# taz.de -- Pornografische Deep-Fakes: Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann
> Die Schauspielerin behauptet, ihr Ex-Mann Christian Ulmen habe ihr
> jahrelang digitale Gewalt angetan. Ulmens Anwalt kündigt rechtliche
> Schritte an.
(IMG) Bild: Schauspielerin Collien Fernandes Anfang Februar in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“
Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen
vor, ihr über Jahre digitale Gewalt angetan zu haben. Auf Instagram
schildert sie unter anderem, in ihrem Namen seien Fake-Profile erstellt und
darüber sexualisierte Inhalte sowie gefälschte intime Aufnahmen verbreitet
worden.
Fernandes benennt Ulmen in dem Post als Verantwortlichen. Collien Fernandes
und der Schauspieler Christian Ulmen waren seit 2011 verheiratet, 2025
trennte sich das Paar. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Der Instagram-Post folgte am Donnerstag auf die Veröffentlichung der
aktuellen Titelgeschichte des Spiegels. Fernandes erhebt auch dort schwere
Vorwürfe gegen Ulmen. Dem Bericht zufolge geht es unter anderem um digitale
Gewalt und die Nutzung gefälschter Profile; [1][in Spanien] laufen nach
einer Anzeige von Fernandes Vorermittlungen. Das Paar lebte eine Zeit lang
auf Mallorca. Ulmen ließ Fragen des Spiegels unbeantwortet.
Dafür meldete sich die Anwaltskanzlei Schertz Bergmann zu Wort. Man
vertrete „ab sofort und allein die presserechtlichen Interessen von
Christian Ulmen“. Zur Spiegel-Berichterstattung stellt die Kanzlei dabei
fest: „Es handelt sich zum einen in großen Teilen um eine [2][unzulässige
Verdachtsberichterstattung]. Zum anderen werden unwahre Tatsachen aufgrund
einer einseitigen Schilderung verbreitet.“ Man sei „beauftragt, gegen den
Spiegel rechtliche Schritte einzuleiten“.
## Über 20.000 Kommentare
Fernandes – bekannt durch ihre Rolle als Schiffsärztin auf dem
ZDF-„Traumschiff“ – thematisiert seit Längerem [3][sogenannte
Deepfake-Videos mit pornografischen Inhalten]. 2024 strahlte das ZDF eine
Doku aus, in der Fernandes am eigenen Beispiel versuchte, Tätern auf die
Spur zu kommen. Auf Instagram schreibt sie nun, dass sie in der
Fernsehdokumentation „weit umher“ gereist sei. „Doch das wäre gar nicht
nötig gewesen, denn der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über
ziemlich nah.“
Der Post von Donnerstagnachmittag erhielt innerhalb von weniger als 24
Stunden fast 380.000 Likes und wurde über 20.000 Mal kommentiert, auch von
prominenter Seite.
Die Politik müsse digitale Gewalt gegen Frauen „endlich ernst nehmen“,
schreibt etwa die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang. „Es sind diese
Taten, die beweisen, dass der Satz ‚[4][Die Scham muss die Seiten
wechseln]‘ nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser
Bewusstsein“, antwortete der SPD-Ex-Generalsekretär Kevin Kühnert.
## Debatte um Strafverschärfung
Zugleich haben die Vorwürfe Fernandes’ die Debatte über schärfere Strafen
und eine konsequentere Verfolgung von Fällen digitaler Gewalt neu befeuert.
So kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, noch im Frühjahr
[5][ein digitales Gewaltschutzgesetz vorzulegen]. Täter sollten sich nicht
mehr sicher fühlen können, sondern damit rechnen müssen, dass sie bekannt
und wirksam strafrechtlich verfolgt werden, so die SPD-Politikerin.
Im Spiegel räumte Hubig ein, dass die Strafverfolgung angesichts der Taten
im digitalen Raum komplex sei. „Wir haben es mit internationalen Konzernen
und Netzwerken zu tun, und es tauchen ständig neue Phänomene auf“, sagte
sie. Es sei extrem schwer, „da ganz vor die Welle zu kommen“.
Um der Überlastung der Justiz etwas entgegenzusetzen, brauche es modernere
und schnellere Verfahren sowie mehr Personal. „Dazu wollen wir den Ländern
in dieser Legislaturperiode fast eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung
stellen“, sagte die Bundesministerin.
Auch wolle sie die Rechte der Betroffenen stärken: „Es soll möglich werden,
Accounts von Tätern per richterlicher Anordnung sperren zu lassen, wenn sie
massiv Recht verletzen. Betroffene sollen auch in Zivilverfahren bessere
Auskunftsrechte darüber bekommen, wer hinter digitalen Fakes steckt“, sagte
sie.
20 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Rainer Rutz
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