# taz.de -- Deutsche Geschichte
(DIR) Zum Tod von Reinhard Strecker: Der unbequeme Aufdecker
Als Student jagte Reinhard Strecker ehemaligen NS-Richtern hinterher – und
stieß damit auf heftigen Widerstand. Nun ist er mit 95 Jahren gestorben.
(DIR) Theaterprojekt im Unterricht: Die DDR als Audiotour
Als 1984 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg drei Gasometer abgerissen
werden sollten, kam es zu Protesten. Schüler*innen im Bezirk haben sie
erforscht.
(DIR) Forscher über NS-Zeit in Osnabrück: „Die Geschichte musste erst wachgeküsst werden“
Historiker Željko Dragić sucht weltweit nach Nachkommen der Inhaftierten
eines Osnabrücker Kriegsgefangenenlagers. Heute öffnen ihm viele ihre
Türen.
(DIR) 75 Jahre Goethe-Institut: Das Institut der Vielen
Das Goethe-Institut wird 75. Gegründet sechs Jahre nach Ende des Zweiten
Weltkrieges, steht es heute für die offene Kultur der Bundesrepublik.
(DIR) Jürgen Kuttner hat fertig: „Es ist zum Kotzen und zum Weinen“
Jürgen Kuttners allerletzter Videoschnipselvortrag an der Volksbühne ist
ein wehmütiger Abend. Nach 30 Jahren und 200 Shows soll Schluss damit sein.
(DIR) Deutscher Sachbuchpreis: Ausgezeichnetes Auslaufmodell
Der Deutsche Sachbuchpreis geht an Konstantin Richter und seine
„Dreihundert Männer“. Er schreibt über Kapitänstypen, die westdeutschen
Wohlstand begründeten.
(DIR) Erste Außenstelle außerhalb Israels: Holocaustgedenkstätte Yad Vashem kommt nach München
Yad Vashem will eine Außenstelle in München einrichten mit einer Dependance
in Leipzig. Das soll die jüdische Perspektive in der Erinnerungskultur
stärken.
(DIR) Roman von Johann Reißer: In einem schönen Schwarzwaldtal
Wo heute Rheinmetall Kanonen fertigt: Johann Reißer nimmt in „Pulver“ auf
mitreißende Weise die Anfänge der deutschen Rüstungsindustrie in den Blick.
(DIR) Börne-Preis für Historiker: Der Geschichtserzähler
Am Sonntag wurde Historiker Christopher Clark ausgezeichnet, die Laudatio
hielt Bundespräsident Steinmeier. Warum ist er in Deutschland so beliebt?
(DIR) Künstlerin D’Ette Nogle in Braunschweig: Mit dem Käfer in die Villa
Künstlerin D’Ette Nogle nutzt für ihre Soloschau „Let it R.I.P“ in
Braunschweig Abzweigungen der Geschichte Europas. Bonbonpapiere helfen ihr
dabei.
(DIR) Displaced Persons im Emsland: Ein Stück Polen in Deutschland
Im Mai 1945 saßen fast 40.000 Polen im Emsland fest. Ins kommunistische
Polen wollten sie nicht zurück, so wurde aus Haren (Ems) das polnische
Maczków.
(DIR) Die DDR: Irgendwann kommt was
Eine große Müdigkeit prägte die letzten Jahre der DDR. Die kollektive
Erschöpfung ist bis heute zu spüren – und hat auch politische Folgen.
(DIR) Autor über Arisierung jüdischen Besitzes: „Der Holocaust war keine Veranstaltung der Nazis“
Nahezu alle Deutschen waren beteiligt, indem sie profitierten, sagt Armin
Flesch. Er recherchiert seit über zehn Jahren zur „Arisierung“.
(DIR) NS-Forscher über Gedenkkultur: „Zwischen Tätern und Opfern besteht ein geschichtliches Vakuum“
Götz Aly kritisiert die Trennung von Täter- und Opfererzählungen. Ihm fehlt
der Blick auf die Mehrheitsgesellschaft – auf Opportunismus, Feigheit und
Mitläufertum.
(DIR) Gedenken an die friesische Freiheit: Als in der Wesermarsch das Blut der Bauern floss
Friesenverbände erinnern an die Butjadinger Bauernrepublik. Wer heute von
„friesischer Freiheit“ spricht, muss auch von braunen Schatten erzählen.
(DIR) Imagekampagne für Niedersachsen: Kein Land für lahme Claims
Wenn die Landesregierung mal wieder eine Imagekampagne auslobt, kann das
eigentlich nur schiefgehen. Mit oder ohne neuen Slogan.
(DIR) Hermann Esser, eine deutsche Karriere: Hitlers Duzfreund
Er war für Heimatliebe, Naherholung und Tourismus zuständig: Hermann Esser
(1900 – 1981) – eine Biografie, wie sie bislang in keinem Buche stand.
