# taz.de -- Frühling kündigt sich im Januar an: Die Hasel blüht viel zu früh
       
       > Die Hasel hat schon im Dezember begonnen, Blüten auszubilden. Eine Folge
       > des Klimawandels. Das hat vor allem für Allergiker*innen Folgen.
       
 (IMG) Bild: Sieht gut aus, aber blühender Hasel zur Unzeit, das ist nicht gut für Allergiker
       
       Die Hasel hat in Deutschland deutlich früher zu blühen begonnen als üblich:
       14 Prozent der sogenannten phänologischen Beobachter*innen
       [1][meldeten dem Deutschen Wetterdienst (DWD) inzwischen Haselblüten]. Sie
       beobachten rund um ihren Wohnort die Entwicklungsstadien verschiedener
       Pflanzen für den DWD. Verglichen mit dem Mittel zwischen 1992 und 2025 ist
       dieser Stand [2][mehr als drei Wochen zu früh].
       
       „Die Blüte ist stark temperaturabhängig“, erklärte Andreas Brömser der taz.
       Er ist Meteorologe beim DWD. „Weil es durch den Klimawandel immer wärmer
       wird, verschieben sich auch die Blühtermine im Mittel auf [3][frühere
       Zeitpunkte im Jahr].“
       
       Zu erkennen ist die blühende Hasel an den langen, grün-braunen Kätzchen,
       die von ihren Zweigen herabhängen. Sie kündigen traditionell den näher
       kommenden Frühling an – aber auch die erste Pollensaison. Für
       Allergiker*innen ist die frühe Blüte der Hasel [4][deswegen ein
       Problem]: „Die Hasel ist die erste Pflanze im Jahresverlauf, die viel
       Pollen in die Luft freisetzt. Die frühe Blüte bedeutet also, dass die
       Pollenflugsaison früher beginnt und die Allergikersaison verlängert.“
       
       Die Hasel selbst sei von der frühen Blüte aber „weitgehend ungefährdet“,
       sagte Tim Böhnert der taz. Er ist Biologe an der Universität Bonn. „Für die
       Hasel ist es ärgerlich, wenn es nochmal zu Frost kommt und die Blüten
       beschädigt werden“, erklärte er. „Aber nicht alle Blüten gehen gleichzeitig
       auf, der Fruchtansatz wird lediglich reduziert.“ Auch für [5][Tiere, die
       sich von Blüten oder Pollen der Hasel ernähren], sei die frühe Blüte
       wahrscheinlich kein großes Problem, weil sie auf Alternativen ausweichen
       könnten. „Aber die frühe Blüte steht stellvertretend für die Veränderungen
       infolge des Klimawandels und die Geschwindigkeit, mit der das passiert“,
       sagte Böhnert.
       
       Im Vereinigten Königreich veröffentlichte der Wetterdienst ebenfalls von
       Amateur*innen gesammelte Daten, die zeigen, wie der Klimawandel die
       Pflanzenwelt verändert: Statt wie üblich 10 Arten blühten im Vereinigten
       Königreich um den Jahreswechsel 2024/25 310 Arten, darunter Gänseblümchen
       und Löwenzahn. Das [6][berichtete] der britische Guardian.
       
       7 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.dwd.de/DE/leistungen/phaeno_akt/phaenoakt.html?nn=575800
 (DIR) [2] https://www.dwd.de/DE/leistungen/phaeno_sta/phaenosta.html?nn=575800
 (DIR) [3] https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaueberwachung/phaenologie/produkte/jahresmittelwerte/vorfruehling_leitphase_grafik.html?nn=575800
 (DIR) [4] /Klima-und-Allergien/!5919182
 (DIR) [5] /Projekt-Baltic-Pipe/!5773060
 (DIR) [6] https://www.theguardian.com/environment/2026/jan/02/winter-blooming-of-hundreds-of-plants-in-uk-visible-signal-of-climate-breakdown
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jonas Waack
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) CO2
 (DIR) Schwerpunkt Artenschutz
 (DIR) Allergie
 (DIR) Wald
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Kolumne übrigens
 (DIR) Schwerpunkt Stadtland
 (DIR) Schwerpunkt Fridays For Future
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Deutsche Klimapolitik: Wird 2026 zu heiß für Carsten Schneider?
       
       Die kommenden Monate könnten über die Zukunft der deutschen Klimapolitik
       entscheiden. Umweltminister Carsten Schneider scheint dem nicht gewachsen.
       
 (DIR) Deutsche Emissionen 2025: Klimaschutz verliert noch mehr Tempo
       
       Die CO₂-Emissionen sinken leicht, teils aber nur durch die
       Wirtschaftskrise. Verkehr und Gebäude sind sogar wieder klimaschädlicher
       geworden.
       
 (DIR) Pollenallergie: Mein Feind, die Birke – fällt die verdammten Dinger!
       
       Nirgends ist man vor den nervigen Spermaschleudern mehr sicher. Es braucht
       einen radikalen Wandel im Umgang mit der Pollenpest.
       
 (DIR) Naturschutz mit Wallhecken: Die Heckenretter
       
       Die Pflege der Wallhecken in Schleswig-Holstein zählt zum
       Unesco-Kulturerbe. Weil sie der Natur gut tun, helfen Freiwillige bei
       diesen Knicks.
       
 (DIR) Klima-Soziologe über Verhaltensänderung: „Das Glas ist mindestens halb voll“
       
       Welche Gruppen sind bereit sich angesichts des Klimawandels zu verändern?
       Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung weiß es.