# taz.de -- Deepfakes sind nicht das Problem: Die Gewalt wuscheliger Profeministen
> Wegen eines spektakulären Falls sexualisierter Gewalt will die
> Bundesjustizministerin jetzt Strafen für Deepfakes. Warum sie damit das
> Thema verfehlt.
(IMG) Bild: Das Problem heißt nicht KI. Es heißt Männergewalt
Die größte Gefahr in diesem Land – nach männlicher Gewalt – geht von
SPD-Äußerungen aus. Sie führen straight in den Langeweiletod. So wie die
von Stefanie Hubig am Freitag im Spiegel. Die Bundesjustizministerin will
jetzt Strafen für Deepfakes – wegen eines spektakulären Falls, [1][über den
ich hier nicht schreiben darf,] weil der lange Arm des Patriarchats sonst
sofort das Presserecht als Waffe gegen mich richten und meine
Berichterstattung mit einer Unterlassungsklage niederschmettern würde.
Deepfakes sind zum Beispiel Nacktbilder, die mit KI erstellt werden. Immer
wieder montieren Männer echte Fotos von Frauengesichtern auf Fotos
irgendwelcher Frauenkörper und verbreiten das im Netz – um deren Ruf zu
schädigen, sie zu verletzten oder zu erpressen. Das soll laut Hubig künftig
strafbar sein.
Die öde Debatte ist absehbar. Das Thema digitale Gewalt ist nicht
unwichtig, aber Politiker*innen werden darüber in den nächsten Tagen
wieder besonders bestürzt und moralinsauer reden, während sie [2][Gelder
für Frauenhäuser] und Gewaltprävention kürzen, dass man wahlweise kotzen
oder für immer einschlafen will. Gähn.
Dann kommt ein neuer Paragraf oder auch nicht – völlig egal. Sollen sie
doch noch drölfzig Straftatbestände einführen, die die unfähigen oder
unwilligen Behörden dann sowieso nicht nutzen, um Gerechtigkeit für
Betroffene herzustellen. Denn selbst wenn ein Mann mal angeklagt oder gar
verurteilt wird – die Zahlen liegen nach wie vor im homöopathischen Bereich
–, wird er davon nicht automatisch weniger gewalttätig. Weder Knäste noch
Geldstrafen produzieren gute Menschen. Und den Frauen nützt es sowieso
nichts, wenn die Täter Strafen an die Staatskasse zahlen. Feministinnen
wissen all das, seit Jahren. Und Stefanie Hubig?
Angesichts ihrer Äußerungen hätte jeder Deutschlehrer gleich müde den Stift
fallen gelassen – Thema verfehlt, durchgefallen. Das Problem heißt nicht
Internet, KI oder Deepfake. Das Problem heißt Männergewalt. Es findet in
allen Sphären statt, online und offline. Es ist so groß und so alt, dass es
nicht mal nötig ist, aktuelle Beschuldigte zu nennen und sich damit auf
presserechtliches Glatteis zu begeben. Wer ab und an [3][Zeitung liest],
eine Frau oder queer ist, kennt längst genug Beispiele.
## Das Problem sind nicht nur Männer, die zuschlagen
Männliche Gewalt geht weit über das Physische hinaus. Sie umfasst
emotionale Manipulation, wie sie einem gewissen Satiriker vorgeworfen
wurde, sie umfasst, wenn Rockstars ihre sehr viel jüngeren Fans ficken, sie
umfasst [4][Frauenhass in Kommentarspalten].
Das Problem sind nicht nur Männer, die zuschlagen, sondern auch Männer, die
zuschauen und Männer, die wegschauen. Zum Beispiel die Männer, die sich
pornografisches Material, das mit Gewalt oder ohne Zustimmung erzeugt
wurde, im Netz anschauen. Männer, die selbst nie ihre Hand erhoben haben,
aber die wegschauen, wenn eine Frau belästigt wird.
Und auch Schweigen kann Gewalt sein. Das gelingt Männern in Meetings zwar
oft nicht, aber wenn es um akute Ungerechtigkeit oder Gewalt geht, werden
sie meist ganz leise. Das Problem sind nicht nur Machos, die ihre Frau erst
allein die Bude putzen lassen und sie danach auch noch öffentlich abwerten,
wie [5][in einem großen Interview in der Feministaz]. Fast noch
enttäuschender sind die „abtrainierten Machos“, die genau in solchen
Momenten ihren Mund nicht aufkriegen und die Machos einfach gewähren
lassen.
Männliche Gewalt ist ein Kontinuum, auf dem Typen sich munter hin und her
bewegen. Wie uns das Zeitalter der performative males gerade wieder einmal
gezeigt hat: Auch wuschelige Profeministen können Frauen hintergehen,
erniedrigen, verletzen, zerstören. Das Gefährliche an ihnen ist, dass
Frauen ihnen oft mehr vertrauen, weniger mit Gewalt rechnen, weniger
Sicherheitsvorkehrungen treffen.
Denke ich an diese Sorte Männer, beginnt das Blut in meinen Adern sofort zu
pulsieren. Kurz vor dem SPD-induzierten Herzstillstand rast mein Puls
Richtung Herzinfarkt. Ein Glück! Die feministische Wut hat mir wieder mal
das Leben gerettet.
20 Mar 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Lotte Laloire
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