(DIR) „East Side Story“ am Gorki-Theater: Jüdische Wut und Verzweiflung
Drei jüdische Frauen kehren nach Deutschland zurück. Kann man hier noch
leben?, fragen Lena Brasch und Juri Sternburg in ihrem „Jewsical“ am
Berliner Maxim-Gorki-Theater.
(DIR) Neue Kinder- und Jugendbücher: Das Prinzip Hoffnung
Bildstarke Erzählungen über außergewöhnliche Frauen erinnern an Judith Kerr
und Jella Lepman, die Flucht aus Nazideutschland und ihr Leben mit Büchern.
(DIR) Wolfgang Beckers letzter Film im Kino: Geschichte ist, was man dabei fühlt
„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist Wolfgang Beckers letzter, postum
vollendeter Film. Seine Betrugsklamotte fragt nach dem Umgang mit
Vergangenheit.
(DIR) Auseinandersetzung mit Identität: „Ich wurde in Deutschland erst wirklich jüdisch“
Yfaat Weiss leitet das Dubnow-Institut in Leipzig. Ein Gespräch über
jüdische Existenz, historische Verantwortung – und die Schönheit von
Geschichte.
(DIR) Aufgeladene Worte: Das angeblich Natürliche
Eine Ausstellung im Berliner Deutschen Historischen Museum untersucht, wie
sich der Begriff von Natur mit der deutschen Geschichte wandelte.
(DIR) Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“: Wo verstreute Seelen sich verbünden
Julian Radlmaiers Komödie „Sehnsucht in Sangerhausen“ verbindet leichtfüßig
Geschichte, Kapitalismuskritik und politische Fragen. Geister gibt’s auch.
(DIR) Die Deutschen und ihre Vergangenheit: Geschichtskuscheln
Das Befassen mit der eigenen Vergangenheit ist deutscher Volkssport. Aber
nicht, um aus ihr zu lernen, sondern, um sich hinter ihr zu schützen.
(DIR) Neues Gedenkstättenkonzept der Regierung: KZ-Gedenkstätten droht der Zerfall
Das Kabinett verabschiedet Konzept für die Erinnerung an das NS-Regime und
die SED-Diktatur. Die Erinnerung an die Kolonialverbrechen kommt nicht vor.
(DIR) Theaterstück zur Bornplatzsynagoge: Wiedergewinnung einer Synagoge
Zerstörung und Verlust prägen jüdische Geschichte auch in Hamburg. Jetzt
widmet sich ein Theaterstück dem Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge.
(DIR) 55. Deutscher Historikertag in Bonn: Kein neuer Antisemitismusstreit
Der ganz große Knall blieb aus. Kontroversen wurden dennoch dezent
sichtbar. Aufschlussreich waren neue Quellen zur NS-Besatzung in Osteuropa.
(DIR) Neuer Kinofilm „Der Tiger“: Selbstbegegnung eines Ostfront-Täters
Dennis Gansel wirft das Publikum in die tiefen Abgründe des 2. Weltkriegs:
Es ist ein interpretationsfähiger Antikriegsfilm mit Stärken und Schwächen.
(DIR) Online-Projekt zur jüdischen Geschichte: Wo das Reformjudentum seine Wurzeln hat
Über die weltweit erste jüdische Reformsynagoge, eröffnet 1810 in Seesen,
informiert ein neues Projekt des Portals „Jüdisches Niedersachsen online“.
(DIR) Allerletztes Buch der Gereon-Rath-Reihe: Praliné mit doppeltem Zeitsprung
In „Westend“ lässt Volker Kutscher seine Kommissar Gereon Rath
zurückblicken. Das von Kat Menschik illustrierte Buch ist ein Vergnügen für
Fans.
(DIR) Sexualforscher wird 200 Jahre alt: Karl Heinrich Ulrichs kämpfte für die Homo-Liebe
Der Mann aus dem ostfriesischen Aurich war seiner Zeit voraus. Trotz
staatlicher Unterdrückung forderte er schon im 19. Jahrhundert die Ehe für
alle.
(DIR) Künstlerin über Bäume in der Stadt: „Bäume haben viel zu erzählen“
Bäume sind Teil der Stadtgesellschaft. Julia Nordholz lässt sie in ihrer
Hamburger Soundinstallation „Parlament der Bäume“ zu Wort kommen.
(DIR) Komplizierte Familiengeschichte: Historische Schränke rücken
In dem Roman „Eine Handvoll Dollarscheine“ erzählt Esther Dischereit eine
komplizierte jüdisch-christliche, deutsch-amerikanische Familiengeschichte.
(DIR) Kinotipp der Woche: Komödiantischer Ernst
Das Zeughauskino zeigt das filmische Werk des Wieners Schauspielers und
Regisseurs Willi Forst, darunter die Verwechslungskomödie „Allotria“ von
1936.
