# taz.de -- Autoindustrie in Deutschland: Es holpert bei vielen deutschen Unternehmen
       
       > Konkurrenz aus China, Probleme auf dem US-Markt, schleppender Wandel hin
       > zu E-Autos. Die deutschen Autobauer kriseln – und mit ihr die Zulieferer.
       
 (IMG) Bild: Autoproduktion im BMW Group Werk in Leipzig im Rekordjahr 2025
       
       Alle 48 Sekunden rollt im Leipziger BMW-Werk ein fertiges Auto vom Band,
       sagt der dortige Montageleiter Martin Koch. 2025 war ein Rekordjahr, das
       zweite in Folge. Und noch machen Verbrenner einen Großteil des Absatzes
       aus.
       
       Die Autoindustrie steckt im Wandel, und bei vielen deutschen Herstellern
       holpert es noch ziemlich. BMW steht vergleichsweise gut da. Volkswagen
       hingegen schlitterte im dritten Quartal 2025 in die roten Zahlen. Die
       Mercedes-Benz AG kam 2025 weltweit auf rund 2,16 Millionen verkaufte Pkw
       und Vans – zehn Prozent weniger als im Vorjahr.
       
       Zwar zog beim VW-Konzern der Absatz reiner Elektroautos 2025 deutlich an.
       Doch vor allem die Verkäufe auf dem chinesischen und nordamerikanischen
       Markt drückten die Konzernzahlen. Chinas Regierung [1][pumpte viel Geld in
       heimische Autobauer wie BYD]. Die setzten auf E-Mobilität und
       Hybridtechnologien – und liefen deutschen Produzenten damit den Rang ab.
       
       Marken wie Mercedes-Benz und die Volkswagentöchter VW, Audi und Porsche
       ruhten sich zu lange auf den Verkäufen ihrer Verbrenner aus. Der Wandel hin
       zur Elektromobilität wurde [2][spät in die Wege geleitet – oder
       inkonsequent]; noch immer hängen Chefetagen am Verbrennungsmotor und
       wettern, wie Mercedes-Boss Ola Källenius, lautstark gegen die europäischen
       Klimavorgaben für die Autoindustrie.
       
       ## VW, Mercedes und Zulieferer streichen Stellen
       
       Gleichzeitig dämpften Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump – eine
       saftige Zollerhöhung und das Ende der staatlichen Förderung für
       Elektroautos – den Erfolg deutscher Hersteller in Nordamerika.
       
       Nun wollen die Konzerne sparen. Bei Mercedes sollen bis Oktober 2025 schon
       rund 4.000 Stellen weggefallen sein. Volkswagen beendete vor gut einem
       Monat [3][die Autoproduktion in seinem Dresdener Werk], 2027 soll auch die
       Fertigung in Osnabrück enden. An allen zehn deutschen Standorten des
       Konzerns sollen bis 2030 35.000 Stellen gestrichen werden.
       
       Auch andere Unternehmen in der Lieferkette haben zu kämpfen. Nicht nur
       Bosch plant Kündigungen, auch der Technologiekonzern ZF aus dem
       baden-württembergischen Friedrichshafen hat angekündigt, bis 2028 14.000
       Stellen zu streichen.
       
       Der Pariser Autozulieferer Valeo hat erst vor einer Woche mitgeteilt,
       seinen Standort in Bad Neustadt an der Saale schließen zu wollen. Die
       örtliche Gewerkschaft IG Metall kritisiert [4][im Gespräch mit dem
       Bayerischen Rundfunk] das Management, das nicht gemeinsam mit den
       Beschäftigten nach Lösungen suche.
       
       ## Neue Kaufprämie für Elektro- und Hybridautos
       
       Ähnlich klingt Thorsten Donnermeier, Vertrauensmann der IG Metall bei VW in
       Kassel-Baunatal, wenn er über die Autobauer spricht. Er wirbt für
       Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich statt Jobabbau – und dafür,
       die Auslastung der Autowerke durch die [5][Produktion von Bussen und
       Straßenbahnen für den Nahverkehr] hochzufahren. So könnten auch die
       klimaschädlichen Emissionen im Straßenverkehr sinken.
       
       Die Bundesregierung hat derweil eine [6][neue Prämie für Kauf und Leasing
       eines E- oder Hybridautos] beschlossen, die den Markt in Schwung bringen
       soll.
       
       23 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.springerprofessional.de/automobilwirtschaft/unternehmen---institutionen/byd-profitiert-von-chinas-subventionspolitik/26989244
 (DIR) [2] /VW-in-der-Krise/!6138780
 (DIR) [3] /Autokrise-in-Sachsen/!6142847
 (DIR) [4] https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101085188/autozulieferer-valeo-schliesst-werk-in-deutschland-weitere-entlassungen.html
 (DIR) [5] /Umsatzrueckgaenge-und-Stellenabbau/!6106417
 (DIR) [6] /Foerderprogramm-fuer-Elektroautos/!6146638
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Zulieferer
 (DIR) Verkehrswende
 (DIR) Stellenabbau
 (DIR) Bosch
 (DIR) Volkswagen
 (DIR) Mercedes Benz
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Autoindustrie
 (DIR) Auto-Branche
 (DIR) Reden wir darüber
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Schwere Zeiten für Tesla: Der abgehängte Pionier
       
       Den Spitzenplatz als weltgrößter E-Autobauer hat Elon Musks Konzern an BYD
       aus China verloren. Das hat politische wie technische Gründe.
       
 (DIR) Überlebenskampf von Ford in Europa: Sterben auf Raten
       
       Zu teure Modelle, keine eigene Elektroplattform: Ford kämpft im Pkw-Bereich
       ums Überleben. Rettung bringen soll eine Kooperation mit Renault.
       
 (DIR) VW, Mercedes und die anderen: Elektroauto als Feind
       
       Die deutsche Autoindustrie hat sich mit ihrer Abwehrhaltung selbst in die
       Krise manövriert. Der Imageverlust von Tesla mildert nur ihre Schwächen ab.