# taz.de -- Deutsche Klimapolitik: Wird 2026 zu heiß für Carsten Schneider?
> Die kommenden Monate könnten über die Zukunft der deutschen Klimapolitik
> entscheiden. Umweltminister Carsten Schneider scheint dem nicht
> gewachsen.
(IMG) Bild: Ob das ausreicht? Bundes-umweltminister Carsten Schneider besichtigt einen Solarpark in Potsdam
Dieses Jahr könnte zum Schicksalsjahr der deutschen Klimapolitik werden:
Noch im Januar sollen CDU- und SPD-Abgeordnete zusammenkommen, um das
sogenannte Heizungsgesetz zu reformieren. Währenddessen wird in Brüssel
weiter über die Zukunft des Verbrenners verhandelt, über
Klimaschutz-Ausnahmen für die Chemie-Industrie und den CO₂-Preis für Heizen
und Tanken.
Für Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) steht deshalb [1][nach der
Klimakonferenz] seine zweite große Bewährungsprobe an: Er muss spätestens
Mitte März ein Klimaschutzprogramm vorlegen, das zeigen soll, wie die
Bundesregierung die gesetzlich vorgegebenen Klimaziele einhalten will.
Zwei Zahlen müssen ihm dabei Sorgen bereiten: 9 Millionen und 36 Millionen.
Um 9 Millionen Tonnen sind die deutschen CO₂-Emissionen 2025
zurückgegangen, wie die Denkfabrik Agora Energiewende ausgerechnet hat. 36
Millionen Tonnen Rückgang sind ab jetzt jährlich nötig, damit Deutschland
2030 sein selbst gestecktes Klimaziel einhält. Nur in der Stromerzeugung
zeichnet sich dahingehend ein Erfolg ab. In der Industrie sanken zwar auch
die Emissionen, aber nur wegen der Wirtschaftskrise. Der CO₂-Ausstoß durch
Heizungen und Autos stieg sogar leicht.
Schneider hat in den kommenden Wochen die undankbare Aufgabe, das Wohn- und
das Verkehrsministerium genauso wie das Wirtschaftsministerium zu
wirkungsvollen, durchfinanzierten Klimaschutzmaßnahmen zu verpflichten.
Währenddessen schließt Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) leicht
umzusetzende Maßnahmen wie ein Tempolimit auf Autobahnen aus und
[2][rüttelt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an den
Klimaschutzvorgaben bei neuen Heizungen].
Wie Schneider sich durchsetzen will, ist unklar. Bei den Diskussionen ums
europäische Klimaziel für 2040 und das Verbrenner-Aus zog er [3][lautstark
rote Linien], über die sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) ohne viel
Aufhebens hinwegsetzte. Rückendeckung von seiner Parteispitze hat der
SPD-Politiker seit Amtsantritt ebenfalls nicht bekommen. Im wichtigen
Klimaschutzjahr 2026 droht Schneider angesichts riesiger Widerstände an
seinem Amt zu scheitern.
7 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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