# taz.de -- Sachsen-Anhalt, Berlin und MV: Wie geht es weiter nach den Wahlen?
> Das Superwahljahr 2026 mit drei Landtagswahlen im Osten ist vorbei. Wie
> groß ist der Einschnitt und was folgt daraus? Live-Podcast aus der
> taz-Kantine.
In Mecklenburg-Vorpommern kann Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD)
mit einer rot-rot-grünen Koalition weiterregieren, in Berlin könnte die
Linke Elif Eralp Regierende Bürgermeisterin werden, und in Sachsen-Anhalt
droht mit dem Erdrutschrieg von Ulrich Siegmund (AfD) [1][die erste
rechtsextreme Regierung] in der Geschichte der Bundesrepublik. Mit den drei
Landtagswahlen endet das Superwahljahr 2026.
Wie groß der Einschnitt ist, den sie markieren, konnte man schon am frühen
Sonntagabend sehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) trat bereits kurz
nach den ersten Hochrechnungen vor die Kameras – was höchst ungewöhnlich
ist. Wer vermutet hatte, er verkünde [2][nach dem Absturz der CDU] seinen
Rückzug vom Parteivorsitz, täuschte sich. Merz will Kanzler und CDU-Chef
bleiben und die Reform-Agenda seiner schwarz-roten Bundesregierung alsbald
umsetzen.
Ob Merz sich halten kann, steht in den Sternen, innerhalb der Union sind
allerdings vorerst [3][keine Kanzlersturz-Aspiranten in Sicht]. Und auch
für die SPD stellt sich die Frage, ob sie an den sogenannten Sozialreformen
und ihrem selbstzerstörerischen Kurs festhält. In Mecklenburg-Vorpommern
landete die SPD knapp hinter der AfD. Schwesig kann dort zwar
weiterregieren, allerdings eher trotz als wegen der Bundes-SPD.
Während Schwesig als „die Frau gegen Blau“ auf die Wirkung der erfahrenen
Ministerpräsidentin setzte, hat Elif Eralp in Berlin mit ihrer Strahlkraft
und einem Wahlkampf gewonnen, der mit dem Motto „Berlin bezahlbar machen“
an den Stil von New Yorks Bürgermeister Mamdani erinnert. In Sachsen-Anhalt
mimte Ulrich Siegmund [4][den gutgelaunten Rechtsextremisten], mit Simson
und freundlichem Antlitz für die AfD, die dort so völkisch ist wie bei
Höcke in Thüringen.
## Welche Strategien sind erfolgreich?
Sind also Personen und Emotionen der entscheidende Faktor? Und liefern
diese drei Wahlen – trotz der Erfolge von Rechtsextremen – auch Hinweise,
wie man die AfD schlagen kann? Klar ist inzwischen, dass Wahlkämpfe und
eine Politik, die sich vor allem an der AfD abarbeiten, kaum wirken.
Umso besser scheint es dafür mit einer positiven Vision und klaren
Konzepten zu klappen, wie man an der Linkspartei sieht. Ein Mietenwahlkampf
wie in Berlin hätte auch Potenzial in anderen Großstädten. Aber wie sieht
es in ländlichen Gebieten aus, wo die AfD besonders erfolgreich ist? Was
hilft hier gegen den Aufstieg der Rechtsextremen?
Ob die Linkspartei in Berlin die Bürgermeisterin stellen wird, und es ein
rot-grün-rotes Bündnis geben wird, hängt allerdings nicht nur davon ab,
[5][ob sich die SPD beim Thema Vergesellschaftung] von großen
Immobilienkonzernen bewegt, sondern auch von der Linken selbst. Teile der
Partei wollen gar nicht regieren, sondern in der Opposition bleiben. Und
angesichts mehrerer antisemitischer Vorfälle reichen die Distanzierung und
Kritik von Eralp und der Landesspitze nicht, auch wenn sie glaubwürdig
sind.
In einer Live-Folge aus der taz-Kantine diskutieren die Moderatorinnen
[6][Martina Mescher] aus dem wochentaz-Politikteam und [7][Anja Krüger] aus
dem Wirtschaftsressort der taz über diese und weitere Fragen mit [8][Anna
Lehmann], Leiterin des taz-Parlamentsbüros, [9][Gareth Joswig], der für die
taz über die AfD berichtet, und [10][Uwe Rada] aus dem Berlin-Ressort der
taz.
[11][„Bundestalk“] – Der politische Podcast der taz erscheint jede Woche
auf taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.
23 Sep 2026
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