# taz.de -- Bündnis Sahra Wagenknecht: Wie tickt diese Partei? Und wie hält sie es mit der AfD?
       
       > Sahra Wagenknecht bezeichnet die Brandmauer als „Idiotie“. In
       > Sachsen-Anhalt wird ihr BSW zum Zünglein an der Waage.
       
       [1][Das BSW] schien lange auf dem absteigenden Ast: Den Einzug in den
       Bundestag verpasste es knapp, bei den Landtagswahlen im Südwesten kassierte
       die Partei desaströse Ergebnisse. Für Aufmerksamkeit sorgte das von Sahra
       Wagenknecht mitgegründete und auf ihre Person zugeschnittene BSW lediglich
       [2][mit parteiinternen Machtkämpfen].
       
       Bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt, dort hat das BSW mit 5,3 Prozent den Einzug
       in den Magdeburger Landtag geschafft und wird zum Zünglein an der Waage.
       Die AfD kam auf 43,8 Prozent. Zum ersten Mal seit 1945 könnte in
       Deutschland eine rechtsextreme Partei regieren, es ist eine Zäsur. Das BSW
       positioniert sich schon seit längerer Zeit als Anti-Brandmauer-Partei. In
       den Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt [3][biederte sich das BSW
       offensiv bei der AfD an]. Ebnet es ihr nun den Weg zur Macht?
       
       Keine direkte Wahl von AfD-Mann Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten,
       aber indirekte Unterstützung durch Enthaltung im dritten Wahlgang, das war
       die Lösung, die Wagenknecht und die BSW‑Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt
       vor und auch nach der Wahl ausgaben. Keine Koalition, aber durchaus
       inhaltliche Zusammenarbeit, lautete eine weitere. Schnittmengen gibt es
       durchaus, bei der Kreml-Nähe, der Ablehnung von Hilfen für die Ukraine, der
       Verweigerung von Klimaschutzmaßnahmen und der Abwehr von Geflüchteten,
       wobei das BSW im Unterschied zur AfD nicht rassistisch argumentiert oder
       einen völkischen Nationalismus propagiert. Das BSW präferiert einen
       überparteilichen Ministerpräsidenten und eine Bürgerregierung, die mit
       wechselnden Mehrheiten regiert – unter Einbeziehung der AfD.
       
       Für die demokratischen Parteien ist dieses Modell ein vergiftetes Angebot.
       Wagenknecht bezeichnet sich und ihr BSW als linkskonservativ. Als sich das
       BSW 2024 gründete, trat es mit dem Ziel an, der AfD Stimmen zu entziehen
       und sie kleiner zu halten. Und jetzt? Rechtsextremen Machtoptionen zu
       verschaffen, ist weder links noch konservativ. Welche Entwicklung hat das
       BSW seit seiner Gründung im Jahr 2024 genommen, und welches Ziel verfolgt
       Wagenknecht mit ihrem Kurs? Darüber reden Anna Lehmann, Leiterin des
       taz-Parlamentsbüros, Inlandsredakteur Rainer Rutz, der für die taz über das
       BSW berichtet, und Daniel Bax, Themenchef im Regieressort, moderiert von
       Martina Mescher aus dem wochentaz-Politikteam.
       
       🐾 taz Bundestalk live in der taz Kantine 
       
       Nach den drei Landtagswahlen stellen sich viele Fragen, die über die
       Landespolitik hinausgehen. Verschiebt sich gerade etwas in der deutschen
       Parteienlandschaft? [4][Diese und weitere Fragen besprechen wir im
       Live-Podcast am Montag, den 21. 9. 2026 in der taz Kantine.]
       
       17 Sep 2026
       
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