# taz.de -- Nach Wahlsieg der Linken: Willkommen in der islamo-sozialistischen Höllendiktatur
> Der Wahlsieg der Linken löst in bürgerlichen und rechten Kreisen eine
> Kernschmelze aus. Doch hinter der Schmierkampagne steht ein gefährliches
> Kalkül.
(IMG) Bild: Will laut Rechten den Sozialismus, die Scharia und eine Diktatur einführen: Elif Eralp
„Das hier macht mir wirklich Angst“, jammert Julius Böhm (Nius) in die
Kamera, eingeblendet wird, wie Jungwähler:innen in Berlin abgestimmt
haben: 43 Prozent von ihnen für die Linke. Was genau ihm Angst macht? „Weil
es bedeutet, dass junge Menschen dumm sein müssen“, [1][so seine
messerscharfe Analyse]. Er spricht von „jungen, armen, traurigen Menschen“,
die „keinerlei Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen“ haben und deshalb
eine Politik wählen, die für „Brotschlange, für Menschen, die verhungern,
für Elend“ steht.
Der Berliner Wahlsieg der Linkspartei hat in der Bubble rechter und
rechtsradikaler Medienaktivisten, aber auch in Teilen der Hauptstadtpresse
eine regelrechte Kernschmelze ausgelöst. „Berlin am Ende“, schreibt da
Felix Dachsel, Leiter des Reporterressorts des Spiegels. Und Benedikt
Brechtken von Apollo News sprach voller Verachtung von [2][„komplett
irren“] Berliner Wähler:innen. Ein Klassiker auch: Die Beschwörung der nun
nahenden sozialistischen Gewaltherrschaft.
Den Ton angegeben [3][hatte schon die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel am
Vorabend], die von einem „knalllinken Bündnis mit Reiche erschießen,
Kapitalisten weg, enteignen, Mietpreisdeckel“ schwadronierte. Am Montag
sprang die bürgerliche Mitte auf diesen Zug auf. Die FDP-Politikerin
Karoline Preisler stilisierte sich dabei zum ersten Opfer des neuen
Sozialismus: „Die Parteianhänger töteten meine Freunde in der DDR. Ich
kenne sozialistische Diktatur und finde es schwer erträglich, nun wieder
der Brutalität ausgesetzt zu sein.“
Doch ein neuer Stalinismus, manchen ist das noch nicht krass genug. „Die
jungen Berliner Frauen haben das Kalifat gewählt. Burka statt bauchfrei“,
[4][erklärte Thorsten Alsleben im reinsten AfD-Ton], Geschäftsführer des
Instituts Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Und Maral Salmassi, der die
CDU einst Hunderttausende Euro für den Kampf gegen Antisemitismus zuschob,
[5][setzte den Wahlsieg der Linken gleich mit der Machtübernahme der
Mullahs im Iran]: „Was gerade in Berlin passiert, haben wir im Iran schon
erlebt.“
Und dann ist da natürlich Ulf Poschardt, der wohl einflussreichste Mann im
Axel-Springer-Verlag, der sagte: „Alle haben Angst vor 1933. Die
eigentliche Gefahr ist 1949: die Wiederkehr der DDR – und das mit
arabischen Islamofaschisten an Bord.“ [6][In einem weiteren Video] sprach
Poschardt offenbar in Bezug auf Grünen-Wähler:innen unter anderem von
„hobbylosen, ehrenlosen, gottlosen Berlin-Mitte-Spacken“, die nun ihre
Quittung erhielten: „Ihre Partei wird mit dieser Partei koalieren, dieser
Offenbarungseid dieser bürgerlichen Milieus, der fängt jetzt richtig an.“
Dies ist die Quintessenz dieses Diskurses, der wegen seiner Allianz aus
rechtsradikalen Spinnern und einflussreichen Hauptstadtjournalisten
durchaus gefährlich ist: Vorbereitet wird hier eine Schmierkampagne, dessen
Ziel nicht einmal die Linke, sondern Grüne und SPD sind, damit diese keine
Koalition mit der Linken eingehen. „Euer Antifaschismus ist nichts wert,
wenn er nur nach rechts gilt, aber faschistoide Ideologien wie der Mullahs
und der Hamas für Wohnraumpolitik in Kauf genommen werden“, [7][brachte
Anna Staroselski von der Werteiniatitive] diese Linie auf den Punkt.
Der Kampf gegen Antisemitismus wird damit in unsäglicher Weise
instrumentalisiert. Denn am Ende dieser antilinken Brandmauer steht die
Forderung an die CDU, der rechtsextremistischen, antisemitischen AfD an die
Macht zu helfen – um die Linke zu stoppen. „Endlich mit diesem Unsinn der
Brandmauer schlussmachen“, fordert Alice Weidel. Na, Prost! Dieser Autor
lebt da lieber in der neuen sozialistischen Diktatur.
21 Sep 2026
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(DIR) [4] https://x.com/BerlinReporter/status/2101898499419750757
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(DIR) Timm Kühn
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