# taz.de -- ADAC-Verkehrspräsident tritt zurück: Bekenntnis zu Klimaschutz verursachte „Reputationsschaden“
       
       > Der Verkehrspräsident des ADAC verteidigte in einem Interview den
       > steigenden CO₂-Preis. Daraufhin gab es Verbandsaustritte. Nun muss er
       > gehen.
       
 (IMG) Bild: Wider die Autolobby: Gerhard Hillebrand, Präsident für Verkehr beim ADAC, wurde zurückgetreten
       
       ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand ist zurückgetreten, weil
       Äußerungen in einem Interview „zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern
       sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen geführt hatten“, wie der ADAC
       mitteilte.
       
       Der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) hatte Hillebrand im Dezember gesagt,
       „der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die
       Klimaschutzziele zu erreichen“. Die NOZ setzte die Überschrift darüber:
       „[1][ADAC hält teureren Sprit für sinnvoll]“.
       
       Das führte [2][zu Aufregung und Austritten]. Im Zusammenhang mit
       Hillebrands Äußerungen gingen laut der Deutschen Presse-Agentur 60.000
       Kündigungen beim ADAC ein. 2024 hatte er etwa 400.000 Mitglieder gewonnen,
       für 2025 liegen noch keine Zahlen vor.
       
       Mit dem Schritt „übernimmt Hillebrand persönlich Verantwortung für den
       entstandenen Reputationsschaden“, so der ADAC. Er sei zu der Überzeugung
       gekommen, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig
       ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“, sagte Hillebrand.
       
       ## Grüne: Rücktritt ist „mehr als besorgniserregend“
       
       Im Interview sagte Hillebrand damals, dass „eine Preiserhöhung nur dann
       positiv wirkt, wenn auch ausreichend Möglichkeiten bestehen, diese mit
       alternativen Angeboten zu vermeiden“. Konkret meinte er damit [3][günstige
       E-Autos] und [4][CO₂-arme Kraftstoffe].
       
       Einige Tage später betonte der ADAC in einem Schreiben an seine Mitglieder,
       dass der Autoclub den steigenden CO₂-Preis nur unterstütze, wenn
       Alternativen „bezahlbar“ sind. Ob der ADAC diese Position nun aufgebe, ließ
       er bis Redaktionsschluss gegenüber der taz offen.
       
       Swantje Michaelsen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag,
       bedauert den Rücktritt. Dass Hillebrands Position im ADAC nicht tragfähig
       zu sein scheint, „ist mehr als besorgniserregend“, sagte sie der taz. Die
       Maxime dürfe nicht weniger Klimaschutz sein, „sondern wir müssen im Sinne
       der Verbraucher:innen steigende Preise sozial abfedern“.
       
       „Dass im Zusammenhang mit dieser Debatte rund 60.000 Menschen ausgetreten
       sind, entspricht etwa 0,3 Prozent der ADAC-Mitgliedschaft“, bemerkte Jonas
       Becker von der Klima-Allianz, die zahlreiche Umweltschutzverbände vertritt.
       Eine offene Debatte über den CO₂-Preis müsse möglich sein, ohne dass sie in
       persönlichen Rücktritten endet, sagte Becker.
       
       2 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/sprit-teurer-machen-adac-wirbt-fuer-co2-preis-49653132
 (DIR) [2] /Steigender-CO2-Preis/!6142658
 (DIR) [3] /Foerderprogramm-fuer-E-Autos/!6146928
 (DIR) [4] /Abgeschwaechte-EU-Vorgaben/!6138917
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jonas Waack
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) E-Autos
 (DIR) Elektromobilität
 (DIR) ADAC
 (DIR) CO2-Kompensation
 (DIR) CO2-Steuer
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Rücktritt
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) klimataz
 (DIR) Wir retten die Welt
 (DIR) Pendler
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Autoindustrie
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Rücktritt des ADAC-Verkehrspräsidenten: Shitstorm? Leckt uns am Auspuff!
       
       Der Rücktritt des ADAC-Verkehrspräsidenten treibt unseren Autor um: Warum
       folgen wir den pöbelnden Minderheiten? Und wer hält dagegen?
       
 (DIR) EU-Bericht zum nachhaltigen Pendeln: Städte unternehmen zu wenig gegen Autos
       
       Nachhaltiges Pendeln wird EU-weit gefördert. Der Europäische Rechnungshof
       kritisiert, dass Kommunen nicht genug daraus machen.
       
 (DIR) Autoindustrie in Deutschland: Es holpert bei vielen deutschen Unternehmen
       
       Konkurrenz aus China, Probleme auf dem US-Markt, schleppender Wandel hin zu
       E-Autos. Die deutschen Autobauer kriseln – und mit ihr die Zulieferer.
       
 (DIR) Stellenabbau bei Bosch: Wie ein Erdbeben
       
       Seit Jahrzehnten prägt Bosch das Leben in Bühl. Nun will der Konzern 1.550
       Stellen abbauen. Ein Schock für die Arbeiterfamilien der Region.
       
 (DIR) Autokrise in Sachsen: VW auf der Suche nach der Zukunft
       
       In Sachsen entstehen mit modernster Produktionstechnik E-Autos, eigentlich
       sollte der Laden brummen. Aber die Krise schlägt im Freistaat besonders zu.