# taz.de -- Kabinettsumbildung: Nina Warken wird Kanzleramtschefin
       
       > Auf den Rücktritt von Jens Spahn folgen weitere Wechsel. Nina Warken wird
       > von Merz ins Kanzleramt geholt. Carsten Linnemann folgt ihr als
       > Gesundheitsminister nach.
       
 (IMG) Bild: Merz holt Warken ins Kanzleramt
       
       rtr/taz | Bundeskanzler ‌Friedrich Merz hat erste Entscheidungen über die
       [1][Kabinettsumbildung] getroffen. Am Freitagmorgen gab er bekannt, dass
       Gesundheitsministerin Nina Warken neue Kanzleramtschefin wird. Warken
       wiederum wird durch den bisherigen CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann
       ersetzt. Bereits am Donnerstag waren entsprechende Gerüchte durchgesickert.
       
       Die 47-jährige Warken folgt damit [2][auf Thorsten Frei], der am kommenden
       Mittwoch von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum neuen Fraktionsvorsitzenden
       gewählt werden soll. ‌
       
       Die Rochade ist nötig, weil [3][der bisherige Fraktionschef Jens Spahn am
       Samstag nach massiver Kritik an seiner Vaterschaft mit Hilfe einer
       Leihmutter in den USA zurückgetreten] ⁠war. Eine [4][Leihmutterschaft ist
       in Deutschland verboten], in den USA aber erlaubt. Spahn, der zu den
       mächtigsten Akteuren in der schwarz-roten Koalition gehörte, waren in der
       CDU eine sehr späte Kommunikation und Doppelmoral vorgeworfen worden.
       
       ## Warken seit Tagen als Topkandidatin im Gespräch
       
       Die Baden-Württembergerin Warken sitzt seit 2013 mit kurzen Unterbrechungen
       im Bundestag. Dort hatte sie schon von 2021 bis 2025 eine Führungsposition
       in der Unionsfraktion: Sie war Parlamentarische Geschäftsführerin. Der
       Öffentlichkeit blieb sie jedoch weitestgehend unbekannt, bis Friedrich Merz
       sie 2025 überraschend zur Gesundheitsministerin in der schwarz-roten
       Koalition ernannte.
       
       In den vergangenen Tagen wurde die Juristin bereits als Topkandidatin
       gehandelt. Als Gesundheitsministerin hatte sie [5][zuletzt ein
       einschneidendes Sparpaket bei den gesetzlichen Krankenversicherungen
       durchgeboxt], was ihr Lob aus den eigenen Reihen einbrachte. Auch ist
       Warken [6][Vorsitzende der Frauen Union in der CDU]. Die Gruppe hatte
       scharfe Kritik an der Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft durch Jens
       Spahn geäußert – jener Rücktritt, der die Personalrochade erst ins Rollen
       brachte.
       
       Um den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann war es zuletzt stiller
       geworden. Er wäre nach der Bundestagswahl gern Arbeits- und Sozialminister
       geworden; als der Job an die SPD ging, lehnte er das Wirtschaftsressort ab.
       
       23 Jul 2026
       
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