berechnung des Ticketpreises erfolge künftig nach einer komplizierten
       Formel, hieß es am Donnerstagabend. Ein Kostenindex enthalte Personal-,
       Energie- und allgemeine Kosten.
       
       Um absehen zu können, was genau alles in diesen Index einfließen wird, hat
       die taz beim Verkehrsministerium in Bayern nachgefragt, das die
       Fachminister:innen zu Gast hatte. „Der Kostenindex enthält Personal-,
       Energie- und allgemeine Kosten. Diese stehen im Verhältnis 55 zu 20 zu 25
       Prozent“, antwortete der Sprecher des bayrischen Ministers. Weitere Details
       würden erst in einigen Tagen veröffentlicht. Schließlich müssten die
       Anträge noch redigiert und gegengeprüft werden.
       
       Aber selbst wenn man den Beschluss kennen würde, hieß es weiter, könne man
       den genauen Index nicht aufgeschlüsselt bekommen. Denn das sei, wie von
       Staatsminister Christian Bernreiter (CSU) nach der
       Verkehrsministerkonferenz beschrieben, wirklich kompliziert und müsse
       letztendlich von einem Unternehmen berechnet werden.
       
       Muss man also befürchten, dass die Minister:innen etwas beschlossen
       haben, was sie selbst nicht verstehen konnten? Dieser Einschätzung
       widerspricht der Ministeriumssprecher. Politiker seien für die
       Richtlinienentscheidung zuständig. „Unser Minister berechnet ja auch keine
       Statik für eine Wohnung oder asphaltiert eine Straße. Ebenso wenig schreibt
       er persönlich ein Gesetz.“ Für solche Berechnungen gebe es den
       ministeriellen Apparat beziehungsweise externe Partner, die man beauftragen
       könne.
       
       ## Die Formel bleibt ein Geheimnis
       
       Die taz hat noch bei ein paar Verkehrsminister:innen anderer Länder
       nachgefragt, ob die sagen könnten, was genau beschlossen wurde. Aber auch
       von dort heißt es in der Regel, dass man erst noch das Protokoll der
       Sitzung abwarten müsse, bevor man etwas herausgeben dürfe.
       
       Immerhin eine Sprecherin von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister, Oliver
       Krischer (Grüne), weiß mehr zu berichten. Die geheimnisvolle Formel zum
       Nachrechnen verrät sie auch nicht. Aber immerhin so viel: Der Kostenindex
       bildet auch nach ihren Angaben „die Entwicklung der Ausgaben der
       Verkehrsunternehmen ab und besteht zu 55 Prozent aus Personalkosten, zu 20
       Prozent aus Energiekosten und zu 25 Prozent aus sonstigen Kosten“.
       
       Aber der Kostenindex sei nur einer von drei Bestandteilen für die
       Berechnung des Preisindexes. Die anderen beiden sind ein Wertfaktor und ein
       möglicher Dämpfungsfaktor. „Der Wertfaktor berücksichtigt, dass die
       staatlichen Zuschüsse von Bund und Ländern bis 2030 nicht steigen und daher
       real an Wert verlieren, was tendenziell zu höheren Preisen führt“, heißt es
       weiter.
       
       Für alle, denen bei diesem Formeldeutsch der Zug noch nicht abgefahren ist,
       gibt es sogar noch eine gute Nachricht von der Sprecherin aus NRW: „Wenn
       gleichzeitig mehr Menschen das Deutschlandticket nutzen, wirkt ein
       Dämpfungsfaktor preissenkend: Ein Teil der zusätzlichen Einnahmen durch die
       gestiegene Nachfrage wird genutzt, um Preiserhöhungen abzumildern.“
       
       Anders gesagt: Wenn trotz der Preisanhebung auf zuletzt 63 Euro im Monat
       mehr Menschen das Ticket nutzen, dann könnte es künftig auch wieder
       billiger werden. Vielleicht.
       
       27 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Gereon Asmuth
       
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