# taz.de -- Nachfolge von CDU-General Linnemann: Hopper – wer?
       
       > Die Hamburgerin Franziska Hoppermann ist die neue CDU-Generalsekretärin.
       > Sie wird dem liberalen Flügel zugeordnet. Ganz so liberal ist sie dann
       > aber doch nicht.
       
 (IMG) Bild: Von der Schatzmeisterin der Partei zur Generalsekretärin befördert: Franziska Hoppermann
       
       Jetzt ist es doch noch was mit dem Posten der CDU-Generalsekretärin
       geworden. Die Hamburger Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann ist die
       neue Generalsekretärin ihrer Partei werden. Bundeskanzler Friedrich Merz
       (CDU) schlug sie in einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin vor, wie die
       Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Anschließend wurde
       sie einstimmig gewählt. Die Hamburgerin folgt auf Carsten Linnemann, der
       wiederum an die Spitze des Gesundheitsministeriums rückt.
       
       Für das Amt der Generalsekretärin hatte sich Hoppermann schon einmal
       beworben, 2021 im Team mit dem Außenpolitiker Norbert Röttgen. Letzterer
       kandidierte damals gegen Friedrich Merz und Armin Laschet um den
       CDU-Vorsitz – mit Hoppermann im Schlepptau.
       
       Der heutige CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Merz scheint sich daran nicht
       zur stören und befördert die bisherige Schatzmeisterin der Partei zur
       Generalsekretärin. Offenbar teilt er die Einschätzung Röttgens, der
       [1][Hoppermann damals als intellektuell, organisatorisch talentiert und
       kommunikativ] pries – alles Eigenschaften, die man für diesen Job braucht.
       
       Dass sie intellektuell nicht unbedarft ist, darauf deutet schon hin, dass
       sie bei ihrem BWL-Studium in Hamburg von der Studienstiftung des Deutschen
       Volkes gefördert wurde. Zeitweilig arbeitete sie parallel als
       wissenschaftliche Mitarbeiterin eines Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten,
       neben ihrem Mandat in der Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbek.
       
       Nach dem Studium trat sie in den höheren Verwaltungsdienst der Hansestadt
       ein, wo sie zuletzt das Zentralamt der Behörde für Justiz und
       Verbraucherschutz leitete. Bei der Behörde war sie nach eigener Aussage eng
       in das Krisenmanagement des Stadtstaates eingebunden. Nicht zuletzt deshalb
       wurde sie zur Vorsitzenden der [2][Corona-Enquetekommission des Bundestags]
       gewählt.
       
       ## Die „Erfahrungsfeministin“
       
       Hoppermann, bisher Bundesschatzmeisterin der CDU, gehört zum
       Arbeitnehmerflügel der Partei und wird deren liberalem Spektrum zugeordnet.
       Bei ihrer [3][Vorstellung mit Röttgen] 2021 kündigte sie an, sie wolle die
       Partei modernisieren: Den Mitgliedern solle mehr Teilhabe zugestanden
       werden, die Partei solle digitaler werden und sich den großen
       Zukunftsthemen zuwenden.
       
       Ganz so liberal ist die Frau, die in einer kinderreichen katholischen
       Familie aufwuchs, allerdings nicht: Sie kritisierte die Migrationspolitik
       der Ampelregierung, findet die Legalisierung von Cannabis falsch und auch,
       dass das „Werbeverbot“ für Schwangerschaftsabbruch aufgehoben wurde. 2018
       sprach sie sich für ein [4][Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren]
       aus.
       
       „Ich möchte in einem Land leben, in dem Gemeinsinn und Patriotismus im
       Zentrum stehen“, sagte sie bei ihrer Bewerbung vor fünf Jahren. Vorbild ist
       ihr Großvater Carl Damm, der 15 Jahre lang bis 1980 für die CDU im
       Bundestag saß. Zeitgemäßer Konservatismus ist ihrer Ansicht nach „allem
       voran die Zusage, dass der Staat klappt“.
       
       Seit 2017 ist [5][Hoppermann] Vorsitzende der Hamburger Frauen-Union. Sie
       bezeichnet sich als „Erfahrungsfeministin“ und findet, dass es mehr
       sichtbare Frauen in der Union brauche, um die Partei für Frauen attraktiver
       zu machen. Damit ist sie jetzt ein Stückchen weiter.
       
       24 Jul 2026
       
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