# taz.de -- Regierungsumbildung geht weiter: Verkehrsminister Schnieder auf der Abschussliste
> Im Zuge von Merz' Personalrochade soll Bundesverkehrsminister Patrick
> Schnieder entlassen werden. Ein Nachfolger wird noch gesucht – und zwar
> in Niedersachsen.
(IMG) Bild: Muss wohl gehen: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU)
Alles deutet darauf hin, dass Bundeskanzler Friedrich Merz Verkehrsminister
Patrick Schnieder im Zuge der Kabinettsumbildung entlassen wird. Dies
berichtete am Freitag zuerst die Bild-Zeitung mit Verweis auf Informationen
aus Unionskreisen.
Grund für den drastischen Schritt des CDU-Kanzlers sei dessen tiefe und
anhaltende Unzufriedenheit mit der Amtsführung seines Parteikollegen
Schnieder – insbesondere bei den [1][Dauerkrisenherden Schienennetz] und
Infrastruktur. Aus Regierungskreisen heißt es zudem, Schnieder habe genervt
mit seinen Hinweisen, dass er nicht genug Geld für die ihm gestellten
Ausgaben bekomme. Auch habe er es gewagt, dem Kanzler in einer
Fraktionssitzung zu widersprechen hatte. Laut einer in den sozialen Medien
kursierenden SMS hat sich Schnieder bereits von seinen
Mitarbeiter:innen verabschiedet.
Für ein paar Stunden sah es so aus als könnte der nächste Verkehrsminister
Fritz Güntzler heißen. Seine Ernennung als Nachfolger von Schnieder galt
als sicher: Er sollte wohl sogar schon zugesagt haben, um dann, wenige
Stunden vor Merz' Pressekonferenz am Freitagmorgen, doch abzusagen.
## Der Doch-nicht-Verkehrsminister Güntzler
Dass in Berlin kaum jemand seinen Namen kannte, ist wohl ein Zeichen dafür,
wie dünn die Personaldecke bei der CDU mittlerweile ist.
Als ausgewiesener Finanzexperte hatte Güntzler mit Verkehrspolitik dabei
bisher auch wenig zu tun. Der 60-Jährige hat seinen Bundestagswahlkreis in
Göttingen und ist als Schatzmeister Teil des Präsidiums der CDU
Niedersachsen. Auch da gilt er allerdings als jemand, der eher im
Hintergrund wirkt. Nötig hat er das alles nicht: Im Bundestag gehört er zu
den Spitzenverdienern. Bei einer Auswertung der Nebeneinkünfte von
Abgeordnetenwatch und Spiegel im vergangenen Juni lag er mit 425.000 Euro
auf Platz 4.
Dass die Suche nach einem neuen Minister nach Niedersachsen führt, ist
wenig verwunderlich: Immerhin sind dort im nächsten Jahr Landtagswahlen.
Und der zweitgrößte Landesverband war schon bei Merz' ursprünglicher
Kabinettsbesetzung leer ausgegangen. Mit der A7 und der Nord-Süd-Trasse der
Bahn liegen außerdem einige zentrale und hochumstrittene Verkehrsprojekte
in diesem Bundesland.
## Merz geht nicht auf die Personalie Schnieder ein
Nach wie vor gibt es keine offizielle Bestätigung für das Feuern von
Schnieder, wohl weil die Suche nach einem Nachfolger noch anhält. Merz
selbst ging am Freitagmorgen in Berlin bei der Vorstellung der
Veränderungen im Kabinett nicht auf die Personalie Schnieder ein. Er sprach
vage von weiteren Veränderungen: „Das entscheide ich aber ohne Zeitdruck.“
Mit der Entlassung Schnieders würde der Kabinettsumbau weitergehen. [2][Am
Donnerstag sickerte bereits durch], was Merz am Freitag bestätigte:
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird neue Kanzleramtschefin.
An die Spitze des Gesundheitsministeriums wird CDU-Generalsekretär Carsten
Linnemann rücken. Schon am Mittwoch [3][war Kanzleramtschef Thorsten Frei
(CDU) für das Amt des Unionsfraktionschefs nominiert] worden.
Er folgt auf Jens Spahn (CDU). Dieser war am Samstag nach Vorwürfen in
Verbindung mit der Inanspruchnahme einer Leihmutter in den USA für die
Geburt seines Sohnes zurückgetreten.
24 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Nadine Conti
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