# taz.de -- Abstimmung im EU-Parlament: Rechte Mehrheit stimmt für Abschiebezentren außerhalb der EU
> Trotz Kritik an Inhalt und Zustandekommen bringt das Europaparlament eine
> härtere Rückführungspolitik auf den Weg, inklusive Abschiebezentren
> außerhalb der EU.
(IMG) Bild: Das italienische Abschiebelager in Gjader, einige Kilometer von der Hafenstadt Shengjin entfernt im nördlichen Albanien
epd | Das Europäische Parlament hat eine [1][umstrittene Verschärfung der
EU-Asylpolitik] auf den Weg gebracht. Die Abgeordneten stimmten am
Donnerstag in Brüssel mehrheitlich für ihre Position zur sogenannten
Rückführungsverordnung, die unter anderem Abschiebezentren in Drittstaaten
ermöglichen soll.
Für zusätzliche Brisanz sorgte nicht nur der Inhalt des Vorschlags, sondern
auch sein politisches Zustandekommen. Die christdemokratische EVP-Fraktion
hatte [2][laut Medienberichten mit Rechtsaußenparteien wie der AfD über den
Text verhandelt]. Demnach gab es unter anderem Absprachen in einer
WhatsApp-Gruppe sowie ein persönliches Treffen von Abgeordneten. Zur
EVP-Fraktion [3][gehören auch CDU und CSU].
## Debatte über Einfluss der AfD auf Gesetzestext
Der Entwurf enthalte an 38 Stellen Formulierungen, mit denen auf die
ESN-Fraktion, der auch die AfD angehört, zugegangen worden sei, erklärte
der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt. Teilweise seien deren
Forderungen direkt übernommen worden. Es sei falsch, der AfD inhaltlich
hinterherzulaufen, um sie zu bekämpfen. „Man kann nur davor warnen, die
EU-Rückführungspolitik von einer Partei abhängig zu machen, die aufgrund
ihrer Remigrationsfantasien von vielen als rechtsextrem eingestuft wird“,
sagte Marquardt.
Ziel der geplanten Verschärfung ist eine effektivere Rückführung
abgelehnter Asylbewerber. Besonders umstritten ist dabei die Möglichkeit,
Schutzsuchende in sogenannte Return Hubs in Drittstaaten abzuschieben.
Mit dem Votum legte das Europäische Parlament seine Verhandlungsposition
fest. Nun können die Gespräche mit den EU-Mitgliedstaaten und der
Europäischen Kommission über die endgültige Ausgestaltung beginnen.
26 Mar 2026
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