# taz.de -- Elif Eralp und Manuela Schwesig: Weiblicher Wahlsieg
       
       > Die Spitzenkandidatinnen Schwesig und Eralp haben erkannt, was es heute
       > braucht: soziale Ansprache und ein Gefühl für die Nöte der Menschen.
       
 (IMG) Bild: Schwesig und Eralp zeigen soziale Kompetenz – die Merz nicht hat
       
       Eines lässt sich vom vergangenen Wahlsonntag festhalten: Das Rennen haben
       zwei Frauen gemacht. Und das trotz aller [1][Unwägbarkeiten, die mit der
       Bildung der beiden Landesregierungen] in den kommenden Wochen einhergehen.
       Und das trotz der viel zu hohen AfD-Ergebnisse nun auch in
       Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Wann schon einmal konnte eine
       Spitzenkandidatin der Linkspartei ihren Wahlsieg so bejubeln wie Elif Eralp
       in Berlin? Eralp – erst seit 2021 im Abgeordnetenhaus – hat es geschafft,
       das Wahlergebnis ihrer Partei mehr als zu verdoppeln und damit das beste
       Ergebnis der Berliner Linkspartei einzufahren.
       
       Manuela Schwesig ist in Mecklenburg-Vorpommern Ähnliches gelungen, auch
       [2][wenn die AfD in dem Flächenland stärkste Partei] wurde: Schwesigs
       „Aufholjagd“, mit der sie aus den 19 Prozent Zustimmung für die
       Sozialdemokraten noch vor einem Jahr bis zum Sonntag über 35 Prozent
       machte, rettet sowohl die Landes-SPD als auch Mecklenburg-Vorpommern vor
       einem Desaster, so wie es anderswo und vor allem im Bund zu konstatieren
       ist.
       
       Das Konzept der beiden komplett unterschiedlichen Politikerinnen ist
       offenbar aufgegangen: Eralp in Berlin mit einer knallharten Ansage für
       Vergesellschaftung und gegen zu hohe Mieten, Schwesig im Norden mit einer
       knallharten Absage an das Regierungsprogramm von Merz, Klingbeil, Bas.
       Eines aber eint beide Frauen: Sie haben sich offen für die Probleme der
       Menschen gezeigt, soziale Kompetenz bewiesen.
       
       Damit ist nicht die als nach wie vor „typisch weiblich“ eingestufte
       Fürsorgebereitschaft gemeint, sondern das Verständnis für die Nöte der
       Menschen. Und doch waren es eben zwei Frauen, die erkannt haben, wie
       wichtig eine solche Ansprache ist. [3][Wann hat man Ähnliches von Männern
       wie Friedrich Merz gehört?] Statt sich an den anderen Parteien, vor allem
       an der AfD abzuarbeiten, haben Eralp und Schwesig mit eigenen Themen
       durchgezogen. Die soziale Frage ist längst so feministisch, wie sie
       universell ist.
       
       21 Sep 2026
       
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