# taz.de -- Klimakrise und Kosten: Wenn Versicherungen nicht mehr versichern
> Die Schäden durch Naturkatastrophen steigen weiter, warnen mittlerweile
> auch Versicherer. Damit ist der nächste Kampf um Klimagerechtigkeit
> eröffnet.
(IMG) Bild: Sturmflut: Hochwasser am Fischmarkt in Hamburg an der Elbe zur Blauen Stunde, am 24.10.2025
Hochwasser, Gewitter und Waldbrände vernichteten im vergangenen Jahr 166
Milliarden US-Dollar – an Häusern, Feldern, Autos, Infrastruktur.
Versichert waren davon 98 Milliarden US-Dollar, das Dreifache des
Durchschnitts der vergangenen 30 Jahre. Das [1][berichtet der
Rückversicherer Münchener Rück], der Versicherer versichert und damit die
Klimakrise in den eigenen Bilanzen sieht. Kein Wunder, dass die Versicherer
weiterhin konsequent vor den Gefahren des Klimawandels warnen – nur darf
niemand von ihnen die Rettung des Klimas erwarten.
Der Branchenverband der Versicherer GDV [2][fordert] schon seit Jahren von
der Politik, in Überschwemmungsgebieten keine Baugenehmigungen mehr zu
erteilen. Der GDV – [3][die größte Lobbyorganisation Deutschlands] – warnt
vor „Katastrophen auf Wiedervorlage“ und will, dass kommunale Verwaltungen
Klimafolgen in ihre Entscheidungen miteinbeziehen müssen. Denn je weiter
sich die Erde erhitzt, desto mehr werden Städte und Dörfer verwüstet und
desto mehr müssen die Versicherer blechen.
Das wird für viele Hausbesitzer*innen und Mieter*innen teuer. Denn
wenn die Versicherer ihre Profite schützen wollen, müssen sie die Beiträge
erhöhen. Hausbesitzer*innen trifft das direkt, Mieter*innen über
die folgenden Mieterhöhungen. Oder die Versicherer kappen [4][in besonders
gefährlichen Regionen] den Zugang zu Versicherungen ganz. Rückversicherer
[5][beginnen schon], den Versicherern keine Überschwemmungsrisiken mehr
abzunehmen.
In Deutschland [6][schlägt der GDV vor], Versicherungen für
Naturkatastrophen in einigen besonders bedrohten Gebieten zu bündeln und
eine Beitragsobergrenze über einen Solidaritätsbeitrag zu finanzieren. Der
Staat soll in Extremfällen ebenfalls beteiligt werden. Aber der Bund der
Versicherten [7][kritisierte], dass unter anderem Sturmfluten ausgenommen
sind: Die Versicherer „werben um gute Risiken und sehen zu, schlechte
Risiken auszuschließen oder loszuwerden“. Der Kampf darum, wer für die
Klimaschäden bezahlt, wird auch in der Versicherungswirtschaft ausgetragen.
13 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Klimakrise-treibt-Schaeden-nach-oben/!6144956
(DIR) [2] https://www.gdv.de/resource/blob/169862/7384ce106d952f6c2fc8d1507e82c9a7/gdv-forderungskatalog-forderungen-praevention-klimafolgenanpassung-data.pdf
(DIR) [3] /Wie-Lobbyisten-die-staatliche-Rente-schlechtmachen/!6142888
(DIR) [4] /Klimarisiko-in-Deutschland/!6142887
(DIR) [5] https://www.ft.com/content/462393bf-26e4-4969-9747-28164e94eb79
(DIR) [6] https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/elementarschutz-fuer-alle-versicherer-legen-modell-fuer-sicherungssystem-gegen-naturgefahren-vor-194780
(DIR) [7] https://www.bundderversicherten.de/de/suche/2025-12-04-lagebesprechung-elementarschadenversicherung-gdv-vorschlag-m4398.htm
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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