# taz.de -- Sondersteuer für Luxusflüge: Keine Rücksicht auf Merz!
       
       > Es soll eine Sondersteuer für Privatflugzeuge und Flüge in der Ersten
       > Klasse geben. Frankreich und Spanien sind dafür, CDU und CSU dagegen.
       
 (IMG) Bild: Zu Fuß gehen bleibt ein steuerfreier Luxus: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
       
       Gut so! Umweltminister Carsten Schneider und Finanzminister Lars Klingbeil
       (beide SPD) wollen, dass Deutschland sich einer [1][internationalen
       Initiative für eine Luxus-Flugsteuer] anschließt. Das berichtete zuerst der
       Spiegel. Für diese Idee treten unter anderem Frankreich und Spanien auf der
       Weltklimakonferenz in Brasilien ein. Der Ansatz: Privatjet-Nutzer*innen und
       Flugreisende in der ersten oder Business-Klasse sollen eine Sonderabgabe
       fürs Klima zahlen. Die Minister*innen der Union sind dagegen oder
       wollten sich nicht äußern. Klar: Kanzler Merz ist selbst Hobbypilot,
       besitzt sogar eine eigene Maschine und lässt sich gern im Cockpit
       fotografieren.
       
       Der Vorstoß aus Brasilien ist genau der Weckruf, den die Bundesregierung
       benötigt: Erst in der vergangenen Woche hat das Kabinett beschlossen,
       [2][die Steuern für die Flugbranche zu senken]. Gegen eine Zusatzabgabe für
       Luxusflüge wäre höchstens einzuwenden, dass [3][Privatflieger] gleich ganz
       verboten werden sollten. Sie sind eine zerstörerische Perversion, die kein
       Mensch braucht.
       
       Selbst per Linie ist das Fliegen eine Sache der Reichen auf diesem
       Planeten. 80 Prozent der Weltbevölkerung haben noch nie in einem Flugzeug
       gesessen. Auch innerhalb von Europa gibt es viele Menschen, die weniger als
       einmal im Jahr fliegen. Die Schäden werden vor allem von den wohlhabenden
       Vielflieger*innen verursacht.
       
       Studien belegen immer wieder: Wer mehr Geld hat, lebt tendenziell
       klimaschädlicher. Großes Auto, großes Haus, viele Reisen – so
       klimaschädlich zu sein, können sich arme Menschen schlicht nicht leisten.
       Deswegen ist es nur konsequent, Klimaschutz ganz besonders von den
       Wohlhabenden und Reichen einzufordern. Oder ihn zumindest von ihnen
       bezahlen zu lassen. Eine zusätzliche Abgabe auf Flüge mag die Betroffenen
       nicht vom Fliegen abhalten, das Geld kann dann aber beispielsweise genutzt
       werden, um Klimaschutz in armen Ländern zu bezahlen.
       
       Diese Sondersteuern für Reiche würden aber nicht bedeuten, dass sich die
       deutsche Durchschnittsbevölkerung nicht am Klimaschutz beteiligen muss.
       Alle Bundesbürger gehören – global gesehen – zu den großen CO2-Bomben. Und
       so schlimm wäre ein klimafreundliches Leben gar nicht: Ein Verbrenner-Auto
       nervt durch schlechte Luft und lästigen Krach, anders als ein Fahrrad oder
       auch ein E-Auto. Und eine fleischarme Ernährung ist nachweislich gesund.
       Die Vorzüge sind beeindruckend: weniger Entzündungen, weniger Herzinfarkte,
       weniger Krebs, weniger Diabetes.
       
       Trotzdem: Reiche haben mehr Verantwortung für die Klimakrise – und müssen
       sie auch tragen.
       
       17 Nov 2025
       
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 (DIR) Susanne Schwarz
       
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