(DIR) Karl-May-Spiele in Bad Segeberg: Winnetou auf Goebbels’ Bühne
Die Karl-May-Spiele in Schleswig-Holstein ziehen jeden Sommer
Hunderttausende Besucher*innen an. Vor 90 Jahren war die Freilichtbühne
eine NS-Kultstätte.
(DIR) Historiker über Antisemitismus: „Viele sehen sich unter Verdacht gestellt“
Die Angst, des Antisemitismus bezichtigt zu werden, kann dazu führen, dass
realer Antisemitismus nicht wahrgenommen wird, sagt Historiker Enno
Stünkel.
(DIR) Freilichtmuseum zeigt „Ley-Bude“: Tiny Houses für das Reich
Die „Ley-Bude“ wurde in den 40ern als Behelfsheim für ausgebombte
Volksgenoss:innen konzipiert. Eine steht nun im Freilichtmuseum am
Kiekeberg.
(DIR) Erinnerungsarbeit mit Kopfhörern: Eine Stadt geht in ihre Erinnerung ein
Wie Oldenburg im öffentlichen Raum verdrängt und gedenkt, zeigt das
Staatstheater im Audiowalk „Zukunftsmusik – wir werden uns erinnert haben“.
(DIR) Deutsche Verbrechen an Polen vor 1945: Ein Findling gegen das Vergessen
Der neue Gedenkort zur Erinnerung deutscher Verbrechen an Polen wurde neben
dem Kanzleramt eingeweiht. Er soll nur ein fünfjähriges Provisorium sein.
(DIR) Sachbuch „Spionage im Grenzland“: „Eine Warnung für heute“
Ein deutsch-dänisches Team hat die Spionagegeschichte Schleswig-Holsteins
aufgeschrieben. Das Buch soll auch für aktuelle Spionage sensiblisieren.
(DIR) Historiker über NS-Kultstätten: „Viele wurden als Freilichtbühnen einfach weitergenutzt“
Für ihre Propagandaveranstaltungen mit Menschenmassen bauten die Nazis
Kultstätten. Der Umgang mit ihnen ist noch mangelhaft, beklagt Dietmar von
Reeken.
(DIR) Roman „Lila Eule“: Vom Beat-Club in die Kaderschmiede
Cordt Schnibbens Roman „Lila Eule“ steckt voll Musik, Zeitgeschichte und
Popkultur. Dabei erschöpft er sich in der Reproduktion von Namen und
Fakten.
(DIR) Streit mit Hohenzollern beigelegt: Fünf Tabakdosen für ein Halleluja
Die Erben der Hohenzollernfamilie haben sich schlecht benommen. Dennoch
werden sie mit Einfluss und Werten in Millionenhöhe belohnt.
(DIR) Film „Ostpreußen – Entschwundene Welt“: Kein schönes Land
Filmemacher Hermann Pölking legt die Ideologie der historischen Bilder
frei, die er montiert. Das macht seinen Dokumentarfilm interessant.
(DIR) Buch über das Ende des „Dritten Reiches“: Gestellte Action für die Fotografen
Gerhard Paul beleuchtet so vielseitig wie spannend die letzten Tage der
Reichsregierung unter Admiral Dönitz, die im Mai 1945 in Flensburg
zusammentrat.
(DIR) Historischer Roman von Arno Frank: Ein unaufhaltsamer Aufstieg nach ganz unten
Eine Kleinstadt zwischen 1935 und 1945: Arno Frank begleitet im Roman
„Ginsterburg“ Deutsche, die sich nur allzu gerne der Nazi-Herrschaft
unterwerfen.
(DIR) 150 Jahre Albert Schweitzer: Worüber der Theologe schwieg
Albert Schweitzers Tropenspital „Lambarene“ bot den Nachkriegsdeutschen
tröstlich ablenkende Afrika-Fantasien. Der jüdische Anteil an der Leistung
blieb tabu.
(DIR) Buch über die Folgen des Bauernkriegs: Die Mikrophysik der Rache
War der Bauernkrieg 1525 mehr als ein Aufflackern ohne Tiefenwirkung für
die deutsche Geschichte? Peter Seibert beleuchtet, was nach dem Aufstand
kam.
(DIR) Film über Dietrich Kuhlbrodt: Memoiren einer Rampensau
Dem Hamburger Juristen, Filmkritiker und Gesamtkunstwerk Dietrich Kuhlbrodt
hat Arne Körner einen Porträtfilm gewidmet. Passender Titel: „Nonkonform“.
(DIR) Tagung im Haus der Wannsee-Konferenz: Der Judenhass im Trend
Im Haus der Wannsee-Konferenz wird über die Aufarbeitung der Schoah
diskutiert. Klaus Lederer fürchtet die Ausbreitung von Antisemitismus bei
Linken.